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Wiener Morgenzeitung · 1927-07-01 · Heft 2996 (1.7.1927) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2996 (1.7.1927)
Date
1927-07-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite *0 Wien. Freitag Wiener Morgenzettnng i. JuN im *&S0tt VOLKSWIRTSCHAFT wai 8« HriorUAeusrage bei der Eisenbahn Wien-Alpang. Von beson derer Seite. Das Handelsgericht Wien hat. nachdem es ursprünglich' dein ÄuSgleichsantrag deS Kurators der Wien-Aspang-Bahn-Silberprioritüten aus Einlösung mit 25 Schilling pro 400 Gulden Nominale seine Zustimmung versagt hatte, dieser Tage dem Antrag seine Genehmigung erteilt. Dies geschah im Hinblick auf ein Schreiben des Finanzministeriums an den Kurator Dr. Eckel, dessen Znhai; im, folgenden mitgeteilt wird. ' -Das B u n ö e S m i n i st e r i u m für Finanzen hat an den Kurator für die Silberprioritäten! dev E i f e n b a h n Wien —Ms pang am 11. Juni l. I. ein Schreiben gerichtet, worin es u. a. heißt: „Bei den bisherigen Verhandlungen wegen Uebernahme eures Teiles des Aktienbesitze.' der Eisenbalm Wien—Aspang smirbe von der Voraussetzun; auSgegangen, daß der bei der letzten Bersamntlmrg! der Prioritätenbesitzer mit überwiegender Mehrheit angenommene Vergleich die kuratelsbehördliche Genehmigung finden wird..," Prüft man diese „überwiegende Mehrheit" auf ihre innere Unabhängigkeit zur verpflichteten Gesellschaft, so gelangt man zu folgendem Ergebnis:' Von den insgesamt umlaufenden.15.060 Stück Prioritäten lvaren bei der vom Bundesministerium für Finanzen erwähnten Versammlung (28. April l. I.) 5277 Stücke (ist gleich Stimmen) angemeldet. Bon diesen stammten 4923 Stück aus belgischem Besitz; aus sonstigem Besitz demnach 354 Stück. Da der belgische Besitz seit jeher zirka 32 'Prozent betrug, ist aus den angeführten Zahlen zu entnehmen,-daß die belgischen Priorikärr vollzählig, dir übrigen dagegen nur mit einigen Prozenten vertreten waren. Für len Vetgleichsvörschlag wurden 5114 Stimmen abgegeben. Gegenstimmen: 110, Stimmenenthaltungen: ,53. Von den „Für"-Stlmmen werden a n g e f o ch t e n: die 4923 belgischen Stimmen, da cs sich vermutlich'»»: Großaktionäre der verpflichteten Gesellschaft, also um Schuldner handelt, und die 129 Stimmen, die auf den Unterstützungsfonds und auf. die Krankenkasse der verpflichteten Gesellschaft entfallen. Es verbleiben demnach nur 62 vollkommen unbestrittene „Für"-Stimmen, das ist nicht einmal ein Prozent! Es wäre am Platze, daß die Besitzer von Prioritäten seitens der Depotstellen ebenso auf-alle den Depotbesitz betreffettben Kundmachungen und Verlautbarungen aufmerksam gemacht werden, wie dies bei bat Mien der Fall ist. Re Wirtschastrverhandlungen mit der Lschr choslowakei. Eine Kundgebung der tschechoslowakischen Textilindustriellen. Prag, 30. Juni. Die Blätter berichten von einer Zusammenkunft von Vertretern der Baumwolldruckereien und Bereinigungen der Baumwollindustrie, in der gegen den Abschluß eines Handelsvertrages mit O e st e rreich auf Grund der bisher angebotenen Zugeständnisse Stellung genommen wird. Sollte es dennoch zum Abschluß eines Vertrages kommen, wird die Forderung aufgestellt, daß bei kommenden Verhandlungen wegen des starken Rückganges der Ausfuhr von Textilwaren nach Oesterreich dafür eingetreten werden soll, daß der Ausfuhr alter Textilmaschinen aus der Tschechoslowakei nach Oesterreich keine weiteren Hindernisse mehr in den Weg gelegt werden. Finanzminifter Bolpi über die Lira. Rom, 29. Juni. (Stesani.) Finculzmmisier Graf Bolpi erklärte gegenüber einem Redakteur des „Popolo d'Jtalia", im Hinblick auf die Notwendigkeiten der italienischen Wirtschaft müßten das Preisniveau und die Lebenshaltung auf den Kurs von 90 für das Pfund Sterling sestgelegt werde«. Dieses Niveau sei nicht ein fester mathematischer Punkt, sondern nur ein Anhaltspunkt. Die Regierung werde es nicht zulassen, daß dieser Zielpunkt durch das Eingreifen von Kräften, die dem Leben der i Nation ferne stehen, und durch ürternationale Spekulation ' verschoben werde. Diejenigen, die in den Jahren 1925 , und 1926 bei der Lirespckutativn starke Verluste erlitten haben, würden neue Verluste erleiden, wenn sie sich der : Täuschung hingeben würden, daß sie auf eine falsche Politik des italienischen Schatzamtes oder auf leichtfertige Voraussagen rechnen können. Im kommenden Ministerrat werde eine Erleichterung des Steuerdruckes beschlossen werden. Schließlich erklärte Graf ^Volpi, daß die Regierung sich mit der Absicht trage, jede . Ermächtigung zum Abschluß von Ausländsanleihen vorder-! Hand einzustctten, um durchzufttzen, daß die im Ausland -ausgegebenen italienischen Titel auch während der Sommer-! monate günstig eingeschätzt werden. Der italienische Effektenmarkt habe in den letzten Wochen einen krankhaften , Zustand gezeigt. # Diese Erklärungen des Finanzministers Bolpi lösten 'gestern auf den internationalen Plätzen eine rückläufige Bewegung der Lira aus, die vorläufig dem Kurse der Lira von 87.90 für das Pfund halt machte. Etwas schwächer sprach sich ferner die Devise Warschau in Wien aus, in Prag lvar der perzcntuclle Rückgang größer. Madrid und B u d a p e st haben sich weiter gebessert. 8er Kongreß der internationalen Handelskammern. Stockholm, 29. Juni. (Wolfs.) Heute nachmittag tagte u. a. die große Kommission zur Bekämpfung der Handelshi'udernisse. Infolge von Sprachschivierigkeiten konnte man in der Kommission zur Bekämpfung der Handelshindernisse zu keiner Einigung über dieHauptresvlution kommen und beschloß, die Berhandllurgen morgen fortzusetzen. Die französischen mib die spanischen Delegierten bestanden heute darauf, daß alle Resolutionen ins Französische und Spanische übersetzt werden sollen, bevor die betreffenden Delegierte» an der Diskussion teilnehmen. Hiedurch haben sich die Verhandlungen der Konferenz etwas verzögert. Der italienische Delegierte Pirelli gab.dem Wunsche Ausdruck, daß eine zuverlässige Statistik über die .interyatiowalen Kapitals-Übertragungen geschaffen werde. Die Behandlung dieser Frage soll unter Mitwirkung einer fachmärmischen Kommission fortgesetzt und das Ergebnis einer Konferenz der Regierungsvertreter, die in zivei Jahren in Amsterdam zusamnrentreten wird, vorgelcgt tverden. krkichtung einer Girozentrale der österreichischen Genoffenschasten. Die Regierung hat sich seit der Liquidierung der Zentralbank der Deutschen Sparkassen um die Errichtung einer Geldausgleichsstellr für Sparkassen, Kreditgenossenschaften u. dgl. bemüht. Hierbei ergab sich, daß vorläufig eine Uebereinstimmung aller in Betracht kommenden Interessenten noch nicht erzielt werden kann. Das dringende Bedürfnis, das insbesondere die landwirtschaftlichen und gewerblichen Genossenschaften an der Errichtung einer solchen Geldausgleichsstelle haben, hat nun dazu geführt, daß die Genossenschaften und deren Verbände ihrerseits mit dev Allgemeinen Oesterreich:schen Boden- C red i t-A nsta lt rim Verbindung getreten sind, um einstweilen wenigstens die Errichtung einer Geldausgleichs stelle für pie landwirtschaftlichen uitd gewerblichen Genossenschaften ami> leeren Verbände zu erreichen.. Auf Grund des Ergebnisses der hierüber geführten Verhandlungen wird nunmehr die Errichtung einer Girozentrale für die österreichischen Genossenschaften angestrebt, urch zwar in Form einer Aktiengesellschaft, bei deren Verwaltung den besonderen Interessen der Genossenschaften ei» weitgehender Einfluß statutarisch gesichert sein wird. ^Dieses Projekt, dessen Finanzierung gesichert ist, wird eine in den nächsten Tagen neuerlich zusammen tretende Vollversammlung des Allgemeinen Verbandes der landwirtschaftlichen Genossenschaften Oesterreichs beschäftigen. D«e Bedeutung der Pariser Messe für Oesterreichs Industrie und Gewerbe. Um einen Ueberblick über die Arbeit, der österreichischen AuGeUer auf der diesjährigen Pariser Messe zu geben, wird Kammersekretär Dr. Anton S ott l e r -D oi^n o a ch e r heute um 6 Uhr abends im großen Vortragssaal des Oester». Handels,rmsemnS über obiges Thema sprechen Die Konferenz der Notenbanken. Wie aus Ne,v- Y.o r k gemeldet wird, dürfte Schatzsekretär Mellon seinen Europaurlaub abbrechen, um an der Zusammenkunft der Bankpräsidenten teilnehinen zu können. Die Konferenz ward, da die Teilnehmer an dem absoluten Ausschluß der Oeffcntlichkeit interessiert sind, nicht in Newyork, sondern 8BB»aaaHsa»sBBBKffaa»aar,aaBBa«Ba»»,BflB«B 3 ■ 5 Soeben erschien * I DER SOHN DES! MOSES MAUTNER Roman von Leopold H i c h 1 e r Mit seltener Einfühlung in die Zeit ist hier die Lebensgeschichte eines Wiener Juden erzählt Hohes Können und reife Menschlichkeit vereinen sich zu einem von köstlichem jüdischen Humor erfüllten Buch 3 Bin gemütvolles, volkstümliches Werk, 3 mit Liebe und viel Lebensweisheit | geschrieben 3 Preis: broach. S 5.50,' in Leinen geb. S 7*50! Buchhandlung und Verlag R. LÖW1T I. Rotenturmstr. 22 WIEN 1. Fieischmarkt 1 ffmmaaMNmmBaftmaMiMMMMMMriB B ' m einem Badeort an der Atlantischen Küste abgehallen erden. Rcnvyorker Finanzkreise sprachen die Vermutung iS, daß die Frage der Auflegung deutscher Eisen- ,-ahnbondS, die schon im vergangenen Jahr mehrstich e rörtert wurde, auf der Konferenz« der Notenbankxvusi- - enten besprochen werden dürste, ebenso die deutschen und 'nteralliier-cn Schuldenprobleme, die Reparationszahlungen und die damit verbundenen Finanzfragen. Fachseltion der .Handelsagenten mb Kcminiijsionäre iw Gremium der Wiener Kaufmanuschast. In der letzten Ausschuß« sltznng wurde über die mit dem G re in ialp räside nie n, Kommerzialrat Langer, getroffenen Vereinbarungen betreffend di« weiteren Maßnahmen 'zur Herabsetzung inid Erleichterung der 4 20 - S ch i l li na - G re n ze für protokolliert« Firmen und zur entsprechenden Berücksichtigung des Handols- Vertreterstandes bei Bestellung von Laienrichter» berichtet; die Forderung nach Sonders« na len, bzw. Sonverrichten« für Pro>v:sioi«Hstreit:gkeiten aus dem Handelsagentengesetze bleibt selbstverständlich aufrecht. In emgr^iider Debatt« wurde atlch eine Ermäßigung der Minimalsicuergrenze füt Neuprotokolliernngen und die prinzipielle Forderung nach skalamäßiger Besteuerung für protokollierte Firmen ohne unten Grenze beschlossen. Zur Reform des Handelsagentengesetzes wurde ein Sonderkomitee bestellt und^ zur Borstereidung des Handelsagenteu-kongresses werden für das von Zentralver-bande beantragte Komitee d-ie Herren Adler Fuchs, Po-llak und Dr. Paneth nominiert. Nach Vorlage einer Reihe laufender Angelegenheiten durch Herrn Dotto> Paneth wurde die Sitzung geschlossen. Verband jüdischer Kaufteute und Gewerbetreibender in Wrcn. Die am 29. Juni abgehaltene 10. Plenarversamm« lung war sehr stark besucht. Der Vorsitzende, .Herr A. M. Ehrlich, referierte über die Dicstag, den 5. Juli in der Handelsuitb Gemerbekammer stattfindende konstituierende Generalversammlung (Hauptversammlung), zu «velcher dis Regrerung, Behörden, In- und AuslandshandelSkammern sowie Schwesterverbände des Inunb Auslandes uftv. eingeladen wurden ^s^ncr über die Maßnahmen zwecks Ausbau der Kredit- und Handclskürse. An den Debatten beteiligten sich die Herren Architekt Hecht, Kommerzialrat Jellrnek, Fürsorgerat Vortrefflich und Fabrikant Mrchelstädter. Hieraus hielt Herr Direktor Stern von der Oestcrreichisch-Orientalischen Handelskammer in Wien einen i-lstruktiven wirtschaftlichen Vortrag über oen Güteraustausch Müschen Oesterreich und dem gesamten Orrent. Vevu:eudLng des' ginssen-E.r.portkredites in geänderter Form. Dre Korr. Herzog schreibt: Der Abbruch der englisch-russischen diplomatischen Beziehungen hat, wie bereits vielfach festgcstellt, die TurchführunF des Gesetzes über den 10l>-Millioncn-Kredit zur Förderung des Exportes nach Rußland unmöglich gemacht. Die „Vereinigung der in Rußland geschädigten östcrreickftschen Zivilpersonen" hat nunmchr den nlaßgevcrrdcn Stellen einen «notidierten Vorschlag unterbreitet, der dahin geht, den eininal bewilligten Kredit ungefähr in densewen Formen ohne einseitige Privilegierung Rußlands, zur Exportfördenrng im allgemeinen zu verwenden. Hiedurch wäre sow-ohl bie abträgliche Wirkling neuer Kredite in bezug auf dre Forderungen der Oesterreicher an Rußland für enteigneteS Privateigentlim sowie sonstige Jnkonvenienzen ufw. vermieden. Insolvenzen. Die Knnstmöbelsabrik Otto Pach A.'G. Hut ge>tern um Eröffnung des Ausgleichsverfahrens angesucht. Den größten Schaden erleidet eine ausländische Finanzgruppe, während der Wiener Platz von der Insolvenz nur in geringem Maß betroffen sein soll. Geboten werden 50 Prozent. — Das gerichtliche Ausgleichsverfahren wlirde eröffnet über Arnold Spatz, Kaufmann, Wren, 1. Bez., Brandstätte 1; Salo Singer, Kaufmann, Wien, 2. Vez., Zirkusgasse 39; Martin Löwinger, Kaufmann, Men, 1. Bez., Spiegekgasse 6. Schweizerisch-tschechoslowakischer Handelsvertrag. Der am 16. Februar l. I. zwischen der Schtveiz und der Djchechoflowalei abgeschlossene Handelsvertrag tritt am 16. Juli l. I. in Kraft. Er enthällt u. a. umfangreiche Tarifverein-barungen auf beiden Se'.-ten, die auch für Oesterreich von Bedeutung sind, >da sie aus Grund der Meistbegünstigung in Anspruch genommen werden können. Nähere Auskünfte über den Inhalt des Vertrages werden von der Zollabteilung der Handelskammer, Wien, 1. Bezirk, Stubenring 8/10, 3. Stock, erteilt. Das palästtnensisch'stzrrsche ZollabkorMnrn. Aus I erus^lem wird uns geschrieben: Mtte Juni hat der stellvertretende Oberkommissär Colonel Shmes den Stadtgemeinden von Tel Awiw und Jafs so'ivie verschiedenen Fabriken Besuche abaestattet. Er wurde hiebei darauf iv.ifmerksam gemacht, daß das vor der Unterscrttgung stehende Zollabkommen mit Syrien dadurch, daß Waren dre auswärtige Rohstoffe in Hohe von 30 Prozent und mehr enthalten, mit Zoll belegt iverden, geeignet sei, jeden Textilexport Palästinas nach Syrien zu unterbinden. Colonel Symes forderte die Vertreter der Texttlvranche auf, mit dem Leiter deS Zoll- und HandelsdepartementS Rücksprache zu nehnwn und sagte zu, diese Frage im Am»' zu behalten. Wiener Börse. Ungleichmäßig. Wiewohl an der Wiener Börse seit Wochen fast gar keine spekulativen Engagements bestehen, vollzog sich gestern der Verkehr unter dem Eindrücke der Ultimoversorgcu^. Bei Gröfsnurrg stand die Börse noch unter dein Einfluß der arn Mittwoch zutage fjclrctcncii freundlichen Stimmung in Berlin, so daß auf zahlreichen Gebieten, namentlich in ungarischen Werten, ferner in Waffe«, Siemens und in Petroleumwerten Knrsbesserungen M verzeichnen waren. Die Dividendendeklaration der Skodawerke (100 Ke) machte einen ausgezeichneten Eindruck und verhalf dem Papier zu einer Steigerung von 1.50 Schilling, wozu später noch ivcitere 1.65 Schilling hinzukamen. Nach der Prämienerklärung trat eine Abschwächung des Kursniveaus ein, die sich besonders auf dem Markte der ungarischen Papiere geltend ras Jus iüdisdke Maus das iüdisdke (Blatt

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