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Wiener Morgenzeitung · 1927-06-02 · Heft 2968 (2.6.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2968 (2.6.1927)
Date
1927-06-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| preis 20 g | Redaktion, Administration: Wien, H«, Taborstr. 1 Telephon 44-0-33. 4S-3-1S Telephon ab 6 Uhr abends 38-5-80 Serie, ab */j9 Uhr abends 38*5-83. Druckerei: Vn.. lierchenfelderstraße 1 (,1mm-) Wien und .Oesterreich dnrch Post oder Verschleißstellen monatl. 5 Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. Wiener BESUCHET din flauer Btttftattskelld r I Pie Gemütlichkeit der guten alten Zeit. Wer kommt, wird wieder Stammgast l IMI.I]lll.-lelMM5piiV, Volkstümliche Preise! Mittags-Menüs) ä S T50 Direktion: OTTO KA8ERER f Rk. 2968 Me«, 8otmet»tnn, 2. Fun! 1927 (2. Siwan 5687).■ 9. gahrgano Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind dnrch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Versprich mir, daß Du nun sechs Wochen lang regelmäßig Sanatogen nehmen wirst. 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Es kam dann zu einein Zwischenfall.. Der so-, zialistische «Mgeordnete Brun saut erklärte, das belgische Proletariat sei mit dem italienischen in dem Rufe einig: Es lebe Italien! Nieder m i t d e m 'F a s c i s m u s! N i edi'vr mit Mussolini! Mus die Aufforderung des Kammerpräsidenten, diese!Aeußerung znrückzrinchmen, schrieBruttsaud: Riüede.r mit Mussolini, dem Mörder! Er «vurde daraufhin zur Ordnung, gerufen. Gerüchtweise verlautet in polittschetr Kreisen, Mussolini, dev bereits den italienis :en Botschafter in Brüssel ab berufen und die Wahrnehmung der italienischen' Interessen einem Geschäftsträger Überlassen hat, habe sogar mit dem Abbruch der diplomatischen Bezieh u n g e n g e d r o h t, falls sich ayttfascistische Zwischenfälle in Gegenwart eines Mitgliedes der belgischen Regierung ereignM sollten. Demission der rumänischen stegierum. Avererku gegen die Bildung einer nationale« Kabinetts. Bukarest, 1. Juni. In einer halbstündigen Konferenz der. führenden Mitglieder -der Regierungspartei wurde beschlossen, daß Ministerpräsident General Averescu morgen dem König die Demission des Gesamtkabinetts überreichen soll. Gleichzeitig wird Avereseu dom König eine schriftliche Erklärung Wergeben, worin er darauf hinweist, daß er gegen die Bildung einer nationale« Regierung sei, Weil er davon nichts Nützliches für das Land erwarte. Daher habe er es bisher unterlassen, Fühlung mit den Führern der übrigen politischen Parteien zu nehmen. Avereseu protestiert in der schriftlichen Erklärung auch gegen die Gerüchte, daß er dem Wunsche des Königs nach seiner Demission Widerstand zu leisten-beabsichtige. Der Brief schließt mit einem Hinweise auf die Verdienste, die sich Mereseu für sein Vaterland erworben habe. Avereseu erklärt, daß seine Vergangenheit eine Bürgschaft dafür sei, daß er niemals Abenteuer versuchen würde. . . Heute fand eine Zusammenkunft zwischen Bratiarm und Avereseu statt, in der, der „Politika" zufolge, auch die Frage der Zusammen.setz.ung des Regen tsch afts rates besprochen wurde. In hiesigen politischen Kreisen herrscht allgemein die Meinung vor, daß nach der Demission Ävevescus die nette Regrerung der nationalen Einheit ohne Mitwirkung der Volkspartei Aberescus gebildet wird. Ms" Mandatar des Königs ' wird der M i n i st e r de g\ königlichen Hofes, Ehiotti, genannt.' - ' - - Bor einem Rodaliftenputsch in Griechenland? Athen, 1. Juni. Die politische Lage ist verworren. Allgemein wird mit einem roh alistis chen Militärputsch gerechnet. Die Wa ch e. v.or d em Kr i egs min i ste r iu m wurde zurückgezogen und durch verläßliche Mannschaften der r e p u b l i k a n i s ch e.n L eib gar d e ersetzt. Der Ministerrat hat die V o r s ch l ä g e B e n i z e l o s zur Abhaltung einer Volksabstimmung über die Staatsfovm a L g e l e Hut und. den Präsidenten C o n d u r i o 1 i s telegraphisch von seinem Landsitz zurückberufen. Der Präsident ist mit Flugzeug in Athen eingetroffen. Ae um stefoflung. Athen, 1. Juni. (Agence d'AtheneS.) Dit! Kammer hat die letzten BerfassuugsaxtAel betreffend die Errichtung des Senats genehmigt und damit Hr Mandat der Konstituante beendet. Die neue Versa ssüng wird Ulniiverzül'-glich veröffentlicht werden. England md Aegypten. Dle Antwort ver Sgyptifchen Regierung. Kairo, 1. Juni. Premierminister Sarvat Pascha begab sich heute, nach einem Kabinettsrat, zu dem englischen Hochkommissär. Lord Lloyd, um diesem die A nsich t e n d e r ä g y p t i s ch e n Regie r u n g ' auseinanderzusetzen, - bevor die ä g Y P t i sch e .A n t w o r t auf die letzte.englische Note in der Frage der Heeresorganisation Überreicht wird. Die ägyptische Antwortnote dürfte noch im Laufe des heutigen Tages dem englischen Oberkommissär überreicht tverden. Die britischen Linienschiffe „Malaya" und ,Mrham" sind im Hafen; von Alexandrien, das Kriegsschiff ,-Royal Soverein" ist in P o r t Said, eingetroffen. Mittungen WWerWns im Untethans, - L o n d o n, 1.. Juni. Auf eine'Anfrage hinsichtlich der Verwicklungen mit. Pegypten antwortete' Sir Austen C h a m b e x l a i n im U n t e r h ä u s, daß 'feit einiger Zeit eine Reihe von ägyptischen Politikern bemüht ist, den Präsenzstand der ägyptischen Armee zu erhöhen und die Armee zu einer Waffe in den Hänhen der ZaghlüOstärtei zu machen. Diese Projekte hätten die Besorgnis der englischen Regierung hervorgerusen, die die B e r t e i d i g u n g des Suez-Kanals als ein lebenswichtiges Interesse des britischen Reiches' iprd den Schutz der Ausländer in Aegypten als ihre Verpflichtung ansehe. Es sei der Zweck der an die ägyptische Regierung gerichteten englischen Noten, im Einvernehmen mit Aegypten Vereinbarungen in der Armeesrage herbe! zuführen, die beide Teile befriedigen könnten. Sin liberaler Wahlsieg in Sagland. London, 1. Juni. Bei der infolge der Mandatsniederlegung des konservativen Kandidaten in Bosworth notwendig gewordenen Ersatzwahl erhielten der Liberale Edge 11.391, der Arbeiterparteiler 11.710 und der Kvnf6rdativ< S.pears nur 7665 Stimmen. ' Die Russe« verlassen morgen London. London, 1. Juni. Der sotv>trussische Geschäftslrä» ger Rvsengoltz teilte Chainberlain mit, daß er Unddas Getsa n dt schuft spar sonal sowie das Personal der HandelsdelegationLondowam3. d. M. verlassen werden Der Bormarsch der chinesischen Rationalarmee. P ekin g, 1.. Juni. Der Rückzug der Nord» armee über den Gelben Fluß dauert an. Die Muldentruppen hüben die Protze B r ü ck e w o n S.che sm i. g.e,. sprengt, um den Vormarsch, des Generäls Fengynüsiang zum Stehen zu bringen. In Tschengtfchcv' sind - chinesische Eisenbatznbeamte getötet worden. D! Franzosen und Belgier fordern tz i l f e. zavrniWe Berltilrkimiie». London, 1. Juni. Nach einer Meldung aut Tsingtau sind dort drei japanische Re, gimenter in der Gesamtstärke von 2000 Mann ein, getroffen. Die chinesischen Behörden habev gegen die Landung der Japaner protestiert. robesnrteil gegen den Manische« Senrral Kieschtschsaoki. Kowno. 1. Juni. Das Kriegsgericht verhandelte ge< ftern gegen den früheren General K l e s ch t s ch i n s k t welcher unter der Anklage stand, zugunsten RußliaM S p i o n a g e getrieben zu haben. Der Angeklagte Hai de« russischen^ Botschafter in Kotvno seit dem Jahre 1986 bii zu seiner Vechaftung, das Material geliefert. - Das Kriegsgericht hat den AngeklagtenfürschuldiL befunden und.zum Tode verurteilt. General Kleist tschinski hat an den Staatspräsidenten ein Gnaden«: g e s u ch. gerichtet, das' jedoch a b g e l e h n t wurde. Wi» die „Litauisches Rundschau" erfährt, ist General. Mesch«: tschinski heute morgens um 8 Uhr erschossen worden Die arabische tzekative an die Mandatskommission. Jerusalem, 31. Mai. (I. T. A.) Die PaläMeWch Arabische Exekutive hat Heute das von ihr abgesaßte, für Äi< Mandatskommission des Völkerbundes bestimmte Memorandum der Presse übergeben. Sie tat dies im Gegensätze zu der bis, herigen Gepflogenheit, für die.Mandatskommission bestimmte offizielle Mitteilungen nicht vor deren Behandlung durch Me Mandatskommission zu veröffentlichen. In dem Memorandum wird gegett England als Mandatsmacht die Klage erhoben, daß, es die Anregungen der MandatAommission nicht erfüllt und eine die arabische Bevölkerung schädigende Politik befolge. Ins» besondere wird darüber geklagt, daß immer mehr Sritische Beamte ins Land kommen, daß Palästtna noch immer einer Sslbsdvevwaltungsinstitution entbehrt und das die arabische Sprache im offiziellen Gebrauch gegenüber dem Englischen und Hebräischen züvückgejetzt wird. Ferner läßt die Regierung eine wahllose Einwanderung von Juden zum Schaden der Araber zu.

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