Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2958 (23.5.1927)
- Date
- 1927-05-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ggffrr >&>,*'&t<—5^'^--^-.^ÄWr-«™n mf >-? -vn- -Wv4v^PR:^ i 1 Preis 20 M } Redaktion, Administration: Wien, 11., Tabor str. 1 Telephon 44-0-38, 43-3-19 Telephon ab 6 Uhr abends 38-5-80 Serie, ab '/rÜ Uhr abends 38-5*83. Dmckerei: VII., Lerchenfelderstraßo 1 („Inva“) Preise: Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißsteilen monatl. 5 Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. Wiener 111 mn i'mii ■«■'■i i ns Ar. 2938 Wie«, Montag. LS. Mai 1927 (21. Aar 5687). 1 ^Besuchen Sie Motel Continental ‘Wien, 11, Qtaletafoaße 1 nächst Schwedenhsilcke V Zenhaie Gage j Komiotlables Holcl f Katieehaas and fleslaatanl / Schönet, slaubiteiee, schalliges Qatlen / Mäßige greise 9. flahrgang Cvm redaktionelten Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesentes E gekennzeichnet. Sie engNsch russifche Spannung. Abbruch der diplomatischen Beziehungen? London, 23. Mm. In ministeviellen Streiften herrscht allgemein der Eindruck, daß es zur Aushebung des englisch-russischen Handelsabkommen und zum Abbruch d e r d i p l o m a t i s ch e >n B e z i e h u ngen mit Moskau kommen werde. Die Erklärung des Innen m i n i st e r s werdie wahrscheinlich durch eine Erklärung des Außenministers ergänzt werden lieber die Aktion der O p p o f t i i o n wird erst Mittwoch früh entschieden werden. Eine A n t w o r t a u f d i e P r o t e st n o t e der S o w j c tr e g i c r u ng gegen die Razzia aus das Arcosgebäude ist vorbereitet worden, wird aber erst nach Abgabe der Erklärung des Unterhauses abgeschickt werden. Lschitscherin i« Paris. ar i s, 23. Mai. Wie die „Hurnanite" erfahrt/ ist gestern T schitscherin in Paris eingetrofsen. Sie Schlußsitzung der Weltwirtschastskonsereur. - G e it f, 23. Mai. Nach Mitlieünngen von russischer Seite sind nunmehr alle Schwierigkeiten beigeleg t worden, die durch die gestrige Abstimmung der russischen . ^Delegation „gegen das Entschließungswerk der drei Hauptäusschüsse eiüstanden waren. Die Soivieiid-' e at'on wird sich, wie von russischer Seite verlautet, bei der en block- Hb ftimmung' der Sti mme enthalten. Die auf Montag vormittag?» augesetzte Vollsitzung der Konferenz wurde aus N a ch in i t t a g v e r legt. Mit der Nachnlittagssihung wird die W e l t w i r t s ch a f t s k o n f e r e nw a h rsche inlich abges chl offen werden. Auflösung einer natkonalMchen Kampfarganisatio» in Polen. Warschau, 22. Mai. Der Innenminister hat die nationalistische Kämpforganisation'„N a tio «fileWach t" aufgelöst. In einer .inspirierten Mitteilung hierüber wird darauf hingewiesen,. daß diese Organisation -durch ihr angebliches Ziel einer aktiven Unterdrückung der Anarchie, das ein Aufstapeln von Waffen u.nd Munition mit sich brachte, die Ruhe und die öffentliche Ordnung bedroht Politische Schlögerelen in Warschau. War sch a u, 22. Mai .(P. T. A.) Wie ein Blatt meldet, wurde heute morgens ein im Dienste der nationälisti scheu Parteien stehender Zettelanklebcr von einem sozialistischen Stoßtrupp'durch Nevolverschüfse v erletzt. Der Zustand des Zettelanklebers ist ho ffnungslos. Mit Ausnahme dieses ,Zwischenfalles und einigen bödcntnngsloser Schlägereien scheinen die Stadtratswahlcn bis jetzt verhältnismäßig ruhig , zu verlaufen. Ein Attentat ans den Erzbischof von Athen. A t h e n, 23. Mai. Der Erzbischof von Athen wurde gestern von einem Friseur aus Kreta übersatten und mit einer Schere im Gesicht und an den Händen schwer verletzt.!Eure nicht unerhebliche Menge assistierte hiebei dem Attentäter und rief dem Erzbischof zu: „Das ist die Strafe für die Einsührung des neuen Kalenders." Der Attentäter und die Schreier wurden verhaftet. Die Verletzungen des Erzbischofs sind schwer, doch hoffen die Aerzte il>' bald wieder herzu»» stellen. dies und Niederlage Haloahs in Amerika. Samstag und Sonntag trug die Wiener . jüdische Mannschaft weitere zwei Spiele in Amerika ans. Ain ersten Tag unterlagen die Blau-Weißen gegen All Stars, Chicago 1:2 (1:1) trotz überlegenen Spieles, da sie vom S ch i e d s r i ch t e r arg b e il a ch t «e i l i g t wurden. Gestern gewann Ha ko ah in Detroit 2:0 (2:0). " Näheres im Sportteil. Der Slug Wer den Szean war langwellig. Erklärungen Linöberghs. — Keine RSckkehr auf dem Luftweg. - Sie brgelfterte« Paüler vemoltrren das Flngzrng. Paris, 23. Mai. Der Transozeanflug Lindberghs ist die Sensation des Tages. Die Franzosen stehen dem großen Erfolg des amerikanischen Fliegers neidlös gegenüber und feiern den Sieg über den Ozean enthusiastisch mitt. Mehr als 160.00« Menschen hatten sich auf dem Pariser Flugplatz Le B ourge t e'vngefundon, um der Ankunft Lindberghs beiwohnen zu können. Nach der trotz der Nachtstunde glanzvoll geglückten Landung d u r ch b r a ch die begeisterte Menge den W a ch e k o r d o n, um zum Flugzeug zu gelangen. Lindbergh wurde von zwei Funktionären aus dem Flugzeug gehoben, da er nach dem 33stlindigen Flug etwas erstarrt war. Er wurde in ein Direktionszimmer des Flugfeldes getragen, wo ihn d e r a m e r i k a u i s ch e Botschafter als erster beglückwünschte. Die Menge stürmte zum Gebäude, und der Wache gelang es nur mit äußerster Mühe, die Leute von dem Eindringen in das Haus zurückzuhalten. Der Botschafter selbst erschien am Balkon und dankte im Namen Lindberghs für den herzlichen Empfang, wobei er der Menge den Helm LindüetM zeigte. Die Menschenmenge rief ununterbrochen: „Es lebe Lindbergh, es lebe Amerika!" Das Flugzeug mußte unter .starkerMMüvbedeckuug in den Hangar gebracht werden, da die Menge es zu demolieren'drohte, um ein Andenken zu haben. Die heutigen Frühölütter bringen bereits die ersten Aeußerungen Lindberghs, der nach seiner Ankunft sich in ein Hotel begeben hatte, wo. er zehn Stunden schlief. Nachdem er sich erholt hatte, erzählte er dm bei ihm erschienenen Journalist.n über seinen Flug folgendes: „Entgegen den Wettermeldungen habe ich auf einer Strecke von' mehr als 1000 Meilen starken Regen gehabt, so daß ich gezwungen war, größere Höhen aufzusuchen, um einer Erschwerung «des Apparates auszuweichen. Trotzdem ich bis zu 10.000 Fuß hochgestrogen bin, fand ich kein schönere? Wetter, so' daß ich wieder bis 16 Fuß über dem Meere heruuterging, wo aber ebenfalls schlechtes Wetter war. Während meines Fluges habe ich kein Schiff zu sehen bekommen, nur während des Nächtfluges konnte ich einmal aus großer Höhe die schwachen Lichter eines Schiffes erblicken. Starker Nebel behinderte die Sicht. Ich habe mich sehr gelangweilt, aber ich war niemals schläfrig und habe auch nie ein schlasbekämpfeudes Mittel nehsnen müssen. Da ich wenig Ballast mit mitführte und noch Beiizin hatte, hätte ich noch langio weiterfliegen können. Ich beabsichtige nicht, auf dem Luftwege zuriickzukehren, will noch eine Zeitlang in Paris bleiben, wo ich zum ersten Male bin. Zusammenfassend kann ich sagen, daß ich großes Glück gehabt habe." Ein großer.Teil der Pariser Bevölkerung ist gestern aus das Flugfeld hinausgezogen, in der Hoffnung, dort etwas von Lindbergh oder seinem Flugzeug zu sehen. Der Hangar ist jedoch vor einem dichten Kordon Geniesoldaten bewacht und niemand erhält Zutritt. Nichtsdestotveniger Mt bereits ein großer Teil der Tragflächen, die einzelne Begeisterte mitgenommen haben.'. Wie heute sestgestellt wurde, wurden' gestern auf dem Flugfelde bei tkm bei der Landung herrschenden.Gedränge zeh n Pe r-, so neu verletzt, darunter zwei schwer. New York ist im Freudentaumel, die Leute tanzte n, sangen und schrien a u f d e r Straße, als die Mitteilung von der glücklichen Landung eintraf. Die Sirenen der im Hafen liegenden Schiffe und die Pfeifen der Fabriken machten minutenlang einen ohrenbetäubenden Lärm. Auch in vielen and« reu amerika- Städten ist es zu stürmischen Freudenausbrüchen gekommen, wie sie selbst in der Geschichte des immer rasch begeisterten Amerikas selten sind. Lindbergh erhielt ein Be g lückw ün s ch u n g stelegramm vom amerikanischen Päsiidenten Coolidge und wird mit der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet werden. Der Preis von 25.000 Dollar wird ihm nach seiner Rückkehr nach Amerika für den gelungenen OMnslug sofort ausbezahlt werden. Lindbergh konnte um >46 Uhr mit seiner Mutter in St. Loms ein Telephongespräch führen. Nachher stattete er in Begleitu«ng des amerikanischen Botschafters Herrik der Mutter des Fliegers Nungesser einen Besuch ab, deren Sohn er in New.Dork kennen gelernt hat, und drückte ihr das Bedauern des amevitanlschen Volkes darüber aus, daß die angestellten Nachforschungen bisher ergebnislos'geblieben seien. Echt Amerlka. N e w D o v I, 23. Mai. Die. Blätter feiern LindbLygls in längeren Artikeln und veröffentlichen EinzeHeiten Wer die gestrigen Kundgebungen. In St. Lvüis'ertönten sämtliche L o k o m o t i v pfeifen ei ne halbe S t u n d e l a n g. . Die Glocken der Kathedralen läuteten. Die „Newyork Times" erhielt zeh n tau sende telephonische A n f r a .g e n wegen Landberghs Ankunft. Lindbergh wurde mit Kabelwün schen, ©title* b u n g c n und Angeboten überhäuft. S. L. Rothasöl, 'der Besitzer des 6200 Zuschauern Platz bietenden R o x y - T h e a t e r s, hat Lindbergh ein Wochenhonorar von 25.000 Dollar für fein Auftreten angeb oten. Hohe Beträge werden dem Fliegier für das Rocht geboten, seinen Namen für Warenbenenn u nge n zu b e n ü tze n. Nach einer Meldung der „Associated Preß" aus Lvs Angeles bot das West-Coast-Thealer Lindbergh ein Engagement mit einem Honorar von 100.000 Dollar an. Zahlreiche andere Angirbote wurden dem Flieger von Filmunrernehmungen gemacht. Kßamberlaln gibt feinett Szeanflug aus. N e!v y o r k, 22. Mai . C h a m b e r I a i n hat seinen Flug über den Ozean nunnrehr endgültig aufgeg eben. Die britischen gndienflleger in das Meer gestürzt. Simla, 22. Mai. Die beiden britischen Militjärfliieger C a r r und G i l m a n sind gestern auf ihöent! Jndienflug 72 Kilometer südöstlich von Renderäbbas im Persischen Golf auf offener See zum Niedergehen g ezw.u n gen gÄvesen. Die beiden Offiziere sind wohlbehalten von einem Dampfer ausgenommen worden. Ihre Maschine ist zerstört. Englische Lorstchtrmnßaichme« in Ehina. Schanghai, 23. Mai. Der englische Vizeadmiral Dyrrwhi'tt ist an Bord des „Hawkins" a!us Hänkan hier einZetroffen. Er hat den englischen Konsul Tschinkiang abberufenund alle amtlichen Archive in Sicherheit bringen lassen. Bor elnem Konflltt mit den PostnngeftMenr! . Die Posöangestellten, beziehnngÄverse ihre geiverikschastliche Vertretung, die rTechnifche Union, hat vor längerer Zeit an die Regierung die Forderung nach Erhöhung der Ne beuge v.üh re n, der NachtdienstTnlage, die Bahnpostzulage, der sogenannten Stationsprämien und der Kraftwagenlenkergebühren gerichtet. Auch wurde sine Verbesserung der Verwendungsgruppe für die mtttleren und unteren Beamten gefordert. Im Bundeskanzleramt werden diese Folierungen nun geprüft. Die Pastangestellten verlangen Antwort bis zum 80. Mai, nrdrigenfalls sie zu einem gewerkschaftlichen Mittel greisen werden. ■>- ,-41^!®^