Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 3015 (22.7.1927)
- Date
- 1927-07-22
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Freitag Miener Worgenzeitung Nr. 3015 Seite 10 ee=^--— ,----- - ------ Sie KrSstegruvpirrung in ver WelterVSlinrnstkir. Die Rotterdamsche Bankvekeeuiging gibt in ihrem letzten Monatsbericht einen Ueberblick über die Kräftegruppie» rnng in der Wcltpetroleumindustrie, der erkennen läßt, daß allein 40 Prozent der Weltproduktion aus die drei großen internationalen Konzerne (Standard Oll, Royal Dutch Shell und Anglo Persian Oil) entfallen, Nährend acht unabhängige amerikanische Gruppen ioeitere 14 Prozent auf sich vereinigen, so daß insgesamt rund 55 Prozent der Rohölerzeugung der Welt von den Mammutunternehmungen kontrolliert werden. Die Produktionsziffern allein geben allerdings keinen restlosen Aufschluß über die Größenverhältnisse der Konzerngebilde zueinander, da einzelne Gruppen, unter anderem die Standard Oil, in ihren Raffinerien erheblich mehr Rohöl verarbeiten, als sie selbst produzieren. Die Rotterdamsche Bankvereeniging hat infolgedessen das in den einzelnen Konzernen arbeitende Kapital unter Zugrundelegung des Dörsenwertes am 13. Dezember 1926 errechnet. Aus ihrer Zusammenstellung ist ersichtlich, daß die Standard-Oil-Gruppe, die trotz der formalen Selbständigkeit der einzelnen Unternehmungen immer noch als ein geschlossener Konzern betrachtet wird, mit einem Börsenwert von 4.6 Milliarden Dollar und einer Rohölförderung von über 280 Millionen Faß weitaus an der Spitze steht, während die Muttergesellschaft (Standard Oil Co. of New Versetz) annähernd den gleichen Kapitalwert besitzt wie die Rvyal-Dutch-Shell-Gruppe, deren Vermögen börsenmähig mit 1.25 Milliarden Dollar bewertet wird, die sich im Verhältnis von 6:5 auf die holländische und englische Gruppe verteilen. An dritter Stelle rangiert mit einem Produktionsanteil von 3.80 Prozent und einem Börsenwert von 633 Millionen Dollar die Anglo-Persian-Oil-Gruppe. Der Unterschied zwischen den drei großen Gruppen und den unabhängigen Konzernen besteht vorwiegend darin, daß die letzteren nur geringe internationale Bedeutung besitzen und außerhalb der Vereinigten Staaten und Mexiko einen relativ geringen Expansionsdrang zeigen, also Lm politischen Kampf um die Erdölvorkommen der Welt leinen ausschlaggebenden Faktor bilden. Der MedtoauSnrels der Oesterrrichischen Nationakdank weist neben der bereits gemeldeten Erleichterung des Wechselportefeullles um 38.5 Millionen Schilling eure Derminderung des Notenumlaufs um 24.2 Millionen auf 858.8 Millionen Schilling aus. T-er Barschah l-at sich um 1.4 Millionen vermehrt, die ausländischen Werbe sind um 14.7 Millionen Schilling gestiegen. Die Giroverbindlichkeiten haben eme Erhöhung um zirka 2 Millionen Schilling erfahren. Dre österreichisch-ungarischen Mühlenverhandkungen. Aus Budapest wird berichtet: Die durch die Wiener Ereigm'sje unterbrochenen Verhandlungen der ungarischen und der österreichischen Mühlenindustriellen sind wieder ausgenommen worden. Die ungarischen Mühlen wünschen, daß die österreichischen Mühlen die Diffevenz zwischen den neuen und den alten Mehlzöllen aus einer gemeinsamen Kasse rückerstatten. Hinsichtlich des Ausmaßes und der Art der Rückerstattung bestehen noch gewisse MeinungS- , Verschrobenheiten. Man glaubt, daß der Kartellveri (3. Fortsetzung.) Copyright by Di. Max Pxlgar, B. Löwit Vertag, Wien. ANCRIKjI. cm Roman von Sdiaiom Asdi. Meir erhob sich, sprach den Segensspruch (wozu Lerbusch fromm-ergeben den Oberkörper wiegte) und ftuszte mehrmals während des Gebetes, auch dabei half ihm der Schwager mit. Als Meir vom Tisch aufstand, ging er auf dm Schrvager zu und sagte still und ernst, als wollte er sich vor ihm! verantworten: „Es ist meine heilige Pflicht, ich Hab nicht anders gekoimr. Vielleicht verlangt Gott, der Herr, daß ich ins „Elend" wandern soll. Daun sott ich die Mühsal haben. Wenn nur Weib und Kind" — er zeigte auf sie — „ihr Stück Brot haben. Ich Hab nicht anders gekonnt, Leibusch. Ich will ein einfacher Arbeiter werden. Ich Hab keinen anderen Ausweg. Hier schäm ich mich, ich will die Schande loswerden..." „Und wie ist's mit dem Jüdischen?" fragte der Schwager seufzend. „Gott wird schon helfen. Ich denke, ivenn man eilt Jude sein will, ftnm nran's überall in der Welt sein, — wenn man nur will." „Gewiß," antwortet Leibusch. „Und was der Rabbi gesagt hat, weißt du doch gewiß?" ,Za, ich hab's bei ihm in der Stube gehört, gewiß — mit Gottes Gnade." _ „Wzs können wir da mehr tun?" Während Meir und Leibusch so sprachen, seplen sich die beiden Frauen, die Jahre lang keine allzu guten Frermdinnen rvaren, in eine Ecke und redeten miteinander sehr vertraulich. Hannah Lea sprach von einem Scheidungsbrief „auf Bedingung", de» Männer geben, wenn sie auf eine weite Reise über Land und Meer gehen — wovon sie irgendetwas gehört hatte. Der Manu sollte ihr einen solchen Schekdebries ausstellen, aber sie ioollte davon nichts wissen, nicht einmal «aran denken. Scheindel gab ihr Recht und erzählt dabei eine grausige Geschichte, wobei sie zu verstehen gab, daß man sehr vorsichtig sein inüsse. Denn dort in der Neuen Welt ereigneten sich so Dinge mit den Männern. 'Es kämen fremde Weiber, ja... Und Hannah Lea fühlte einen heftigen Stich im Herzest..^ Rachele saß bei den Frauen, 22. Juki 1027 trag im Lause der nächsten Wochen, noch vor Beginn der Mehlkampa gne, abgeschlossen merden wird. Eine Hotermesse in Wien. Im Nahmen ver in der Zeit vom 4. bis 11. September stattslndenden sserbstmresse wird eine Hotel-, Gastwirte- und Kaffeehausgewerbe - M e sse veranstaltet, in der die einschlägig« Industrie den Interessenten des In- und Auslandes im Rahmen einer geschlossenen Schaustellung die österreichischen Erzeugnisse des Hotel-» Gast- und Kaffeehausbedarfes Vorfiihrt. Bor der Aufnahme des Zinsendienstes für dir vierpro« Zent,ge ungar,sche Staatsrente von 1910. Wie aus Budapest gemeldet wird, steht die Aufnahme des Zinsendienstes für die vierprozentige ungarische Staatsrente von 1910 durch die Caisse Commune unmittewar bevor. Diese Rente lautet wablwehe auf Pfund Sterling, Francs, Mark und .Kronen ,md genießt laut Entscheidung der Reparattonskommission alle Vorrechte einer sichergestellten Schuld. Durch den Prager Akkord vom 14. November 1925 wurde die Caisse Commüne angewiesen, den Dienst der rückständigen und lausenden Zinsen dieser Rente auf Basis von 27 Prozent in Gold auszunehmen, und zwar unter densewen Bedingungen, wie sie im Innsbrucker Protokoll für alle anderen Caisse Commune-Werte festgelegt wurden. Von den Besttnimungen des Innsbrucker Protokolls ist insbesondere die „Besserungsklausel" von besonderer Bedeutung, da sie für das Jahr 1930 eine Revision der Beschränkung des Zinsendienstes auf 27 Prozent und eine eventuelle Erhöhung desselben Vorsicht. Feilbietungen. Das Bezirksgericht Hernals hat die Versteigerung der Liegenschaften Ottakring E. Z. 2969 und 2670 (Karl Amler) eingestellt. — Zwangsweise versteigert ,verden heute 3 Uhr nachm. Ungargaffe 53, um 4 Uhr Landstraßer Hauptstraße und um 5 Uhr 10. Bez., Schleiergasfe 17, Kamine, Kachelöfen, Herde, Geschirr und Ser» vice, Schreibmaschine, Wohnungseinrichtung usw. 5 Uhr nachm. 13. Bez., Penzinaerstraße 15, Bureaueinrichtung, Kartonnagennmschinen, Bücher, Motor, Kopierpresse. In der Jakobergasfe 1 heute 3 bis 7 Uhr Pretiosen, Gold, Plattn. Morgen 3 Vis 7 Uhr Pariser Toiletteartikel. Die Molttmr, A. G. liquidiert. Die Mokrnarj A. G. Breslau, die, wie erinnerlich, nach dem Konkurs von Molinan u. Söhne gebildet wurde, scheint.jetzt ebenfalls am Ende ihrer Kräfte zu sein. Eine Ende dieser Woche ftattflndendc Aussichtsratssihung soll sich, wie aus Breslau gemeldet wird, mit der Frage der Liquidation der Gesellschaft beschäfttgen. Die Majorität gehört der vom Rath Schoeller u. Skene A. G., Klettendorf. An bec Verschlechterung des Status gibt man vor allem der Geschäftsführung die Schuld, die scheinbar in Fortsetzung der Gepflogenheiten der früheren Firma Molinari stark mtt Gesalligkeitsakzepten und Verlustverkäufen zur schnellen Erlangung von barem Geld gearbeitet hat. Mit SPEZIJtLHAUS FÜR STRICKMOOEN M. HOLZER VI, Mariahilferstraße Nr. 89 (neben Flottenkino) — II., Taborstraße Nr. 18 (Hotel National) — Karlsbad, Alte Wiese WOLL «TRI KOT¬ JUMPE R«KL EID ' > IN ALLEN FARBEN S 35 - WASCMSEIDENSTRUMPFE S 5-90 der Liquidation öct Molinari A. G. rvürde der Name dieses Jahrhunderte alten Breslauer Handelshauses, daS Gustav Freytag zu seinem Roman „Soll und Haben" als Vorbild gedient hat, endgültig verschwinden. Absatzkartell der deutschen und tschechischen Porzellan» jadrrten. Auf Antrag der reichSdeutschen Porzellanindustrie find die tschechoslowakischen Porzellanfabriken» tdte aus Karlsbad gemeldet wird, mit den deutschen Betncbeu in Verhandlungen über den Abschluß eines Abs>ahkartells eingetreten, doch bestehen bezüglich der deutschen Preisforderungen noch erhebliche Differenzen. Die polnische Außenhandelsbilanz im Juni. AuS Warschau wird berichtet: Das Defizit der volnischen Nutzen^ Handelsbilanz für Juni beträgt 46 Millionen Zloty. Die Elnfuhr im Juni erreichte den Wert von 160 Millionen, die Ausfuhr von 114 Millionen Zloty. Das Defizit der Außenhandelsbilanz im April betrug 23, im Mai o0 und im Juni 46 Millionen, zusammen also in den drer Monaten 124 Millionen Zloty. Die jugoslawische Handelsbilanz. Ter Wert der jugoslawischen Ausfuhr im Jahre 1926 betrug 7600 Millionen Dinar, d. i. um eine Milliarde weniger als rm Mte 1925. Der Wert der Einfuhr belief sich auf 7600 Millionen, d. i. um 1100 Millionen Dinar weniger als im Jahre 1925. Das russische Kreditsystem. Vor kurzem ist in den „JSwestija" das Dekret des Zentralexekutivkomitees und deS Rates der Volkskommissäre der Sowjetunion vom 16. Juni tz. I., betreffend den Aufbau des russischen Kreditsystems, veröffentlicht worden. Durch dieses Dekret wird erstmalig die Leitung des gesamten Kreditwesens der Russischen Staatsbank Übertragen und es wird eine Abgrenzung der Funkttonen der Staatsbank und der Spezialbanken vorgenommen. Eme rumänische Eiscnbahnanleihe. AUS Bukarest wird gemeldet: Wie „Diminiala" erfährt, wellt in Bukarest der amerikanische Finanzmann Horwart Keil eh, welcher Fachmann im Eisenbahnwesen ist, die Situation dev .rumänischen Eisenbahnen prüft und mit der rumänischen Regierung zioecks Llbschlusses einer Anleihe verhandelt. Ditz rumänischen Eisenbahnen brauchen einen Kredit von 100 Millionen Dollar. Ta jedoch diese Summe nicht aus einmal aufgebracht werden kann, wird man vorläufig versuchen, eine Summe von 20 Millionen Dollar auszubringen. Die palästinensische Arbeklcrvank. Aus Jerusalem wird uns berichtet: Trotz der schweren Wirtschaftskrise ttn Lande hat die Entwicklung der Arv e iterb.a nk der palästinensischen Arbeiterschaft gute Fortschritte gemacht. Vom 1. Jänner vis zum Mai 1927 wurden Neue Aktten der Bank im Werte von 2300 ägypt. Pfund «verkauft. Auch die Zahl der Depositen in der Bank ist gewachsen. Gegenüber 26.047 ägypt. Pfund, die die Bank an Depositen anfangs 1927 besaß, betrug der Wert der Depositen im Mai 1927 29.676 ägypt. Pfund. Der Reservefonds der Bank konnte im gleichen Zeitraum von 5606 ägypt. Pfund auf 9206 ägypt. Pfund erhöht werden. An barem Kapital in der Kasse und in Banken befaß die Arbeitevbank anfangs 1927 16.105 ägypt. Pfund,, im Mai 1927 19.891 ägypt. Pfund. Die Arbeiterbanr konnte in den ersten fünf Monaten 1927 Darlehen in der Höhe von 59.359 ägypt. Pfnud gewähren, in derselben Zeit wurden . an die Bank Darlehen in der Höhe von 60.604 ägypt. Pfund zurückgezaylt. Fortschritte der Industrie ln Palästina. Die SpiritüSfabrik von D u s ch n i tz u. C o. in Jaffa brachten in lier letzten Zeit zum erstenmal in Palästtna hergestellte Kohlensäure für Sodawasserfabrikation auf den Markt: Die Kohlensäure fand großen Anktang und es liefen bereits Bestellungen aus Jaffa, Tel Älwiw und vvn außerhalb ein. Bei der Herstellung der Kohlensäure sind 18 Arbeiter beschäftigt. Die Fabrik besitzt alle Einrichtungen, um diesen Tängkeitszweig auch noch weiter auszuoehnen. hörte zu und nahm wie eine Erwachsene Anteil an dem Gespräch. Die „Bande" aber benutzte die Gelegenheit, die „grüne Muhme" — wie sie die Tan4e zu nennen pflegten '— scharf aufs Korn zu nehmen- Sie entdeckten in ihren Mgen kleine Gespenster, wie sie ini Wasser auf- und nieder tmuchen, und Berel, der Jüngere, der in solchen Dingen wohl Bescheid wußte, erzählte von allerlei Zaubereien und Hexen, die sich in den Fransen von 'Muhme Scheindels Kopftuch verstecken, dann hervorkriechen und in ihren Augen untertauchen. Und Berel zeigte aus die Augen der Muhme, die jetzt, während sie Hannah Lea die schrecklichsten Dinge über die Verführungskünste der Frauen "in Amerika erzählte, beim Schein der INachtlampe wirklich eine grünliche Farbe angenommen hatten — und in diesem grünem! See, Berel sah es deutlich, hüpfte nun eine ganze Giescllschast von Kobolden herum, alle, die überhaupt in der Stube waren. Und wie sie untertauchten, brachte das in Berels Kopf das Bild von einem untergehenden Schiff herauf, und er erzählte vom großen-Meer, von den Schiffen, von Fischen und Seeungeheuern, als hätte er sie mit leibhaftigen Augen gesehen. Jossele aber saß dabei und sperrte seine großen Augen auf und lauschte auf jedes Wort und alles was Berel da erzählte, das sah er mit diesen großen Augen, und er begann Furcht zu bekommen -vor dem Meer, vor der Muhme, vor altem, bis er schließlich zu weinen anfing. Doch niemand achtete auf sein Weinen, die Gespräche gingen fort, bis er endlich auf Vaters Reiscsack, der in einer Ecke der Stube lag, einschlief, gewiß geplagt von schrecklichen Träumen von Seeupgetümen, untergehenden Schissen, von Gespenstern und der „grünen Muhme". Ein bißchen später folgte ihm die „Bande", die sich auf dem zn-eiten ReisesaÄ hingelagert hatte und die Beine lang-hingestreckt friedlich schlief. Tief und schwarz lag die Nacht über dem StBstchen. Es war ganz dunkel in Meirs Stube, als er vor dem Bette seiner beiden Aeltesten stand und stille etwas in seinen langen Bart hineinnrurmelte. Meir zündete ein kleines Nachtlicht an. Er hatte die Augen geschlossen und nur mit seinen tastenden Händen suchte er die Köpft der „Bmckiten", die jetzt ganz stille dalagen und beim schwachen Lichtschein gar nicht wie Banditen aussahen, sondern wie zwei dünne Zweiglein oder wie zwei junge Kälbchen, die ihre Köpfe zu einander neigen, voll Unschuld und Arglosigkeit. Der Vater schob ihnen die Käppchen zurück, die ihnen vom Kopf gerutscht waren — und indem er ihre Köpfe abtastete, sprach er etwas leise vor sich hin, ohne die Augen! Au^össnen. Dwmi ging er zu Jossele, der — zu feiner Schande muß es gesagt f iverden — noch mit Mutter zusammen schlief. Er sah ihn einen Augenblick lang an, seufzte tief und, bei Giott! — er drückte ihm einen Kuß auf die Stirn. - - : Er hatte gehört, baß Jossele schlafe. Erst als Hannah Lea, die daneben stand, das Licht nahe herenbrachte, unk dem Vater Josseles .Gesicht zu zeigen, sahen sie, daß J'osseles schwarze Augen weit offen ständen und lebendig in die offene Nacht hineinblickten. Da sagte der Vaier zu ihnt: „Dein Vater fährt fort, Jossele, fährt iveit iveg." Jossele schwieg, nur seine Augen sagten, daß er aufmerksam zuhöre. „Und es wird niemand da sein, der dich prüfen und verhören kann — lern fleißig und bete fronun und lauf nicht herum und gehorch der Mutter, Jossele — ivenn dein Pater nicht da sein wird," sagte Meir. Jossele schwieg auch weiter — aber mit einemiNal verstand er alles und wußte gut, wo mm es sich handle und fühlte seine ganze künftige Verwaistheit. Und als sich der Vater zu ihm niederbeugte und ihm den letzten Kuß gab, antwortete er:. „Fahr gut und leb wohl, aBter!" — und das sa^te bedeuten, daß er alles tun wolle, loas der Vater verlangt hatte. Und all das war so ganz ungewohnt und seltsam, daß Hannah Lea dabei laut aufschluchzen mNHtc. Meir aber beugte sich nochnrals über das Kind und küßte es und sagte wieder etwas mit geschlossenen Augen. Dann ging er hinaus, begleitet von seiner Fran und Rachele, mit den zwei Reisesäcken auf dein Rücken. ... »I Ms der Wagen sich nun in Bewegung setzte, ßeg'tfitn Hannah Lea wieder weinen. Sie konnte sich nicht zuvückhalten. In diesem Moment erinnerte sie sich an die Geschichten, die Muhme Scheindel erzählt hatte, mrd rief dem Manne nach: „Meir, vergiß nicht, daß du 'ein Weib und Kinder zurückläßt." ' - Bevor sie noch geendigt hatte, wurde sie vvn SchNm erfaßt und hätte gern die 'Worte zurückgenonnnen — sbtztz es war schon zu spät. Auch Meir wurde bei ihren Worten von SchchN tzff« griffen. «' iFovtsetzung Mt.)! , i