Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2962 (27.5.1927)
- Date
- 1927-05-27
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wm vwm ■ * ** Tv\K?mm-K«p-m Nr. 2002 F-ttitw-g Wiener Morgenzettmrg 27. Mai mi Seit? 7 TOIKSWIllTSCIIArT UnberönHerter zinssub der Bank von England. Wie aus L o <n ib o n, 26. d. M., gcmclb-et wird, hat die Baut von England beschlossen, ihren Zinsfuß unverändert zu lassen. Dieser Entschluß kommt nicht unerwartet, da der Konflikt mit Rußland eine vorsichtige Zinsfußpolitik gebietet. Die Rückwirkung dieses Konfliktes auf die europäischen Geldmärkte dürfte jedenfalls zunächst darin bestehen, daß die zu Beginn d. I. eingeleitete Aera der Geldverbilligung vorläufig keine Fortsetzung mehr finden wird. Es wird schon viel gewonnen sein, wenn aus dein Kontinent die Diskvntschraube nicht wieder angezogen werden wird. Diese Gefahr ist am akutesten für Deutschland, dessen Geldverhältnisse schon längst eine Erhöhung des Zinsfußes der Reichsbank erfordert hätten. Diese Erhöhung ist bisher unterblieben, da Dr. Schacht es vorzvg, der Börse die Report- und Lombardkredite abzudrosseln. Eine endgültige Klärung der Zinsfußfrage ist jedoch dort nicht geschaffen worden, da der Prozeß der Rückbernfung kurzfristiger ausländischer Anlagen aus Deutschland und der Druck auf den Devisenmarkt anhält. Zugleich mit der Ankündigung, daß der Zinsfuß unverändert bleibe, hat die Bank von England einen Bericht veröffentlicht, worin sie darlegt, daß die jüngsten Goldkä'ufe für Rechnung der Bank von Frankreich getätigt wurden. Man glaubt, daß ähnliche Gokdkäufe in größerem Umfang in New d»rk vorgenommen werden. Der für die Goldkäufe aufgewendete Betrag belief sich auf 2,500.000 Pfund Sterling. In Geschäftskreisen stellt man Erwägungen Wer die Frage an, ob die Gobdabhebungen fortdauern werden. Man will daher die Geldsätze festhalten, bis man einen klareren Ausblick Wer die Lage gewinnt. Durch die Mitteilung, für wessen Rechnung die genommen, und cs galt als sicher, daß sie an die N e w Aork Federal- Reservebank überwiesen wurden. Aus dem Umstand nun, daß sich die großen Goldabgvben der Bank von England mit deren reinem Goldzufluß decken, wird geschlossen, daß auf Grund einer Verständigung zwischen London und New Fork eine Goldreserve für bestimmte währungspolitische Zwecke aufgespeichert werden soll. Daß diese aber nicht unbedingt der englischen Währung gelten müsse, geht aus einer im volkswirtschaftlichen Teil der „Times" enthaltenen Darlegung hervor, die sich mit den Gerüchten befaßt, wonach die französische Regierung die Bewegung für eine weitere Wertsteigerung des Francs über den Stand von 124 Francs für das Pfund Hinaus fördere. Das Blatt meint, eine solche Politik würde offenbar dem ernsten Einwand einer schweren Störung für den Handel begegnen, da sie ihn zu schwierigen Ungleichungen von Preisen und Kosten nötigen würde, die schwer zu rechtfertigen wären, wenn sie durch ein? vorsätzliche Manipulierung des Wertes des Zahlungsmittels herbeigesührt werden. In der City behauptet sich nun die Auffassung, wonach die undurchsichtige Goldbewegung mit dem Londoner Besuch des Präsidenten der französischen Republik in Zusammenhang zu bringen sei. Man vermutet, daß unter Mitwirkung der New Yorker und Londoner Zentralbank die Rückkehr Frankreichs zur Goldwährung technisch vorbereitet werden soll. Jedenfalls läßt dieser Goldabsluß, der auf die Verfassung des Geldmarktes nicht ohne Einfluß bleiben kann, es auch, von dem Konflikt lnit Rußland abgesehen, als begreiflich erscheinen, daß eine weitere Herabsetzung des englischen Diskontsatzes unterblieben ist. Die Zwischenbilanzen der Banken. In der letzten Gens« lralverfammlung des Wtener Bankvereines hatte DrreKor H e i n s h c i m c r mitgeteilt, daß die Frage der Zwisicheirbilanzen der Banken seit einiger Zeit den Gegenstand ernster Studien innerhalb des Bankenverlbandes bilde. Diese Studien sind nun, wie wir hören, smveit gediehen, daß vor einigen Tagen Vertreter der Wiener Banken beim Präsidenten der Nationalbank Tr. Reisch erschienen, um mit ihm den Gegenstand zu erörtern. ES stand die Frage zur Diskussion, ob Halbjahrsbilanzen mit Gewinn- und Verlustkonto oder nur Zweimonatsbilanzen aufgestellt und veröffentlicht werden sollen. Aller Voraussicht nach wird sich der Bankenverband für die Zweimonatsvilanzen entscheiden. Die Veröffentlichung von Zweimonatsvilanzen würde jedenfalls einen Fortschritt bedeuten, da sie genügend Aussästutz Wer die Geldvowegung und den GeschäMierkehr der Ärotzvanken bieten werden. Internationaler Verband der Zuckerrüdenbauer. Aus Rom, 26. d. M., wird telegraphiert: Dre internationale Konferenz für Zuckerrübenbau, die gestern ihre Arbeiten abgeschlossen hat, hat antzer der Gründung eines internationalen Verbandes der Zuckerrüvenbauer mit dem Sitz in Bologna die Einsetzung eines Vollzugs auSschufses beschlossen, dessen Präsident und Sitz alle zwer Jahre neu zu bestimmen sind und das dre Aufgabe hat, den Regierungen der vertretenen Länder die Wünsche der Konferenz zu unterbreiten und ein Abkommen zu schaffen, das die geeignetsten Mittel zum Schutz der Zuckerrübenkultur festlegt. Für die bereits gemeldete Entschließung der Konferenz stimmten die Vertreter Oesterreichs, Beliiens, Frankreichs, Italiens, der Schweiz und der Tfchecholowakei. Die Vertreter Hollands enthielten sich der Abtimmung, während diejenigen Deutschlands einen Vorbehalt ormulierten mit der Erklärung, daß in Deutschland keine Zuckerrübenvauorganisation bestehe. Gutschrift eingezogener NachnahmetetrLqe auf ein Postsich.ecklonto in S. H. S. Die Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie gibt bekannt, datz vom 1. Juni 1927 angefangen im Verkehr mit dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen eingeschriebene Brrefsenbungen und Pakete unter der Voraussetzung mit Nachnahme belastet werden können, datz der Absender die Gutschrift des erngezogenen Nachnahmebetrages auf ein Postscheckkonto im Bestimmungsland derSendung verlangt. Der Höchstbetrag der Nachnahmevelastung wird für die Richtung Oesterreich—Jugoslawien mit 8000 Dinar und in der Gegenrichtung mit 1000 Schilling festgesetzt. Dev österreichische Absender einer Nachnahmesendung nach Jugoslawien, der die Gutschrift des emgezogenen Nachnahmebetrages auf ein dort bestehendes Postscheckkonto wiinscht, mutz den Nachnahmebetrag in Dinar angeben. Der Gutschrrfwermerk hat zu lauten: „A verser a l'avoir im campte courant postal No., de... a...". jüngsten Goldkäufe getätigt worden seien, ist dem Rätselraten der City über die Goldabgaben der Bank von England, der allein an zwei Tagen, am Donnerstag und Samstag voriger Woche, insgesamt die erwähnten 2yz Millionen Pfund entzogen wurden, ein Ende bereitet worden. Alle die Gerüchte, denen zufolge das Gold für Italien, Irland oder Indien bestimmt sein sollte, haben sich als müßige Kombination erwiesen. Allerdings war auch ein Gerücht verbreitet, daß das Gold für Frankreich bestimmt war, wiewohl es ernsten Ztveifeln begegnete, mit Rücksicht daraus, daß die geheimnisvollen Goldabgaben durch den reinen Goldzufluß der Bank kompensiert wurden. Diese Zweifel verstärkten sich noch mehr dadurch, daß der letzte französische Bank-Ausweis keine Veränderung in dem von der Bank von Frankreich im Auslände unterhaltenen Goldbestand verzeichnet«. Wie erinnerlich, hatte die Bank von Frankreich 5tz Millionen Dollar in Anspruch Soeben eingetroffen! DER EUROPÄISCHE ROMAN Eine Sammlung bester, moderner Autoren HANS REIMANN / Tyll EULENBERG / Sonderbare Geschichten FRANZ WERFEL / Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig MAX BROD I Romane und Novellen Jüdinnen / Leben mit einer Göttin Die Einsamen / Schloß Nornepygge OSKAR BAUM / Die Tür ins Unmögliche HAMSUN / Unter Herbststemen / Ge* dämpftes Saitenspiel PUTTKAMMER / Die Schwestern bocherschwemme R. LÖWIT, WIEN 1 RQTENTURMSTRASSE 92 Unsere neuen relevbon-Nnmmern lauten jetzt ab 6 Uhr abends 38-8-80 Serie, ab 1/29 Uhr abends 38-5-83. Internationaler Landrvirtschas'tSkongretz m Rom. Aus Rom, 26. d. M., wird telegraphiert: In Anwesenheit des Königs, der Mitglieder der Regierung, des diplomatischjen Korps und der Vertreter von 40 Ländern wurde heuLs der 13. Internationale Landwrrtschaftskongretz eröffnet. 9eoeaeooMee<wefleoeoo99oeoo6eewe(we(WMoeoeeooeofleee9eeefl08oew<Kweeefleefl8floefl Knappe Niederlage der Hakoah in Amerika. 2:3 (2:2) gegen das Team von Toronto. Toronto, 24. Mai. Die Wiener Hakoah trat heute hier gegen das Team der Stadt an, das die stärkste Mannschaft Kanadas repräsentiert. Nach schönem Spiele, das beiderseits Höchstleistungen brachte und die Hakoah überlegen sah, gewannen die Heimischen 3: 2. Zur Pause stand das Treffen 2:2. Das Match fand bei guten Bodenverhältnissen und unter der Leitung eines objektiven Schiedsrichters statt. Da Toronto von vornherein Spielerau st au sch ablehnte, wurden die Wiener gehandicapt, well Gold und Häusler noch vor der Pause verletzt wurden. Den ersten Treffer erzielte Toronto, worauf Grünwald ausglich. Nikolsburger errang die Führung, doch konnte Toronto noch vor Halbzeit das Spiel einstellen. Rach der Pause schossen die Amerikaner ein drittes Goal, während der Ausgleichstreffer Nikolsburgers wegen Ofsside nicht gegeben wurde. 4000 Zuschauer wohnten dem Kampfe bei. Hakoah spielte in folgender Aufftellung: Fabian; Scheuer, Gold; Fried, Guttmmm, Heß; Schwarz, HätiSler, Nikolsburger, Grünwald, Fischer. * Der Umstand, daß Hakoah diesen Kampf mit einer Mann* schast bestritt, diean Spielstarke dem stärksten Team der Wiener im Jahre ihres Melsterschaftssieges gleichkommt, erhöht den Eindruck, daß die amerikanischen Mannschaften tatsächlich über hervorragende Qualitäten verfügen. Am Samstag tritt Hakoah wieder in New York, und zwar diesmal gegen Indiana Flooring an. Ne gestrige« “ “ " " . Sporttlub-S. % (5. 4:1 (2:1). Verdienter Sieg. In Dornbach gab es gestern eine große Urbar, raschung. Der Floridsdorfer A. C. »vurde vom Sportklub glatt und einwandfrei geschlagen Die SPortklubmanuschast hat in der letzten Zeit sehr große Fortschritte gemacht, waS sicherlich auch auf daS Konto ihres Trainers, des alten Inter, nationalen Bvandstütter, zu setzen ist. Die Spieler bewegten sich sehr gut im Felde und arbeiteten äußerst zweckmäßig. Technik und Taktik haben sich bedeutend verbessert und bezüglich Kondition waren sie ihren Gegnern hoch überlegen. Der Sieg war demnach vollkommen verdient, wenn auch der FloridSdorfer Tormann Lazar durch mindestens zwei haltbare Treffer — unter anderem ließ er einen aus weiter Ferne hevanrollenden Ball durch die Beine passieren den Erfolg erleichterte. Bei den Floridsdorsern arbeitete diesmal auch Jiszüa sehr matt, nur Juranitsch und in der Verteidigung Czihak konnten halbwegs entsprechen. Edi im Tore der Sieger hatte einen sehr guten Dag, war aber auch einige Male vom Glück begünstigt, als er rettend das Tor verließ. Di« erste Chance halben die Floridsdorfer, doch schießt Gr'eSbacher an die Latte. Dann fallen durch Zelenka und Zach zwei Tore für Sportklub, -denen Juranitsch durch schönen Schuß einen Treffer entgegenstellen kann. Urban vergibt «ine glänzende Gelegenheit. Nach Wiederbeginn sendet schon in der dritten Minute Urban ein und die Ueberlegenheit des Sportklub wird immer größer. Die Floridsdorfer können ssch nur durch vereinzelte Vorstöße, die aber bei Ed: enden, Luft machen. Der Sportklub schnürt die Gäste ganz ein und in der 30. Minute fällt im Gedränge der vierte Treffer durch Zach. Bei diesem Resultat bleibt es. Schiedsrichter Zickmund mäßig, 3000 Zuschauer. Das Spiel der Reserven endete 2:2. W. «. «—Slovan 5 : 3 (2 :1). Bor 3000 Zuschauern konnte die Praternrannschaft gegen die Tschechen einen verdienten Sieg erzielen. Slovan wurde durch da- Ausscheiden des noch vor der Pause vorletzten Idarsky empfindlich gefchtvächt. Die W- A. E.-Spisler waren viel flinker und Slovan fand sich erst gegen Schluß. Den ersten Treffer erzielte Weiß, divrtt Elfmeter für Slovan vergab Stepan, worauf Walzhofer ffort. In der zweiten Hälfte erhöht Walzhofer durch z»vet Tore den Stand, in der 1b. Minute kann Grüner einen Elfmeter verwandeln. Kainz vergrößert den Vorsprung wieder und Sobotka stellt das Endresultat her. Schiedsrichter Mefz matt. oanuen Wacker—Rudolfshügel 6:2 (2:0). Die Meidlinger geilen dieses Mistekschaftsspiel in sicherer Manier^ Machörndl, Laug, Aigner, Rappan und Zirps Kr Rudolfshügel er» eiten i>;e Treffer. 2000 Zuschauer. 'VA t tiSf.. -ko,! 74151^^