Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2974 (9.6.1927)
- Date
- 1927-06-09
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- - ir- W tU *■*&?*$ *Sft-:l*?4? ' \ i -r^r~'?* Nr. 2974 Donnerstag Wiener Morgen^ettnng 9. Juni 1927 Seite 9 Aus Dem Reiche Bet Küche. Veinfuppe. Man nehme zwei Seidel (zwei drittel Liter) .iretßen Kochrvciu, balliere ein Stückchen Thea (Bollmilchmargartne) in MM ein, werfe es in den Min, stelle es auf die Platte und lasse es kochen. Do>zu 70 Gramw q Deka) Zucker, 4 Eidotter und 3 Eßlöffel kaltes Wasser. Eidotter sprudle nian güt ab, gebe sie unter fortwährendem Rühren in den Mein hinein, schneide sodann eine Mund^ semmcl in lange dü»me Streifcben, gebe sie in. die Suppenschüssel, schütte die Meinsuppe darüber und gebe sie dann zur Tafel. Schleie. Diese Fische werden avgeschuppt, aus ihnen die Eingeweide entfernt und wenn sie groß sind, in Stücke geschnitten, gesalzen und mit Essh ttvergossen. Sie werden dann in Wasser, nachdem in demselben Salz und Pfeffer gekocht nmrden, mehrere Minuten weich gekocht. Kleinere Schleien werden nicht in Stücke zerschnitten, sondern in ihrer Gänze gekocht. Englische Kakbspletze. (Für g Personen.) Die Kalbspletzo wird abgehäutelt und mit folgenden Sachen durchspickt, und -war abwechselnd mit geschälten sauren Gurken, hartem Inneren von einer Gans, schöner roter Räncherznnge, die Zunge wird in längliche Streifen geschnitten, mit einem spitzigen Messer werden in gleicher Entfernung Löcher in die Pletze gestochen, in welche man die vorbereiteten Streifen einsteckk, jetzt wird dje Pletze eingesalzen, dann gibt man in eine Bratpfanne zwei weiße geschnittene Zwiebel, einige Stückchen Sellerie, gelbe Rübe und Petersilie, 4 Dein Kunerol (Pflanzenfett) und läßt die Pletze bis zur Hälfte weich vrattn, dann gibt nian ein halbes Liter Misten Wein und bratet sie bei öfterem Begießen saftig und goldbraun, nimmt die Pletze aus der Sauee^ legt sie auf eine Schüssel, garniert sie mit Mehlnocken oder Makkaroni und gibt so die englische Kalvspletze sanrt Sauce zu Tisch. Krautsalat. Weißkraut nudelig schneiden, in Salzwasser, dem man etwas Kümmel zugefetzt hat, einigemal ausrochen lassen, hierauf avseihcn. Dazu erstklassigen Mig, feinstes Oel, Pfeffer und nach Geschmack Zucker. Kartoffelsalat. Kipflcrkartosfel sein schneiden, mit Oel, Essig, Salz und Pfeffer mischen. Buttertascherln. (Für den Sommer.) Man nimmt 800 Gramm (20 Deka) Thea (Bollmülchmargarine), rührt sie gut ab, nimmt drei ganze Eier, 70 Gramm (7 Deka) Zucker, ein klein wenig Salz, 120 Gramnr (12 Deka) feines Mehl, rührt alles gut durch, füllt es iu eine geschmierte Form, läßt es eine halbe Stunde backen, macht dann mit dem Messer kleine Schnitte hinein, giesst ein achtel Liter guter Milch darüber, läßt selbe in der Röhre einziehen, nimmt abermals ein achtel Liter mit 40 Gramm (4 Deka) Zucker, schüttet selbes nochmals darüber, läßt es wieder in der gibt im Sommer frischen tzimveergust dazu. Gefüllte Ltimnzen (milchig). Man nehme 40 Gramm (4 Deka) Thea (Bollmilchmargarine) in einen Topf, treibe sie gut ab, gebe, ein halbes Kilo Mehl, für 4 Groschen Hefe, eine Prise Salz, 70 Gramm (7 Deka) Zucker, 2 Dotter, richte alles das mit guter lauer Milch an, stelle den Teig zugedeckt an einen lauen Ort, lasse ihn aufgehen und gieße Thea hinein, lasse sie recht Heist werden, fülle den Teig hinein, lasse ihn einige Minuten backen, gebe dann mit einem Kaffeelöffel etwas Marmelade darauf, gieste wieder ein wenig Teig darauf und nachdenr sie auf beiden Seit'« qeöackcn sind, gebe man sie mit Vanillezucker bestreut zu T!sf». ^Uon der Suppe bis zur Mehlspeise THEA in die Speisen~ mim Jlusbacken KUNEROL THEA Milch m araarin e wiefeinsteleebutter m KUNEROL 100%rein es Fett aus Kokosnüssen Mit der Hakoah i« Amerika. 2:0 in lettoit. (Von einem Reisetetlnehmer.) Nach dem sonntägigen Spiel in Chicago, das allen Reistteilnehmern in unangenehmer Erinnerung bleiben wird, fuhren wir knapp vor Mitternacht nach Detroit, wo wir um 9 Uhr vormittags ankamen und herzlich empfangen wurden. Der Vormittag wurde zur Ruhe benützt, trotzdem lag den Spielern, als wir nachmittags wieder bei drücket«« Hitze zum Sportplätze fuhren, noch das schwere Spiel des Vortages in den Gliedern. Zum Glück bekamen wir es mit einem wohl spielstarken, aber durchaus fairen Gegner zu tun. Auch über den Schiedsrichter konnten wir absolut kein« Mage führen. . Mir betraten in folgender Ausstellung das Spielfeld: Fabian; Scheuer, Feldmann; Stroh, Guttmann, Barbal'; Schwarz, Wortmann, Nikolöburger, - Grünwald, Fischer. Aus dem tadellosen Spielfelds lieferte unsere Mannschaft ein sehr -gutes Spiel. Trotzdem wollte sich der Erfolg lange nicht einstellen. Zahlreiche günstige Gelegenheiten wurden vergeben, insbesondere Grüirwald und Nikolsburger hatten großes Schußpech Um die Mitte der Spielzeit gelang endlich Schwarz der di« Führung bringende Treffer, er schoß unhaltbar ein. Bald darauf konnte der Borsprung vergrößert worden, denn Wortmann placierte nach guter Vorarbeit Fischers den Ball in die Torccke. In der Zwischenzeit hatten auch die Detroiter manchen gefährlichen Angriff unternommen, aber die Hakoahhintermannschast war auf der Höhe. Das Score wäre noch zugunsten der Hakoah zn vergrößern gewesen, ab« der generische Tormann wehrte die schärfsten Schüsse ab. In der zweiten Spielhälste betraten wir in etwas veränderter Aufstellung das Spielfeld; an Stelle von Barbak, der sich noch immer nicht recht eingespielt hat, bezog Fried den linken Läuferposten und der vom Vortage sehr ermüdete Grünwald wurde durch Heß ersetzt. Da« SM begann für uns unter recht ungünstigen Verhältnissen. Da ein Gewitter im Anzuge war, setzte ein heftiger Sturm ein, gegen, den wir anzukärnpfen hatten. Vo waren die Detroiter, die vom Publikum« sehr angeeifert wurde,r, stark überlegen, und Fabian mußte fein» ganze Kunst austiehen, um daS^Tor rein zu halten. In der ersten Viertelstunde hatten er und die beiden Verteidiger den fast ununterbrochenen Sturmläustn der Gegner zu trotzen. Beim ersten s Gegenangriff wurde Fischer neuerlich vorletzt und schied auS; für ihn sprang Häusler ein, Heß bezog den linken FMgelstürmerposten. Obwohl der Wind immer stärker wurde und große Staubwolken über das Spielfeld trieb, war bfe AngriffSkraft der Detroiter ziemlich gebrochen- Bald fetzte rin so heftiger Gewitterregen ein, daß der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen mußte. Erst nach einer ungefähr 20 Minuten dauernden Pause konnte es fortgesetzt werden. Vom Rückenwinde unterstützt, hatten die Einheimischen mehr vom Spiel, ohne aber an dem Resultats etwas ändern zu können. So ginge» wir, von zahlreichen Anhängern bej ubolt, als v-e-oteUwfc« Ki«-L«r vom SpiMchz. In unserer Mannschaft hatten Fabian, Scheuer, Felvmann, Guttmann, Schwarz, Grünwald und Wortmann die besten Leistungen geboten, aber auch die anderen-kämpften erfolgreich. Dem Spiele hatten zirka 6000 Zuschauer beigvwohnt. Am Mond fand ein großes, vom dortigen Jüdischen Athletikveoband veranstaltetes Bankett statt, bei welchem die führenden Männer der Detroiter Judrnschaft, aber auch alle Funktionär» des Fußballverbandes und die gegnerische Mannschaft erschienen. Es wurden sehr herzliche Reden gewechselt und die Verdienste der Hakoah um den Soeeer fuß ball vom Präsidenten des Detroiter Verbandes in ganz besonderer Weise betont. Außerordentliche Ehrungen wurden Benny Friedman n zuteil, der einer der bester und populärsten Rugbyspieler Amerikas ist. Dieser jüdische Student — er gehört der Universitätsmannschaft von Detroit an —. Hielt eine von Beifall wiederholt unterbrochene Rede. Im übrigen hatte er mit unseren Spielern bald Freundschaft geschlossen. Vom Bankette ging eS wieder direkt zur Bahn, denn die Mite Nachtreise mußte angetreten tperden. Meder verbrachten wir die Nacht im Schlafwagen und kamen Montag früh recht abgespannt in Toronto an. Obwohl es regnete, unternahmen wir am Nachmittag «in« Rundfahrt durch die Stadt, wobei einige RepräsentationSbesnche erledigt werden mußten. mt dem r: Hm Iu rorvuty. Toronto ist «in« der schönsten Städta Kanada» und unterscheidet sich in vielem von den nordamerikanischen Städten, Am Abend fand wieder ein von der dortigen Judenschaft veranstaltete- Bankett statt, dem wir aber mit Rücksicht auf das bevorstehend« Spiel nur kurze Zeit beiwohnen konnten. Wir waren schon um 10 Uhr zn Hause. . , Am nächsten Vormittag« sollte daö Wettspiel stattstnden, aber es regnete seit 36 Stunden ohne Unterbrechung. Da sich auch Dienstag vormittags kein« Aussicht auf Besserung zeigte, wurde das Spiel abgesagt und auf Mittwoch 6 Uhr nachmittags verschoben. Dadurch erlitten die Veranstalter einen großen Schaden, denn an einem Wochentage tvar niemals ein so guter Besuch za erwarten wie am Feiertag; Dienstag tvar nämlich Geburtstag der Königin gewesen, welcher Tag sehr gefeiert wird. Dienstag mittags trat ein Witte pnngs um schwang ein, so daß wir eine Einladung zu einem Ausflug Mm Niagara fall um so lieber annahmen, als uns unsere Gast- Mb«r versichert«», daß wir um! 9 Uhr abends wieder zu Haust sein würden. Leider erwies sich dies als ein großer Irrtum. Wohl wurde die Hinfahrt im Autobus, die uns übrigens wmwev, bare Naturschönheiten bot, in drei Stunden erledigt, aber der Aufenthalt bei diesem einzig dastehenden Naturwunder dehnte sich so lange aus, daß wir erst um; 9 Uhr abends die Retourlangen Strecke dauerte iu der Nacht viel länger, hauptsächlich deshalb, weil «S wieder zn regnen begonnen, Hatte, so daß wir erst, um 2 Uhr früh recht müde in Toronto ankamen. Am Mittwoch war sehr spät Tagwache, um der Mannschaft di« verdiente Ruhe zn gönnen. Um 6 Uhr nachmittags fuhren wir, zum Sportplätze hinaus, bei dessen Anblick wir aufs äugen ehm st« überrascht waren. Wir fanden -ein ideales Spielfeld vor mit einem Rasenboden, wie wir ihn vorher nur bei unserem Besuche in England gesehen haben. Die Aus- > maße waren die normalen. Ml« Spieler freuten sich trotz der! Anstrengungen der Vortag« auf das <F"’ ' vas Mische Spöttlest in Prag. Große Förderung durch die tschechoslowakische Regierung. Das am 13.- Juni auf dem Hagibor - Platz in Prag stattfiudende Sportfest dürfte sich zu einer großen Kund-, gebung des jüdischen Körpersportgedankens gestalten. Bezeichnend und vorbildlich für andere Länder ist das Verhalten der tschechoslowakischen Regierungsstellen und Behörden. Abgesehen von der bedeutenden Fahrpreisermäßigung auf den tschechoslowakischen Bahnen für Teilnehmer des Sportfestes, erweisen die offiziellen Stellen den Veranstaltern jedwedes Entgegenkommen. Das Gesundheitsministerium hat das Protektorat über das Fest übernommen. Die Kanzlei des Präsidenten Masaryk hat einen kostbaren Preis für die Leichtathletikbewerbe gestiftet und auch die Stadt Prag widmet der Veranstaltung eine wertvolle Trophäe. Auch bei der Bevölkerung findet das jüdische Sportmeeting großen Anklang. Man erwartet ungefähr 6000 Festgäste. Hunderte Schlafstellen und Verköstignngsplätze wurden unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die sportliche Beteiligung dürfte den bisherigen Nennungen zufolge ansehnlich ansfallen. Der Jüdische Sportverband Oesterreichs entsendet, wie berichtet, sein Amateurauswahlteam, die Hakoah 80 Vertreter der Leichtathletiksektion und ihre besten Tennisrepräsentanten. Der bekannte jüdisch« Sportsmann Prags, Albert Heller, leitet den Arbeitsausschuß. Der Hagibor-Platz wurde mit Rücksicht auf den zn erwartenden großen Besuch wesentlich um gebaut. Das Futzballfeld wurde hergevichtet und erhielt eine 1800 Personen fassende Tribüne. Aus Wien dürften auch zahlreiche Besucher die Reise nach Prag mitmachen. Auch der Präsident des Makkäbi-Weltverbandes. Direktor Spiegler, düvste beim Fest zugegen sein. . Am -io Teilnehmer der Mager Reife. Die Leichtathleten reisen am Freitag um 8 Uhr früh ab. Die anderen Teilnehmer fahre» am Samstag um 1.23 Uhr. Treffpunkt um 13.45 in der Halle des Nordbahiihofes. Baföteam—Englisches Arbeiterteam 4;0 [2:0). Dieses Spiel fand «ftent auf dem W. A. C.-Platz bei strömendem Rtzlen statt. Die Wiener Mannschaft war diesmal gut bei Schutz und errang darum einen verdienten Sieg. ln» Schwimmen „fiuet durch Kien" 1027. Sonntag, den 19. Juni. Das diesjährige Schttnimmn „Quer durch Wien" soll mit ganz besonderer Beteiligung und Feierlichkeit Sonntag, den 19. Juni, ahgehalttzn werden, weil es gleichzeitig den und demnach de» otMot kWW. As B-üMiMH HK M MomMr Wtzhkch der „Wiener Fostwmhen" bildet