Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2957 (22.5.1927)
- Date
- 1927-05-22
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2957 Men, Sonntag ^BHGWMk vRWyMg$fnH!g ^ss. um mi Seite16 tneH vor ungesunden Unternehmungen abgeh-ailtty. werden. Die BorauHetzUlNgen hiefür singegeben, dank d-er umsichtigen Leitung Mens bestversiertcr urob betvährter Aachkeute, die auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens ans Kmgjährtze Praxis und reiche Erfahrungen zarückblrckon. Die Kveditnehnrer werden dadurch erzogen zur S.o I t% <t t<t 1 ä t gegenüber der Kasse, welche auch über die Kre-dttanfpruchnahmc hinaus dauern soll. Eine wahre jüdische Gemeinschaft in wirtschaftlicher Hinsicht wird dadurch begrün del, deren Bedeutung für die Zukunft «der jüdischen Bevökkevuvg in Oesterraich schier unübersehbar -ist. Es ist eine der wenigen Illusionen, die sich dem Industriekapital von dem chm feindlichen jSozi-akismus mil-geteilt haben, daß es «den Handel so nebenbei mit nehmen und diesen uberftüsstg machen könne. Die verschiedenen Berkaussorganisationen, die sich die Großunternehmungen angegkiedert haben, stellen Etappen auf diesem vigenartigen Wege des Jndustriekapiialismus dar, der sich mcht bewußt wird, daß seine Kräfte im Dienste von Aufgaben zersplittern, die chm nicht liegen und zu deren Bewältigung ihm alle Voraussetzungen fehlen. Daß er seine Erzeugnisse regelmäßig auf Messen ausstellt, wo er wohl mit Groß- und Ueinabnehmern in Kontakt kommt, mag dazu beitria-gen, jene Illusion zu bekräftigen; an sich ist diese aber eine Negation des Messege-dankens und ein Mißver-stüttdnis, das erstaunlich ist. Dorm jede Messe soll vor allem dem Handel Ueberblick über die Produktionsergebnisse gewähren und ihn befähigon, den Absatz der JndustrieprodMe dorthin zu dirigieren, wo die stärkste Empfänglichkeit für diese oder jene Wavenkategoric besteht. Diese Kenntnis kann nur -der berufÄnäßige Handel besitzen, der mit dem Kon- ‘ sumenten innig verflochten ist und auf dessen Bedürfnisse verständnisvoll eingeht, um sie teils zu befriedigen, teils in der angemessenen Richtung zu lenken. Darauf beruht die K u<ltu ra u fgabe d es Handels und man erweist der Industrie einen schlechten Dienst, wenn mau ihre eigenartige Kulturausgabc nult jener vermengt und ihr beibri'Ngen will, daß sie beide zu bewältigen vermöge. Noch mehr als die alteingesessene, bedarf eine n e ua u f st r e b ende Produktion des Kontaktes mit dem berufsmäßigen Handel. Sich diesem in Erinnerung zu bringen, ist allein schon ein gewichtiges Element ihres künftigen Erfolges und ständigen Fortschreitens. Nur 'der ■ Handel kann für sie die entsprechende Propaganda bestreiten; ihn dafür zu gewinnen, ist Sache der Produktion selbst, die nicht einmal ganz neue Mittel anzuwenden braucht.— es genügt, wenn sie sich >der vorhandenen EmrichtungenL-bedient, mnsie in 'den Dienst ihrer Sache zu stellen. Von diesem-Gedanken ausgehend, ist das L e i p zi g.e-r Messeamt, insbesondere dessen Wiener Expafitur, seit Jahr und Dag bestrebt, die maßgebenden Faktoren des Zionismus auf die weltwirtschafttiche Bedeutung der Leipziger Messe hinzuwerlse-n, 'die entsprechend ausgenützt, sehr viel z u g u n st e n Palästinas lerston könnte. Das Bestreben der Leitung der Messe geht dahin, Palästina zu veranlassen, in größerem Stil wirtschaftlich in Leipzig auszuftellen, denn das allein wäre imstande, dem Weltpublikum zu zeigen, was der Zionismus nicht bloß politisch, sondern auch wirtschaftlich 'geleistet hat, wozu noch das besondere Moment hinzukäme, die wir-tschafTiche Krisis in Palästina durch Schaffung neuer Exportwege mindestens zu nriVdern, ban Handel zu beloben und damit das ganze dortige Leben zu befruchten. Der «fvigeu Propaganda iu zahlreichen jMschen und 'besonders in maßgebenden palästinensischen Zeitungen ist es zu verdanken, daß diese Idee, wenn auch nur langsam, Wurzel faßt. Die verschiedenen Berichte über dieses Thema, welche das 'Leipziger Messeamt an die maßgebenden Stellen und Personen Palästinas gerichtet hat, anfangs nicht nur keinen besonderen Erfolg, sondern wurden teikveise nicht einmal beantwortet. Erst anläßlich der Leipziger Frühjahrsmesse 1627 kam die Sache etwas mehr -vn Schwung. Palästina machte zum ersten Male einen Versuch, sich auf der Leipziger Wettrnesse dem großen Publikum zu zeigen, indem es sich an der Städte- und Woh nbauvusstellung beteiligte. Es war -dies aber nur ein Ae relephonnummern der Redaktion lauten jcht ab 6 - Uchw a be n-d-s 38»5*80 ©wie, ab YiQ NHr abemds 38-8-83. schwacher Versuch, der noch dazu nicht übermäßig günstig arrangiert war, da als Aufschrift bei dieser Exposttion das Wor-t „Aegypten" prangte, daher man erst bei genauem Zusehen erfahren konnte, daß es sich um Palästina handelt. Das war ein arger Fehler der Aufmachung, der sich m Zukunft hoffentlich nicht mehr wiederholen wird. Was durch den Paläftnka-Aegypten-Pavillon wirtschafMch gewonnen worden sein mag, ist durch die falsche Etikettierung > politisch geschmälert worden. Das ist mnsomehr zu bedauevn, als die Leipziger Messe, ohne direkte politische Absichten zu verfolgen, f-djt wohl durch Veranschaulichung tmlästinenstfchen Gewerbeftcktzes m Prestigebeziehung dem Zionismus förderlich sein kann. Es muß loyalerwsise zugegeben werden, daß das Leipziger Messeamt cm jenem Reglesehker kein Verschulde« trifft und daß es nach wie vor für die Idee der Palästinaausstellung in Leipzig wirbt. Als D r. R u ppün nach Ablauf der Leipziger Maße nach Berlin gekommen war, wurde ein Vertreter der Wiener Expositur des Leipziger Messeamtes zu einer Besprechung des PalLst.ina»Amtes wach Berlin entsendet. Me die Angelegenhei-t jetzt steht, so ist begründete Aussicht dafür vorhanden, daß endlich eine wirkliche Palästina-Ausstellung im Herbst Tatsache wird. Allerdings verweist das Messeamt darauf, daß mit eirrsvk Wurf selten etwas gelingt, und -daher auch bei dieser Ans-- stellung eine gewisse Konsequenz nötig sei. Eine einmaUge , derartige Exposition hatte wohl kaum den erwünschten Erfolg. Es kann schon die erste Beteili-AMg Ersätze zeitigen, und gewiß ist auch h-iefür begründete Aussicht vorhanden, aber eine nachhaltige -Wirkung wird wohl nur eine öftere Beteiligung mit sich bringe«, wozu es durcharrs nicht notwendig ist, daß alle ausgestellten Gegenstände jedesmal den Transport Palästina—Leipzig, Leipzig—Palästina durchwachen. Es ließe sich -ganz woMdev-Großteil von einer Ausstellung zur anderen in Leipzig düpEveren. Verderbliche Gegenstände müßten iratüvKch jedesmal erneuert wenden. Es muh bei dieser GÄegerchevt bvso^ers heroorgehoben werden, daß Rußland tn gmrßvm Stil über die Krim-Kolom i sati o« im Herbst avsstellen wird. Sie hätte schon im Frühjahr 1927 stattftndsn follon, mußte aber wegen Platzmangels unterbleiben, -da der sehr große russische Pavillon mehr als überfüllt toar und man beide Ausstellungen aus begreiflichen Gründen nicht trennen wollte. Gerade wegen der Krim-Ausstellung mühten aber alle maßgebenden zionistischen Faktoren darauf bedacht sein, der Palästina-Ausstelluing den ihr gebührenden Rang auf der Leipziger Messe einzuräumen. Es esilt einer jSache, die für das Judentum im allgemeinen und für Palästina im besonderen von allergrößter Wichtigkeit ist. Es wäre ein schwerer Schaden, wenn ein Instrument,, wie. das der Leipziger Messe, vom- - Zionismus unausgenützt, au^chließlich -der Krim-Propaganda ' überlosstn bliebe. " ' '; ‘ * ' * * Die Lvft^iger Herbstmesse 1-927 findet -vom-38: August 'bis 3. September statt. Die im Rahmen'der Mustermesse 1627 abgehalbene Dextilmesse wird statt wie bisher, vier Tage, auf Wunsch ihres Fachausschusses diesmal 5.Tage, also vom 28. August bis 1. September -dauern.- Die- Schuhmid Lvdevmeffe blsibt wie bisher auf vier Tage, also auf die Zeit vom 38. August bis 31. August beschränkt. Die Baumeffe mit Ausstellung technischer Erzeugnisse hat in diesem Herbst die gleiche Dauer wie bisher die Mustermesse. Die Leipziger Frühjahrsmesse 1-928 beginnt am 4. März. Ausstellungsplätze tränen ehestens bei der Geschäftsstelle des Leipziger Messeamtes, Wien, 1. Bez., Seilerstätte 7, Fernsprecher 74-1-78, a«z-umelden. fefofge Srsterreichs attf ftet $arifet Messe. Wie bereits gemeldet, hat am 14. d. M. die feierliche Eröffnung der Pariser Messe stattgefunden, auf der bslüanntlich auch Oesterreich in einer vom Mefsedienst der österreichischen Handelskammern ytzanffierten besonderen Abteilung vertreten ist. Einem, dein Außenhandelsdienst der österreichischen Handelskammern Von besonderer Seite zugegangenen Bericht entnehmen wir folgendes: Ausländische Aussteller gibt es 33V, vvn denen die Mchrzahl auf Amerika, England, Oesterreich, Deutschland, Belgien, Holland und die Tschechoslowakei entfällt. Im ganzen sind ArEMler aus 16 verschiedenen Staaten vorhanden. Bemerkenswert ist, daß Oesterreich die einzige geschloffene nationale. Gruppe darsteltt. Bisher sind Vvn ausländischen Delegationen zwölf angemeldet, die von der Mefseleitung offiziell empfangen werben. Die an der Messe beteiligten österreichischen Firmen, die fast durchwegs s-chon in den ersten Tagen namhafte DV s'ch MWe Wtzen oder emrste Verhandlungen zu geschäftlichen Transaktionen einketten konnten, haben sich bereits über die GeschästSenÄvicklu-ng auf der Messe schr befriedigend ausgesprochen. Die Stimnrung unter d«t österreichischen Ausstellern ist sehr gut. Insbesondere habe« einzelne von ihnen auf diese Weife die Anfmerksam-kett der Amerika n e r auf ihre Waren lenden können,, so daß sich die Aktion für die meisten vvn ihnen «mch für btt Zu- Mcht gut auswirken wird. Eine maßgebende Persönkichkeit äußert sich dahin, daß «ach den bisherigen Eindrücken die BeteiWung Oesteeretzhs zweifellos als Ersatz zu buchen sei und daß die Mehrzahl der Firmen es nicht bereuen wird, dsm Ruf der stamtnttr Sstztzt - M stin. E Keyrwrrk A. S. ZN der 'heute rmiter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. Georg Günther abgehalt-snen GensrakversamMluugÄer Stieyrivvrke A. G. wurden nach Genehmigung des Rechnungsabschlusses für bas abgekausene Geschäftsjahr btt Anträge -des Berwaltungsrcrtes wegen Berw>sndung des Reingewinnes angenommen. Der Dividendenkupon p«o 1H26 gftfotagi nttt dem Betrage von S. 3.— für jfebe Aktie zu Nom. S. 30.— 'gleichzeitig mit der Ausgabe dieser neuen Aktien vom 23. Mai b. I. an bei der ÄllMneinen öste-rvsichsschen BadenkrE-Anftalt zur AuszaHlnng. Wm, 21. Mmi 1637. Ae bedröugte Soge der rmAWch« Petroieummdustrie. Bnkar-echt, 21. Mai. (Tel.-Komp.) Eine Detzgattan der rumänischen Potroleumirubustriellen sprach gestern .neuerlich bei dem Industrien minister vor, und erkkärte, daß die rumänischen PHtrolemnindustriell-en -gezwmtzen fern würden, ihre Betriebe e i n z u st e l'lem, falls dae Regierung nicht unverzüglich die E i s e n b ahn-t a^r i^ße und d're Ausfuhrzölk-e für Petroleum h-er>-abs e tz-t. Eine Dettgatton der R a-ph thua-a r L e-i t'e.r.schloß fich der Intervention der Industriellen an ttn# orsnchde die Regierung gleichfalls, die bedrängte Soge der rttmänsschen Petroleumindustrie durch entsprechende Maßnahmen zu e'Mchtern und damit viele Dausende von Arbitern vor AMtt-stosigkeöt zu bewahren. Der ZusiMk'in'erMnch der EffenstMter BeAttSöspaokaffe. Im Zusammenhang mit den Nachr-i^en Wer die Znsob- VenzerMrung der Eisenstädter BeKirWffMrkasse steW ster Reichsterba.nd deutscher S-parba-sfen in reich fest, daß die burgenländischen Sparkasstn nicht zu sth> non Mitgliedern gehören mtt außer jeden Zusammenhang mit den im übrigen Oesterreich vefindlichon regulatsvmäßjHSN Sparkassen stehen. Die buvgenländkschen Sparkassen stud Aktiengesellschaften nach ungarischem R-ePt mit allen Berechtigungen eines Bankstatuts. Der GeschäMumfang und die Art der Verwaltung dieser Institute ist völlig verschieden von den Grundsätzen, nach welchen die auf dem Gedanken der Pupillarsicherheit beruhenden vegtu lia-tivmäßigen österreichischen Sparkassen geleitet werde«. . Die neuen Holzusanccn der Wiener Börse sind nunmehr im Druck erschienen und z«>m' Preise von 3 Schilling an der Kaffe der Mener BörffeMuchner, Wien, 1. Bez., Mpplingerstratze 34, erhältlich. . Gerngroß Mtiengesettschaft. In der am 20. Mai 1V? abgehaltenen BevnmltungsratSsitzung wurde beschlossen, der Generalversammlung die Verteilung einer.Dioiden-be von 1.60 S. (60 Groschen für lüe auf Kronen lautender Mtien gegen 30 Groschen im Vorjahr) vorzuschlagen. Le«, Lira, Peseta. Die Devise Mailand blieb aestern wenig verändert und verzeichnete einen Kurs Vvn 28.43 gegen Zürich. Bukarest hat sich auf 3.14 erhobt, M a d r i d im Zusanlnrenhang mit Meldungen über Anleihe- Verhandlungen mit Amerika befestigt. Bank von Poken. Der Ausweis der Bank von Polen vonr 10. Mai verzeichnet eine Zunahme des Barsch atz es in der ersten Maidekade um 176.000 auf 1W.7 Millionen Zloty. Die stomden Gelder Hatzen um 3.4 auf 233.9 MMonen Zloth abgenommen. Der Notenumlan-s ist uM 19.2 aus 674.4 Millionen Zloth zurückgegangen. Die iGim'vverbindlikhketten belcurfen sich auf 238.7' MiMonen «loth. LohnVeweyung in der Biakyfivker Dextt«»d«firre. Aus Warschau, 20. d. M., nürd telegraphiert: Die Textilarbeiter von Bialhstok fordern eine 30prozentige Lohnorhöhung und drohen für den Fall der Mlehinung. -mit der Proklamierung des Streiks. Der Noten-umLauf in Frankreich. Nach einer meyr- «chchtzen Periode ständiger Zunahme des NotenllnMufeS, ML 50ML^08 MARKE WIENER STADTBRAU STAD I i --1 &'* SU&«.