Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2974 (9.6.1927)
- Date
- 1927-06-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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,..?r M-'-Z JW- ‘ Preis 20 I] Redaktion. Administration: Wien, 11., Tftfoorstr. 1 'olophon 44-0-98, 43-3-19 Telephon ab 8 Ohr abends 18-5-80 Serie, ab Vj9 Ohr abends 38-5*83. Wiener Druckerei: VII., Lerchenfelderatraße 1 („lnva"') Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißstellen monatl. »5 Schilling, lezngsbedingnnffen für das Ansland im Innern des Blattes. Nr 2)74 BESUCHST mn Wiener Bathauskftllerl Die Gemütlich* keit der guten alten Zeit. Wer kommt, wird wieder Stammgast f IHlll.iiiilil. Volkstümliche Preise! Mittags - Menüs L S 1 * 60 Direktion: OTTO KASERER Wie«, Sonuerstüg, 9. gun! 1927 (9- Siwan 5687). 9. Jahrgang 3m redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangefetztes K gekennzeichnet. Sine Pro-PalWnaGesevfchaft in Italien. gakovsoyn Hel Mussolini. Rom, 8. Juni. (Stefmri.) Ministerpräsident Mussolini hat den beim Völkerbund akkreditierten Vertreter der Exekutive der zionistischen Weltorganisation, Dr Viktor Jakobsohn, empfangen. Im Laufe der Unterredung, die eine halbe Stunde dauerte, gab Dr. Jakobsohn dem italienischen Ministerpräsident ausführliche Jnformationvu Wer die in Palästina von der zionistischen Organisation geleistete Arbeit. Mussolini hat seine Zustimmung zur Gründung einer italienisch-palästinensischen Gesellschaft gegeben, die unter Beteiligung italienischer Persönlichkeiten entsprechend den besonderen Verhältnissen Italiens wirken wird. Chamberlin kommt Sonntag nachmittags nach Wien. Berlin, 8. Juni. Ueber den geplanten Wiener B e.s u ch d e r' O z e a n f l i e g e r wird von m-aßgebender Stelle mitgetcilt, daß nach den jetzt getroffenen Dispositionen Chambertin und Begleiter Sonn tag, um 8 Uhr früh in Berlin zum Flug nach Wien st-ar t e n werden. Sie werden die -Route-Mer.M ü-nrh en, nehmen, und dort' eine kurze Mittagsrast einschaltcn/Sieplanen etwa um 2 Uhr nachmittags von München wieder abzufliegen und dürften demnach ungefähr -zwischen 5 und 6 Uht nachmittags Wien am Asperner Flugplatz eintrcf.fen. ' Der albaaisch'jagoflatvifche Konflikt Sie englWen @eianOten in »etotoB und Arnnn rieten Idee nuten Sienlte nn. LoNdo n, Juni. Die' en g l i f chenGesandten in Iutzoslawie n und AI ü a n i e n sind instruier t worden, ihre guten Dienste anzubieten, um eine freundschaftliche Regelung d e s albanisch-jugoslawischen Kons l i k t e s ' herbeizuftihren. Es verlautet, daß auch die f r a n z ö s i s ch e n unditalienischen Gesand.en auf Grund eines Meinungsaustausches zwischen London, Paris und Rom ähnliche Instruktionen erhalten haben. Eine gemeinsame Aktion soll jedoch nicht! stattfinden, sondern die einzelnen Gesandten werden unabhängig von e i n a n d e r, aber Hacmonisih Vorgehen. Die Tatsache, daß 'ich Italien an dieser Aktion beteiligen will, wird in England mit Befriedigung aufgenommen. Man schließt aus der Bereitwilligung Italiens auf dessen neutrale Haltung und guten Willen zu einer friedlichen Beilegung. Die Stimmung in London ist zuversichtlicher gowovdeu, und man hofft-hier, den Streitfall auf das geringste Nkiß beschränken zu können, um zu einem Kompromiß zu gelangen. . i . Answeiinn» »nn sufloflotoen nn» «ttnnien. Belgrad, 8. Juni. Aus Albanien wird berichtet, daß die albanischen Behörden mit der Ausweisung, von jugoslawischen Staatsangehörigen begonnen haben. Im Kaufe des . gestrigen Tages tvurden 80 Jugoslawen über die Grenze geschafft. kngland und Aesvvten. Sine neue Rote »er Lonnoner Meeting an Ben SberkammMr. London, 8. Juni. In britischen offiziellen Kreisen beschäftigt man sich mehr mit der ägyp t ißchen als mit beialbanischen Frage. Da die letzte' ägyptische Antwort aus die britische Note als u n b e f r i e d i g e-nchbetrachtet wird, hat die britische Regierung eineweite re Note an den britischen O b e $ to npm i s fax Lord Lloyd gesandt, die als Grundlage für wntepe Besprechungen gelten könnte. Die ägyptische Note war herzlich, aber sie vermied es, auf die von der britischen Negierung angeführten Punkte einzua^*- i Gegen den Klub der lvmmuniftischen Partei. — 28 Schwerverletzte. — Die Täter entkommen. Leningrad, 8. Juni. Gestern betrat in später Abendstunde ein Unbekannter den Saal des Geschäftsklubs, in dem eine Sektion des Leningrader Klubs der kommunistischen Partei eine Mitgliederversammlung abhielt, und. warf eine B o m be. Gleich darauf wurde von einem anderen Unbekannten e i n e z w e i t e Bombe geworfen. Durch die Explosionen wurde der Raum zerstör.. 26 Te iln ehm er der Versammlung wurden er heblich verletzt, so daß sie sofort in das Krankenhaus gebracht werden mußten. Einige Personen wurden leichter verletzt. Die beiden Täter, die ’,; ihren R ü ck z u g mit R. e v o l v e r.s ch ü s s c n deckten, sind ent k o m m e n. Ae Srmartzn«, des Warschauer SsSjettzefaMen. sineAnMe Prnttftnnte/ IlebeWkjing BerÄUe - nnA Marin». , . . - - Warschau, 8. Juni. Gester.. nachts wurde die Leiche ies ermordeten Sowsei gesandten W ojko w uner dem Ge-- leite des gesamten Perso a^s der russischen Gesandtschaft vom Spital in die Sow'etge'a dtschaft gebracht. Die Leiche wird morgen nach Moskau übe r f ü h r t weren Die Leitung der Gesandtschaft hat als Ge'chäftsträger vorläufig der Legationsrat Uljanow ü^ernv'innen. Die Leiche des Sowjetgesandten wurtde im Audienzsaal der Gesandtschaft aufgebahrt. Tagsüber erschienen unter anderen Außenminister Z a l e s k i, die Mitglieder des diplomatischen Korps sowie Vertreter der polnischen Behörden, der Industrie und der Gesellschaft, um ihr Beilerd auszud rücken. : Uni Mitte nacht war ein Ministerrat zusammengeirewii, der die durch die Ermordung des Gesaiildten geschaffene Lage erörterte. Kurz nachher hat das polnische Außenministerium versprochen, den russischen Wunsch, daß der Rechtsvertreter der Gesandtschaft bei der B e r n e h m u n g. d e s M ö r d e r s und der gerichtlicheil Voruntersuchung Lei exogen wev.e, an das Justizministerium weiterge^eitet werde. Die Sowsetregierung hat dem polnischen Gesandten in Moskau eine N o te ü b.e r r e.ich t, in der darauf hingewiesen wird, daß die poluische Regierung wiederholt vor der Möglichkeit provokatorischer Verbrechen, vo.' Wi en der. rusüschen konte rrvo ü iynären Terrororga i a ionen gewa nt wurde. Sie bringt weiters , zum Ausdruck. daß die polnische Regieruin die Verantwortung für die Ermordu g des russischen Ge'a'den in Marschau in ch t ablehnen! könie, da sie es an den notwendigem Maßnahmen gegen solche verbrecherische Me fehlen ließ. , Die Wilnaer russpche Eniigrai>t'westung „Das neue Rußland", zu der der Mörder enge Beziehungen unterhielt, veröffentlichte sofort nach der Ermordung Wojkows eine Sonderausgabe, in der sie zu einer G e l d s a in mkung für stowerda ausries. Das Blatt wurde von den polnischen Behörden sofort beschlagnahmt. Ueber die Vorgeschichte des Anschlages sind bisher folgende E i n z e l h eit e n bekannt, geworden: K o w e r d a soll'schon am'W. v. M. W iln a verlassen haben. Somit hätte er in Warschau länge r e Z e i t G e l o g en h. e i t gehabt, das-B e r b r e ch e n vorz»bereiten. Bon Wilnaer Kollegen des Mörders iptr-d mitgeteilt, daß, Koiverda, obgleich polnischer Staatsb ür ge r, sich als ru s si s ch er Nationalist fühle und auch mit Wilnaer russischen Emigrantenkre.isen Fühlung genommen habe. Die polnische Regierung hat im Laufe des heutigen Tages die Antwort auf die sowjctrufsische Note in per Angelegenheit des Atteistats auf >den Sowjetgesaudten ausgearbeitet. Die Note, wird no ch heute uacht.Z nach M'"kau ' abgesendet und . morg.en in Warschau v e r o f f e u tsicht werden. Nach Metvungen aus Moskau hat die Nachricht von der Ermordung Wojkows in ganz Rußland u n g e h e u r e Erregung hervorgerufen.. Die 'Moskauer. ^Presse bringt den Gesandtenmord mit dem^ Abbruch der .diplvmatischen Beziehungen durch England ^owie mit .deN voM^egangenen Uebersälten auf: die Pekn,gerHowsetgesanötschaft' Und die Löndoner russische Handelsvertretung in.Zusammenhmig. Ein-, heitkich.ist in allen Blättern det Wunsch, daß im-Hnteresfe der beideii Nationen eine sriedlichr Regelimg).derMrgelegen^ heit vorgenommen iverde. ../ .. . ,,.. . $anitiHrtBiutBun9en unD Setöaftnngen W SatftBan. Ermordung! den in War , . men, wobei 36 .R u ss e n v e rH aft-eä wuch-ene ßaWnter die hervorragendsten Möglicher der Mfsischen GmigMteyfkolvn'ie sowie Mr' Präsiderit derrötest- Eiäigrativn/!Gv rl o w, der Hiesige Vertreter! des Großfürsten Nr kW l aj, ein ehemaliger zaristischer General mch' andere. ' ' Außenminifter Salefli «ach Varls gereift. Warf ch a u, 8. :Junu Außenminister Z a l e fk i ist heute abend nach Paris abgereift. Sonntag begibt er sich nach Genf, um an der Session des Bülkerbundrates. teilznnchmenl " Sie Schweiz tan« Sowjetrußlavd nicht anerteaaeu. B e i n(i 8. Juni. Im Stän-derat fand heute eine .D ebaite über.die B e zi e h u ng e n, zu Rußland statt. Bundesrat Motta erklärte unter anderem, die of-, f i z i e l l e An e r ke n n u n g Sowj e truß la nds.sei f ü r .l a n ge Z e it ausg esch lassen. Die Schweiz gedenke nicht einmal dazu , die Initiative zu ergreifen, daß die noch mit-Rußland schwebenden. Anstände diskutiert werden. ' - " -; Strömung im sranzöftschen Kabinett flir den . Bruch mit Sinftland t Par i s, 8. Juni. Außenminister B-r da n d erstattete heute im Minist-errat einen ausführlichen Bericht über die außenpolitische Lage, vor allem Der die albanischsüdslawische Span n u n g. Man erfährt, daß Frankreich sowohl in Belgrad wie in Tirana i m S i n n e d e r M ä tzi g u n g v o r st c XI vq geworden ist, besonders' eindringlich bei der albanischen Regierung.' Auch über die jüngsten Borschläge Tschits'cher i n s über die Vergehung der Petroleumquellen im Kaukasus an eine französische Gesellschaft - wurde berichtet. Innerhalb des Kabinetts soll eine st a r k e S t r ö m u n g für den Abbruch der diplomatischen Beziehuwsten ,mit Rußland bestehen, als deren Wortfüihrer Poinc'a.r e, Loujs Ma rin, Tard ieu und Bo kan owsk igelten. Scharfe Gegner des Bruches mit Rußlarch seien dagegen ' H e r r i o t. B r i a n d und der LandwirtschaftSminister/ Qu e u i l X e. ivährend Pa inleve mehr für den Abbruch sei. besonders mit Rücksicht auf die kommunistische Propaganda in der Armee und in den Kolonien. , 5