Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2999 (4.7.1927)
- Date
- 1927-07-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Pref jjb p j Redaktion, Administration: Wien, 11., Taborstr. 1 Telephon 44-038, 48-3-19 Telephon ab 6 Uhr abends 38-5-80 Serie, ab ‘/i9 Uhr abends 38-5-83. D rankere!: VN., Lerchen fei der straße 1 (.lata-) Preise: Wien und Oesterreich daroh Post oder Verschleißstejlen monatl. 6 Schilling. Bezugsbedingungen für das A n s 1 a n d im Innern des Blattes. Wiener Morgeryettmm IrtfittlKfta Telephon 46-7-37 0 □ d Atelier für feine Herren* und Damen« gardarobmn nach Mafi ÖBD Sportler gegen Vorweisung der Legitimation Preiserntüfilgongl Nr. 2999 Wien, Montag, 4. 3nii 1927 (4. %nnnut 5887).9. Jahrgang Sie emlififr «nleilit in Mäftim. Sie Berhandlnngen Oer Mandaiskommlfflon. Genf, 1. Juli. (I. T. A.) Am Mittwoch, den 29. Juni, setzte die Mandatskommission des Völkerbundes die Prüfung des Berichtes der britischen Negierung über die Verwaltung Palästinas und Transjordaniens im Jahre 1926 fort. Die Mitglieder der Kommission erbaten sich über verschiedene Punkte ergänzende Aufklärung, die ihnen von dem beglaubigten Vertreter der Mandatsregierung, Sir John Shuckburgh, gegeben wurde. Andere Fragen beanwortete Herr Mills, der Stellvertreter des Chefsekretärs der Palästina-Regierung. Von den gestellten Fragen sind hervorzuheben die Fragen über die Form der Anwendung des Gesetzes über die palästinensische. Bürgerschaft und die Bedingungen, unter denen diese Bürgerschaft erlangt werden könne, über die Gründe de rWirtschaftskrise und das Sinken -er Immigration. u. a. m,. Das juridische und finanzielle Statut der Hedschas- Eisenbahn war ebenfalls Gegenstand der Fragen und Antworten. Äuf die Frage bezüglich der Bedingungen der neuen. Anleihe in der Höhe von 4/500-000 Pfund, deren Ausgabe vor kurzem beschlossen wurde, erteilte- Sir John Shuckburgh die Auskunft, daß ein Teil des Ertrages dieser Anleihe fiir die Rückzahlung der von der Mandatarmacht bereits geleisteten Bor» schüsse, der Rest für umfangreiche öffentliche Arbeiten, besonders für' die Errichtung eines modernen Hafens in Haifa, verwendet werden würdet Schließlich erbat sich die Kommission Auskunft über die Anwendung des Gesetzes über die Selbstverwaltungen der verschiedenen Gemeinden. Es wurde erwidert, daß ein Reglement betreffend die jüdischen Gemeinden wahrscheinlich in ganz kurzer Zeit veröffentlicht und Gesetz werden wird. Die Kommission ging sodann zur Prüfung der arckbi- . schen Petitionen betreffend Palästina über, zu denen die Vertreter der Mandatsmacht sofort Stellung nahmen. Irr (gintritt Deutschland in die Kommission. B e rlin, 3. Juli. (I. T. A.) Die Entsendung des deutschen Mitgliedes der M a n d a t s k o yr m i s s i o n wird voraussichtlich unmittelbar nach der nächsten Ratstagung im Herbst d. I. erfolgen. 1 Für die Besetzung des Postens ist der wolksparteiliche Reichstagsabgeordnete Gouverneur z. D. Dr. Heinrich Schnee in Aussicht genommen. Dr/ Schnee war der letzte deutsche. Gouverneur von Südwestäfrika. .«* England und Aegypten. London, 4. Juli. (Wolfs.) Anläßlich der heutigen Ankunft des Königs Fu ad von Aegypten melden die Blätter, daß unformelle Unterredungen zwischen Chamber l a i n, Lord Lloyd und anderen Persönlichkeiten. über .-das Problem einer .dauernden ^n^i'i:fch-^g-y p^^. tischen Verein b a r u ü g sta'ttfinden kvrrden.- Auf der Spur eines Verbrechens. bin abgehacktes Frauenbein aus der Ionau gestscht. Samstgg nachmittags haben zwei Fischer gegeniiber der Ortschaft Mannswörth einen unheimlichen Fund gemacht. Sie zogen ein abgehacktes F r a u e n b e i n ans Land, das im Hüftgelenk ausgelöst und ungefähr eine Hand breit unter dem Knie mit einem scharfer? Instrument abgehackt worden war. . Zwei Männer, der Eisengießer Anton B u s e k und der Schlossergehilfe Otto Pully saßen bei ihrer. Fischerhütte in der Sektion 32 des Jnundationsgebietes, hart an der Grenze des Polizeirayons Floridsdorf, um dort zu fischen. Der Dampfer „Helios" fuhr entlang dem rechten Donauufer gegen die Reichsbrücke zu. Die Schaufelräder schlugen starke Wellen und spülten plötzlich den beiden Fischern am linken Ufer einen unheimlichen Fang ins Netz. Busek und Pully sahen knapp am Uferrand ein menschliches Bein auftanchen und zogen das Leichenstück sofort ans Land. Sie marschierten den langen Weg bis nach Aspern, um beim dortigen Wachzimmer ihren Fund zu avisieren. Das Bein selbst hatten st« mit einer Drahtschling e im Ufersand verankert. Es tvar bereits Abend — der Weg vom Stromkilometer 14 bis zur Wachstrtbe Aspern verlangt etwa 2 H Stunden Gehzeit — als die Männer ankamen. Man beauftragte einen Wachebeamten damit, den Leichenteil sicherzustellen. Er marschierte noch in der Nacht zur Fundstelle und kam, nachdem er alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hatte, erst gegen Morgen wieder in das Wachzimmer zurück, um die Mordkommission zu alämieren und dem Sicherheitsbureau Meldung zu erstatten. Ans dem Fundort. In den ersten Morgenstunden fand sich die Mordkommission auf dem Fundort ein/ Polizeiarzt Dr. Stanka nahm an Ort und Stelle eine Untersuchung des gefundenen Beines vor. Es handelt sich bei dem gefundenen Leichenteil um den linken Oberschenkel und einen Teil des Unterschenkels einer Frau. Der Oberschenkel ist im Hüftgelenk mit einem scharfen Jnshurnent, wahrscheinlich mit einem Messer, vorsichtig ausgelöst worden; die Knochen wurden dann, wie man aus den Schnittflächen ersehen kann, durchgehackt. Der Fuß und ein Teil, des Unterschenkels fehlen. Wie die untere Schnittfläche, etwa 20 Zentimeter^ unter dem Knie beweist, ist der restliche Teil des Peines . ebenfalls mit einem scharfen Instrument abgehackt, worden. ' .Vermutlich handelt es sich um eine Frau von zirka 26 his 3ß. Jahren. Das Knie scheint etwas geschwollen gewesen zu sein; es ist möglich, daß die Frau an einer Schleimbeutelentzündung gelitten hat. Auch kann man eventuell annehmen, daß sie, nach dieser Verbildung zu schließen,, der arbeitenden Klaffe angehört und bei ihrer Arbeit vielleicht wiederholt gekniet ist. Der Leichenteil dürfte nur einige Tage im Waffer gelegen sein. Die Abtrennung vom Körper scheint vor etwa vier vis acht Tagen erfolgt,zn fein., Das Leichenstück wurde ins Gerichtlich-medizinische, Institut gebracht und dort einer genauen Untersuchung unterzogen. Das Ergebnis der Obduktion ist vorläufig noch nicht bekannt. ' Dine Räuberbande in Berditschew vor Gericht. 18 Todesurteile. B e r v i t sch r w, 3. Juli. (Wolff.) Das Gericht hat 18 Ban- . diten, mit einem gewissen Polist sch uk an der Spitze, zum Tod durch Erschießen verurteilt. 28 Räuber erhielten 1 Gefängnisstrafen. Die Bande hatte -die Bevölkerung, von Berditschew und der . umliegenden Bezirke *in ganzes Jahr durch Raub und Mord in Schrecken erhalten. Auraskovir aus der Satt entlaste«. Belgrad, 3. Juli. (Avala.) Der Dragoman per jugoslawischen Gesandtschaft in Tirana Djuraskovic ist gestem um 11 Mir vormittags ansderHaftent, lassen worden. Gleichzeitig ist die neue Note der jugoslawischen Regierung der albanischen Regierung überreicht ivorden. Im redaktionellen Dell enthaltene entgeltliche Mitteilungen find d«rch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Polizeikongreß in Amsterdam. PrWent SLoder Mrl len Borsitz. An-der in Amsterdam vom 6. bis 8. Juli stattfindenden 4. ordentlichen Tagung der internationalen rriminälpolizeil i ch e n Ko mm t s f io n nehmen von Wien der Generalprökurator Dr. Höpler, die Polrzeidtrektoren Dr. Schultz und Dr. Brand! sowie Hofrat Dr. Dreßler, Vieser als Sekretär der KanArifsion, teil. . Den Vorsitz führt Bundeskanzler a. D. Polizeipräsident Schober. Studentenkramalle in Ldo«. Die Polizei räumt im Aoftrog dei Seko»i die llolMßM Parts, 3. Juli. (Wolfs.) Wie aus Lyon gemeldet iv-rrd, ist es gestern nachmittags in den Räumen dev dortigen philosophischen Fakultät infolge einer Verzögerung der Bekanntgabe.der Prüfungsergebnisse zn lebhaften Zwischenfällen gekommen. Zur Mederherstellung der Ordnung unter den unruhig , -gewordenen Studenten hatte der Dekan der Fakultät, als ferne 'eigene Autorität versagte, Polizei zu Hilfe g e r»lfen,. die von den: Studenten, mit Pfiffen und lebhaften Protest rufen empfangen wurde. Die Polizei mußte die Studenten mit Gewalt aus der Univc £.f ität entfernen. tzeyt. .Ggh-äude ckbsperren. Auf der Straße kam SS dann Neuerttch zu -Zusammenstößen, - wobei mehrere Personen VWastet mirden. / / ... Pnmdkntnftroiche in der Stotoafet. Prag, 4. Juli. Der RiesenVrand, der in der slowakischen Gemeinde N e u st n b c n (an der Eisenbahn Sellein -^-Kaschan) au'sgebrochen ist, breitet sich weiter a«S. W besteht die Gefahr, daß das Feuer auch auf den Kurort B a d Stuben üb ergreift. Bisher wurden drei Leichen geborgen, 17 Personen wurden schwer verletzt. Der Schaden ist sehr beträchtlich. . Schwer« Flngnnfall in Amerüa. Beim Empfang LindVerghS. .Ottawa, 3. Juli (Reuter.) Die Ankunft Liutzb erg Hs und die gleichzeitigen Feierlichkeiten aus Anlaß des Jubiläums des Dominions Kana d a find durch einep schweren Unfall gestört worden. Leutnant Johnston, einer der amerikanischen Flieger, die Lindvergh in einem Flugzeuggeschwader begleiteten, wurde Sei der Landung dadurch getötet, haß ein ihm folgendes Flugzeug auf fein Flugzeug auffchlug. . . Saudet schreibt „durch Arttstnnben". Paris, 3. Juli. (Wolff.) Di« „Aktion Frarrcaise" veröffentlichte heute wiederum einen Artikel Leon DaudetS, den l st« durch eine Brieftaube erhalten haben will. (Er, Ml sich in Belgien befinden.) . ' i > Die T e l e p h o n i st i n der „Aetion Francaife", FrM MVutard, die gestern mit ihrem vier Monate alten Kinde tzr das Gante-Gefängnis «ingeliefert worden war,.ist am sevwn Atzend aus dem Gefängnis .tu das KrankentzauS übengeführt worden. Mutrache. Sl! Muner schwer verletzt. Oedenburg, 3. Juli. Der Zigeuner Georg Kolo m P a r verließ nach zweijähriger Hast daS G tr a fh a.n s von Stein am Brückl. Er fuhr sofort nach Hause in das Zigeunerlager bei Badaesonytvmay. Dort rächte er sich an dem Manne, der ihn seinerzeit angezeigt hatte, und schoß die ganze Familie des Zigeuners Tube nieder, so daß elf LeuhSWit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gerächt werden mußten