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Wiener Morgenzeitung · 1927-06-04 · Heft 2970 (4.6.1927) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2970 (4.6.1927)
Date
1927-06-04
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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At. 2970 Men, Samstag hieltet Morgenzettung 4. Inn! 1927 Sette 7 nal des dänischen Künstlers HasselriiS, ein Marmorbild iö leidenden Heine, das sich 20 Jahre im Besitze der Kaiserin, tlisabetk von Oesterreich auf Korfu befand, das aber von Wiltelm II. durch eine ÄchilleS-Statue ersetzt wurde und schließ-- lch durch Matrosen nach Hamburg gelangte, wo es längere seit unter einem Holzverschlag im Parkhof stand, bis es nach iufstelluvg des Heine-DenkmalS von Lederer in Hamburg durch Oberbürgermeister Bauer von Altona angekauft wurde. Run bat dm der Architekt Heinrich Stoock einen würdigen Platz im donnerspark geschaffte Eine Beethoven-Ausstellung in Loudim. Zu den Nachllangeu jer Weethoven-Derer gehört auch e:ne interessante Ausstellung san Beethoven-Reliquien aus englischem Besitze, die in der Londoner Musikhochschule fiattfrndet. Hand- 'chriften, Bildnisse, eine Locke des Meisters sind b:er neben alten theaterzetteln und anderen Dokumenten zu finden. Neben den riefen Beethovens selbst finden besonderes Interesse die chreiben des Komponisten Clementi, der d^ Verhandlungen ier Londoner Mnstkfirmen mit Beethoven -führte. Der Zettel, iuf dem die erste Aufführung des »Fidelio" in London angejündigt wivd, zeigt, daß das unsterbliche Werk zusammen mit Üner Posse .,Taub wie ein Stock'' und einem Melodram „Der tllipensäger" gegeben wurde. Die erste Leonore in England war sie groA Sängerin-Malibran. Der BMchauer Gutsteund ertrunken. Der Bildhauer Otto Gutfreund, Professor an der Prager staatlichen Kunstgowervefchule, har, wte aus Prag gemeldet wird, teim Baden in der Moldau den Too durch Ertrinken refundeu. Er ist nur 38 Jahre alt geworden. Von feinen Werkeir ist das Denkmal des Präsidenten,Masarhk in König-» qräh hervorzuheben. Gerichtssaal. Ae Aebftsthle in der Bemdorfer Metaüwarensabrik. Aus Wiener-Neustadt wird uns berichtet: Bor ^inam Schöffensenate hatten sich gestern die Private Marie hum aus Wien, Sidonie Wessely, Werkmeistersgattin ins Berndorf, Marie Strnad, Private aus Wien und ter Altwarenhändler Samuel Sachs aus Men wegen Verbrechens des Diebstahls, beziehungsweise diebstahlsteilnehmung, zu verantworten. Am t. Dezember 1926 erfuhr die Wiener Polizei, daß die ktrnad einen s ch w u n g hä st enHandelmitBerntorfer Metallwarenerzeugnissen treibe und «inen Lebensanswand führe, der mit ihren Einkommenslerhältnisson absolut nicht im Einklänge stand. Es wurde rrhoben, daß die Strnad gestohlene Waren der Berndorfer siretallwarensabrik an diverse Kunden absetze. Eine bei ihr wrgenommcne Hausdurchsuchung förderte eine Unmenge )on Silberwaren im Werte von 4485 Schilling zutage. Die Strnad und die Wessely waren in der öerndovfer Metallwarenfabrik angestellt und konnten turch geschickte Manipulationen Diebstähle mit »iner Schadenssumme von 40.000 Schilling iegehen. Die Gegenständie wurden dann in Wien an verchiebene Metallwarenhändler, unter anderem auch an vachs, verkauft, der die Herkunft der Waren gekannt haben soll. Nach durchgeführtem Beweisverfahren wurden sämtliche Angeklagte schuldig gesprochen und die Strnad zu W2 Jahren, M<wie Pum zu V/2 Jahren, Sachs zij h Monaten und die Wessely zu 6 Monaten K e r-!er verurteilt. Ser Prozeß gegen grau Srosavesru. Die Verhandlung gegen die des Gattemnordes cmgeklagte Frau Nelly Grosavescu ist endgültig für den 22. Juni festgesetzt worden. .Den Vorsitz wird Hofrat Doktor Aichinger führen, die Anklage vertritt der erste Staatsanwalt Dr. Tuppy, Verteidiger ist Regiemngsrat Doktor S t e g e r. Es sind 42 Zeugen geladen. Das Ehedranra tm Helenental. Franz Hollerer,. der vorigen Samstag in einem zweitägigen sensationellen Schwurgerichtsprozetz ivegen des an seiner Ehegattin Marie begangenen Mordversuches durch Hinabstoßen in einen Abgrund im Helenental von den Geschworenen einstimmig schuldig gesprochen und zu sieben Jahren schweren Kerkers verurteilt worden war, hat sich nach der Urteilsverkündigung dreitägige Bedenkzeit Vorbehalten. Höllerer Netz sich nun gestern dem KueisgerickMpräsideitten Hofrat Straßgschiwandrner vorslühren und erklärte, auf jedes Rechtsmittel zu verzichten und die über ihn Verhängte Strafe anzunehmen. Hällerer wurde sofort zur Verbüßung feiner Strafe in die Strafanstalt Stein eing>e- Nefert. Rur der Hauptmieter hat Reinigungsgeld zu bezahlen. Der Hausbesorger Franz Uuterbergerhatte den Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung zur Sicherstellung einer Reinigungsgeldforderung gegen einen Untermieter eingebracht. Während das Bezirksgericht diesem Antrag Folge gab, wies das ZivMandeAericht als Rckursgericht den Antrag ab, weil grundsätzlich nur vom Hauptmieter das Reinigungsgeld gefovdett werden könne. Dagegen brachte der Hausbesorger den Revffionsrekurs an den Obersten Gerichtshof ein, in welchem darauf hingowiesen wurde, daß nach der Hausbesorgerordnung das ReinigungSgeld vvn der Haus.partei zu bezahlen ist. Alis „Hauspartei" fei aber der Untermieter ebenso anzusehen wie der Hauptmieter. Der Oberste Gerichtshof (Vorsitzender SenatSprSsident Dr. Zwiedinek) gab dem Revisionsrekurs keine Folge und bestätigte die abweisende Entscheidung deS ZkvillandesgerichteS. In der Begründung wird hervorgeyoben, die Hausvesorgerordnung gebrauche den Ausdruck „Hauspartei" nur in oer Gegenüberstellung zum Hauseigentümer, und zwar in einem solchen Zusammenhang, daß daraus gefolgert werden müsse, daß darunter mir ein H auptmieter zu verstehen ist. Vereine. Vorträge und Versammlungen. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt. Heute, Samstag, 8 Uhr abends im eigenen Heime, Zirkusgasse 33, Mitgliederversammlung. Herr Oberbaurat Stricker wird über die letzte Artions komiteesitzung und den diesjährigen Kongreß referieren. — Lese- und Redehalle jüd. Hochschuler. Bei dom heute um A9 Uhr abends stattsindenidem Konvente hält A. H. V.-Sigmund Hirschhorn ein Referat über „Rom und Judäa". —' Jugendfuhrerbesprechung. Die Fortsetzung der Jugendführerbesprechung findet Dienstag, den 7. ds., 8 Uhr, 2. Bez.. Zirknsgasse 33, statt. — Histadruth Hanoar Hamisrachi. Heute, Samstag, um . H 4 Uhr nachm., im Heime, 2. Bez., Praterstraße 43, Vortrag des Herrn Singer: „M^jes Mendelwhn und feine Zoit". Jugendliche' Gaste ivillkommen. - Jüd. Volksbibliothck^Zion", 2. Bez' Glockengässe 30. Montag, den 6. Juni, Uhr nachm., Ausschußsitzung. — Maimonides-Jnstitut, 3. Bez., Hetzgasse 40. Heute, 4 Uhr, Dr. A. Kaminka: „HomiUen zum Buch Ritth". Israelitische Kultusgemeinde Wien. Mädchenkonsirmationen: 1. Bezirk: Seitenstettenaasse 4, Sonntag den 19. Juni um 10 Uhr vorm.; 2. Bezirk: Leopoldstädter Tempel, Tempelgasse 5t Sonntag den 12. Juni wen XtO Uhr vorm.; 18. Bezirk (Währing): Schopenhauerstraße 89, Sonntag den 12. Juni um 11 Uhr vorm.; 21. Bezirk (Floridsdorf): Holzmeistergasse 12, Sonntag den 12. Juni um 10 Uhr vorm. ISP» y'*lSgaiOTjttcg3n7<iuffUM<!W-25 5 ^0 Novellierung der Ratengefetzer. Wir haben gestern über die Eingabe berichtet, die der Zen-tralverbanid der kreditgebenden Detailgeschäfte und Warenhäuser an das Bundeskanzleramt gerichtet hat und in der auf die Unhaltbarkeit der Bestimmungen des gegenwärtigen Ratengesetzes hingewiesen würbe. In Würdigung der in dieser Eingabe ins Treffen geführten Argumente hat das Bundeskanzleramt nach wiederholten Konferenzen mit den Vertretern des Zentralverbandes einen Entwurf ausgearbeitet, der eine Beseitigung der veralteten Bestimmungen des Raten gesetzes vom Jahre 1896 vorsieht und bestrebt ist» das Gesetz den modernen Rechtsanforderungen anzupassen. Dieser Entwurf wird den Handelskammern zur Aeußerung vovgelegt werden, worauf er der parlamentarischen Behandlung Angeführt werden soll. Auch in der T s ch e ch 0 s l 0 w a k e i ist eine Novellierung des Ratengesetzes vom Jahre 1896 in Angriff ge< nommen worden. Britisch-deutsche Zndustrlellentonferenz in Berlin. Verhandlungen über den Beitritt Englands zum kontiirentalen Rohstahlkartell. London, 2. Juni. (Reuter.) Robert A s h l e r wird morgen nach Deutschland aüreisen. Unter den Teilnehmern an der britisch-deutschen Juldustriellen-Konferenz am 4. Juni, die sich vor .allem mit dem. Beitritt Englands zum kontinentalen Rohstahlkartell beschäftigen wird, wird sich auch das brittsche UntevhauSmitglied H 0 n n a n befinden. Wie berichtet wird, will die, britische Industrie den <Äand-, Punkt vertreten, daß die englische Quote zehn Millionen Tonnen betragen müsse. Ein Angebot wurde beveidS gemacht, das eine Quote von neuneinhalb Millionen Tonnen Vorsicht. Es ist aber nicht bekannt, ob es für GroKbritannie» annehmbar ist. zeuttal-Saropiklsche Lllnderbank. Am 3. d. M. hat in Paris die diesjährige Ge-« neralversammlung der .Mtionäre der Zentraleuropäischen Länderbank stattgefunden. Nach dem Berichte ergibt sich für das ab gelaufene Geschäftsjahr ein Rein gewinn Von Frs. 9,900.628.38 gegenüber Frs. 9,232.913.68 Hn Vorjahre, und es wurde die VertMing einer Divip» den de von 7.376 Prozent brutto für-die 'Bcpzugsakt^n und vvn 6 Prozent brutto für die Stammaktien, ferner die Ausschüttung von Frs. 2,287.943,29 gn die Inhaber der ^Zertifikate beantragt. Der Bericht gibt eine Darstellung der wirtschastspolttrschen Situation in Frankreich und den Ländern Zentraleuropas, insbesondere in O e-ste-r r-e-ich und der tschechoflowakiMen Republik, und. hebt hervor, daß trotz der im Jahre 1926 in Frankreich erngetretenen, nunmchr glüMch überwundenen Währungskrise uiid trotz der mannigfachen, noch nicht befriedigend gelösten Schwierigkeiten im Wirtschaftsleben vvn Mitteleuwpa sich sowohl der Pariser Sch des Unternehmens als auch seine FMalen in Oesterreich und die ihm affiliierte Bank für Handel und Industrie, ehemals „Ländcrbank", Prag, befriedigend weiterentimckelt haben. Bei der Pariser Zentrale hat namentlich der Stand, der Einlagen eine bedeutende Vermehrung ecsahrcl-.. Er ist im abgelaufenen Geschäftsjahre von Francs 288,677.707. - au.f FrS. 364,236.332,---. gestiegen. Der Wiener Niederlassung der Länderbank ist cs auch heuer trotz der geschilderten 'nicht günstigen Verhältnisse gelungen, durch intensive Pflege aller Zweige des Bankgeschäftes ihren Geschäftsum fa n4 wesentlich zu erhöhen und gleichzeitig die Geschäftsunkosten weiter herabzudrückcn. Hervorzuheben ist, daß die Wiener Niederlassung von der Caisse Commune des Porteurs des Dettes Publiques Autrichienne et Hongroise emises avant la guerre als alleinige Zahlstelle für Oesterreich mit dem Dienst der verschiedenen ösherreichischen und ungarischen Staatsanleihen aus der Vorkriegszeit betraut umrde. Die Bank für Handel und Industrie ehemals „Länderbank" in Prag, deren Ge>reralverfammlung ^poch nicht abgehalten lvurde, hat gleichfalls einerr güuistigen GeschLftsglMg aufzuweiserl. Die Geschäftsleitung des Instituts wird die Ausschüttung einer lOprozentigen Divide'stde, d. r. Ke 40.— pro Mie, wie im Vorjahre, beantragen. Die Rmnänische Kreditbank, Bukarest, hat im Jahre 1926 sehr zufriedenstellende Resultate erzielt, welclze ihr gestatten, die Dividende von 15 auf 18 Prozent zu erhöhen. T^^Generalversammlung hat beschl^str^m^ dem TOlKSWlRIlCHAri vermehrt. Der stärkere GeMedavf -vom Ultimo kommt in einer Zunahme der W e ch s e-le i n r e i chun ge n um den Betrag von 32 MMonen Schilling zum Ausdruck, so daß das Wechselportefeuille wieder einen Stand von 101 Millionen Schilling erreicht hat. Der Lombard hat um 23.600 auf 606.700 Schilling zugenommen. Vom Girokonto wurden 66.6 Millionen abgehoben, so daß der Stand, der sofort fälligen Verbindlichketten «ruf 29.1 Millionen Schilling gesunken ist. Aus allen diesen Veränderungen resultiert eine Steiger ungdesNotenumlaufes um 102.8 auf 901 Millionen Schilling. Protestbewegung gegen die zollerhöhnng. Die Leitung des Haupwerbandes der Kaufmannschaft ürd in demntächstelr Tagen den Mitgliedern des Zollusschusies eine eingehenid-e Denkschrift über die ein-- elnen Positionen der Zolltarifnovelle überreichen, welche die hweren sachlichen Bedenken der Kaufmannschaft gegen dse Vorschläge der Negierung nochmals darlegt. Vorgestern sprach im Parlament eine Deputation des Verandes der unpolitischen Lebensmittelhändler Wiens vör nd überreichte den maßgebenden Parteien eine Petition, ie sich m r t besonderer Schärfe gegen die Erohung der Agrarzölle wendet. Durch die-Zollorlage wird nicht nur der Leben-smittelhandel Oesterreichs,' in Bevufsztoeig, dermehr als 70.000 Angehörige, umaßt, in seiner Existenz bedroht, sonderic auch der {jangm öirtschaft ein nicht gut zu machender Schaden zugefügt. Auch eine Reihe anderer Branchenorganiationen hat Kundgebungen gegen die ihnen aus den chöhten Zöllen drohende Gefahr beschlossen. In denächst-eli Tagen werden zahlreiche Verbände bei der Regieung soivie bei sämtlichen Parteien des Nationalrates vorprechen und durch pevsöirliche Intervention bei den matzebenden Faktoren noch in letzter Stunde den Versuch unteriLtzmen, auf die schiveren Bedenkerc der Kaufmmmschaft legen die Vorschläge der Negierung aufmerksam zu wachen. Lefterreichische Nationalbank. Steigerung deS WechscleSkompts und des Not«rumlaufes. Der Ultnnoculsiveis der Oesterreichischen National- >cuÄ verzeichriet eine Zunahme des Devisenchatz e s um zirka 6.7 auf 474.6 Millionen Schilling und ine lvcitere mäßige Zuimhme des Goldschatzes um zirka J2.000 Schillnlg auf rund 68,720.000 Schilling. Die lrotzrodeviseu haben sich um 7.9 auf 176 LMirmenMLHrg Der Born Judas Legenden, Märchen und Erzählungen Gesammelt von M. 3. bin Gorion S ech» Bünde, geb.. 8 ZWO, «inzeln h 8 »V0. In Halbperg. 8 68*40, einieln d 8 15*80 Werk bietet zum erstenmal den gesamten volkS- 4*»/ tümlichen Märchenunt> Geschichtenschatz der Juden und. ist durch feine Anlage und Gestaltung gleichsam eine'jüdische Tausendundeine Nacht. Gründlichste Kenntnis der Materie und ein sicherer Geschmack habeli sich hier vereinigt, um aus dem selbst für Kenner schier unübersehbarm jüdischen Schrifttum verschüttetes Gut zu heben und es in einer künstlerischen Einheit darzustellen. Wien Zu b«»lrh«n durch: Buchhandlung N. LSwit, I.. Rotrnturmstrabe 2 2

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