Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2985 (20.6.1927)
- Date
- 1927-06-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 2986 Wien, Montag .-2S^'Ä«S1.'.4SL- Wiener MorgsnMiuttg 20. Juni 1927 Seite 8 Unwetterkatastrophe»» in aller Welt. SlveNallvllvollMlletti durch einen Erdrutsch verschüttet. VO Arbeiter vermißt. New Dort, 20. MU. Nach einer Meldung aus B v g ö t a itt Colninbien ist eine Bäumwöllspinnerei IN R ö f e 111 ft Bef Medellin durch einen Erdrutsch, dsr durch das ä n h s! t e n d e R e g t n 11111 verursacht ivüvden ist» b ö r s ch st t t e t wörbeit. 8o A r b e i - t werden b e rNi i tzt. Man befürchtet» daß sie unter d c in Schütt begrüben wvrBen sind. Bis jetzt könnten 1V Leiche»r geVvrgen werden. Wettttkataftriw-e Im Semmerlüggebirt »ad suf der A«. In der Nacht von Gamstag ans Sonntag ging ein v «k $ t Stunden andauernder WolkenstrUch Mt Hagelschlatz Übet Layerstach^ Edläch und Pro in nieder. Mb Wusse rlaUst sind düs den Uföth getretM und überschwemmten die Gegend. BiLlfäch sind die Wassermaj'r». in die oä^'.r -ngedrungen. Mehrere Häufet stürzten ein. In den Wildern schwemmten die zu Tal stürzenden Fluten Mchlägertes Hätz tn Masisn fört» Die FeNerwchreN dßr gariM ÜM- MUttg üMiteteN gemeinsam Mit bei. BWohnern die ganze Nacht hindurch an der Beseitigung der Schäden. Da äster gestern mittags die WässetstäNdL neuerdings wuchsen, mußte auch Mi tstär zur Hilfeleistung herangezogen werden. Bei Len Aufordnungearbeilen sind auch nvehrere Unfälle zu verzeichnen. Der Schaden ist ungeheuer erfassen. und läßt sich znverläflig noch nicht lledrrschwe«M«se» I« MhrischSftrau. Mäyrisch-Ofträ ü, 20. Juni Gestern nach) ging über m Mclhrisch-Östraue« Gebiet ein sMzes Gewitter wit gewaltigen Rkgeitgüssen Nieder, durch die Ueberschwetnmultgeii verursacht »uurden Durch den gletchzettig auftretenden Sturm Mtröen viele telephonische und telegraphische JeruteitltNgen, desvnders Ntit Pmg, ÄrsiUtt, Warschau und Wien uutetbkocheu. Cm Bergarbeiter wurde tat üUsgefUNden. Sas «usmatz der MstWvr»«ebtzrfchtvm. muttdett. Siuehnyalii DriMmren Me-..rsch«r betroffen, — 200 bis 4Ö0 Mistionen Dostör Schädeir. New Orleans, 19. Juni. Staatssekretär Hoover veröffentlicht einen Bedicht, tvvnach dxr durch ßie lltzberschweMMUN gen tili Mississippital angerichtete Schätzen £ÖÖ vis 4ÖÖ Millionen Dollar betragt. CiNeiNchald Millionen Menschen feiert von der Ueberschwemmung bet ross en worden, von denen sechshunderttausend gänzlich verarmt seien. Die wirtschaftlichen Folgen der Katastrophe würden äm ganzen Lande Mehr oder weniger fühlbar 'werden» Es müßten neue Maßnahmen zur Abwendung solcher Katastrophen getroffen werden. Die Deiche müßten verstärkt!und Sicherungen angebracht werben, um den seitlichen Druck zu PariettU» As tzMstniörde am geftrige» sonntas Die SeOstnwvde i!i Wien hübeii in der letzten Zeit eine aüffehenertetzenbe Zunahme erführen. Es vergeht fast kein Lag, an dem nicht zwei bis drei Selbstmorde uttd SsWmoodvevsuche zu verzeichnen sind. Der gestrige SoNUtag hät über gettkd^U einen L t ä u t i st e N ist 8 i o t b Öltfgifctö&iifen. Nicht weniger als elf BetsöttßU 'Machten gestern den versuch, HreM Leben ein Ende zu bereiten» So hat u. a. das 60jährige Dienstmcödchett MiMk Binder dU'rch Einatmen von Leuchtgas sich vergiftet und wutde bWits tot üinfstesUnidett» In eMem MtücksiLlässMen OchbeitzeN bittet sie» ihr den vielen Gasverbrauch zu verzeihen. — Die 84jZHrisie Ftistursgättin Sophie Kastelhofer wurde Mit einer Lysolbergiftung tot aufgefunden. Sie dürfte den SeMstmord in einem Ättfall vvtt Geistesstörung bogMigen hüben. — Der 46jährige BUntzeslbahuiwsster Franz Wilbm a u n hat sich in seiner Schrebevgärtenhütte bei der Nords westbahnbrücke wegen Zwistes erhängt und ivurde bereits tot aufgefunden. — Die 40jährige Köchin Anna Wurzel wurde auf ihrem DieNstorte mit Leuchtgasvergiftung tot aufigefunden. — Der 30jährige Leopold Golds chM ied hat sich wegen Kündigung tn seinem Wohnzimmer erhängt Uttd wurde tot aufgefünben. — Die 46jährige HausMeisterin Anita Weber Hai sich wegeit eines ehelichen Zwistes durch Cinaimreu Von Leuchtgas zu Vevgiftelt versucht» kö-NUte jedoch noch rechtzeitig gerettet wenden. Der kölsche Arzt als Gattenmörder. ßL'ie wir vor einig'er Zeit beriHttsttztt, hat der in Innsbruck wohnende ■ 84jähttgb ehemalige HaUsbieNör Gdüärd Nagele als angeblicher Akzt die Töchter eines Marienibader Hoteliers geheiratet und sie auf ihrer Hochzeitsreise in Marienbad-durch JnjoktioNM vergiftet» Me seither eiNgelDitetr Untersuchung hat einwandfrei ergeben» daß Nagele seiner Frau wiadevholt zahlr-eiche MorphiuMinjelt-ionen gemacht hat, die unzwatfeHüft dchr Tvd der Frau zu Folge hätten. Wie weiters festgestellt wurde, hat Nagele aber auch s e t n e in S chw i e g e rv a t e r n a ch d e m L « b e n g e t r a ch t e t und diesem, «der in Wirklichkeit ein kerngesunder Mann ist> eingeredet, WH er einen schweren HetMhlßr HMS. iftape hät dann Idem Elben MüstW wiederholt den Vorschlag gemacht, Gm gstztztt sein Herzke-lWN Jnj-eüioü4n Machen zu wollen M'd hat dieses Utietstieten auch nach dem Tode seiner Frau aufrechteHaltev. Es scheint, daß Nägele, der wGtzn Ws Ablebens seiner Frau Nur die Hälste der Mitgift .tzrhlalten hät, es aus das Geld feines Schwiegervaters abgefchett hatte. A» Xtr 8M« «itMetl IN Wbvrttek ist der PserdesletschlMM Aösef Pawlitschet in der Nacht auf Sottntast plötzlich hestorben. Seim Md hät inr ganzen Dez-irk das Gerücht äUfköUrmm lassen, daß Pawlitschek ktzliteS iElichen Tvtzes ßesdorben sei. DiS polizeiliche Üntevsilchung, hat aber festgestellt, väß kettt be- Mstveter Verbächt siegen eine Wi-te Persöir poöliegt, führt aber die ErhestuNAeu ikpch weiter. Feststeht, daß die Ehegatten IN fortwährende»r Stvsttisiseitbn gelebt hatten unddülß PüMtscher angeblich zü Vettvandben iNehrerinMe die OMMuNsi gevtacht l)at, daß er sich stiites Lebens mr der Seite seiner Fräst nicht sicher fühle. Die Witwe erklärt, daß die gegen sie erhobenen Bovivürfe ilichts anderes als eine istache«kt dafür fei, daß der Berüvrbene seine ÄerwMüett Merbt und sitz als ltnwersalervin eingesetzt Hüde» Wien, 20. Juni. IlüsSll ste» btt Ankunft der Dzenanflteger. Als' gestern abends nach der Ankunst der Flieger Chambertin und Levine ein dichtes Spalier auf dem Koldwratring stand, wurde bsr WjMrige Kaufmann Alfred Spitz dadurch, daß, eine Dame dest Regenschirm auffpannen wollte, auf ote Fahrbahn gedrängt, als eben ein Straßenbahnzug votveimM. Spitz würde niedergestoßen und blieb bewußtlos liegen. Die 'Rettlingsgesellschast stellttz Rißwunden an der Stirne uttd eine leichte GehkrErschübterung fest und brachte chn iü Vie Wohnung. GtMrnch in dek Gtadt. M OchnüM des ÄechisäMäM M. buvger in der Köllnerhofgasfe wurde ge brochtzn ästsgefundeU. Sämtliche Kasten, i wärest aüfgesprengt. GestöUen wurdest iveken im Werte von 1500 Schilling» Der tödliche Blitz aus der Lampe. Aus Berlin wird berichtet: In Red lin in Po.nmern wusch ein Taglöhnerniadchen während eines Gewitters ihr Haar und kämmte das noch nasse Haar Unter der elektrischen Lampe. Ein Blitz/ der in, die Stirrksttottileitung gefahren war, sprang aus der Lampe auf das Mädchen über Und tötete es auf der Stelle. SsjährigeS Jubiläum etnes zionistischen Beamten. . Dieset %m beging itt Berlin Hirr Adolf Pottar, nlitreleuropäischer. Vertretet pes. Häüptbnreaus des jüdischen NüLiönalfoUdA, daS Djährige -Jubiläum seiner zionistischen BeüMtenttttiMit. Pöllak, der bereits einige Wochen vor dem ersten Zionistenkongreß in den Dienst des damals von Theodor Herzl begründeten, seht bescheidenen zionistischen Bureaus in.Wiest ität» ist der älteste zionistische Beamte. Viele Iahte mttsi Mr et Leiter der Verlagsetn' äbenoS eroffer Md Luden Mer uüv Ink MMtMWWl» »ach wubden bicher dULch die PMijsche Lüfsvetkehrs-Ä.-G., Wien, 1. Bez., Tegetthoffstraße 7 (Telephon 71-0-84) beföüdett uttd eittige Gküntzen nach vor Aufgabe deM Adressaten zutzösteüt. M ApkMrrsf mch Pslm küstet G. 1.10. Ein Luftpostbrief nur S» 0»60. WIR bitten unsere Leser u. Freeitde» In Kurorten u. Sommerfrischeii in ollen Restaurantö^ Kaffee** Häusern und Lesehallen stets unser Blatt tu verlangen abteilung des zionistischen Zentratvtgüns „Die Welt" und ist seit KrietzSeUde für das HlUchibüreau des Stutcit Kajemech tätim — Zur Feier des Amtsjuvittiums vereinigten sich die Beamtenschaften der zionistischen. Bureaus in Berlin und clnige frühere Mitarbeiter Pvllaks zu einem Zusammensein. ES ivutdött zaMeiche AMracheU gehalten. — In Wien ist Adölf Pollak nicht bloß aus dev ersten ziVUistischen Zeit in bester Erinnerung. Er hat wiederholt» zuletzt einige Monate lang iin Jahre 1025, ln Wien und Oesterreich geweilt, um für den Keren Kajemeth zu wirken. Unseren Lesern ist der Jubilar, der unfer geschätzter Mitavberter ist, durch zahlreiche in der „Wiener Morgenzeitung" erschienene Beiträge bekannt» MäMüAidestJnstttüt, Wien. 3. Be;., tzetzgvsft *6» Heute Montag, Dr. A. Kaminka, 6 Uhr: „Die Ode Havakuks". 7 Uhr: .»Maimonides Auffassung von den Dialogen im Buche Hiob". Gerichtssaal. Ssr elgM Mad mit Wsssm« setNrt» In der 'ersten Verhandlung der heute begittnentztzn Schwuvgerichtssessioti hät sich der Zsjcchvtge Landarbeiter Mrl Büchmayer aus Kittsee im ÄurgenbaNd wegen Verbrechens des Meuchelmnrdes und der Verleumdung zu verantworten. Nach DärstetlUng der AMüge. Mächte BachMäyer, als er 18 Jcvhre alt Mr, die BekaNNkschäft der damals 18jährigen MinHäüslerstochter Marie Fasching. Er versprach ihr dir Ehe Und crbüt bei. ihren Eltern die Erlaubnis, mit ihr „gehen" zu dürfen. Die Eltern sagten ihm> dütz thve Döchter aM sei» dvch erklärte Bachmayer, er liebe das Mädchen und werde es bestimmt heiraten. Am 81. Oktober 1926 gebar Marie Fasching ein Mädchen. Das Kind tvttr dem BachMäyer sehr Unerwünscht, um so mehr» als seine VerMudteN ihm deshalb Vorivüvfe Mächten. AM Abend des 6. Mrz suchte BachAäyer seine Geliebte in ihrer Wohnuu-g auf. Gegen 10 ithr nachts schläferte die Mutter der Marie Fasching- Dherefe Fasching, düs Kind ein. DÜNN giUg sie KU Bett. Mariä FäschiNg UNd Karl Bachmayer scherzten nach eine Zeitlang miteiNättder, dann Nickte düs Mädchen» beim Tische sitzend, ein. Nach kaum einer Viertelstunde, wie von einer Ahnung ersaßt, fuhr sie plötzlich aus drüt Schlafe und eilte Mut Kinderwagen. Das Kinch röchelte Und hatte S ch a u m v o r dem Münde. „Was hast du dem Kinde get'M", rief Marie Fasching ihrem Geliebten zu. ,»Nichts^, Sntgegnete dieser. Das Kind wurde sofort ins Spital geschafft, wo es irach zwei Tagen ft a r b. Die Leichenöffnung ergab Verletzungen, die gweifollos vom EiNflötzen einet Ätzenden Flützrgkeitherrührten. Infolge des Eriratmens der Essigdämpfe trat Litte schwere Lungenentzündung ein, die auch den Tod herbeigeführt hatte. Karl Bachmayer leugnete bei der Gendarmerie jedes Vevschuldett. Beim Bezirksgericht NeusiadE am See legte er jedoch ein volles Geständnis ab Und bekannte, schon längere Zeit ein Fläschchen Mit Gssigessmz bei sich getragen zu haben, mtt den SäUgliilg bei günstiger Gelegenheit imizUbriNgeN. AM 14. April ließ er sich dem llntersuchungs- Achrer vörführen .und beschuldigte seine Geliebte fähschlich der UttstiftUng guM Meuchelttwrö» weÄhalb er aüch wegen Verleumdung ängeklagt ist. MBili iSiütiiiciiBiinHHassBssssssflSBssBBaiissaHSHssssssBaBss' Hakoah spielt wieder in der Meisterschaft. 8:2 sv: i) gegen F. A. 6. Gute fieiftitnft m geschwächte« jüdische» Maaaschatt. W» A» C:-Platz, Mm' Zuschauer» Schiedsrichter F.Ä»C.r MMs Graf, AM; BerMUer, tzUstt.Ae.üöechtzh Reiter; Petz, ZUMnM, Jiszdä, HGaM, GkltzMch. Ha k sah! Beet; WeguLr 1, Feldmamr; GvötzmwNtt» Weiß, Bavbak, Kovaosi, Fuß, Kostler. Wurmbrand» Katz» Das Meistekschäftsdebut des MsckM BMMS nach wehr AS zHMSchiger PaW endete wchl Mt 'einer Niederlage, dvch Wten sich die BLüUi.Wekßtzp iift Felde recht HNt stich gaben stets einen ebenbürtigen Gegner Äb. MWSift hä tieft sie sogar mehr vom Spiel rmd aEteten eMer M die MiMwxj^ KrMch Mnde -er Krieaüe'r Angriff» ft mehr er dem . siWrerffchen Tore zustrebte, immer schwächer, während die FlSMMtser gerade ür Lvrnähe mehr DurchsWagsftcrst zeitzwft und gesährlsch wartft» H<Mch t-rat mit den vorlÄtssig rückMkehrttzft MMrikattörN" an. Jri der AtaNnschaft fehlte bloß Nikolsburger, der ÄerM ist. Im Tor stand Beer» der, vvtt den DAPostett zi«w» sich MttzvMtzt, aüch einige schivero Büste hielt. In zwe: Fäll« n als ihm der avMvohrttz» Eigens UffoiW des ÄSgeiÄ schlüpfrig« Ball entglitt, kam es eben zu den z-m«-i t.^r«We»r«r. WrLMe.r Md, .MMMMMd»