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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-21 · Heft 3014 (21.7.1927) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 3014 (21.7.1927)
Date
1927-07-21
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 Wien, Donnerstag Wiener Morgen-eltung 21. Juli 1927 Nr. 30 U experimentiert werden wird. Das Management der Uruguay-Mannschaft, die geradezu überwältigenden Fußballsport produzierte, soll Mr. Agar 50.000 Dollar Schaden gebracht Haben. Auch die gegenwärtig noch im Fluß l>efindl'-che Tournee der „P a l ä st: n a - M a n n s ch a f t" wird Herrn Agar schweres Geld kosten. Man spricht davon, daß er vor dem Ruin steht. Während der normalen Spielzeit dürste allerdings tveder er noch) Mr. Vandeveghe daraufgezahlt haben. Agar spielt im amerikanischen Fußballsport eine allmächtige Rolle und hat — dies leider mit Erfolg — alles darangeseht, u m unserer Tournee zu schaden. So ist cs ihm gelungen, zu erreichen, daß wir nur einen einzigen Sonntag in New Dork — gegen Giants — antreten konnten, was natürlich auf den finanziellen Ausgang unserer Tournee von bedeutendem Einfluß war. Wie ich höre, soll die Manager unserer Spiele zirka 3 0.0 0 0 Dollar d a r a u s g e z a h l t haben. Hakoah hat meines Wissens knapp das ihr zugesagte Fixum erhalten; der Betrag ist aber, wenn man die Kosten der Verlegung der Meisterschaftsspiele '.n Wien und der verschiedenartigen Spesen im Zusammenhang mit >der Amerikareise be- -echnet, sicher nicht imponierend. Es war meiner Meinung nach mehr eine Reise für die Spieler und weniger für den Verein. L-enn wir Fußballer haben materiell gut ab geschnitten und in der Höchststufe erreichen die Bezüge mit 'en Gagen zusammen ungefähr 500 Dollar. Die Frage der Spielerwanderung scheint mir folgendermaßen zu liegen: Agar und Vandev e g h e, die beide gegeneinander sehr stark konkurrieren, haben noch ein gewisses Interesse an jüdischen Spir lern, da sie in erster L.nie jüdisches Publikum ha'ben. Be: beiden ist jedoch das Bestreben nach Herabsetzung der Gagen vorhanden. Bon den Brooklyn-Spielern Auch am Litauen heimgelehrt. Gestern früh kam auch die „zweite,, Garnitur der Hakoah ausKowno über Lundenburg hier an. Außer den von uns bereits gemeldeten Spielen wurden in Kowno noch Samstag und Sonntag zwei Kämpfe ausgetragen. Gegen Makkabi gewannen die Hakoahner 6:1 (2:1), gegen den Meister K o w a s z verlor die jüdische Mannschaft 1:2 (1:1) infolge schwerer Benachteiligung durch den Schiedsrichter. Ueberhaupt erwiesen sich die Spielleiter fast durchwegs als sehr parteiisch und ließen allgemein eine äußerst derbe Gangart der Gegner zu. Die jungen Hakoahner, die fünf Spiele unter nicht ganz zehn Tagen auszutragen hatten, hielten sich sehr bravourös und zeigten gutes Können. Die Spiele waren durchwegs von 2000 bis 3000 Zuschauern besucht. In Kowno herrschte drückende Hitze, man las 50 Grad Celsius ab. Die Rückreise stand im Zeichen der Nachrichten über die blutigen Ereignifsein Wien. In Berlin wurde den Hakoahnern bedeutet, nicht weiter zu fahren, und in Prag warteten die Hakoahner gleichfalls mehrere Stunden. An der Grenze in Lundenburg wurden die drei Ungarn Nikolsburger I und II und Toth von den Behörden auswaggoniert. Nikolsburger II und Toth reisten über Preßburg weiter nach Budapest. Nikolsburger I konnte dann wieder die Fahrt bis Wien fortsetzen. Infolge des Berkehrsstreikes war in der Zwischenzeit keine Verständigung mit hatten bei unserer Abfahrt auS Amerika Neufeld, Konrad, S ch ö n f e l d und Grosz 2 n o ch nicht unterschrieben. Von den Gianf S-Hakoahnern könnten, glaube ich, einige durch gar nicht übermäßige Opfer in Wien gehalten werden. Für n i ch t j ü d i f ch e Spieler aus Wien — es Haben sich mehrere angetragen — haben die beiden genannten Manager kein Interesse, da sie ja viel bessere Schotten und Engländer billiger bekommen können. Doch scheint sich auch in England schon eine gewisse Aversion gegen Amerika zu bilden. Bezüglich der Spielberechtigung steht man in Amerika auf dem Standpunkt, daß jeder, der an seinen Stammverein nicht mehr vertraglich verpflichtet ist, also rechtzeitig gekündigt hat oder gekündigt wurde, drüben antreten darf. Spieler, die. noch im Bertragsverhälltnis steh en, wird man in Amerika nicht antreten lassen. (Bon den Hakoah-Spielern wäre Fischer noch bis Ende dieses Jahres an seinen Verein vertraglich gebunden. — Die Red.) Daher entfällt auch die Frage der Ablösen. Von meinen Kollegen kommt wohl in erster Linie das Engagement Fabians in Betracht, um den sich die Giants und ein Chicagoer Verein bewerben. Auch für Heß scheint sich Mr. Agar zu interesiieien. Amerika zieht jedoch in kultureller oder sozialer Hinsicht nicht einen einzigen an, sondern nur der Dollar allein ist der Magnet der Fußballer; die meisten haben sich auch wirklich bereits schöne Beträge erspart. Darum glaube ich, daß es der Hakoah-Lelturrg gelingen könnte, wenn sie will, ohne besondere Opfer eine Mannschaft für den Herbst herauszubringen, die noch um vieles stärker wäre als jene, die sich im letzten Meisterschaftsjahr so tüchtig geschlagen hat. Bei den im August hier stattfindenden zwei Spielen, für die sich die G'.ants-Hakoahner selbstlos zur Verfügung stellen werden, wird ja das. jüdische Publikum Gelegenheit haben, eine Elf an der Arbeit zu sehen, die jedem kontinentalen Team zumindest ebenbürtig P." ' Wien möglich, ein am 14. aufgegebenes Telegramm des Reiseleiters Eisler wurde gestern von ihm selbst hier in Empfang genommen. Die Spiele und die Reisestrapazen haben die jungen Spieler begreiflicherweise stark hergenommen. WIR | I bitten unsere Leser und | Freunde, in Kurorten j u. Sommerfrischen in I | allen Restaurants und i S Kaffeehäusern sowie in j Lesehallen stets unser 1 \ Blatt zu verlangen! g Das RundspieL der Stmmeringer, das in der Vorwoche abgesagt werden mußte, wird S a m •? t n g u n d So n ntag aus dem Simmering er Platz au-getragen. Samstag um 4 Uhr spielen Simmering—Hertha, dann tritt der G r ä z e r A. K. gegen die C r t ck e t e r an. Sonntag wird in der Paarung H e r t h a—C r i ck c t e r und G. A.. K.—S r m m e r t n g gespielt. D«r Schmlmmstätztelamps Wien—Berlin wurde T-ienStag nachts von den Berlinern telegraphisch abgesagt. Djck Deutschen schlugen dem Dienstag der nächsten Woche als Tag der Austragung vor. Der österreichische Schwimmvewand hat den Termin akzeptiert, doch ist es dadurch sraglich geworden, ab die Damen Sonntag in Kaschau starten werden. Morgen erfolgt auf alle Fälle die Abreise der Herrenteilnehmer nach Nürnberg zu dem dort ftattftndenden Kamps Sikddeutschland—OÖsterreich ROMAN DER ZEIT EINE SERIE MODERNER ERZÄHLER IN HERRLI¬ CHEN HALBLEDERBÄN¬ DEN, JEDER BAND IN GES6HENKKARTON S4.- MAX BROD: Tycho Brahes Weg zu Gatt, Roman KNUT HAMSUN:, Unter Herbst. Sternen, Roman MAXIM GORKI: Drei Menfdien, Roman WELLS: Die Geheimkammern des Herzens, Roman FRANZ WERFEL: Nicht der Mörder, der Esrmordete. ist schuldig. Roman EMILE ZOLA: Der Totschläger, Roman Nur mehr ganz kleine Vorräte! BUCHHANDLUNG R.LÖWIT/WIEN 1 ROTENTURMSTRASSE rr mi—awwi Bezugspreise der „Wiener Morgenzeitung“: Monatl ich Wien und Oesterreich ..S 5 — Tschechoslowakische Republik.Kd 22'— Jugoslawien.Dinar 60'— Polen.Zloty 6 — Deutschland.Qoldmark 4'— Palästina .. sh 4'— England. sh 4*— Frankreich, Belgien . Frcs. 35’ | Italien.Lire 20 — Rumänien .Lei 170 — Bulgarien .. Lewa 100 — Amerika.. . .Dollar!■— Schweiz und das übrige Ausland.Franken 5'— Oesterr. Postsparkassenkonto 150.693. Theater von heute Burgtheater: Geschlossen. Staatsoper: Geschlossen. Deutsches Volkstheater: Der Hexer Anfang 8. Ende vor V,11 Uhr Volksoper: Ich Hab' mein Herz in Heidelberg verloren Anfang V,8, Ende nach 10 Uhr Theater a. d. Wien: Die Königin - Anfang 8. Ende gegen 11 Uhr Iohann-Strantz-Theater; Rosen aus Schiras Anfang 8. Ende gegen 1/,11 Uhr Raimnnd-Theater: Geschlossen Wiener Bürgertheater: Gräfin Mariza Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Stadtlheater: Wien lacht wieder Anfang 8. Ende nach 10 Uhr Renaifsance-Bühne: Geschlossen Theater in dev Josefstadt: Theodore & Cie. Anfang 8. Ende */<11 Uhr Karnnrerfpiele Zwölf Mädel lernen heiraten Anfang l/,9, Ende nach V,11 Uhr Lustspiel-Theater: Die Keuschheitskonkurrenz Anfang 8. Ende 10 Uhr Burggarten-Bühne: Bunter Abend Anfang 8 Uhr. Ende nach V»ll Uhr Roland-Bühne: Die weiße Sklavin im Netz der Mädchenhändler Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr FAJUS-GUMHI2SiääE □ ra< Mutter gegen Voreinsendung von 120 Schilling Versand unauffällig! *ajus*Zsntrs|s, Wien, II., Qlooksngsss» 14, Abteilung M y Radio-Programm Heute Donnerstag 11 Uhr: Vormittagsmusik. 1615 Uhr: Nachmittagskonzert. 18 Uhr: Wochenende (Ausflugsziele und Neisepläne). Sektionsrat Deinlein. 1815 Uhr: Die Blumenausstellung im Schönbrunner PalmenhauS. Dr. Rudolf Wagner. 18-45 Uhr: Die Tätigkeit der Muskeln. (Mit Experimenten.) Universitätsasiistent Dr. Ferdin. Scheminzky. 19 30 Uhr: Esperanto für Anfänger. Walter Smital. Vorlesung Kurt Goetz. 21'05 Uhr: Alt-Wiener Musikabend. Morgen Freitag. 11 Uhr: VormtttagSmusik. 16-15 Uhr; RachmtttagSkonzert. 18-45 Uhr r Wochenbericht für Fremdenverkehr. Sektionsrat Detntetn. 19 Uhrr Kajaksport. Hans Merinsky. 19 30 Uhr: Entstehung der Mineralien und Gesteine. (2. Vortrag.) Dozent Dr. H. Michel. 20-05 Uhr: Volkstümliches Konzert des Orchesters Silvtng-Geißler. 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