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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-25 · Heft 3018 (25.7.1927) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3018 (25.7.1927)
Date
1927-07-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sette 4 Men, Montast Wiener Msrsenzermns 28. FM 1927 Nr. 8018 - font^f gegen d:e Tschechoslowakei angefetzteu A n s s ch e: L u it g 315 nt p f c wurden durch die Sabotage de? W. A. E. zu einer Farce. Der Praterklvb ließ sein« Athleten nicht antreten und verweigerte die Beistellung jeglicher Geräte. Nach «inständiger Verzögerung könnte die Komödie der AuZscheidungskämpfe durch BegiM der Starts fortgesetzt werden. Die gebotenen Leistungen waren recht mäßig und absolut nicht repräsentativ. Der Oe. L. V. wird sich morgen in einer a*u ßerordentlichen Sitzung mit dem Skandal befassen und die Mannschaft für den Ländevkampf, der voraussichtlich au^ dem W. A. F.« Platze durchgeführt werden wird, aufstellen. Dte Ausfcheidungsrämpfe in Ma«. Die in Graz auSgetragenen AusfcheidungSkäMpfe für den leichtaWettscheN Lände rkcnnpf gegen die Tschechoslowakei brachten folgende Ergebnisse: Zochsyrung: Nngayrer 1.776 Meter. — Sv«rwerfen: Nmstryrer 54.60 Meter. - 100 Meter: Helffrick» 11.6. — 1600 Meter: Frieve 4:10V. — 8000 Meter: Stefanek 16:36.4. Körnrg geschlagen. Der deutsche und englische Sprintermeifter unterlag gestern in Königsberg bei den Uniwie bitten unsere Leser und Freunde, in Kurorten u. Sommerfrischen in allen Restaurants und Kaffeehäusern sowie in Lesehallen stets unser Blatt zu verlangen! (6. Fortsetzung) topydght by Dr. Htx Pxftger, B. LOirlt Verlag, Wien. AMERIKA. Ein Roman von Sdioiom Asm. Sie selbst hat es ja mitgemacht, obwohl die Jungen schwatzen, sie wüßten eigentlich nicht, was ihre- Mutter in Mmerika eingebüßt hätte. Zn Hause hätte sie gerade den Ausblick auf die verfallene Hofpumpe gehabt Und hier ginge sie ins Theater. Die Frau aber blieb dabei, daß sie auf „Eolumbus" nicht gut zü sprechen sei. Wenn einer der Söhne nicht den ganzen Wochenlvhn nach Hause brachte, zerrte sie „Colnmbus" direkt aus dem Grabe. Mehr als einmal hatte sie gedroht, nach 'Hause zu fahren, obwohl es in Leschna kernen mehr gab, zu dem sie hätte fahren können— war doch ihre -ganze Familie bereits in Amerika. Mehr als einmal trafen sie die Kinder am hellichten Tage mit verweinten Mugen, die Hände gefaltet und mit einein Murmeln auf den Lippen: Sie wolle heimfahren. Und wirklich war es auch einmal schon so weit gekommen, daß man ihr eine Schiffskarte kaufen mußte, um sie zurückzuschicken. 'Aber, wie sie aufs Schiff kam und zurückblickte und ihre Kindersah und die Enkelkinder, die sie hier zurücklassen sollte, rief sie: „Zu wem soll ich denn eigentlich fahren, wo doch „Eolumbus" mir alle^neine Kinder genommen hat?" Ergriff ihr Bündel und kehrte zurück in die dritte Street. Zur „Muhme" kam auch viel junges Volk. Sie bildeten mit den Söhnen der Witwe Hannah die Spitze des „Vereins der jungen Lefchnaer", und besonders an jedem Sabbat- Mbend betrieben sie eifrig „Kulissenpolitik". Die Aelteren hatten ihre Bereinigung", die Frauen aber kamen einfach ohne jeden Titel zu Hannah — man wußte, daß man seine Leute treffen und ein bißchen vom alten Städtchen plau^rn weche. . * lind fo ging auch Mivir eines Abends nach Sabbat- Mstzang dahin. Ihm war recht traurig zumute. Acht Monate war er nun von zu Hause fort. Was war das für ein vevsitätSwettkämpsen über 10V Meter dem Kvefelder Salz, der 10.7 lies, wogegen Körnig 10.8 benötigte. Im Fußvallfinale der Hochschnlmelsterschasten siegte München gegen Berlin mit 2:1 (1:0) Toren. Internationales Fechttnrnier in Karlsbad. Das gestern ausgetvrgene Turnier gewann dadurch an Bedeutung, dass nach dem Kriege zum erstenmal ein französischer ROMAN FlTTP TTTTT EINE SERIE MODERNER ERZÄHLER IN HERRLI¬ CHEN HALBLEDERBÄN¬ DEN, JEDER BAND IN GESÖHENKKARTON S4.- MAX BRODj Tycho Brahes Weg zu Gott, Roman KNUT HAMSUN: Unter Herbststernen, Roman MAXIM GORKI: Drei Menfdien, Roman WELLS: Die Geheimkammern des Herzens, Roman FRANZ WERFEL: Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig. Roman EMILE ZOLA: Der Totschläger, Roman Nur mehr ganz kleine Vorräte 1 BUCHHANDLUNG R. LÖ WIT / WIEN I ROTENTURMSTRASSE 221 Fechtmeister mit Deutschen zusammentraf, obwohl die internationale Fechtassociation ln ihrer letzten Generalversammlung die Aufnahme deS deutschen Fechtbundes abgtzlehnt hatte. Die beiden österreichischen Meister Dr. Ett 1 ng e r und Ing. Philipp konnten sich nicht ins Finale durchsetzen, gefielen jedbch bei den ExhibitionSkämpfeN der Galasechtabademie. Die Resultate waren: 1. Anftlmi (Italien), 2. Ricoardi (Italien), 3. Kriz (TschechoflowaM), 4. Dr. Tille (Tschechoslowakei), 6. CaSmlr (Deutschland), 6. Pvatt (Frankret), 7. Jungmann (Tschechoslowakei) und 8. Hessel (Deutschland). Internationales TeimiStnrnier ln Karlsbad. Semifinals: Kozeluy—Sofia 6:3, 3:6, 6:4; Menzel—Bettran 6:2 8:1. - Finale: Kozeluh-Menzel 7:6, 6:3, 6;1. - Dameneinzelspiel, Finale: Fr. Peterh (Ungarn) gegen Frl. > Amende.5:2, 6:1. — Gemischtes Doppelsielr Frl. Amcnde- Menzec gegen Josefine-Sojka 2:6 zurückgezogen. — Doppelspiel: Kozeluh-Sojka gegen Menzel-Klein 7:6, 6:4, 3:6, 7:6. Die Rndermelsterfchaste» der Tschechoslowakei kamen gestern in Prag unter schwacher Beteiligung der Vereine und des Publikums, wobei die Prager Vereine überhaupt nicht am Start erschienen, zur Durchführurrg. Ten Preis des Präsidenten holte sich im Achter im Alleingang Melmk in 6:28.6. Vierer ohne Steuer: 1. Raudnlce in 7:10, 2. Lundenvurg. Einser: Straka-Melnik in 7:31V. Die Distanz betrug 2000 Meter. [DPD KNSMWS>SW>tzWMM_Ä»IWN Bezugspreise der „Wiener Morgenzeitung“: Monatlich Wien und Oesterreich. 8 5— Tschechoslowakische Republik.Kö 22'— Jugoslawien.Dinar 60'— Polen.Zloty 6 — Deutschland. Goldraark 4*— Palästina.sh 4*— England .. sh 4'— Frankreich, Belgien.Fr cs. 35* | Italien.Lire 20 — Rumänien ..Lei 170*— Bulgarien .Lewa 100*— Amerika.Dollar!•— Schweiz und das übrige Ausland.Franken 5*— Oesterr. Postsparkassenkonto 150.693. Leben ohne Weib imo .'.linder! Er dachte zurück an die vielen einsam verbrachten Sabbate, an bas einsame Passaysest und dachte an die Kinder, die -drüben oh'.ie ihren Vater feiern müßten — denn wer würde wohl anch nur einen Blick aus sie werfen? Vom ersten Augenblick, da er angekomineu, dachte er immer und immer rviedev an einen richtigen Erwerb. Und obwohl er regelmäßig Hannah Leck Gelo nach Hanse geschickt hatte, damit sie nicht Not leide, und anch er hier für seineü Lebensunterhalt ein Stück Geld verbrauchte, hatte er doch noch jede Woche von seinem Verdienst etwas für ein künftiges „Geschäft" zurückgelegt. Wer was würie las Ende sein? So mußte es doch kominen: Entweder mußte er nneder zurück zu der: Seinen oder er nmßte sie zu sich heri'ibernehmen. Allein das Ersparte machte viel zu wenig aus. Es reichte weder fürs Hinüberfahren, noch fürs Herüberschaffen. Und dann sprach man so viel von der großen Not, die plötzlich bei Krisen über die Arbeiter 'heri-inbrächc. Manche seiner Arbeitsgenossen gehörten Gesellschaften an. die für den Fall der Arbeitslosigkeit in kritischer Zeit Ver i lerungsgelder an ihre Mitglieder zahlten. Sein Verwandter aus der drittelt Street hatte ihm zugeredet, er möge einer solchen Gesellschaft „Einigkeit" beitreten, die die Arbeiter selbst gebildet hatten. Wer ihn hatte es scholl verdrossen, daß fein Vetter ihn nicht anders ansah als jeden anderen Arbeiter. War er jdenn wirklich ein „Wbeiter"? Er war doch schließlich ein gelehrter Mann. Aber nicht daran dachte er jetzt ans seinem Weg nach der dritten Street. Wenn er nach Hause führe — was für einen Sinn hätte das? Wieder dieselbe Armut wie früher und, was sollte er in Leschna anfangerv? Wären sie schon dagelvesen — schließlich, er verdiente doch, mußte „zwei Häuser" unterhalten (Meir rechnete sich als das eine „Haus"), und dabei konnte er doch noch etwas zurücklegen. Gewiß, man hätte leben können, unt> Rahel, die älteste Tochter, hatte er sich sagen lassen, hätte auch bald etwas verdienen können. Ja, Eltern, die mit Kindern herkämen, seien direkt zu beneiden, man sehe nur die : „Muhme" in der dritten Street. Gut, aber wie ging das Nur, daß num die Familie herschaffte und dann, wie sollte es mit dem Judentum der Kinder weöden, mit ihrem Lernen? Freilich, der „Bairde" traute er nicht viel zu; sie hatten nicht das Zeug dazu, große Gelehrte zu werden. Wer Jossele! — Und wie er so an Jossele dachte, wurde er erfüllt von einem heißen väterlichen Mitleid. Immer stellte er sich ihn vor, wie er am Sabbat-Nachmittag in dev Bibel lernte, wie er schon einige Kapitel auswendig hersagen konnte mrd wie er danach lechzte, daß ihn jemand überhöre. Und wie er dann zur Mutter ging, daß sie ihn aus der Bibel prüfe, und die Mutter blickt ins Buch Md versteht gar mchts von dem, was Jossele hersagt.; , Von solchen Gedanken erfüllt kam Meir in die dritte Street. Im Flur von Muhme Hannahs Haus sah er schon die Kinderwagen, in denen manche Frauen ihre Kinder hergebracht hatten. Tie große Stube war übervoll von.Männern, Frauen, jungeil Leuten, von Kindern Md Säuglinge« — man saß, wo es gerade einen Platz gab: auf den Betten, auf den Tischkanten, ja sogar auf dem Boden. Die Frauen hielten die Säuglinge im Arm, und die Kinder spielten mitten im Zimmer unterm Tisch. Die Stube war erfüllt von Zigarettenqualm. Ws Hauptperson aber saß heute am Tische Joel Wattmacher, der eben aus Leschna angekommen war. Ein ganzes Rudel alter und junger Leute umringte ihn. - . ( „Und wie geht's denn dev alten Ehaje? LeÄ sie noch?" erkundigte sich einer nach einer steknalten Frau, die alle noch gekannt hatten. > „Nein, nach dem letzten Neujahrsfest ist sie in den Keller gegangen, die Arme, ausgeglitten und gestorben." „^Gestorben!" Alle schütteln die Köpfe. ,Zst aber doch recht alt geworden!" Und nun erinnert man sich an allerhand' Geschichten, die die verstorbene Chaje betreffen. „Erinnert ihr euch," sagte einer, „wie sie beim Schmalzanslassen so fein zu erzählen wußte?" „Und was für eine Köchin!.sie war — ihr Klötzel „Wißt Ihr, mir hat sie zur Hochzeit das ganze Gebäck gemacht. Was für Honigkuchen, was für „Hamburger Küchel". War das eine Delikatesse!" ruft aus dem Hintergründe ein jüngerer Mann. (Fortsetzung folgt.)' Theater Burgtheater: Geschloffen. StaatSoper r Geschloffen. Deutsches Dolkötheater: Der Hexer Anfang 8. Ende vor V*U Uhr BottSoper: Ich Hab' mein Herz in Heidelberg verloren Anfang */,8, Ende nach 10 Uhr a.d. Wien: Der Orlow Anfang 8. Ende gegen 11 Uhr Johann-Strauß'Theater: Rosen aus Schiras Anfang 8. Ende gegen V»U Uhr Raimnud-Dheater r Geschlossen Wiener Bürgertheater r Gräfin Mariza Anfang 8, Ende nach 10 Uhr Stadttheaterr Wien lacht wieder * Anfang ö. Ende «ach 10 Uhr Renaiffanee-Bühne: Geschloffen Theater in der Jlosefstadtr Theodore & Cie. Anfang 8. Ende V411 Uhr Kamnrerspiele Zwölf Mädel, lernen heiraten Anfang */,9. Ende nach v,U Uhr Lnstspiel'Theater r Die Keuschhettskonkurrenz Anfang 8. Ende 10 Uhr Burggarten-Bühne: Beethoven-Abend Anfang 6 Uhr, Ende nach */,11 Uhr Rolarrd'Bühne: Dte weiße Sklavin im Netz der Mädchenhändler Anfang 8 Uhr, Ende 10 Uhr Radio-Programm Hßute Montag 11 Uhr: VormtttagSmufik. 161b Uhr r NachmittagLkouzert 18- 20 Uhr: Aus Gustav Freytags .Bilder auS deutscher Vergangenheit". (13. Juli 1895 gest. Gustav Freytag.) Gesprochen von Otto Löwe. 19- 26 Uhr: Ueber Kakteen. Gartenarchitektin Luise Andreas. 30 05 Uhr: Walzer und Märsche. Orchester Ganglberger. NÄHMASCHINEN FAHRRÄDER 1927 ■^|^RJ aJLSZl PICK IX.» U«oht*n«ttlnetra8» Nr. 27 IV.» WUdMr Hauptitraßa Nr. 8 Slmtl. Sportu. Tourlttonartlk«! Morgen Dienstag 11 Uhr: VormittagSmufik. 16-15 Uhr: Nachm'ttagSkor^ert. 18- 30 Uhr: Das schulpflichtige Kind in den Ferien. Oberlehrerin Käthe Neumann. 19 Uhr r Juaendwander». Albrecht ColerttS. 19- 30 Uhr r Esperanto für Anfänger. Walter Smital. 20- 06 Uhr: Kammermusik (Quattett Gottesmann). 21- 05 Uhrr Annentag in Alt-Wien. Reminiszenzen von Professor Fritz Lenge. Musikalische Etnrichtung von Karl Tautenhayn . Farbige Badeanzüge Jakob GetteS, L Rotgassei (Ankerhof-Kunstuhr) Alleinige Anzetgen-Auuahme: Annoncenexpedition Heinrich Schalet. Wien. 1. Bezirk» Wollzetle 11. terausgeber und Eigentümer: Jüdisch» eitrmgsu. BerlagSges. m. b. H.» Wie», 2. Bez.. Taborstraße 1—8. — Verantwort!. Redakteur: Jakob KrauSz. Wien, 19. Bez., Brechergaffe 9. — Druck: ,$nöa\ Wien 7. Bez., Lerchenfelderftratze L

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