Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2956 (21.5.1927)
- Date
- 1927-05-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Prei» 20 g j Redaktion, Administration: Wien, II., Tabor str. 1 Telephon 44-0-38. 43-3-19 Telephon ab 6 Ohr abends 38-5-80 Serie, ab *.'a9 Ohr abends 38-5-83. Druckerei: VH., Lerchenfelderstraße („Inva“) Preise' Wien und Oesterreich iurch Post oder Verschleißstollen monat!. 6 Schilling. Bezugsbedingungen kür das Ausland im Innern des Blattes. Nr. 3956 Wiener orgewettmm MÖBELHAUJ XWUHL,!V. SCHIEIFMOHLGAUE N? 3 mtroM 559» BEQUEME TEILZAHLUNG! Wien. Samstag. 21. Mai 1927 (19. Nar 5687). 9. Jahrgang Sine Verdammung des Nationalismus. Sir Geuser Resolutionen. — Rußland rieht seine Forderung rnrüü. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Neueste, nach eigenen Erfindungen patentierte kup't~; Koffer und alle Arten von Relserequlslten u. Lederwaren wegen bevorstehender Renovierung zu fabelhaft billigen Preisen nur beim Allein-Erfinder u. Erzeuger L. STORCH, WIEN, VIII. JoselstBdterstraBe Nr. 36 — Telephon 26-8-67 Re englisch-russische Spannung wächst. Neigung zum Bruch mit Mland. London, 20. Mai. Di« 'englisch-russischen Bezüchungeu sind nach wie vor i,n einem kritischenStadium. Die Antwortnote wird zurzeit im Foreign Office vorbereitet, soll jedoch nicht vor dem kommenden Dienstag veröffentlicht werden. Die Neigung zum Bruch mit Rußland besteht zweifellos in weiten Kreisen Englands, auch i nnerhalb des'Kab i n etts. Soweit sich aber dis jetzt übersehen läßt, dürfte diese Frage zurzeit noch nicht verh andlungsreif sein.^ Usber die Art der im Arcos-Gebäude ansgefundenen Dokumente sind bis jetzt keime Änderungen gemacht worden. Während einige Blätter, wie die „Times", erklären, 'daß ihr Inhalt gewichtiger Natur s«, wird m den. Kreisen der Arbeiterpartei vermutet, daß die 'beschlagnahmten Korrespondenzen intime Beziehungen zwischen der russischen Handelsdelegation und einigen jüngeren kom mum i stifch en. Hitzköpfen in England aufdecken. Daß die ganze Angelegenheit nunmehr vom Innenministerium i n s An ße n a m t verlegt wovd'en ist, geht aus der gestern abends im Foreign Office abgehaltenen Ministerkonferenz hervor, der heute eine weitere folgen wird. Die Zuversicht der R'Sgierung bezüglich der Berechtigung ihres Vorgehens ist 'daraus ersichtlich, daß B a l d w i n die Arbeiterpartei aufgefordert hat, ein T a d c l s v o t u m gegen die Regierung oinzubringen. Die Arbeiterpartei lehnt dies jedoch ab und wird die Erklärung des Staatssekretärs des Innern am Dienstag abwarten, bevor sie über ihre weiteren Schritte schlüssig vird. Ramsay M a c d o il a l d befindet sich auf 'der Heimwise, doch sieht er nach einem drahtlosen Telegramm von Lord der ,^8erengalia" noch sehr kränklich aus und ist beinahe außerstande, zu gehen. Der Bruch unvermeidlich? London, 20. Mai. In Londoner politischen Kreisen wird nunmehr der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Rußland und Englatch als unvermeidlich angesehen. Briand hat bezüglich Frankreichs keine Zusicherungen abgegeben mch!s wird hier angenommen, daß Frankreich keine solche Aktion unternehmen werde. Ier AtteuMer auf MIliulaw verurteilt. Riga, 20. Mai. Gestern fand die Verhandlung gegen den russischen Studenten Vitali A d e r k a s statt, der, wie berichtet, den zu einer Vortragsserie hier weilenden russischen Politiker.Prof. Miljukatv während eines Vortrages geohrfeigt hatte. Der Verteidiger des Angeklagten, Advokat Rubert, benützte den Anlaß der Verteidigungsrede zu einem heftigen antisemitischen Ausf all, weshalb er vom Richter Iviederholt zur Ordnung gerufen wurde. Aderkas, der in seinem Schlußwort sein Bedauern über die Tat ausdvückte, wurde zu »rei Monaten Gefängnis verurteilt. Genf, 20. Mai. Der Hauptausschuß fürs Hand.els sragcn ist heute nachmittags zusammen-! getreten, um die Entschließungsentwürfe seiner verschiedenen Unterausschüsse an die Weltwirtschaftskonferenz weiterzubei-bcu. Diese Entschließungsentwürse liegen nunmehr in einem von einem Sonderausschuß zusammengestellten Bericht vor, dem eine Einleitung und oin Ueb erb lick über das gesamte Handelsp roblem vorangestellt ist. In diesem Ueberblick wird u. a. erklärt, daß jede eng nationalistisch eingestellte Polittk schädlich ist, und zwar nicht nur dem einzelnen Volk, das eine solche Politik cvnwende, sondern auch der G e s a m t h e i t der übrigen Völker und damit ihren wesentlichen Zweck verfehlt. Ms wesentliches Element des gesamten Ausführungsprogrammes müsse der Grundsatz der gleichlaufenden und zwischen den verschiedenen Nationen-gemeinsam vereinbarten Aktien betrachtet werden. Zu diesem zusammenhängenden Bericht liegt eine Reihe von Zusatzanträgen vor, u. a. zwei Anträge des schwedischen Volkswirtschaftlers Professor Cassel über j eine möglichst weitgehende Freiheit für die Ein- und Aus- « Die SomwrkeUM des BölkerSündrates. G e n f, 20. Mai. Der Rat des BRkerbundes wird am 30. Juni unter dem Vorsitz C h a m b e r l ü i n s zu seiner 45. Tagung zusammentreten. Die Tagesordnung umfaßt 29 Punkte, 'darunter mehrere mit dem Sicherheits- Problem und . der Vorbereitung der Abrüstungskonferenz zufammengängenden Fragen, wie den Ausbau der wirtschaftlichen und finanzi'cllen Unterstützung, Verpflichtungen auf Grund des Völkerbundpaktes, beschleunigte Beschlußfassung des Völkerbundrates im Falle internationaler Verwicklungen und Durchführung seiner Beschlüsse, insbesondere der wirtschaftlichen Sanktion e n. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung betrifft die bei der letzten Tagung gegebene englische Anregung, daß der Vvlkerbundrat künftig nur noch dreimal jährlich zu ordentlichen Tagungen zusammentreten soll. Ferner wird der Völkerbundrait in der Danziger Anleihefrage seine eudgültige Entscheidung fällen und einen Bericht des ständigen Militärausschusses des Völkerbundes über die Zulässigkeit der Durchfuhr von Kriegsmaterial durch das Gebiet der Freien Stadt Danzig für andere Staaten als Polen entgegennehmen. Eine grundsätzlich wichtige Entscheidung wird der Völkerbund rat über die Verbindlichkeit der ttrtei'Ie der auf Grund der Fviedensvevtägie eingerichteten gemischten Schiedsgerichte zu treffen haben. Die Fremdengesetzgebung in Suglaud. L o n d o n, 20. Mai. In der letzten Sitzung des Jowish Board of Dsputies (Deputiertenausschuß der englischen Juden) gelangte im Anschluß an den Bericht des Fremdenkonritees die durch eine im englischen Unterhaus eingebrachte Bill bevorstehende neuerliche Einschränk>un g der Fremdeneinwan derung zur Erörterung. Der Bericht kommt zu dem Schluß, daß gegenwärtig eine Aenderung -des Fremdengesetzes nicht zu erlangen sei. Es entwickelte sich eine sehr rege Debatte, in der hervorgehoben wurde, daß das Gesetz, das vor sieben Jahren zur Milderung der Arbeitslosigkeit geschaffen wurde, keinen praktischen Erfolg gezeitigt habe.'Die dem.Parlament jetzt vorliegende Novelle bedeute, daß England aufhört, ein politisches Asyl zu sein. Die Angelegenheit wurde schließlich an das Komitee zur neuerlichen Berichterstattung zurückverwiesen. s fuhr von Kapitalien und möglichste Berücksichtigung 'der; Bedeutung einer einheitlichen Wähmngsgrundlage für das g-. samte Wirtschaftsleben. Ein vom deutschen Gewerkschaftssekretär Eggert eingebrachter Zusatzantrag läuft darauf hinaus, daß jede Prüfung und jede Aktion in bezug auf die soziale Gesetzgebung für fremde Arbeiter dem Internationalen Arbeitsamt Vorbehalten bleiben müsse. Der russische Zusatzantrag, der besagt, daß angesichts der Verschiedenheit des s o w j e t r u s s i s ch e n und des kapitalistischen W i r t s ch a f t s s y stein es die Weltwi-rtschaftskoinferenz eine Zusammenarbeit mit Sowjetrußland aus der Grundlage des Systems des Außenhandels empfiehlt, das in Sowjetrußland in Kraft ist, wurde mit der Angabe zurückgezogen, daß die sowtetrussische Delegation es vorziehe, diese Anregung in einer Vollsitzung der Weltwirtschaftskonfevenz zur Debatte zu stellen. Die nächste Vollsitzung der Weltwirtschaftskonfevenz findet Samstag um 3 Uhr nachmittags statt. Ae Staatsangehörigkeit der Fiumaner Bevölkerung. R o m, 20. Mai. Da infolge der N i ch tratifizier-rrng der Berträ ge v o n N et tu n o durch Jugoslawien die Staatsangehörigkeit der Fiumaner Bevölkerung seit mehreren Jahren ungelöst blieb, hat nrmmchr die italienische Regierung durch ein Gesetzesdekret die Staatszugehörigkeit der Fiumaner im allgemeinen geregelt und bestimmt,. wer von Rechts wegen die italienische Staatszugehörigkeit erhält und wer sie nur auf Ansuchen erhalten kann. Die slawische Bevölkerung ist durch dieses Dekret, falls sie ihre flawische Herkunft Nachweisen kann, berechttgt, -die italienische Staatsangehöritzksit abzulehnen. Der Hafenbau in Haifa vor dem UutechnuL London, 20. Mai. (I.T.A.) Oberstleutnant Kenworthy richtete im Unterhaus an den Kolonienminister die Frage, ob der geplante Bau des Hafens von Haifä auch für große Schiffe eingerichtet werden würde und wann mit den Arbeiten begonnen und der Bau voll-, endet sein werde. ' Kolo'niienminister Amery erwiderte, es seien Ingenieure nach Haifa entsandt worden, um detaillierte Pläne für den geplanten Hafen, der zur Aufnahme auch großer Schiffe eingerichtet sein wird, auszuarbeiten. Man könne heute noch nicht sagen, wann mit den Arbeiten begonnen werden wird. Der Kaiser der PhNWinen. Paris, 20. Mai. Nach einer Meldung der Agentur Indo, pazisique aus Manila hat die Tätigkeit eines Agitators namens Jntrencheradi, der sich zum Kaiser der Philipin e ninseln erklärte und den NegernGrundeigen» tum und Herabsetzung der Stenern verstrach, zv einer Erhebung in verschiedenen Orten geführt. Di« Anhänger Jnttencheradis hatten sich dort der Bürger, meistereien bemächtigt, die Polizei habe aber schließlich die Aufständischen zur Flucht gezwungen. Auf beiden Setten seien Tote und Verwundete zu verzeichnen. Mehr alß vierhundert Personen wurden verhaftet. Durch em Gericht elfter Instanz wurde Jntrencheradi für g e r st e s k r a n k erklärt, der Gerichtshof zweiter Instanz bestätigte dieses Urteil, aber die Festnahme Jnttencheradis verzögerte sich, da er gegen diese« Spruch Revision emlegte. Er hat sich nun detl Behörden entzogen. f Noderne jinzii9$toffe DM in großer Auswahl infolge kleiner ** Regien konkurrenzlos billig bei der RESTEN YERKADFSGESELLSCHAFT WC.. Wi4Li»l/AiMl|LPB»6¥ia^h68ll8 9 (PROVINZ MUSTBRVßRSANI» jä