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Wiener Morgenzeitung · 1927-06-04 · Heft 2970 (4.6.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2970 (4.6.1927)
Date
1927-06-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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LmmmmmmmmwmJI Redaktion, Administration: Wien, n.,Taborstr.i Telephon 44-0-38, 49-3-19 Telephon ab 6 Uhr abends 38-5-80 Serie, ab Va9 Uhr abends 38-5*83. Druckerei: VN., Lerchenfelderstraße 1 („lnva“) Preise: Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißstellen monatl. 5 Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. 9tv. 1970 Wien, gnmstan, 4. gnni 1927 (4. Siwan S687). ola 'MWfT ___ MÖBELHAUJ 3.WÜHL!V. SCHIEIFMOHIGASJE Nt 3 TELEFON 5593J 8ECUJEM& t TEILZAHLUNG! asm 9. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Koffer Neueste, nach eigenen Erfindungen patentierte Kupnaschrank Touristen Auto und alle Arten von Relserequlsltan u. Lederwaren wegen bevorstehender Renovierung zu fabelhaft billigen Preisen nur beim Allein-Erfinder u. Erzeuger L. HORCH, WIEN, VIII. JoselstSdterstraBe Nr. 36 — Telephon 26*8-67 Stmmsmrf gegen Poimare, Boripiei zu den nächsten Wahlen. Paris, 3. Juni. In den Wandelgängen der Kamtner wurde heute die in der gestrigen Sitzung vorgebrachte Ankündigung des Handelsministers Bokanowski, wonach die Regierung beschlossen habe, von der Kammer die beschleunigte Erledigung der Zolltarifvorlage zu fordern und. gegebenenfalls die Vertrauensfrage zu stellen, lebhaft kommentiert. Es herrscht nach wie vor der Eindruck vor, daß sehr wenig Aussichten für die Annahnre des Gesetzentwurfes in der Kammer bestehen. In der Fin auz kam Mission, die als parlamentarischer Jntrigenherd gilt, lief das Gerücht um, daß Besprechungen im Gange seien, zu dem Ziel, das Kabinett absichtlich über die Zollvorlage zu Fall,zu bringen, am bei den Wahlen im Mai 1928 wieder eine Linksregierung zustande zu bringen. Die Führer dieser Aktion seien Painleve und Herriot, die annehmen, daß Pomcare amtsmüde sei und es nicht ungern scheu würde, daß Tardieu das Finauzportefemlle übernimmt. Bei der Umbildung des Kabinetts sollte dann B o k a n ö w s k i, den seine Zosl - tarifvorlage unbeliebt gemacht hat, der Kolonienministcr Perrier umd Innenminister Sa traut, dem man Ungeschicklichkeiten in der BchaMnng der Kommunistenfrage vorwirst, ausgeschisft werden. Als kommender Ministerpräsident wird wieder einmal B r i a n d genannt. : : Die rote Armee ln Frantrelch. . Paris, 3. Juni. In. der Kammer wurde heute nachmittags die durch eine Interpellation des Abg. Cachin zu der antikommunistischen Rede des Innenministers hervorgerufene Debatte über den Kommunismus fortgesetzt. Der radikale Abgeordnete Heul in wünscht Aufllärung darüber, was die Regierung mit der. Verfolgung der kommunistischen .Abgeordneten bezwecke, und welcher Zusammenhang zwischen den ümerfranzösifcheu Kämpfen gegen bei: Kommunismus, und der Politik anderer nwopäischer Mächte bestehe. Wenn. man. die äußerste .Linke verfolge, so . müsse die Frage gestellt werden, wie man sich gegenüber dem F a s c i s m u s, ■ verhalten soll. Innenminister S a r - raut warf ein: Das ist genau dieselbe Sache. Der Abgeordnete Soulier erklärte, die russische Revolution habe 25.000 Todesopfer gefordert. In Georgien und im Kaukasus herrsche ein« w a h r e S k l averei. Die Kommunisten gingen überall mit Feuer'.und Schivert vor. In Frankreich hielten sich gegenwärtig 200.000 ,ro MMNnist i sche Ag i tatoren auf. Die. rv t e Armee in Frankreich so vorzüglich organisiert Und sehr zu fürchten. Ihr Chef sei der Abgeordnete B a i l l a n - CoUtirier. In Paris allein seien 12.300 Mann vorhandeCn, die auf das erste Signal marschieren würden. Jede Post-, Telegraph- «nd Telephonstreik 1« Oesterreich? Berschikrsnng der SUuation. Heute um 10 Uhr vormittags laust das von der Technischen Union und der Postgewerkschast gestellte Ultimatum ab. Bundeskanzler Dr. Seipel, Generaldirektor H oheisel sowie die Beamten der mit den Personalangelegenheiten betranken Sektionen des Finanzministeriums benützten den gestrigen Tag zu sehr intensiven Verhandlungen mit den Vertretern der Angestellterwrganisationen. Bis in die späten Nachtstunden wurde im Bundeskanzleramt verhandelt. Die Technische Union, die das Hauptgewicht auf die Frage der Zusammensetzung der Personalvertretung des Telegraphen- und Telephonwesens legt, entsandte nachmittags den Abgeordneten Zelenka zu Dr. Seipel, der in dieser Frage BermittlungsVorschläge machte.Die von der Regierung in Aussicht gestellten Verbesserungen des Stellenplanes, die Erhöhung der Nebengebühr e u und die Zusagen hinsichtlich' der V erbesser.un.gen der Vorrückung befriedigten die Vertreter der sozialistisch organisierten Angestellten nicht. Sie setzten sich mit der Gewerksch aftskommission ins > Einvernehmen . .uzch.«^vetoirW^rr...,E' - ihrfür M " Uhv,., abends eine Konferenz, in der vor allem die Frage, der Rückwirkung eines Poft-, Telegraphen- und Telephonstreiks auf die'Angestellten und Arbeiter . der Privatbetriebe erörtert wurde. Im Verlauf der fortgesetzten Verhandlungen verschärfte sich während der Nachtstunden die Situation. Bundeskanzler Dr. Seipel machte bezüglich der Personalvertretungswahlcn den'Vorschlag, das; der gegenwärtige Zustand anerkannt und etwa im Dezember Neuwahlen dnrchgeführt würden. Dieser Vorschlag wurde von Mg. Zel e n k a mit dein Hinweis darauf, abgelehnt, daß der nichtsozialdemokratische Gewerkschaftsbund bei den letzte;: Wahlen um 800 Stimmen weniger erhalten hat als im Jahre 1924. Das Vorgehen der Regierung mache daher den Eilidruck, als ob sie durch ihr Verhalten der Minorität des Personals auf Kosten der Mehrheit künstlich die Majorität verschaffen wolle. Die Technische Union und die Postgewerkschaft verstän-- digten daraufhin die Gewerksch aftskommission und die Fraktion der sozialdemokratischen Partei. Daraufhin begaben sich in später Nachtstunde Abgeordneter Dr. Bauer Und der Obmann der Gewerkschaftskommission Hüeber zu Dr. Seipel, um ihn auf den Ernst der Situation aufmerksam zu machen. Um dreiviertel 1 Uhr nachts dauerten die Besprechungen noch an. Die Lage wird als äußerst ernst bo- L ztichnet. Man rechnet bereits' in Kreisen der Technischen Union mit dem Ausbruch des Streiks am kommenden Dienst ag. Knapp vor 1 Uhr nachts verließen Dr. Bauer und I Hueber den Bundeskanzler, der die Vertreter der Gewerkschaften für' heute 9 Uhr vormittags neuerlich ar sich bat. ' pb\V Kompagnie bestehe aus 120 Mann und sechs Offizieren. Selbst in der Armee seien zahlreiche kommunistische Zellen vorhanden so in der Infanterie 170, in. der Kavallerie 30, in der Artillerie 49, bei den Pioniertruppen 23, in der Flotte 52, bei den Fliegern 57; sogar die Offiziersschule von St. Cyr besitze eine kommunistische Zelle. Der Mg. M v r i ä.u d erklärte, die Konrmunisten seien eine Gefahr für den Frieden. Er verteidigte die Mission Frankreichs in den Kolonien, die durch die kommunistische Propaganda bedroht werde. Die Propaganda in Rif. sei geradezu ein Verbrecher:, denn ohne sie würde Frankreich sicherlich nicht 7000 Tote in dem Abenteurer Abd el Kr im's verloren haben. Beilegung des jugoslawischalbanischen Konfliktes. Freilassung des vertzafteten Dragomans. Belgrad, 3. Juni. Der Dragoman der jugoslawischen Gesandtschaft in Tirana, Gjuraskovie, dessen Verhaftung durch die albanischen Behörden zu einem Notenwechsel zwischen Tirana und Belgrad Anlaß gegeben hatte, würde heute vormittag, gemäß der gestrigen Aufforderung der jugoslawischen Regierung auf freien Fuß g e s e tz t. Damit ist der Zwischenfall beigelegt. Kommlmistenverhastungen in Meriko. L o nd o n, 3.- Juni. Gin Telegramm aus Mexiko besagt, daß in der vergangenen Nacht, kurz nach^ Mitternacht, mehrere m.e'x i kan i f ch e D e t e k t i v e: in einen Raum der Sowjet-Gesandtschaft eindrangen, wo gerade eine Geheimsitzung stattfand. Die Detektive verhafteten zehn der kommunistischen Propaganda verdächtige Personen, die mehrere Stunden lang gefangen gehalten und erst auf Verlangen des russischen Legationsrates freigelassen wurden. Heute vormittags veröffentlichte die Polizei ein Kommunique, in dem erklärt wird, daß die Untersuchung irrtümlicherweise sta t tg e f u n de n h a b e. 2er englisch-russische Abbruch. Abreise der beiderseitigen Missionen. London, 3. Juni. Heute morgen verließ die r us s:sch e Handelsdelegation in einer Zahl von ungefähr 75 Personen, mit dem Geschäftsträger Ros engoltz an der. Spitze, England. Eine Anzahl englischer Arbeiterführer gab den Abroisenden das Geleite. Die britische diplomatische Mission wird heute Moskau verlassen und.ihren Weg über Rig< nehmen. Re englische Flottendemonftration gegen Rußland. Berlins 3. Juni. Nach einem Kopenhagens Telegramm des „Lokälanzeigers" ist heute früh in dem Hafen von Kopenhagen'das britische Ostseegeschwader eingelaufen. Es besteht aus fünf leichten Kreuzern, einen Torpedobootzerstörer und acht Torpedobooten mit insgesamt 2000 Mann. Am 26. Juni wird das Geschwader nach Goeteborg in-See gehen. ' zusammenkunst Sr. Str elemauu—Lschltscherin. Berlin, 3. Juni. Zlvjschen Reichsaußenminister Doktor Stresemann und Tschitscherin wird in Baden-Baden eine Zusammenkunft stattsinden. Di- Anregung dazu ist von Tschitscherin ausgegangen. besonders billig beider VI, MARIAHILFERSTRASSE 8 PROVINZ MUSTERVERSAND)

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