Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2973 (8.6.1927)
- Date
- 1927-06-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 8S23 Wien, Mittwoch Me«er Morgenzeitmrg 3. Jimk vm >3erte 5 Der Sohn des Moses Mautner Em Wiener Roman von Leopold Hichler. Go?yri?f»t tMT‘by R. L5wit 7«el& g,Wien-» Loipe lg Alles is am Mend gegvachent am Diwan gelegen ,und dann — ach Gott — hat sie; noch ttqpt alten Hemd ms neue die Hemd knöpfe! umgelnüpselt! Das goldene knöpfe! inrmer nach hinten und das beinerne nach vorn' MM Hals! — — UttbT 'weist, du, daß ich das svon ihr. . ." damit meinte er seine Wirtschafterin, „daß ich das vott Kr haben könnt'!? iAhnmol hat sie das goldene vorn? Mch Pas beinerne hinten und e anjderesmoh! Hab' ich gar kahns; sagt sie: Sie hat vergessen; und ich steh' da ohne Knüppel!" „Wir Geschwister werden uns schon umschauen, Vater," tröstete dann Gustav. Dies reizte aber den alten Herrn. „Ihr? Seid.s Ihr denn Kinder! Kommts Ihr denn zum Vater, wie es sich gehört?! 'Ihr kommts ja nur, »nt joixe zu sein!" — Der alte Herr traf fast das Richtige; aber er blickte zu scharf und dies wurde sein Unglück. — Die alte Zeit muß konzedieren, sonst 'wird sie beiseite geschoben. — — So lange Frau Sali geleit, hatte sie immer wieder vermittelt Md wenn der Mte polierter ,La, du! Du laßt dir .von see den Kopf evoh reihen!" erwiderte sie einfach: „Uwb was Nutzt es mir, Hermann, wenn ich mr's gefallen lass'! .Wenn ich Ihnen Vorwürf' mach'!? Kommen se nix! &e wollen ja doch e Noch ham, wenn sie zu die Eltern kommen! Muß ttwt ein Mug' München!" - — Diese Brücke der .Güte Und — Klugheit war mit dem Tode Frau Salis enrgestürzt. Nur ungern und selten sprangen die erwachsenen Kinder über den Abgrund der LebensanschaNnngen M ihrem Bater hinüber. — So blieb der alte Herr — trotz sehnendem Herzen — allem: Verbittert Und verkümmert. .— — i >Ajuch heute war er allein Md sehr verstimmt, wett Gustav — wie er glaubte — nicht mehr kommen werde. Und er .sprach — die Kündigung Fräulein Anas überhörend!—i jntit müder Resignation: „Was soll ich tun? — Ich geh? mich schlafen legen, Lina! — Und wenn der Herr Mufti kommt, sagen Sie ihm: Ich lass' mich nix zum Norvett Halten; ich Hab' mich gelegt. Gr soll fortgehen!"! >Fraulein Lina wollte erwidern — sie erwiderte inttner — chier in dem Augenblick — Deus ex machina — länteve es M der Grngangstüre. — „lAha!" dachte Herr Her- Mcmn Md ein frischer, freudiger Kampfgeist' verdrängte die frühere ^Resignation. „>Aha! Da is er," dachte er; zog sich rasch ins' Speisezimmer zurück und mUrmelter „Na wart?! Jetzt um Achte kommst du! Na wart'! —^ Dir wer' ich zrigen!";— — ' '!Zunächst zeigte Herr Herm-amt fernem Sohne bloß die ZWffeite, «denn als Gustav bald darauf ins Speisezimmer tmt, .stand der eckte Herr beim Fenster Md blickte mit (58. Fortsetzung») scheinbar tiefem Interesse M den Sternen hinauf. — — „Küss' ,die Harck>, Bater!" rief Gustav. — Der alte Astronom Hörte nichts. ,Mater! Ich bin dal" rief Gustav wieder. — Da wendete sich der alte Herr mit gesträubten Haaren und dunkelglühenüen Augen aus feuerrotem Gesicht' zu seinem Dohm. — Es war ein schöner Anblick; aber Gustav jerschvack. -- „Jetzt kommst de?" rief Herr Hermamr. ,Hetzt (um Achte!? Wo du doch weiht, daß ich um die Zeit »mich legen geh?!" — ,Mater! Ich Hab' nicht früher könne». Ich wer' dir gleich erzählen, warum: — •( Ich Hab' heut ..— „Ich bitt' dich!" unterbrach Herr Hermann, „ich bitt' dich, Gustr, erzähl' mir nix. — Ich nieiß, was du M tun gehabt hast! Wo warst de? — Red' nix! Mit die Chawerim warst de. — Muß natürlich der alte Bater warten und jetzt künrmst de schnell um achte, 'um joize zu sein!" — „Nein, Bater! Hör' mich doch an, ich haÜ..." — „Gustt! Ich bitt' dich: Erzähl' nrr nix und ärger mich nicht und geh' lieber fort! Ich Hab' genug von dar!«Mer merken wer' ich mr, wie du der Mort hältst!" — „Was für Wort, Bater?" — „Ah! — Du hast scho vergessen! .Musgervtt' sollst de... Was? Du weißt nicht mehr, daß du mir versprochen hast, zwahmohl in der Wvch' vor sieben« zu kommen?!" — „Ich bin doch da, Bater!" — „Was? Das rechnest du für e Besuch, wenn du um achte kommst?!! Du weißt doch, ich geh' mich Mt halber neUne liegen! Hab' ich da etwas von der Besuch?!" —• — ,Mater! Heute war etwas'; das 'will ich dir eben;.. — „Red? nix, Gustr! Und ärger mich nicht und geh' fort Md komm' mr me wvcher! Hörst du? Geh' mir qus. die iAiugen!" — — Die echte Liebe hat Mwellett wunderliche 'Formen! 'Sie ist M groß, um voll erwidert zu werden! Sie spendet so reich Md darbt! — Und dieses erniebrigendg Schamgefühl drängt die Harten. Worte über die Lippen, während das' Herz so gerne segnete! — „Komm? mr nie wieder Her!" rief der!Mte wieder. „Und was stehst tzu noch da? Warum gehst d!« nicht?"- In dieser Bedrängnis griff Gustav zur List: „Vaters rief jey, „fcet heutige Besuch zählt nicht. Ich bin nur so hergiekoMmen! Und ich komm? diese Woche noch zweimal zU dir!" Da ging in dem verlassenen 'Herzen des Wien die Sonne auf. „G so?" rief er Lächelnd, -^»er Heutige Besuch M nix?'' Er traute noch nicht recht und fragte wieder: „Und dn kommst die Woch' My AllMM' p tfSfcT» „Ja, Kater." ^Dann — setz' dich nieder^ du großer GaßfenKuyg^ Warum Hast du«. mr das' nicht Asch« gesagt?" (Fortsetzung fichH Bühne und Kunst. Leovoftine KonstanU» als gaza. Deutsches Bolksthoater. Zaza hat sich seit den GlanZtagen der urvgWklichen Odilon äußerlich grivandell. Tritt nicht mehr im Trikot auf, sondern mit nackten Beinen, fährt nicht mehr im feschen Gummiradler, sondern im pompösen, knallroten Auto nach der Vorstellung zum Souper. Aber innerlich ist sie unverändert geblieben, das leichte, leidenschaftliche Geschöpf, daZ auf dem schmerzlichen Umweg über die große Passion zum Variete-Star reift. Und nach wie vor übt dieses gute, jetzt schon alte französische Theater starke Publikumstvirkung. Man begreift es bei der Wiederbegegnung, warum Groß- »rutter Zaza eine jährlich wechselnde Schar bewährterTöchter-- nnd beliebter Enkelstücke um sich sammelt. Besonders, wenn sich eine so rassige, kluge und herzhafte Künstlerin, wie Frau K o n st a n t i n um. die Hauptrolle bemüht. Sie ist entzückend freimütig im Liebeswerbespiel des ersten MteS» rührend in der mädchenhaften Hingabe an den heißgeliebten Mann, aller Anteilnahme sicher, wenn das Glück im Winkel ein jähes Ende nimmt Md Zaza gar sehr leidet, aller Verehrung würdig, wenn sie in der letzten Szene als große Dame erscheint, reich an Ehre und Schätzen, aber arm' an Liebe Md trostlos einsam. Eine „Paraderolle". aber sie Legt sie mit Gemüt hin. Die ganze Skala der Gefühle meistert sie, aber nicht bloß als Birtuosin, und tragische Wirkung Mend, weil das Herz beteiligt ist. Die Damen H e t s a y und Markus, die Herren E d t h o f e r und S ch m ö l e sind ihre trefflichen Sttchwortbringer, und die Aufführung (Regie H omm a) hat Fasson. Frau Konstantin wurde sehr gefeiert. O. A. „Ae Nackte» Heften.' Ein neuer Pirandello. — Gastspiel Orfka in den KaMtwevspiclen. Das Bibelwort „Die Nackten kleiden" wird im neuen Pirandello-Sdück. das Frau Orfka für ihr Gastspiel mitgebracht hat, nicht auf Gott bezogen, sondern auf die Lüge, die den Armen ein wenig Schönheit, den weniger Armen ein wellig Nutzeil bringt. Um diese These hat Pirandello drei redselige Akte geschrieben, in denen es einen dichterisch echt «mMrmdonen Augenblick gibt, den. da die Straße mit . BMIRllfinilIHBaHIHHIIIIIIlMIIH ihrer gierigen Melodie nmh einem armen Mädchen greift, und eine wahre Motivierung, die, daß die aufgewühlten Sinne eines liebeSarmen Geschöpfes Hingabe an den Mann lherbeisuhren, dessen Instinkt dieses Aufgewühltsein wittert. Dieses Stück erfüllt Maria Orfka mit wundervollen Tönen und HaMönen, die vom Leid krankhafter Armut fingen. Was Fvau Orfka in diesen drei Men spricht, wird zu einem kränklichen Lied, das so echt aufilingt, daß es weit über die banalen Rührseligkeiten solcher Mimi-Prnson-Poesie hinausgeht. Frau Orfta machte das Stück ergreifend. Jakob Feldhammer gab einen Schriftsteller, dem das bißchen erlogenes Leben der armen Eosilia zum Roman wird; er gab einen berühmten Schriftsteller —es war ein arrivierter. In einer Aeinen Szene spielte Robert Balberg sympathische Brutalität. Einer italienischen Zimmervevmieterin gab Therese D ell au lokalechte Farbe. Das Publikum ließ sich vcm Frau Orsika willig in alle Bezirke fröstelnder Seelenkrankheit führen. S. S. Ans den Theater».! Batrgth^atrr. Margen, 7 Uhr „Das Kättchchv« von Hv4lbronu" von Kleist (Abonnement erste Gruppe). Operntheator. Morgen, Halb 7 Uhr „D«ije Fra «lohne Schatten" (Thentergemeinöe Serie F). Deutsches BolkStheater. Heute eiumallges Gastspiel 'Alexander MoissiS als Fedja in Tolstois „S>ct lebend« Leichna m". Wiener Kammovfpioke. Gogeuwärttg wird „Kamvt'ttfceit" mit Maria Ottka mid Jakob Feldyammer Vorbereitet. Moderne- Theater. Heute und morgen in Abänderung des Spielplanes „Absteigequartier^. Freitag und DamStagl „Die Peitsche und . . „Besuch tm Bett", „Laus doch nicht immer nackt herum". Johann-Strauß-Theater. Freitag gelaugt im Nahmen der F«stwoc^n-Beranstaltmrgen die Operette .Mdi e u, Mtmi^ von Ralph Benatzky zur AusfLhruÜK. AnszÄchtnmg des Vvemdlrettors Schalk. Der UMervichtsmÄristev Schmitz überreichte gestern in Attwesercheit deS Generaldirektors Schnetderhan dem Direktor der StaatSoper, Pwfesfov Schalk, da» ihm verliehene große Ehrenzeichen für.Berdienstc um die Republik Oesterreich. Der Mnister betonte, daß wohl die Beethoven-Zentenarfeier dorr Anlaß zur Auszeichnung bot, daß diese aber zugleich der Ausdruck der Anerkennung für die zahlreichen Verdienste Schalks um das österreichische Musikleben darstelle. Direktor Schalk verloies in seiner Anttvort darauf, daß er die Abzeichnung, die seiner Person verliehen worden sei, auch als Auszeichnung seiner verdienstvollen Mtarbeiter irr der Oper betrachte. Der Ueberreichung der Auszeichnung wohnten Generaldirektor Schneiderhan und mehrere hohe Beamte des Unterrichtsministeriums und der Generaldirektion der BundeStheater bei. Die Oper für das Mahlee-Tenkmal. Zur Errichtung eines Denkmals für Gustav Mahler hat sich, wie bereits mehrfach berichtet, ein Komitee gebildet; an dessen geschaftSsührenden Obmann, Hofrat Guido Adle r, hat der Unterrichtsminister einen Brief gerichtet, in dem er m>itteitt, er habe um die Aufbringung der erheblichen Kosten eines Mahler-Denkmals zu fördern, den Generaldirektor der Bundestheater Schneiderhan ersucht, mit der Operndirektlon den Plan zu erwägen, durch Veranstaltung von Mahler- Abenden an der Staatsoper, an der Gustav Mahler so ruhmvoll wirkte, das Zustandekommen des Denkmals ihres großen Direktors zu fordern. Eine Kokoschka-Ausstellung in Zürich. Im Kunsthauje Zürich wurde eine Gesamtausstellung der Werke Oskar Kokoschkas, die hundert Gemälde und 50 Aquarelle und Zeichnungen ans den Jahren 1908 biS 1927 uni faßt, eröffnet. Don der Oper ln Palästina. Wie wir erfahren, begibt stchi M. G o l i n k i n, der Gründer und Direktor der Palästina-Oper, nach Amerika, um Gelder zur Sicherung der Oper zu sammeln. Da auch die meisten Minstler Palästina für einige Zeit verlassen, sollen in der nächsten Saison in Palästina keine Opernvorstellungen stattfinden. verefte, BortrSge «nd Versammlungev. Klub radikaler Monisten. Heule um VsQ Uhr abends im Cafe Atlashof, 1. Bez., Afpernplatz (Klublokal), Klubversammlung. Tagesordnung: ^Zionismus und Klassenkampf." Referent: I. Helienberg. — Jugendbund „Trumpeldok". Heute um 7 Uhr Znsaimnenkunsi der Gruppe Tel Chai in der Toynbee» Halle, 20. Bez^, Denrsgafse 33. Jsraelitffcher Jugendgottesdienst. Am Samstag um 3 Uhr nachmittags findet der Jugendgottesdienst in den Gemeinde- und Bszirkssyrragogen statt. Errichtung eines Altersheimes in Wien, 1b. Bezirk. Anläßlich i>«s 70. Geburtstages des Herrn GreMialrates Samuel Bernhard, ObmaM des Bethausvorstandes, Wien, 15. Bez^ Durnergasse 22, wurde eine seinen Namen tragende Stiftung ins Loben gerufen, die den Zweck hat, ein Altersheim zu err'chten. Das derzeitige Vermögen der Stiftung würde genügen, dieses Projekt zu realisieren. Sobald sich genügend Interesserrten gemeldet haben, könnten in kürzester Zeit die Räume ihrer Bestimmung übergeben werden, »die in einem zentral gelogenen Objekt des 15. Bezirkes aus Zimmern, bzw. Kab'- netten bestehen. Die Höhe des Mietzinses ist bisher nicht fest- B"ellt, w:rd sich aber in 'bescheidenstem Ausmaße balten. Gesuche zu richten an id'e Kanzlet 'des Belhauses, Wen, 15. Bez., Twmergasie W. Kraftworte gegen die Regierung. LGR. Dr. Be ne sch, Strafbezirksgevicht 1, Hatto sich gestern mit einer gegen die Straßenbahner Wett Kölle t s ch e k und Adolf M i chl ows kp wegen Beleidigung der Regierung erhobenen Anklage zu befassen. Das. Substrat der Anllage bildete eme vom Oberwachmann Josef Hiebl mtter «Diensteid erstattete Meldung, „wegen ^Schmähung gegen die Regierung, insbesondere gegen den Herrn Bundeskanzler Seipel". In dieser Meldung fiihrte der Oberwachmann aus, daß er am 17.' Februar g^en 4 Uhr nachmittags^ bereits. außer Dichrsr, jedoch .im Dienstlleide, auf einem Wagen der Elektrischen Linie 16 auf der vorderen Plattform Zeuge eines poli-. tischen Gespräches war, welches der diensthabende Motor-' sichrer mit einem außer Dienst befindlichen Schaffner m Anwesenheit einsss jungen Burschen auf Plattform geführt habe. Der Motorftihrer habe dchbei zu seinem Kollegen die Bemerkung gemacht: „Heute sind bei der Regierung lauter Gauner, die schwarze Horde hat das Volk buchstäblich beraubt, und noch dazu beziehen sie so enorme Gchalte." Diese gröbliche Beschuldigung, heißt es in der Meldung, rWete sich Hauptsächlich gegen de» Bundeskanzler Seipel, dessen Name im Gespräch sehr häufig gmannt wurde. Der andere Straßenbahner - habe daraus erwidert: „Mit dieser Pfaffenwirtschaft muß endlich einmal aufgeräumt werden, es geht nicht mehr an, daß man derartiges Gesindel am Ruder belasse." Wie der Wachmann in seiner Meldung weiter ausführte, Habe er die beiden Straßenbahner auf die Konsequenzen ihres Gespräches aufmerksam gemacht und .ihnen die Erstattung einer Anzeige angedroht. Der MotorfÜhrer habe ihm darauf erwidert: „Was wollen Sie eigentlich, was mengen Sie sich in unser Gespräch, glauben Sie, weil Sie ein Wachmann sind, rin Hakenkreuzler!" Der MotorfÜhrer habe schließlich noch die Bemerkung gemacht: „Wenn ich ein Machtwort zu sprechen hätte, würde ich alle ohne Ms-/ nähme am Gaskandelaber aufhängen." In der gestern durchgeführten Verhandlung gabK olle tschek au, daß er mit seinem Kollegen über die Notiz in einer Zeitung gesprochen Habe,-in tvelcher die unwahre Mttteilung enthalten war, daß Bürgermeister Seitz jährlich 1.6 Milliarden Gehalt beziehe und über mehrere Autvmobtte verfüge. Es sei hiebei rin Vergleich zwischen den Bezügen des Bundeskanzlers Seipel, des LarLeAhaupttnannes Bure sch und des Bürgermeisters Seitz gezogen worden. Der Wachmann, der auf der Plattform stand und außer Menst war, habe sich in das Gespräch eingemengt und gesagt: „Was von dem Gehalt, deS Seitz in der Zrituing stcht, ist richtig, ich kmrn es sogar beweisen." „Ich habe dementsprechende Informationen." Die inkriminierten Aeußerungen gegen die Regierung steMen beide Beschuldigte in Abrede. Der als Zeuge vernommene Wachmann Hiebt bestätigte die Augabe seiner Meldung, die er fast wörtlich memorierte, was den Verteidiger zu der Aeußerung veranlaßte, daß «r die Meldung wie ein Schulmädchen auf.g^.fa'g't habe. Der Richter verurtettte beide Beschuldigte zu einer Geldstrafe von je 20 Schilling, eventuell zu je 48 Stunden Arrest. In der Urteilsbegründung führte der Richter aus, daß an der Glaubwürdigkeit des Zeugen Hiebt «W m #urifeta fes. %