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Wiener Morgenzeitung · 1927-06-27 · Heft 2992 (27.6.1927) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2992 (27.6.1927)
Date
1927-06-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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f Nr. 2y«2 töfflen, SKowhig Wiener Morgenzertung 27.M«"KS7 Mte 3 Jmhoteps, des ValerS der Medizin und der Gesetze und des Warao Zoser, der die Skchnpyramide erbaute, ist. Der «sehr geschickt verborgen« Angang des Grabeführt in eine Reihe -von under der Erde geiKgenen Räumen. Diese stnd mit blauen Kachel»:, ähnlich wie in der Sttrserchyramide, dekoriert. In Nischen sind Porträts von Pharao Zofer ausgestellt. Die Reliefarbeiten gehören zu -den schönsten der Periode. In r inein Tname-k wurden zwölf prächtige Ulaboster-Weinikrüge »on beinahe einem Meter Höhe gefumden. Ruhm. eine Lindbergh. GS ist eine heroische Tat, die vollbracht worden ist. Der 21. Mat 192.7 wird ein historische» Datum sein. .Unzählige Dame»» und Herren wohnten dem Start in Smoking und Abendtoilette bei. In den Vereinigten Staaten wurde die 'Ankunft Lindbergh« mit Glockengeläut« bekanntgegeben. Die Menge tanzt und singt vor Freude. Zahlreich« Personen weinten vor Rührung. Lindbergh zog alsbald seine Fliogerkappe ab lurib vertauschte sie mit einem Strohhut, den er mitgebracht hatte. Das Flugzeug muhte durch «in Truppemrufgebot geschützt »oerden, da die in ihrer Begeisterung rasende Me»»ge sich daran machte, Stücke au» den Tragflächen und dem Rumps als Andenken herauszuschneiden. Die Mutter des Fliegers saß in ihrer Wohnung, als man ihr die Nachricht Lberhrachte. Sie empfing sie ohne sichtliche Rührung. Sonntag früh bot der Flughafen einen gräßlichen Anblick. Das ganze Gelände »var mit Kleidungsstücken, Hüten usw. bedeckt. Der Schaden wird auf 99-000 Franc» geschätzt. Das Flugzeug „Geist von St. Louis". - General Girod hat Briand ersucht, dem Flieger Liudbergh unverzüglich durch den Präsidenten der Republik die Ehrenlegion zu überreichen. ' Der fpmnzielle Gewinn des Transozeanfluges hat sich für Lindbergh auch am Montag wieder verbessert. Man hat Lindbergh Summen -angeboten, tvelche nach den vorsichtigsten Schätzungen «ine Million Dollar übersteigen. Ein Revuetheater bot 400.000 Dollar an. In Amerika sind die offiziellen Schritte eingeleitet worden, daß Lindbergh di« höchste Ehre erwiesen werde, üher die sei,, Land verfügt. Geschäftstüchtige Impresariosind am Werke, um Lind, bergh zum Dollarinillionär zu machen, aber ernste Zeitungen verleihen der Hoffnung Ausdruck, daß er diejenigen nicht ent. täuschen werde, die an sein Ideal glauben. Infolge der Szenen, die bei der Ankunft sich abspielten, sind etwa 50 Personen verletzt worden. Auf dem Platze fand man auch völlig zerstörte Damenschuhe. Bon den verletzten Personen sind zwei in» Spital gestorben. In der -Botschaft dev Bereinigten Staaten sind bis jetzt fünf Säcke Telegramme und Briefe für Lindbergh abgegeben worden. Ein großer Streit ist über daerste Wort Lindbergh» nach seiner Ankunft entbrannt. Ein Reporter hat berichtet, daß er gesagt habe „All right", andere erzählen, er habe gefragt: „Bin ich wirklich in Paris?" Der „Mattn" hat die historische Wahrheit festgestellt. St. Louis »vill den Tag cher Rückkehr Lindberghs als gesetzlichen Feiertag erklären. * Durch die Erfindung des Diphtherieserums sind Millionen von Kindern gerettet und ist Millionen von Müttern das Glück ihres Lebens erhalten »vordem Wissen Sie, wer das viphthereseruim erfunden hat? . An allem ist der Minister schuld. Wie bereits berichtet, hat der polnische Minister des Innern: Skladkvwski vor kurzem ein« Inspektionsreise dlwch die polnischen Provinzstädte absolviert, d>!c hauptsächlich der Verbesserung des hygienischen Zustandes in der Provinz gegolten hat. Mmster Skladkowski »»ahm seine Inspektion nicht leicht, suchte die einzelne»» Höfe <tnf und hielt überall, ivo es mit der Hygiene »mb Reinlichkeit schlecht bestellt war, furchtbare Moralpauken und drohte de»» betreffenden Kmlseigentüritern, sie beim Minister des Innern arrznzeigen. Nach seiner Rückkehr erzählte Minister Skladkowski eine ganze Reihe von interessanten Zwischenfällen, die er erlebt hatte. I»» L o d z kam er Imcrwartet iir ein Hans in der Konstlmtingasse nnb war ganz entzückt über die.dort WIRbitten unsere Leser und Freunde, in Kurorten u. Sommerfrischen in allen Restaw' und Kaffeehäuser», ^.me in Lesehallen stets unser Blatt zu verlangen! ^WWWWWWWWWWWWWWW^-.'--. .«•& herrschende Sauberkeit. Er ließ den Hausbesorger kommen! und klopfte ihn» »vohl,vollend mif die Schulter: „Sv ist's recht, Herr Hausbesorger, so rein müßte jeder Hof gehalten »verdci», dann gäbe es keine Krankheit." ~ Der Hausbesorger, wenig erfreut über dieses Lob, ant- »vortete offenherzig: „Ich bin ganz unschuldig an diesem Zustand, »vas soll ich aber tun, »ve»»in der Polizist schon seit vier Uhr. morgens mir auf dem Genick steht iu»d mich zwingt, den Hof zu kehren, und die Aborte ßu reinigen. Ich Hab' schon keine Kraft wetterzuarbeiten und an alledem ist der böse Minister schuld.. Sitte Sette schwerer BerkehrsunMe. ftatsfttopfialet Wlchenlail Selm Motorradrennen am Med«»««. Bei dem gestern am Riederberg ahgehalte»»e»» Motorrad'- rennen ereignete sich eil» schwerer Unfall. Der Rc»»»»- fahrer Rudolf Fall stieß ans der-Fahrt mit feilten»! Motorrad zum Sportplatz mit einem ihm entgegenkommenden anderen Motorrad, das er infolge der* Staubentwicklung nicht gesehen hatte, zusammen. Er wurde in hohem Boger» von seiner Maschine geschleudert »md erlitt schwere Verletzungen, so daß er ins Spital überführt werben mußte. Auch in Wien hat sich gestern trüber eine ganze Reihe von schweren Verkehrsunfällen ereignet. Der Anstrcichermeister Andreas Abzia stieß mit feinem Motorrad an ein ihm entgegenkommendes Auto au und wurde schwer verletzt. — Auf der Reichsbrücke wurde gestern nachmittags die 15jährige Private Ludovica Mahr von einem Auto niedergestoßen und schwer verletzt. — Auf dein Schwarzenbergplatz wurde gestern der Schneidergehilfe Ludwig Szallah durch. Gabelbruch von seinem Rade geschleudert und schwer verletzt. — Ms der 48jährige Schneidermeister Josef Schtmanek gestern auf der Reichsbrücke — einem Passanten ausweichend — auf die Straße trat, WUlckte er von einem Auto niedergestoßen und schwer verletzt. — Der Gymnasiast Wilhelm M a e z e s wurde gestern bei der Gvoßmarkthalle von einem Auto niedergestoßen und erlitt nur leichte Verletzungen. — «Auf der Lainzerstraße wollte gestern der Hilfsarbeiter Felix Franz mit feinem Rad einem Straßenbahnzug Vorfahren, stürzte jedoch und kam unter die Schutzvorricht»»ng. Dabei erlitt et schwere, lebensgefährliche Verletzungen. Wie»», 27. Juni. Mord und Harakiri. .Aus Lemberg »vird uns berichtet: Die 29jähr»ge HanShesorgerin Nowicka wurde vor» ihren» Geliebten Woloszhn» einem verheiratete»» Mann, überfallen u»»d durch Messerstiche getötet. Obwohl die Hausbesorgerin scho,» nach dem vierten Messerstich tot zusaminenbrach, versetzte ihr der Mann weitere elf Stiche. Nach tfiefcr Tat durcbschnitt sich der Mörder die Kehle, beging Harakiri »md stürzte ebenfalls tot neben seiner Geliebten zusammen. Ms Ursache wird Untreue der Geliebten angegeben. Fakultätsräte. Der Zentrakverbaird der tschechischen Hochschulstudenten hielt, wie man uns aus Prag berichtet, e»»»e Sitzung ab, »n der beschlossen ivurde, eine Reolganiftcrung der Hochschulbehörden und insbesondere die Errichtung von Fakultätsräten zu verlangen, die beratende Organe der Profcssoreirkollegien wären, wobei aber »»icht »n derer» Koinpetenz elngegriffen morden soll. ooooooocmxx)0(xmxxxxxx)ooooocooocax»Q(m}oooQmoo^ Admira endgültig MeifterfchMHeger. Haloah vergibt Len Eieg im Saufen „Luer Lurch Wien". . Der gestrige Sonntag stand bei herrlicher»» Sommerwetter im Zeichen des Sports. Das größte Interesse konzentrierte sich auf das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der 1. Klasse auf dem Pratersportplatz, wo Admira gegen den B. A. C. sicher mit 5:0 gewann. Die Floridsdorfer haben nun in ihren 24 a us g*e tragenenS p» e l e n 36 Punkte erlangt. Der B. A. C. Hai 33 P»»»»kte und noch ein Match auszutrogen. Das Gastspiel des ungarischen Meisters Admirn schlagt den B- A. 8- 3:0 und gewinnt dadurch die Meisterschaft der ersten Klaffe. M. A. C.-Platz, 20.000 Zuschauer, Schiedsrichter Mies. Adruira: Ftanzl; Bozi, Janda; Wostrak, Koch/Schott; Sieyl, Klima, Stoiber, Runge, Schall. B. Ä. C.: Köhler; Heidingsfcld, BauceE; Ruhittl. Haydn, Neschi; Kochesser, Hostasch, Goblwald, Hofbauer, Kaplan. Das Entscheidungsspiel u»n die Meisterschaft der 1. Klasse flitig vor verkauftem Ha use vor sich. Die Floridsd or«fe v fomuten das Spiel durch glänzenden Endspurt mit hohem Skore für sich entscheiden und damit verdientermaßen den endgültigen Sieg in der Meister» schaftskam Pag ne 19 26/27 erringen. Der B. A. C-, der sich feine Position durch Viole glückliche Spiele verschafft hatte, »var in der Entscheidung nicht vom Glück begünstigt. Er hatte auch das Poch, gleich z-u Beginn den sonst wertvollen Hofbauer, durch eine Verletzung ausgesthaltet, weiterspielen lasser» zu müssen, und fiel den aufs Ganze spielenden Floridsdoofer»» zum Opfer, Die st ä r k st e Masse der Sieger war der Angriff, dem auch Köhler nicht gewachsen sein konnte. Neürigens ist der Brigittenauer Torrn«m, ein großer Poseur und hätte diesmal den einen oder andere»» Treffer verhüten körnien. Als es mir Schall auf dem linken Flügel »»icht recht ging,, tauschte dieser Spwler mit Runge Platz nrid der Floridsdorfer Angriss wurde einheitlicher. Bei großer Nervosität fast aller Spieler kommt es s ch o n i n d e r 7. M i n rr t o zu deu» einzigen Treffer der ersten Hälfte: Sie gl unternimmt einen rasanten Vorstoß, seine Flairke wird von Stoiber verwandelt. Dann mr»ß Haydn nach Z»»sa»ilmenstvb mit Nunge auf eine Viertelstunde ' ansscheiden. N a ch d e r P a»»s e fallen 4 weitere .-/-Treffer, In der 5. Minute ist Schall a»»s einem Corner erfolgreich, dann lassen die Brigittenauer eine grrte Chance ans »r»»d Admirä kann durch Sicgl das dritte Goal erzielen. Schall »st der Schütze des 4. Treffer-, worauf es zu groben N »»s p o r t l i ch k e i t e n zlvischen den gegnerischen Spielern kornmt. R n h i t t l »vird ausgeschlossen. Admira beherrscht das Feld nnd die Ber»virrur»g bei den Brigltte»»auvrn »vird immer größer. In der 39. Minltte fällt das 6. Goal d»»rch Stoiber. K»»app vor Schlrrß erhält Schall noch einen Tritt »l»»d muß ansscheiden. Dann ertönt der S ch l n ß p f i f f, der den sehr p o p u l ä r e n M e i st e r s ch a f t s s i e g der Admira bedeutet. Die W. A. C.-Anlage evwies sich für den Massenbesuch als i»ngoekgr»et. Me Besitzer teurer Plätze könnt-" > vielen Fällen nicht zu ihren Sitzen gelangen. . in Hütteldorf endete mit einem M i ß t o n, da die Ungarn den regulären Abstoß eines Elfmeters verhinderten. <5? c nsationell verlief auch die Leichtathletlkkonkurrenz „Ol u e r durch Wie n", die den überraschenden und glänzenden B o r st o ß d e r H a k o a h sah. Die Stasfctte des jüdischen Vereines führte in 12 Etappen, mußte sich aber dann mit den» dritten Platz begnügen. W. A. 8.-SpMklub 4:4 (4:2). Dieser Punktekampf fand als Vorspiel vor der Meister« schaftsentschoidrmg statt. Die Dornbacher standen auch diesmal ihr glänzendes Finish durch u»»d hätten eillen Sieg ver< dient. Bis zur Pausa führte jedoch der W. A- C-, dem alle/ gelang, 4:2. Der Sportklub korrnte jodoch noch ansgleichen. Skandal in Hütteldorf. F.%. 8 (Budavest) -Rapid 3:2 (0:1) oder 3 ♦ 3? Die Ungarn verlmird-rln selbst einen in der letzten Minute gego»» sie diktierten Elfmeter, . Das gestern in Hütteldorf ftat*tß«fiun»b«enc Zusammentr-esstu zwischen dem ungavischen Meister und der Rapid-Ma»»nschas: endeite nach spannendem und hochinteressanten» Berllause bei gutem Sport mit einein Knalleffekt, rvie er in den Annalen des Fußba llfpovtss vielleich» noch nicht v orgekom men ist. Beim Stande von 3 : für F. T. C. d-Werw der Präger Schiedsrichter Dlabacz einen E'lfmeterstoß gegen die Ungarn wegen eines an Luef verübten Fouls. Die Ungarn protestierten und ließen den Penalty nicht abstoßen. J»n Rummel beförderte schließlich der F. T. C.-Verteib»ger TaLaez den Bail>l i», das eigene Tor. Dkabacz anerkamite durch eine Gefte den Treffer nyd evklKvte auch später», daß das Spiel 3:3 stehe. Den Regeln zufolge erscheirtt diese Auslegung unrichtig; der Ball muß zuerst von einem Spieler der angvekfenden Partei berührt »oerden, und Herr Dlabacz hätte daher erst den Strafraum sreimachen und de»» Ball selbst in das leere Tor beförd-ern lassen müsse»». Das sportlich hochstehende Spiel,.»vcülches beiderseits sehr schöne Mome»»>te aus- »vieS und bis z»»m Schlrrsse in schärfstem Tempo gespielt wurde, sah bje Ungarn r»am«»Ech in der Weiten Hälfte als die bessere Mannschaft. Sie »varen den Wleirern an Schnelligckeit, Kraft ttiti'b Wucht überlegen und hatten eine einheitliche, stoßsichere Berteldlgniig. Der Tormann Amsel ist ei» hervorragender Vertreter seines Faches; er wehrte zahlreiche schwere Bälle al' nnd hielt auch einen Elsmeterstoß. Die Halfreihe arbeitete durch das gleichmäßiger, aus dauerrtde Spiel des Mittelläufers Bnkovi sehr erefolgreich »rrch der Angriff konnte d»»rch rasche Vorstöße gefährlich werden. Der beste Mann war hier der Linksaußenftürmer Kohout, dessen Ras-arrz r»nd Schuhgelvalt geradezu »mhel»» lich sind. Auch der alte Schlosser hielt sich bis zu seine!', i

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