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Wiener Morgenzeitung · 1927-06-11 · Heft 2976 (11.6.1927) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2976 (11.6.1927)
Date
1927-06-11
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Sekte 8 Wien, SanrGag Wer»« Sgftetgettfteititng 11. Jun i 1927 Nr. 2979 sten Zeit den Gegenstand von Verhandlungen einer Diplomatcnlorrsercirz bilden werden. Ter Sekretär des Gremium-- der Wiener Kaufmannschaft Tr. Brichta meinte, cic Bedeutung der Äeltwirtjchaftskvnferenz für die Kaufmannschaft liege vor allem darin, daß eine ganze Reihe voir Fragen, die für den Verkehr mit andererr Läridern wichtig sind, aus dem Bereich der Zoll- und Handels'-erträge ausgeschieden und in die Forrn internationaler Konventionen gebracht werden sollen. Auch die Frage der Zollbehandlung und der Zollformalitäten wird eine selbständige rechtliche Regelung erfahren. Von Bedeutung fei auch der Vorschlag nach Schaffung eines einheitlichen Zolltarisschemas. Abg. Frau Freundlich unterstrich nameuttich in der ritesolution über die Höhe der Zolltarife den Passus, daß alle Nationen unmittelbare Maßnahmen ergreifen sollen, um die Zollgrenzen zu uuterbrüdeu oder zum mindesten abzubauen. Diesen Auftrag hat die Konferenz allen Regierungen erteilt. Alle diejenigen, die bei der Beschlußfassung in Genf mitgermrkt haben, haben nun auch die moralische Verpflichtung, mitzuhelfen, daß die Zollmauern abgebaut werden. In diesem Sinn« schloß die Rednerin: „Wir brauchen nicht zu lvarten, bis der Völkerbundrat die Initiative ergreift, sondern wir können sehr viel dazu beitragen, um die wertvollen Feststellungen der Resolutionen Mtttisch zu verwerten." Der Delegierte Colloredo^-Mannsfeld nurchte interessante Mitteilungen über die Verschuldung Europas an Amerika. : Der Zins, den 13 europäische Länder jährlich au die ' Vereinigten Staaten abzuführen haben, rvird mit 294 Millionen Dollar errechnet. Vom agrarischer: Standpunkt aus komme diese Summe beiläufig dem Gesamtjahresimport an Weizen und Mehl oder an tierischen Produkten aus den Vereinigten Staaten gleich. Oekonomierat Dr. Hie t e l erwähnte, daß einige Delegierte landwirtschaftliche Kredite von Amerika erwarteten. Professor Taylor habe jedoch erklärt, die amerikanische Regierung fei nicht damit einver-' Kunden, BankenkredUe zu geben und habe auf privaten amerikanischen Kredit verwiese::. Experte Dr. Weiß - W el lenstein zog ans der Resolution über die Kartelle die Lehre, daß die österreichische Industrie, wenn sie die tvirtschaflliche Vereinigung mit Deutschland vorbereiteu wolle, mit der deutschen Industrie Kartellvereinbarungen treffen möge, damit der Uebergang keine verhängnisvollen Folgen nach sich ziehe. Dr. Otto Bauer trat für die Beibehaltung d-es In landsarb eit ers ch u tz g es etz es für so lange eirr, als die Freizügigkeitsbeschränkungen nicht international beseitigt seien. Er warnte davor, die Krise der Landwirtschaft mit Schutzzöllen bekämpfen zu wollen, die nur die Kaufkraft der städtischen Bevölkerung weiter herabsetzen wurden. Es bestünde außerdem die Gefahr, daß die Agrarzölle gerade in dem Augenblicke erhöht werden, in dem die Weltmarktpreise steigen. Der Konsument würde also doppelt betroffen werden. Wenn man wirklich die Genfer Beratungen ernst nehmen wolle, dann erscheine eö absurd, daß unmittelbar nach diesen Boschlüffeu wir auf die an alle Staaten gerichtete Aufforderung, die Zölle allrnäh'lich abzubcruen, mit einer Erhöhung unseres Zollsystems erwidern sollen. Mit einer Erklärung des Abg. Födcr »naher. der für die Erhöhung der Agrarzolle eintrat, wurde die Enquete beendet. Protest der Wischen Kaufleute geZeu Ae Mnovelk. Wie wir an artderec Stelle mitteilen, hat der Verband der jüdischen Kaufleute und Geiveröetreibenden in einer zahlreich besuchten Versammlung beschlossen, gegen die Zoll Novelle Einspruch zu erheben. Diskonterhöhung der Deutschs» Aelchsiank. B c r l i n, 10. Juni. Die Deutsche R e i ch s b a n k hat den Diskont von 5 auf 6 Prozent erhöht. Im Anschluß daran hat die Deutsche Golddiskw»ntbank mit Wirkung vom 11. Juni d. I. ab ihren Diskontsah ans 6 Prozent erhöht. Die Segrilnduug durch Sr. Schacht. In der Sitzung des Zentraiausschnsses der Reichsbank machte Reichsbankpräsident Dr. Schacht zur Begründung der Diskonterhöhung folgende Ausführungen: Daß der Reichsbanksatz von 5 Prozent kein neues Zinsenniveau für den Anlagemarkt schaffen komrte und wollte, ging schon daraus hervor, daß der Lombardsatz der Reichsbank zu .jener Zeit auf 7 Prozent belassen wurde. Kurzfristige ' A-uslandsberschuldnng und weitgehend auf Kre-; btt aufgebaute Effektenengagements verminderten jedoch hie beförderliche volkswirtschaftliche Liquidität. Durch die am *12. Mai erfolgten Maßruchmen der Banken ist die Spe- ^.kulationsbereinigung eingeleitet und durch die Herabminderung der Heranziehung ausländischer Gelder für die ^Diskontpolitik der Reichsbank eine natürliche Grundlage ttMrer gewonnen worderr. Die hochentwickelte deutsch: Wirtschaft bleibt auch rveiter auf die Zufuhr ausländischen Kapitals angerviesen. Ganz abwegig ist es, in diesem Zusammenhang von einer Gefährdung der Währung zu sprachen. Problem ist lediglich die Wirtschastsfrage. Auf 8ie Dauer kann nur eine in ihrer Zahlungsbilanz ausgW^chene Mrtfchaft die Deckung für eine den Kroditu«d^Zahstyjg^bedr'lrfnissei: des Landes angemessene Roten- Zirkulation beschaffen. Folge dieser Erwägung ist, in der Hereinnahme ausländischr Kredite möglichste Beschränkung auszuüben. Aus dem Status der Reichsbank vom 7. Juni ergibt sich die Notwendigkeit der Diskonterhöhung, da die Entspannung nur gering war und die gesamte Kapitalsanlage noch 2486 Millionen Reichsmark betrug und ausschließlich auf die Bermchrmlg des Wechfclbestandes entfällt. Der gesamte Devisenbesitz der Reichsbank hat feit Jahresbeginn um rund eine Milliarde Reichsmark abgenvmmen. Der Umlauf der Reichsbanknotm beim Jahresende betrug 3736 Millionen und am 31. Mai 3719 Millionen Reichsmark. Bei ettva gleichbleibender Zirkulation hat sich demnach das Deckungsverhältnis innerhalb der Reichsbank verschoben. Ser gestrige »setag In Berlin. Berlin, 10. Juni. Tie Börse cröffnete in ziemlich fester Stimmung, und die gestern zum Schluffe erhöhten Kurse blieben größtenteils aufrechterhalten. Lebhaftes Interesse bestand für deutsche Anleihe Mlösungsschuld ohne Auslosungsrecht, die im Anschlüsse an die Besserung an der gestrigen Frankfurter Wenbbörse ansehnlich höher einsetzte. Jndustrieiverte hatte:: aber eine ungleichmäßige Kursbetvegnng. Das Bekanntwerden der Erhöhung des Diskonts der Reichsbank um 1 Prozcllt wirkte eher anregend auf die Kauflust, da man zunächst die Heranziehung ausländischen Gel. deS und infolgedessen eine Entspannung des Geldmarktes erwartete. Der Privatdiskont wurde für beide Sichten auf 5.25 Prozent festgesetzt. Banken blieben von der sonstigen Bewegung ziemlich unberührt. Rur Mitteldeutsche Kreditbank zog um 4 Prozent im Kurse an. Im späteren Verlaufe traten auf allen Märkten mäßige Schwankungen ein, ohne daß jedoch die Stimmung merklich an Festigkeit verlor. Di« Tagesspekulation ncchm vereinzelt Gewinnsicherungen vor. Taggeld war zu 5 bis 7 Prozent reichlich zu haben. Monatsgeld blieb zu 7.5 bis 8.5 Prozerlt gefragt. Oesterreichifche Postsparkasse. Tos Kuratorium der Oesterrcichischen Postsparkasse hat in seiner Sitzung vom 10. Juni den Entwurf einer Geschäftsordnung des Kuratoriums, die Eröffnungsbilanz der Oesterreichischen Postsparkasse für 1927, die Rohbilanzen für die Monate April und Mai 1927 und em Verzeichnis der Kreditun-ternehmungen, bei denen die Oesterreichische Postsparkasse Gelder in laufender Rechnung einlegen kann, in Beratung gezogen. Die Beratung der Ver- 'handlungsgegenstande wurde nicht abgeschlossen, sie wird in der nächsten Sitzung des Kuratoriums, die für den 22. Juni in Aussicht genommen ist, fortgesetzt werden. Verband Mischer Kauflente und Gewerbelreiberrder. Bei der am Donnerstag stattgesundenen 7. Plenarversammlung in: Wiener Bürgercafe. die kvieder außerordentlich gut besucht war, wurde nach dem Referat des Vorsitzenden, Herrn A. M. Ehrlich, einstimmig eine Resolution beschlossen, in welcher der schärfste Protest gegen die beabsichtigte Zolluovelle erhoben und dessen Einbringung bei den zuständigen Stellen angekündigt wurde. Es wurden in der Plenarversammlung ferner von: Direktor der österxe-hischorientalischen Handelskammer, Herrn Kommerzialrat Roch, Mitteilungen betreffend den Ausbau des Warenaustausches zwischen Oesterreich und Palästina geinacht. — Am Dienstag, den 14. Juni, findet im Kluölokak des Cafe Palast, 6. Bez., Mariahilferstraße 99, präzise 8 Uhr abends, eine Bezirksgruvpenversammlung der jüdischen Kausleute und Gewerbetreibenden sowie Handelsvertreter und Industriellen statt. Tagesordnung: Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den: In- und Ausland. Referenten: Die Herren A. M. Ehrlich, Ignaz Sz ekelh und Dr .Israel 'albmantt. Kein Börsenverkehr am Samstag in Prag. Aus Prag, 16. d. M., wird telegraphiert: lieber Beschluß des Börsenvorstandes findet in den Monaten Juni, Juli und August an Samstagen kein Börsenverkehr statt. Die Gemeinde Wien nick) dte KapitalSeryohUng der „Steinag" A. G. I:: der gestrigen Sitzung des Gemeinderates wurde ein Kredit von 360.000 Schilling zur Ausübung des Bezugsrechtes anläßlich der Kapitals-- erhöhung der „Steinag" A. G. bewilligt. Es sollen 34.908 Stück Aktien a Nominale 10 Schilling übernommen werden. Das Aktienkapital ivird von 240.000 auf 1,200.000 Schilling erhöht. Stadtrat Siegt erklärte, daß die Gemeinde mit 35 Prozent an der „Steinag" A. G. beteiligt ist. Neue Lieferungsbestimmungen für einige Slktien. Ab morgen, den 12. Juni, sind ausschließlich Schrllingaktien lieferbar in: Avestem (Schluß 60 Stück), Spiritusindustrie (Schluß 10 Stück). Portois u. Fix (Schluß 23 Stück). Dte Auflösung der Bankenkonrmission. Die Bankenö o m m i s s 7 o n hat sich nunmehr gänzlich aufgelöst. Deren Akten wurden ins Finanzministerrum gebracht. In ihre Räume hstlt der Äbrechnungsgerichtshof einen Einzitg. Dieser mußte aus dem Justizpalast überliedeln, weil der Oberste Gerichtshof infolge Vermehrung einer höheren Posten dessen Räume beansprucht. Erholung deS Leu urrld der Peseta. Die Devise Bukarest, die vorgestern bis aus 3,04Vs gegen Zütich gewichen war, hat sich gestern erholt und verzeichnete einen Kurs von 3.06 bis 3.09. Mailand bröckelte ein wenig av, Madrid hat sich gleichfalls erholt, Pfmide Madrid ermäßrgtm sich auf 28 bis 27.95. Preßburger Gewerbebank. Aus Prag, 10. d. M., wird telegraphiert: In der Generalversammlung der Preßburger Gewerbebank wurde beschlossen, den alten Namen, Gewervebank, beizubehalten :md die Anstalt'als an die Prehburger erste Sparbank affiliertes Jrlltitut weiterzuführen. Das Aktienkapital von vier Millionen wird auf 400.000 tsch. Kronen reduziert und auf 800.000 Kronen wieder erhöht werden. Di« neuen Aktien soll die Preßburger Erste Spavbani übernehmen. Die mit 27 Millionen Kronen ausaowiesenen Einlagen werden voll rückgezahlt werden, doch müssen stch die Einleger verpflichten, auf eine Verzinsung ihres Kapitals zu verzichten. Die Mckzahtung der Einlagen erfolgt nach Ablauf des Movatoriunrs am 30. ds. Die Sparbank entsendet in den neuen Bertvaltungsrat der Gewevbebank neul: Mitolstder. - Die B i l a n z ve r l n st e der Bank betragen 4,775.000 Kronen j :md sind ans Kriegsanleiheverluste zurückzuführen. . , z Zollpflichtige Gegenstände in Warenproben nach Persien. Die Kammer für Handel. Gerverbe und Industrie gibt bekannt, daß nach einer Mitteilung der persischen Postverivaltung zollpflichtige Gegenstände in Warenproben nach Persien zngelassen smd; es wird jedoch filr eine solche Sendung vom Empfänger eine auf Grund der inneren Bestimmungen von der persischen Postverwaltung festgesetzte Sonderaebühr eingehoben. Weigert sich der Empfänger, diese Gebühr zu entrichten, so wird d:e Sendung an den Ausgeber znrückgeleitet. Dte Wettproduktion an Seide und Kunstseide. I:: den letzten Jahre:: macht die Produktion an Kunstseide Seidenproduktion in steigendem Ausmaße Konkurrenz Wahrend im Jahre 1913 Die Seidenprodnktion mehr als d:e zweifache Menge der Kttnstseidenerzeugung betrug, ist heute das Verhältnis geradezu umgekehrt. Die konkreten Ziffern der Weltproduktion in 1000 Kilogramm betrugen in: Jahre 1913: 27.320 für Seide und 11.000 für Kunstferde; im Jahr« 1921: 29.335 für Seide und 30.000 für Kunstseide; im Jahre 1928: 39.860 für Seide und 84.500 für Kunstseide. Wiener Börse. Zu Beginn des gestrigen ÄerlchrcS lagen bereits Berliner Meldungen vor, ivonach mit Oletoißheit aus die Diskonterhöhung der Rcichsbank zu rechnen sei. Allerdings lauteten diese Meldungen dahin, daß das Ausmaß der Erhöhui»g bloß ein halbes Prozent betragen iverdc, und ztvar mit Rücksicht darauf, daß die Bank von England auch in dieser Woche von einer Diskonterhöhung Abstand genommeh hat. Obwohl als Folge der Zinsftcßennaßigung in Berlin ein Herein scrinnen ausländischer Gelder und eine Entspannuirg des dortige:: Geldmarktes erwartet :mrd> wodurch auch eine Erleichterung der Berliner Börsenlage zu gewärtigci: sei, und die Berichte über den Berliner FrühverkÄhr iricht ungünstig lauteten, blieb der Mener Markt zunächst von diesen Borgmrger: unberührt. Es machte sich im Hinblick aus den Wochenschluß und die Vcrsorguiu;. starke Zurückhaltung geltend, so daß in der Kulisse das Geschäft zeitweise vollständig svocktc. Die Variationen waren deutgeinäß ganz bedeutungslos, immerhin habe,: sich gegen Schluß die meisten ungarischen Werte gebessert. Bemerkenswert war, daß irvtz des Preissturzes auf , dem Zuckermarkte einzelne Zuckerwette leichte Kursbesstrungenj erzielen konnten. Im übrigen verkehrte der Schranken in ungleichmäßiger Haltung bei geringen Umsätzen. Der A n I a g e m a r k t war ganz geschäftslos. S t og-Prck-or i t ä t c n haben um einen halben Schilling angezogen, Baulose wareri tvenig verändert. Kassakurse:. Juli-Süd 79.94, Mereurbank 6.25, Unionbank 6.80, Äerkehrsbank 3.60, Bankverein 33.40, Boden-Credit 129.60, Oesterr. Credit 73.—, Donau-Dampf 117.75, Ungar. Westb. 70.—, Unron-Baumat. 25.86, Porti. Cement 64.—, Univcrs. Bau 11.50, Hauser u. Sobotka 11.90, Lemberger Brau 120.—, A. E. G. Union 7.20, Sienrens 24.10, Körner-Werke -.87, Silesia —.22, Trifailer 53.95, Steir. Magnesit 76.—, Grazer Waggon 3.10, Heid Masch. 1.63, Preßburger Kabel 375.—, Krainer Eisen 45.—, Schocller Stahl 2.—, Austria Email 20.80, Oesterr. Hofherr 1U.—Rima 154.75, Waffen 30D0, Styria 16.50, Galiz. Karpathen 33.80, Schafwolle 62.—, Etti Berget 10.—, Semperit 17.80, Urprodukt. Uit^. 84.—. Im Stellage «Verkehr notteren per Ultimo J u ni: Oesterreichische Kredit 15 biö 16, Staatsbahn 10 bis 12, Alpine 10 bis 12, Rima 30 dis 33, Salgo 24 bis 27 Schilling; per Ultimo Juli: Oesterreichische Kredit 23 bis 26, Staatsbahn 14 bis 16, Alpine 14 bis 16, Rima 38 bis 42 Schilling. Quoten: Franz-JosephS-Bahn-Schuld. 2.42, Nordtvestfbahn-Schuld. 0.25, 1886 2tordbahn-,Prior. 0.96, 190-1 Nordbahn- 0.29, Franz-JoscphS-Bahn-Prior. 3.80, 3.5proz. Nordwestbahn- Prior. 0.50 Schilling. Wiener Warenbörse. Die gestrige BöLst hatte bei gu.teu: Besuch ruhigen Verlauf. Die Lage des Kasfeemarktes ist noch immer ungeklärt, da die widersprechendsten Tendenzberichte lanciert lverden. Der hiesige Konsum hält sich daher vom Einkauf zurück, und wurden die Preise um 5 S. per 100 Kilogramm ermäßigt. Von Gewürzen setzte Pfeffer seine Aufwärisbelvegnng fort und notiert S . 745 .(-j-10) per 100 Kilogramm. Kakaoprodukte und Reis blieben unverändert. Der Zuckermarkt verkehrt weiter in tiefer Depression. Die neue Licht'sche Schätzung sieht eine bedeutend erhöhte Zuckerproduktion für Europa voraus. Die Vorräte in Uebersee scheinen auch größer zu sein, nachdem sowohl Argentinien als auch Java große Mengen, an den europäischen Platzen ausbieten. Mit Rücksicht auf diese Stimmung hat die gestrige Börse die Notierungen für tschechoslowakische Ware um 2J/£ Tschcchenkronen, für Wiener Lagevware um V2 Schilling herabgesetzt, und wurden bewertet: Tschechoslowakische pronlpte Würfel 300. Kristalle 262.50 tsch. K., Wiener Lager-Würfel S. 101.50. Kristalle S. 92.—. Südfrüchte sind unverändert. Schweinefette: Während Wiener nutz Bndapester Ware aus ihren: bisherigen Preisstand verharrten, wurde amerikanisches Schweinefett in: Einklang mit den Anslandsnotierungen auf Dollar 32.25 (-^ 0.25) erhöht. Chemikalien sind geschättslos, ermäßigt tvnrden die Preise für Bleiglätte. Bleiweiß und Attninmm, dflgegsn wurden alle Wachssorten irm durchschnittlich S. 6.— erhöht. Textilwaren erhöhten sich in fast aÜen Positionen um 1 bis 2 Punkte. Led - r blieb unverändert. Bon Nohhänten verteuerten sich Zkalbfelle um S. 0.15 auf S. 3.63 b:s S. 3.70 per Kilogramm. Znm öffentlichen Verkauf gelangen heute, den 11. d. M., 10 Uhr, 8 Faß und 2 Kisten mit z:rka 5800 Stück Schafsaitlingen. Wiener Börse für landwirtschaftliche Produkte. Weizei: sprach sich unverändert aus, Roggen hat sich in alter Ware verstaut. Mais tendierte ebenfalls sla"«r. Hafer fest. Es notierten für 100 5kilo in Schilling: Weizen, Wiener Boden, 44.50, Roggen, Marchfelder, 42 bis 42.50, Mais 25.75, 'Hafer, inländischer, 36. Wiener Bicbmärtte. B f e r d? m a i* I i. Auftrieb: Ge- Pferde 609--1400 Per Stück; Schlätlltersrserde, Sekunda, 0.70 bis 0.85. Bankvieh 0.60 bis 06.'.. Wurstvich 0.50 bis 0.46 pro Kilo Lebendgewicht. Verkehr lchhaft Ausländische Börsen. Di^ Eröffnungskurse zeigten nur aexir.fle Veränderung^» mit vorwiegerioer Neigung zu Abschtvachunge:'. Es kam weiterhin nur zu wenigen Abschlüssen, toobei Kurst unter leichten Schwankungen behauptet blieben. Besser gehalten waren nur einige chemische Werte und Brauerei-Aktien, während vorloiegend schwach Eisen-, Kohlen- und Bamnaterialien-Aktien lagere Die

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