Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2971 (5.6.1927)
- Date
- 1927-06-05
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2971 Wien, Sonntag •r Morgenzeitung ö. Juni 1927 Seite H> Uel>errasch«ngen in der Meisterschaft. Admira geschlagen. Die gestrigen Punktekämpfe brachten unerwartete Ergebnisse. Die führende A d m i r a wurde vom Sportklub, der seine große Form wieder bestätigte, glatt geschlagen. Dadurch ist der Abstand zwischen den Floridsdorfern und dem B. A. C. auf einen Punkt zusammengeschrmnpft und der AuSgang der Meisterschaft wieder ungewiß geworden. Der F. A. C. holte sich in Hütteldorf eine vernichtende Niederlage. Die Resultate waren: Svorttlub-Admira 3:1 <11). Hohe Warte. 1200 Zuschauer. Schiedsrichter Gödel. Der Sportklub konnte seine Siegesserie auch gegen die führende Admira fortsetzen. Erleichtert wurde den Dornbachern der Erfolg dadurch, daß Admira einen ausgesprochen schwachen Tag hatte. Die Mannschaft der Sieger kämpfte aufopfernd und die Stürmer nützten fast jede Chance cms. Der Sieg war ehrlich verdient. Einen großen Anteil an dem Erfolg des Sportklubs hatten die beiden Stürmer Schilling und Urban, die nebst dem Tormann E d i die besten Spieler ihrer Mannschaft waren. Bei den Unterlegenen konnten nur W o st r a I und Schall befriedigen. Bereits in der 16. Minute erringt Schilling die Führung. In der 27. Minute gelingt es Koch, den Ausgleich herzustellen. Nach Seitenwechsel hat Sportklub bedeutend mehr vom Spiel und erzielt durch Urban (9. Minute) und Schilling (24. Minute) zwei weitere Treffer. Bei weiteren verlegenen Angriffen der Sieger endet das Spiel. Simmering—Bieana 1:1 (1:0). Hohe Warte. 1200 Zuschauer. Schiedsrichter Prusch i n a. Beide Mannschaften hatten unter den schlechten Bodenverhältnissen stark zu leiden. In der ersten Spielhälfte war Simmering überlegen, während die Döblinger die letzten 20 Minuten ständig bedrängten. Ans beiden Seiten wurden die günstigsten Torchancen vergeben. Das unentschiedene Resultat ist als gerecht zu bezeichnen. Bei der Bienna gesiel der Ersatztormann I u r a s k e. Die Verteidigung spielte schwächer als sonst. In der Deckung war H o f f m a n n der beste Mann. Die Stürmer arbeiteten gut im Felde, vor dem Tor versagten sie vollständig. Die Simmerrnger hatten in Soldatic, Horvath und Danis ihre, besten Spieler. Den ersten Treffer schoß Danis in der. 12. Minute. Vienna konnte durch R a i n e r in der 27. Mi- **"te nach Seitenwechsel aus einem Freistoß auSgleichen. Rapid—F. A. 8. 10:1 <7 : 0). In Hütteldorf gab es gestern einen wahren Goalrogen, fiapid ist jetzt kolossal in Schwung und fertigte die schr jnatt arbeitenden Floridsdorfer überlegen ab. kazar ist ein unmöglicher Tormann, und verschuldete eine ßanze Anzahl von Treffern. Nur Hummenberger Ivbeitete bei F. A. C. zufriedenstellend. Bis zur 10. Minute Itand das Match bereits 4:0. Wessely und Wesselik hatten je zweimal gestört. Dann erhöhten. Kivbes, Wessely und Poffmänn den Stand auf 7:0. In der zweiten Hälfte »röffnete Lues den Trefferreigen, worauf Wessolik noch iweimal einsenden konnte. In der 36. Minute gelang hummenberger der E h r e n t r e f f e r. Bei Rapid teichnete sich M a d l mayer besonders, aus. 3000 Zuschauer. Schiedsrichter Mieß. Das Spiel der Reserven gewann "apid 3:2. A. A. 8.—Moradsla Siavia 8:3 (3:1). Zu diesem Spiel hatten sich wegen des Unwetters im. sanzen 500 Zuschauer vingefunden. Die Brigittenauer irzielien einen glatten Sieg über die Gäste, bei denen nur venige Leute gefallen konnten. Die beiderseits gebotenen Leistungen waren sehr mäßig. Hofbau er (4) und Postasch (2) störten für Wien, Pvudick, Hanusch und Flack Är die Tschechen. zwei Lase Sport. Firtzball, Sonntag: Hütteldorf: Austria — F. A. C. (4 Uhr). Rapid —Wacker (8 Uhr')'. HoheWarte: dafö-Team — Englisches Arb eitert eam f'/L6 1Hr). Montag: Hütteldorf: Wacker — F. A C. und stapid — Austria. Dörnbach: S,portkluL— bimmering. Vienna — Rudolfshügel. Hockey. Jahn aus München spielt am Sonntag um %t0 Ilhr auf dem Amateur-Platz gegen den W. A. S. und am Rontag um V211 Uhr auf dem W.-A.-C.-Platz gegen den P. A. C. Ein Damenteam des gleichen Vereines tritt jcm Sonntag um 16 Uhr auf dem Hakoah-Platz gegen eine ÜuSiyahlmannschaft der Wiener Spielerinnen an. Anschließend an dieses Spiel tragen Hakoah und Allround ein Freundschaftsspiel aus. Außer diesen Spielen findet an beiden Feiertagen vormittags auf dem .tzakocch-Platz ein Ju- (endrundspiel statt. Acht Kanadaspiele der Siants unter Teilnahme von Hakoahnern. Die Kanadatournee der New Noicker G i a n t s ist perfekt. Unter Zuziehung von Spielern der in Amerika gastierenden Wiener Hakoah werden in Kanada acht Kämpfe ausgetragen werden, und zwar in den Städten: Enlay, Montreal, Vancouver, Edmonton, Ot-cwa, Toronto, Winnipeg und Colgary. Die Wafferballmeisterfchast. Hakoah—W. A. 3/7:0 (4:0). Hakoah in der Aufstellung: Klein; Haftel, Reiser; Reich, Guth, Rosenblatt, Flesch, spielte hervorragend. Der beste Mann im Felde ivar Rosenblatt, der auch drei Tore schoß. Die übrigen Treffer erzielten Reich (3) und Flesch (1). Im vorhergehenden Spiel der Reserven verlor Hakoah (Kornmehl 2; Rosenblatt 2, Lichtenstein 2; Rubrnstein 1, Ing. Stoirchard, Grünberg, Mondschein) gegen W. A. S. 3 aur durch die Unsportlichkeit des Hakoahners Grünbevg, der vom Sektionsleiter selbst ausgeschlossen wurde, 1:4. B. K. Hakoah in Linz. Die Abfahrt der HakoaHner erfolgt heute um 7 Uhr '45 Minuten mit der WeWayn. Internationale Handballsprele. Die Breslauer Sportfreunde, Handballmeister von Süddeütschland, spielen! heute und morgen auf'dem F. A. C.-Platz. VHandbalk-Ländcrkampf Oesterreich— Deutfchkmrb?nWien. Dieser erste Kampf der 'AuSmählmannschaften der zE Länder in Wien findet am 12. Juni um halb 11 Ahr auf denr Dornbacher Sportplatz statt. Sport in 8rer Israel. (Bon unserem Korrespondcmi.m..') MakLaVi, Del Awrw—Petach-Tikwah 3:1 (1:0). Das Spiel brachte keinen besonderen Sport, da Makkabi mit Ersatz für Lumek, Lcbele, Pazmwtvsty, die nach Amerika gefahren sind, und den kranken Mayer antreten mußte. Für den launenhaften Goldberg trat Berger (U.T.E., Budapest) >an er war der beste Mann im Felde und zeigte, was erstklassige Goalkeeperkunst ist. Mer sogenannte iodsichere Sachen rettete er kaltblütig und tollkühn. Die Verteidigung entsprach ebenfalls; sehr schlecht dagegen war die Stürmerreihe, in der das rechte Flstgelpaar hie und da etwas zeigte. Bon den Halves entsprach Slonrm. Die Provinzler hatten in Jzhaki, dem rechten Back, dem linken Half und,Markus ihre besten Leute. In der zweiten Hälfte zeigte auch, der linke Flügelmann gute Züge. Ihr Star, Ackermann, der Sieger im Speerwerfen beim! jüdischen Sportfest während des Kongresses in Wien, stand als «Mittelstürmer auf falschem Platze. Er ist und bleibt ein Back. Sein Vertreter, Feldmann, zeigte wohl große Stoßkraft, hat aber kein Kopfspiel und ist sehr langsam, ohne sich plaeieven zu können. Schiedsrichter Hack; 2000 Zuseher. Spielverlauf: Die ersten 20 Minuten lassen bei interessantem Feldspule noch, keinen Sieger erkennen.. Allmählich gewinnt Petach-Tikwah das. Ilebergewicht und Berger erhält für fabelhafte Abwehr die ersten Applaussalven. Ein Durchbruch Tabaks kann nur zum Corner abgewehrt werden, der von Simon über. die Torlinie geköpft wird. 1 rO. Die zweite Hälfte sieht zuerst Makkabi überlegen, doch ohne zählbaren Erfolg. Ein rasanter Lauf Ackermanns, abgeschlossen mit glücklichem Schuß, bringt den Ausgleich. Einige Minuten später fkort Abe mit schönentz Schuß und wiederholt die Sache mit dem Schlußpfiff, der im/ selben Moment ertönte, als der Ball zwischen Netz und Torlinie (also Goal!) war. DIE JUDEN IN POLEN Sonderheft der Zeitschrift „Menorah“. Redaktionelle Leitung: Prof. Dr. Meier Balaban (Warschau). Aus dem Inhalt: DR. ABRAHAM lNSLERi Das jüdische Parteileben, APOLINARY HARTGLAS: Die parlamentarische Politik (mit 1 Porträt). — Dokumente zur Geschichte der Juden ln Polen. PROF. DR, M. BALABAN: Wehrhafte Synagogen (mit 7 Abbildungen), RABB. PROP. DR. MOSES SCHORR: Das Antlitz der Assimilation, PROF. DR. M. BALABAN: Die polnischen Juden in den Memoiren des polnischen Adels, JECHESKEL KOTIKt Kinderhochzeit, M. MINKOWSKI: Am Morgen in der „Polonaise“, I. OPATOSCHU, Gericht über Judas. M01SE KIESLINQ: Stllleben, GEORG MERKEL: Von Kunst und Künstlern, DR. MICHAEL WEICHERT: Jiddisches Theater, NACHMAN MEISEL: Das jüdische Buch, " J. WARSCHAW1AK: Die hebräische Literatur und Pr^S8G ARCH. INO. ioS.AWIN: Die Pflege unserer Kunstdenkmäler, DR. S. BYCHOWSKi - Die sanitären Verhältnisse und Bedürfnisse, DR. G. ASBUK; Das jüdische Schulwesen und viele Kunstbeilagen. BROSCHIERT S 4 - GEBUNDEN S 6 5V BUCHHANDLUNG R. LÖWIT, WIEN, I. BEZ., ROTENTURMSTRASSE 22 Echte Spitzen, neu und antik, Vorhänge, Decken Atelier für Spitzenausbesserung Spitzenindnstfie Julie David I., Seilergasse Nr. 14 Ha**Htn,che w i Hockey ruht bereits. Cricket wird nur von Englän« \ Vvt.t betrieben. Rennschwimmen und Polo (infolge Mangels a« . 'affin) existiert nicht. — Lawn Tennis. In Tel AWÄ* , '->.000 Menschen) dein Tennisplatz. Sarona (100 bis 500 , duschen) hat zwei. Die Engländer spielen fleißig in SarafapM» t ^iaffa. Leichtathlet». 8er gefährdete Klublampf W. A. F. gegen Hakoah. Heute um halb 10 Uhr vormittags wird man auf dem Hakoahplatzc die Gewißheit haben, ob Vernunft und sportliche Gesinnung den Sieg über Hartnäckigkeit und Eigen) inn davongegetragen haben werden. Heute wird es offenbar werden, ob der österreichischen Leichtathletik durch das Nichtantreten des W. A. F. ein schwerer Verlust, ein harter Schlag zugefügt werden kann oder nicht. Der breiten Oeffentlichkeit bleibt es dann anheimgestellt, zu beurteile»!, ob die hohen ethischen und erzieherischen Werte, die wir aus der Leichtathletik zu. schöpfen glauben, nicht bloß beliebte Phrasen oder .Schlagworte sind, sondern tatsächlich durch einwandfteies sportliches. Verhalten und Vorgehen unter Beweis gestellt wurden. Die Hakoah ist für den heutigen Klubkampf wohl gerüstet; sie hat ihre beste, verfügbare Mannschaft zusammengestellt, um den Klubkainpf ehrenvoll zu bestehn. Namen, wie Bledy, Hübsch, ,Zaup", Dr. Friedmann, Dobo, Tichler. 1 und 2 usw., bürgen dafür, daß das -Publikum gatte Leistungen und spannende Kämpfe zu sehen bekommt. Unser ausgezeichneter Nachwuchs mit Namen wie Deutscher, Spielmann, Goth, Metzel, Schächter, Fischer, Kohn 4 usw. bietet die sichere Gewähr, daß dem Gegner der Sieg nicht allzu leicht gemacht wird. Wir glauben sogar, daß es unseren tüchtigen Jungen gelingen wird, durch ihr gutes Abschneiden das Gesamtresultat im Klubkampf wesentlich zu beeinflussen. 1 > Bei der Veranstaltung, für die sich großes Intercsse kundgibt, kann es nur eine Enttäuschung geben, die darin besteht, daß uns der Gegner-im Stiche läßt. Die moralische Niederlage, die der W.!A. F. dahinnehmen müßte, wiegt weit schwerer als gewonnen« >Meisterschaften, erzielte Landesbestleistungen und „Quer-durchWien"-Sioge. Was geschieht, wenn der W. A. F. 'heute nicht autritt? Dann führt die Hakoah interwe Klubkämpfe durch, die als letzte Ausscheidungskanrpfe für das internationale Meeting des Hagibor-Prag betrachtet werden. Gleichzeitig dienen sie als tvillkommenqHrüfung für das Staffelrennen „Quer durch Wien", das am ÜjJ. Juni flattsindet, und zu dem die Hakoah vier Mannschaften genannt hat. Ein Besuch der Hakoah-Beranstaltung wird daher heute auf keinen Fall enttäuschen. r Fritz Bürger. Sie Reise der Hakoah-Athiete» «ach Prag gesichert. Auf Grund eines gestern bei der Hakoah eingelangten. Schreibens deö Sportklubs Hagibor-Prag kann die P-rage.r Expedition der Hakoah als vollkommen gesichert betrachtet lverden. An der Reise nehmen, die besten Kampfathletv»» des jüdischen Vereines teil. Für fix gilt die Teilnahme der Athleten Bledy, Benedikt, Deutscher, Dobo, Fischer, Dr. Friedmann, Engel, Gut, Hübsch, Kindker, Kohn 4, ,^LauP", Samberg, iMvtzel, Ostersetzer, Schächter, Spielmann, Tichler 1 und 2. Die Teilnehmer der Reise werden darauf aufmerksam gemacht, daß die gültigen Reisepässe bis längsteus Dienstag früh im Klubheim, 1. Bez., Wipplingerftraße 24, bei Herrn .Schneider zu deponieren sind, andernfalls die Athleten für die Differenz zum vollen Fahrpreis selbst aufkommen müssen. Die Abreise erfolgt Freitag, den 10. Juni, um .7.85 Uhr früh von dev Franz-Josefs-Bahn. Morgen Montag findet das Damenleichtathletiktraining ausnahmsweise vormittags ab ft) Uhr statt. Gründung eines jüdischen Turnvereines in Sao Paolo lBrasilienj. Der Gründer und ^Präsident des jüdischen Turnvereines in Sarajevo, Herr Siegfried Weber, der jetzt in Sao Paolo lebt, ist dort mit der Gründung eines jüdischen Turnvereines beschäftigt. Seine Mresse ist Siegfried Weber, Sao Paolo, Rua Augufta 433. Brasttten. Ein Straudfest in Kldfteruendurg. Im Rahmen der Wiener Festwochen findet im Strandbad Klosterneuburg Samstag, den 11. d. JT&ei ungünstiger Witterur^g am 18. d.), ein Fest.mft.einem vielseitigen Sportprogramm statt. Die Bolizei-Sportverein'^ung Wien wird mit ihrer ausgezeichneten Vorturnerrle^ und Schwimmjektion teilnehmen. Aug) das RettungSschwi..lmen und Lebensrettuna durch einen Polizeihund werden gezeigt werden. Ringkampfe, Jiu-Jitsu und viele andere Sporrvorführungen werden daS Programm bereichern. 7ns jüdische Maus das jüdische tßfatt