Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2965 (30.5.1927)
- Date
- 1927-05-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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f | p,el» 20 fl | Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon 44-0-38, 43-8-19 Telephon ab 6 Uhr abends 38-5-80 Serie, ab Va» Uhr abends 38-5-83. Druckerei: VII., Lerchenfelderstrafle 1 („lnva“) Preiset Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißstellen monatl. & Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des ölattes. Nr. 2965 - Wiener Morgmzeitunq - ^Besuchen Sie Motel Continental Wien, 11, ¥>pcderahaße l nächst Schwed&nbtückc Zenitale Hage / Komfortables Hotel I Katieehaus and üesiauranl / Schönet, slaabtseter, scholliger Qculen / Mäßige Preise 9. Jahrgang MM IM ID £11)11. zurükkweisung aller Beschuldigungen. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Ser drohende Post- und Telephonstreit. Heute mit die Entscheidung. Die Postgsweckschaft, die bekanntlich vor einigen Tagen an die Postverwaltung mit einigen Forderungen materieller und administrativer Statur herangetreten ist, hat für heute vormittags ihren Vollzugsausschuß zu einer letzten Verhandlung einüerufen. Anschließend daran wird eine Konferenz des erweiterten Gewerkschaftsvorstandes, stattfinden, die sich bereits mit der Ahsendung eines befristeten Ultimatums beschäftigen wird, das heute abends um 6 Uhr der Generaldirektion überreicht werden soll. Die radikalen Gewerkschaftsfunktionäre sind für eine ganz kurze Frist und wollen mit dem Poststreik noch vor nachst°en Sonntag einsetzen. Für Mittlooch hat die Technische Union eine große Vertrauensmännerversammlung einiberufen, um zu der Lage Stellung zu nehmen. Lindbergh in London. Begeisterter Empfang. L o n d o n, 29. Mai. Von einer nach Hunderttausenden zählenden Menge begeistert empfangen, ist der amerikanische Transozoanflieger L i n d b e r g h, von Brüssel kommend, um 18 Uhr auf dem Flugplatz Croydon glatt gelandet. Das Flugzeug mußte, um es vor Zerstörungen der Menge zu bewahren, unter starker Militärbewachung in den Hangar gebracht werden. Morgen wird' der Flieger vom König empfangen werden. . Ebenso wie in Le Bourget. durchbrachen kurz vor der Landung Lindberghs Zuschauer die Schranken auf dem Flugplatz Croydon, so daß Lindbergh dreimal über dem Flugplatz kreisen mußte, bis es der Polizei gelang, genügend Raum freizumachen, um seine Landung zu ermöglichen.. Als.Lsndbergh das Flugzeug verließ, wurde er vom. amerikanischen Botschafter Houghton, dem britischen Lustfahrtminister Hoar a und andere,: offiziellen Persönlichkeiten begrüßt.' Zwei Stunden vor der Ankunft Lindberghs waren die auf dem Flugplatz versammelten Zuschauer Augenzeugen des Absturzes eines Passagierflugzeuges aus' einer Höhe von ungefähr 50 Fuß, wobei glücklicherweise, zwei Passagiere nur leicht verletzt wurden. Llndvergys Mlgkelt als Flieger. Paris, 29. Mai. Der Flieger Lindbergh veröffentlicht heute im „Matin" einen Epilog zu seinem Ozeanflug und seinem Aufenthalt in Paris, und macht über seine Tätigkeit als Flieger folgende Angaben: Ich habe innerhalb v o n f ü n f I a h r v n 7119 Flüge von einer G e s am t b auet v o n 1823 S t utt b e n 40 Minuten ausgeführt. Mein 33-Stunden-Flug über den A t l a n t i sch e n Ozean ist also nur ein kleiner Bruchteil davon. Allein im Vorjahre bin ich 763 Stunden geflogen. Im ganzen habe ich 5951 Passagiere befördert, und ich kann, sagen, daß keiner von ihnen auch nur den geringsten Unfall erlitten hat, ebenso wie ich übrigens selbst. Ich war also nicht vollkommen unvorbereitet für den Flug, den ich ausgeführt habe. Amttllmllche »»reichining. Washington, 29. Mai. Präsident C o o l i d g e k hat heute die Verleihung des „Kreuzes für hervorragende Flugleistungen" an Lindbergh genehmigt. M o s k a u, 29. Mai. In Beantwortung der dem Sowjetgeschäftsträger Rosengoltz zugestellten britischen Note, worin die Aufhebung des Handelsabkommens vom Jahre 1921 und der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Sowjetunion mitgeteilt werden, ließ die Sowjetregierung dem hiesigen britischen Geschäftsträger Peters eine Note überreichen, in der es heißt: Der Abbruch der Beziehungen mit der Sowjetunion ist durch die Politik der jetzigen britischen konservativen Regierung varbereitet worden, die alle Anträge der Sowjetregierung auf eine Regelung der gegenseitigen Beziehungen durch Verhandlungen ablchnte. Die Sowjetregierun g weist a lle-Besch u l d i g u n gen, daß sie das Abkommen vom Jahre 1921 verletzt hätte, als vollkommen unbegründet zurück. Die Ergebnislosigkeit der Durchsuchung der Handelsdelegation ist der beredteste Beweis für die Loyalität der offiziellen Agenten der Sowjetunion. Der H a u p t g r u n d für den Abbruch ist das Fiasko der Politik der koMervätiven Regierung in Chimy und der Versuch, dieses Fiasko durch die Diversion gegenüber der Sowjetunion zu verschleiern. Die britische Regierung zieht normalen Beziehungen zu; Rußland das System der Gewalttätigkeit und der Feindschaft vor. Die Sowjetregierung ist davon überzeugt, daß hie Zeit nahe ist, wo das britische Volk die Möglichkeit finden wird, sein Streben nach Frieden mit den Völkern her Sowjetunion und nach Wiederherstellung der normalen freundschaftlichen Beziehungen zu ihnen unbehindert zu verwirklichen. Stelnwlrle gegen Da» englische Konsulat in Pari». P a r i s, 29°. Mai. In der letzten Nacht tvurden von unbekannten Personen gegen die Fenster des großbritannischen Konsulats Steine geworfen, wodurch mehrere Fensterscheiben zertrümmert wurden. Peking, 29. Mai. Die Schlacht, die zwischen.den Truppen des Generals Pangtsen und den Rottruppen in der 'Gegend von Autschan entbrannt ist, dauert an. Das Kanonenboot „Alerte" begab sich in das Kampfgebiet, um die Weiterfahrt der Dampfer zu sichern, die infolge heftigen Geschützfeuers gezwungen waren, anzuhalten.' Nördlich von Ha n kau macht die Offensive der N ord tru-pp en, die nur wenig Widerstand finden, Fortschritte. Verwundete aus der Schlacht bei Honan strömen in Hankau zusammen. .. Wie die japanischen Blätter melden, wird die Tokioter Regierung w e i t e re 2000 Mann aus der Mandschurei nach Peking und Tiengsin entsenden. Die Militärattaches der Mächte in Peking konferieren bezüglich der Verteidigung der Ausländer in Nordchina. Man hält es für möglich, daß die britische Regierung zum Schutze der Fremden-Be rstä r k u n ge n nach. Nordchina entsenden werde. , 8l« Bermlttlungvokschla» gavan»? Lond o n, 30. Mai. Nach einer Meldung des „Daily| Telegraph" aus Tokio, hat Japan in China einen' V e r m i t t l u n g s v o r s ch l a g ge,nacht. Danach habe man Tsang-Tso-Lin nähegelcgt, eine Waffenstillstands-Konferenz e i nz uberu fen, die Kämpfe ein zu stellen, und sich nach Mulden zurückzuziehen. Darauf sollen die Marschälle Feng, Tsang-Tso-Lin und Schangkaischek sichüber die weiteren Bedingungen einig werden,, wenn möglich, mit U n t e r st ü tz u n g und Zustimmung Japans, Großbritanniens, Amerikas, F r a n k r e i ch s und Italiens. Dieses Vorgehen Japans ist durch den Außenminister Baron Tanaka bestätigt worden, der in einem Interview mitt-eilte, daß er sich von der Entsendung von 2000 Mann aus der Mandschurei nach Tsingtau die Zustimmung der vier in Frage kommenden Großmächte geholt habe. SieSvannung zwischen Aegypten und England. , Verweigerung der Kredite für den Sirdar. Kairo, 29. Mai. Wie das Blatt „Siassa" meldet, stattete der britische Ob er komm iss är dem König gestern einen Besuch ab, um ihm von einem ihm zugekommenen 'Memorandum der britischen R eigier Nng betreffend die Anempfehlung des; Kriegskomitees der ägyptischen Kammer auf Einstellung der Kredite für. den Sirdar Mitteilung zu machen. Das Matt bemerkt, es bestehe M zwischen den Regierungen von Großbritannien -mH Aegypten eine gewisse Spannung, und drückt die Hoff-- nnng aus, daß der Geist der Mäßigung die Oberhand gewinnen weide. 1 Manien der britischen MlltWotte. Malta, 29. Mai.. Drei britische Panzerkreuzer haben plötzlich den Befehl erhalten, mit unbekannter Bestimmung in See zu gchen. Demonstration gegen Aegypten. L o n.d o n. 30.' Mai. „Daily Mall" . meldet ffifö - Malta, daß die drei Schlachtschiffe, die gestern abends in See gingen, für Aegypten bestimmt seien. Das Matt nimmt an, daß dies im Zusammenhang mit der Krise stehe, die wegen der Stellung des Sirdar entstanden sei. Polnisch-rusfischer Gesangenenaustausch. Warschau, 29. Mai. „Expreß Poranny" meldet, daß zwischen der polnischen und der sowjetrusstschen Regierung Verhandlungen über den Austausch von politischen Gefangenen im Gange sind. Für 32 in Rußland gefangene Polen sollen von der polnischen Regierung 9 kommunistische Häftlinge ausgeliefert werden. Sie Sinbernfsng des Selm. Warschau, 29. Mai. Die Obmänner der p o l n i s ch e n P a r t e i e n, die gestern im LandtagSgebäude eine v e r t r a u l i ch e A u s f p r a ch e hatten, haben beschlossen, bevor sie weitere Schritte unternehme,:, die für den kommenden Mittivoch angekündigte Konferenz zwischen Marschall P i l s u d s k i und dem Sejmmarschall R a t a j abzuwarten, da sie mit der Möglichkeit rechnen, daß hon der Regierung an den Staatspräsidenten wegen Einberufung des Sejms herangetreten werden wird. Sollte die Unterredung das erwartete Ergebnis nicht bringen, so steht schon jetzt fest, daß die v e r fassungsmäßig vorgesehene Anzahl von Abgeordneten einen Ant.rag beim Staatspräsidenten auf Einberufung des Landtages Erbringen wird. Sie RottenabrMtMg. Washington, 39. Mai. In mehreren Kwifsren* zen zwischen Kellog und dem amerikanischen Gesandten Hugh Gibson ist ein eingehender Plan für die Eirsschränkung der Flottenrüstung ausgearbeitet worden, der erst bei "eginn der Dreimächtekssfer e n z am 20. Juni bekanntgegeben werde» soll. kisenbahnungljjü in Sachsen. s Personen schwer. iS leicht verletzt. Magdeburg, 29. Mai. Heute früh setzte der Lokomotivführer eines Sonderzuges beün Auswechseln der Lokomotive auf dem Bahnhof Nege leben diese so hart an den Zug an, daß ein Waggon e n t g leist e. und ein anderer beschädigt würde. Dabei wurden' 3 Personen schwer und 46 Personen leicht^ verletzt. GAerzugsentgleisung de! Lodz. W a r s ch a u, 29. Mai. Gestern nachrnittags entgleiste bei Lodz ein Güterzug. Ein Eisenbahnb e d i e n st e t e r wurde getötet. Die Ursache der Entgleisung konnte noch nicht festgestellt werden.. Heftige Kämpfe in Wna. zwei Schlachten. - Beratungen der Pekinser MIMnttncher.