Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2957 (22.5.1927)
- Date
- 1927-05-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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"g^V. ^A'v"U^>^W>5 ”* vi-y. | PyeSa 25 g | Redaktion, Administration: Wien, II.,Taborstr. I Telephon 44-0-38. 48-3-19 Telephon ab 6 Uhr abends 38-5-80 Serie, ab Va9 Uhr abends 38-5 83. Druckerei: VII., Lerchenfelderstraße 1 („lnva“) Preise Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißstellen monatl. & Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. orgenxeitung ■iilifamiiitii in, i f,; ifafnwui Sternchen «Ke diotel Continental Wien, 11, ‘Praleestraße 1 nächst Schwedenbtäoke Zentrale Hage / Komfortables Holet I Kaffeehaus und ’ketlautanl f Schöner, slaabireier, schaliiget Garlen / Mäßige Preise Rr. 2957 Men, Sonntag. 22. Mai 1927 (20. gjar 9687). 9. Jahrgang I« redaktionelle»» Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangefetztes E gekennzeichnet. Sin Memorandum der zionistischen Jerusalem, 20. Mai. (I. T. A.) Die zionistische Exekutive Palästinas hat ein Memorandum über die Ent- Wicklung des Jüdischen Nationalheims in Palästina im Verlauf des Jahres 1926 abgefaßt. Das Memorandum wurde der Palästinaregierung zwecks Uebermittlung an 'den Generalsekretär des Völkerbundes übergeben. Der Generalsekretär wird es an "die Mandatskommission "des Völkerbundes rveiterleiten, die sich damit in ihrer Ende Juni in Genf stattsindenden 'Sitzung zu befassen haben wird. Bor einer Verständigung zwischen Polen und Litauen. Warschau, 21. Mai. Wie Ihr Korrespondent aus gut informierter Quelle erfährt, soll bereits nächste Woche eine Konferenz zwischen Vertretern der polnischen und der litauischen Regierung stattsin den, in der alle zwischen den beiden Staaten schwebenden Stroitfragen zur Sprache gelangen werden und versucht werden soll, ei-ne Verständigung herboizuführen. Für die Liquidierung des ' Konfliktstoffes zwischen Polen und Litauen ist vornehmlich der Wunsch englischer Einflüsse maßgebend; überdies wind die Erledigung des chronischen Konfliktes zwischen den beiden Staaten auch von einem Teil der Mauer im Kreis von W i I n a gewünscht, die eine Verständigung im Interesse dieses Gebietes für zweckmäßig erachten; viel zu dieser Stimmung hat auch «der Besuch des Unterrichtsministers D ob r u c ki in Wilna be-igetragen/ der oine^ Reihe von Beschwerden des dortigen litauischen Gymnasiums als berechtigt anerkannt hat. Sie Neuwahlen in Polen. Im Herbst. W a rf cha u, 20. Mai. (Tsch. Pr.-B.) Wie die Blätter melden, erklärte der Sejmpräsidont, daß das Parlament für den Monat Juni zu einer a u ß e r o r >d e n t 1 i chen ©eff ton werde ein berufen und wahrscheinlich seine Auflösung beschließen werde, woraus i m Herbst Neuwahlen stattfindcn würden. Der Szean bezwungen. Lindbergh in Paris glücklich gelandet. Pari», 21. Mai. Kapitän Lindbergh ist um 22 llhr 22 Minuten glücklich gelandet. Sine riesige Menschenmenge bereitete dem Flieger «ngeheure Svatioue«. Air erster begrühte ihn der omerikauische Botschafter Hrrrick. — Lindbergh war am 29. Mai um 18 Uhr 82 Minuten (mitteienrop. Seit) bei New Bort aufgeftiegrn, ist also etwa 84 Stunden in der Lnft gewesen- Kaium zwei Wochen nach dem verhängnisvollen Schicksal des Franzosen Nungesser hat der amerikanische Flieger das große Werk vollbracht. In 33ständiger Fahrt hat er dm Ozean überquert und an die Freude über seine Leiuiugtuung darüber, daß es unserer Zeit vergönnt ist, diesen sAmfz und seine glückliche Landung schließt sich die Gegroßm Trnvmph menschlichen Geistes und mensch'icher Nervmkraft zu erleben. Lindbergh ist mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 150 Kilometern gefahren. ($r hat beit größten Teil seines Fluges in eisigeri Höhe zurückgelegi, wobeier nicht einmal freie Sicht hatte, da er vor. sich ein! Bmzrnreservoir hatte und durch ein Periskop, alsp mdireLt blicken, qiußt-e. Noch-höher.ist sein Wagnis zu werten, wenn man bedenkt, daß er allein war. Der Nordpokflieger Brrd, der dreißig Stunden in der Luft war, hatte einen Begleiter wird, wenn er heute zu dem Flug nach Paris! ceigcn sollte, mit zwei Freunden fahren. ' ' f Der Mensch und der Motor überwinden den RiaiuM., Die ferne schrumpft zusammen, überwunden von dem 'Geist und dem Willen, von der Zähigkeit^ mit der der Mensch sich die Natur unterwerfen will. Diesem ersten.Flug werden andere folgen und es ist nun mehr eine Frage der.Technik, Jbie starken, und großen Motoren zu bauen, Hie aus dem entert Wagnis eine: Sache der Alltäglichkeit machen Hmch die Weuschm und Länder einander näher bringen. siankau von den Rerdtruppen Nie Wetttvirtschattskonserenz vor dem Ende. Üuenß 21. Mai. Dü.Weltwirtschaftskonferenz hat heute in einer Plenarsitzung die Berichte und Entschließungen der drei Hauptausschüsse für Handel, Industrie und Landwirtschaft in getrennter Abstimniung genehmlgt. Die s o w j e t r ll s s i s ch e n Delegierten stimmten gegen alle drei Berichte. Bei der Abstimmung über den Bericht des Jndustrie-ausschusses mthielten sich die Vertreter der französischen, belgischcn und tschechoslowakischen Gewerkschiaste-n der Stimme wegen der darin enthaltenen Entschließung über die Kartellfrage, der deutsche Geioerkschastsführec stimmte dafür. Die nächste Vollsitzung wurde für Montag vormittags 10 Uhr anberaumt, die die Gesamtab st im m u n g über die rmnmehr genehmigten Arbeiten der drei Hauptausschttsse vornehmen soll, wobei die vereinbarte Einigüngsforinel mit. den Russen vorher zur Abstimmung gelangen soll. Nach Annahme dieser Ernigungssormel werden sich die russischen Delegierten bei den folgenden Gesamtabstimmungeil der Stimme enthalten, so daß eine einstimmige Annahme der Schlußresolutionen möglich ist. Modln geflohen. London, 21. Mau Aus New, Ä)ork wird gemeldet, daß. die Truppeti der komrauniftischcin Regierung H a n k a u in der Richtung aus Dscha-ng-Tschau verlassen haben, worauf die Stadt von den N o r d t r u p p e n b e s e tz t wurde. V orodin ist.geflohen. Sie Pabmml«. Tschechisch-deutsche Verhandlungen zur MGckmis hjsS Nie englischrnfstsche Tvannnng. Die sowjettStlgrelt ln England. - Die Antwortnote. Paris, 21. Mai. Die Pariser Ausgabe der „Daily Mail" erklärt, daß Foreign Office besitze unwiderlegliche Beweise von der Existenz einer ausgedehnten Organisation in England, die von .der S o w j >e t b o >t s chaft in Londou geleitet werde und den Zweck verfolge, den Zusammenbruch des britischen Reiches h e r b e i z n f ü h r e n. Das Londoner Kabinett betrachtet nunmehr einen völligen Abbruch der Beziehungen zwischen England und Rußland als unvermeid li ch. In gut unterrichteten Kreisen erklärt man, es bestehe kein Zweifel darüber, daß die Note, die von -der englischen Regierung wahrscheinlich Dienstag abends der Moskauer Regierung bekann t gege b en wird, daß - das Handelsabkommen zu bestehen a u f g e h ö r t habe und die diplomatischen Beziehungen unterbrochen werden. Im Fo reign O f fi ce gla ub t man ni ch t, daß der Bruch ' mit Mo s kan bedeutende - Rückwirk un ge n. haben werde. Der englische Großhandel habe sich, bereits seit längerer Zeit mit der Möglichkeit einer derartigen Maßnahme befaßt und erwarte keine beträchtliche Schädigung durch einen Abbruch der Beziehungen Mit Sowjetrußland. Prag, 31. Mai. Heute begab sich ein Delegierter dtzs Innenministeriums und ein Delegierter «des Außenministeriums nach Berlin, um dort die p r o v is o r i schen Verhandlungen über die,Au f h ebungder Paß- Visa zwischen >der Tschechoslowakei und Deutschland zu führen. Rene Ksimpse ln Syrien Paris, 21. Mai. Nach einer Meldung aus Beiruts hat sich an der' Grenze. von Tran s j o r d a n i e n und S p r i e n ein b >l u t i g e s. G e fe ch t zwischen Franzosen1 und Aufständischen abgespielt, die versucht hatten, nach Damaskus zu gelangen. 40 Aufständische seien getötet, 300 verwundet und 50 gefangen genommen worden. Unter den Toten befindet sich Emir Jzzeddino und sein Hauptuntergebener Sai d Ben Kamin r. Die fron-' zösischvn Verluste werden nicht mitgeteilt. Aus Horthy-iingdtu. Budapest, 21. Mai. Die Blätter melden aus Groß» ,wardein: Gestern abends zog eine Gruppe antisemitischer Studenten vor das Theater, wo ein Ensemble des Wilnaer jüdischen Theaters seit emigen Tagen gastiert. Die Demonstranten bewarsen das Theater mi t S te: ne n, so daß die' Schauspieler noch lange nach Schluß, der Vorstellung das Haus nicht verlassen konnten. Die Demonstranten zogen sodann vor die Wohnung des Oberrabbiners. Keeslemeti und schlugen sowohl dort wie beim Mischen Tempel in der Klostergasse a lle.Fe nster ein. Die Polizei machte schließlich der Demonstration" ein Ende. Dia Wascherei der Hausfrauen VI. Noliardgassa 72, Tel.72-57 u. 72-58 Spezialität: Schrankfertige WollWäsche / Kostenlose Abholung und Zustellung