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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-17 · Heft 2952 (17.5.1927) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2952 (17.5.1927)
Date
1927-05-17
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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Geile o Wen, Dienstag 17. mi 1927 Nr. 2952 Bruders, mit dem Sie so protzen, doch noch ein Betrüg von 2/2 Milliarden nickt abgcdeckt wurde? — Angekl.: Das weiß ich nicht. Nach dem Verhör mit dein Angeklagten begann die Z e u g e n v e r n e h m u n g. Der ehemalige ObeAmchhaltcr der Adriatischen Bank Hugo S o g o b i c gab an, Bronn er habe die Bank im Oktober 1923 ivohl als Passiv übernommen, aber er befand sich im Besitze einer Hastungscrklärung der Adriatischen Mmk. Bronner hatte sich z-lvei Direktoren engagiert, Larsen und Bloch (Vors.: Zwei Sanierer?), auf die sich Herr Bronner verlassen zu können glaubte. Ich hatte den Eindruck, daß diese beiden machen konnten, was sie wollten. Der Zeuge Gustav Hardt erzählt, daß er von Bronner Auftrag zu verschiedenen Buche insichten bekommen habe und dadurch mit Herrn Jacques Bronner bekannt tmrrde, der ihn zu einer Vermögcnsmisstellung nach Berlin engagierte. Sein Vermögen beläuft sich auf rund eine Million Pfund Sterling. Eines Tages schrieb Larsen an Herrn Bronner einen Brief, daß zur Sanierung der Adriatischen Bank 7 y2 Milliarden, nötig wären. Jacques Bronner bezahlte diese Summe. Als ich aber einige Monate später wieder nach.Wien kam, tvar wieder ein Defizit von mehreren Milliarden, vorhanden.- Jacques Bronner hat insgesamt 34 Milliarden zugcschossen. Später entdeckte ich,. Ivarum stets neue Schulden auflaufen mußten. Die Bank hat nämlich die Schulden der Filiale in Triest gezahlt und nicht die Schulden der Aktiengesellschaft. Heute stehen nach meiner Ansicht Passiven von 2Y2 Milliarden Aktiven von 20. Milliarden gegenüber, nämlich Forderungen an die Jadranska Banca für die bezahlten Schulden der Filialen, da ja diese Bank die Haftung übernommen hat. Nach Einvernahme dieses Zeugen ivurde die Verhandlung abgebrochen. Sie wird heute um 9 Uhr früh fortgesetzt. Wichtige Sutscheiduugeu des Verfaffungsgerichtshofes. Die frei Meinungsäußerung der Beamten. — Straßenmauten find nicht ungesetzlich. Gestern fällte der Verfassungsgerichtshof zrvei interessante Urteile über bei ihm anhängige Klagen.Der Beschwerde des Hvfrates Dr. Fif chl, über die wir'bereits berichtet haben, wurde ftattgegeben und die Weisung des Unterrichtsministers, die dem Beamten Vorträge über die Richtlinien Dd die Schulreform untersagt hatte, als ilngesetzlich aufgehoben. In der Weisung des Unterrichtsministers ist, wie in der Begründung ausgeführt u irp>, eine Verletzung des Rechtes der freien Meilt n ngsä u fj erun g, aber keine Verletzung der politisch n Rechte des Beschtverdeführers gelegen. Eine derartige Weisung wäre nur zulässig, wenn sie durch ein Gesetz-oder die Dienstpragmatik gedeckt wäre. Ta dies nicht der Fall ist, war sie als ungesetzlich aufzuheben. Tic zweite Entscheidung betraf die Anfechtung der Znl ässigkeit von Mautgebühren für Autonwbilein Graz und -Wiener-N.eusta.dl. Diese Klagen wurden wegen Jirkompetenz des Berfassungsgerichtshofes a bgewiesen, tveil über derartige Klagen der Berwaltnngsgerichtshof zu entscheiden habe. Der Verfassungsgerichtshof tväre nur dann zuständig, wen« d>er Verwältungsgerichtshof die Straßen,Mauten ftir ungesetzlich erklären würde. Straßenmauten seien nur dann unzulässig, wenn sie durch ein Bundesgesetz untersagt werden. Ein solches Gesetz ist jedoch bisher nicht erlassen worden. . Vereine, BorirSge und Versammlungen. Klub radikaler Zionisten. Morgen, A9 Uhr abends, im Cafe Atlashof, 1. Bez., Aspernplatz (Klub-lokal), Versammlung. Gegenstand: 1. Unsere, nächsten Aufgaben. Referent: Dr. Leopold Plafchkes. 2. Fortsetzung der Diskussion Über den Bortrag Wechtz'ler: „Ursachen > und. Lehren des Wahlergebnisses." — Ziomstische Jugendgruppe Prater, 2. Bezirk, Jungstraße Nr. 8. Heute. 8 Uhr abends, im BereinÄvkal Plenarversammlung. — Zionistische Bezirkssektion Alsergrund. Heute,!40 Uhr abends, Cafe City, 9. Bez., Porzellangasse 1, Vortrag Herr Dr. Jakob Weiner: „Neuovienüerung in der Zionistischen Organisation Oesterreichs." Gäste herblichst willkommen! — Perband jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibender, Wien,. 2. Boz., Rembrandtstraße 16. Donnerstag, 8 Uhr a'ben'ds, im Wiener B'ürqercafe, 2. Bez., Praterstraße 11, Massenversammlung. — Jiddischer Frauenbund. Heute, 348 Uhr, 2. Bez., Untere Augartenstraße 35, Mbewortrag Esther Mieses: Wochenabschnitt und „Sprüche der Baker".' Eintritt frei. — Maimo- Nides-Jnstitut. Heute/ U n iversitä t, H ö r f a ä l 17 der philc/ophsschen Fakultät, Dr. A. Ka Minka, 6 Uhr: „Der messianifche Uverte Psalm"; 7 Uhr: „Die große Synode und Simon, der Gerechte." Mittwoch, Hetzgasse 40. 6 Uhr, Rabbiner M. H o r o w i tz : „Chowoth halew-ciwolh"; anschließend „Midrasch". Donnerstag, Hetzgasse 40, GA Uhr, Dr. N. Go-lbstein: „Ta'lmudisches Eherecht." — Wiener Beth-Hamidrasch, 2. Bez., Tempelgasse 3, Heute, 6 Uhr, Lektor Dr. S. Gelb- Hans: „Palmen." Jüdisches Realgymnasium (mit Oefsentlichkeitsrecht), 2. Bezirk, Eastellozgasse 35. .Aufnahmen in die erste bis achte Klasse täglich zwischen 12 und 1 Uhr in der Direklionskauizlei. Die Leseslube der Zionistischen Sektion Innere Stadt ist jeden Menstag von 6. bis.9 Uhr abends im Klubzimmer des Cafe Excelstor (Habsburg), Rotenturmistraße, allgemein -zugänglich. Es liegen verschiedene Zeitungen und Zeitschriften auf. OOOOOCXXXXXXXXXXXXSOOCXXXXX'OOOOOOOOOOOOOCXttOQOCXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXSOOOO yPIKSWlRTSCHAff | Keine Stützungsaktion in Berlin. Bertin, 16. Mai. Das Wolffsche Bureau erfährt auf Erkundigung bei zuständigen Stellen, daß 'die Gerüchte über eine angebliche Notwendigkeit von Stützungsaktionen für verschiedene Firmen an «der Berliner Börse jeder G r undlage entbehren. Der gestrige Berliner Börsentag. An der gestrigen Börse konnte man im allgemeinen einer beruhigteren Auffassung begegnen. Man will wissen, daß die nötigen Einschüsse -bei der Liquidationskasse bisher glatt gelost werden konnten, so daß Zwangsexekutionen nicht nötig wären. Auch für den Zahltag sei bei einigem Entgegenkommen -der Banken mit Schwierigkeiten kaum zu rechnen. Die Kürsentwicklung war schon zu Beginn nicht einheitlich. Die Abweichungen gegen Samstag gingen aber selten über 5 Prozent hinaus. Darüber hinaus waren Holzmann und Bemberg um Vfa, bezw. 20X erhöht. Die Umsätze hielten sich m ziemlich engen Grenzen. Von Publikumsseite soll stärkeres Interesse für -den Kassamarkt bestanden haben. Die Spekulation, die die Ansicht vertrat, daß -von interessierter Seite zu sehr Stimmung gemacht worden war, um möglichst hohe Liquidationskurse , und möglichst kleine Differenzen zu bekommen, nahm nach den ersten Kursen Blankoabgaben vor, die das Niveau stärker drückten. Bei einzelnen Werten waren die Schwankungen ganz erheblich. Bemberg 485 zu 470 zu 488, Glanzstoff 555 zu 540^ zu 565, Ostwerke 393 zu 380 zu 386, Schultheiß 420 zu 408 zu 415 ustv. Auch an den übrigen Märkten kam die Undurchsichtigkeit der weiteren Entwicklung in mehr oder wenigergroßen Schwankungen zum Auchruck. Anleihen lagen behauptet und!m Verlaufe eher anziehend. Ausländer ruhig aber sehr uneinhettlich. Rumänen im Verlause sehr fest, Russen schwächer. Der Psandbriesmarkt hatte heute lebhaftere Umsätze aufzuweisvn. Borkriegspsandbriefe konnten bis 75 Pfennig anziehen. Auch die Liquidationspfandbriefe lagen zum fest. Heut« wurden die 7prozentigen Geldobligationen der Natron-Zellstoff ohne Option erstmalig gehandelt und mit 94% Prozent notiert. Am Devisenmarkt haben die Anforderungen weiter nachgelaüem Der Geldmarkt ist im allgemeinen unverändert. Taggeld blieb leicht mit 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld war mit 7 bis 8 Prozent gesucht. Der Satz für Reportgeld war 7% bis 834 Prozent, doch sollen vereinzelt von den Banken Beträge mit Vfa Prozent abgegeben worden sein: ' Ae deutsche» Reparationszahlungen. Da der gewaltsame Eingriff in den Börsenverkehr vielfach mit den Bestrebungen Deutschlands, eine Revision des Dawesplanes durchzusetzen in Verbindung gebracht wird, dürfte nachfolgender Ueberblick über die bisherigen deutschen Leistungen von Interesse fein: Die Reparationszahlungen Deutschlands sind von 788 Mill. Reichsmark im ersten Repavaiionsjahr auf 1060 im zweiten und 561, in der ersten Hälfte des 3. Jahres gestiegen. Sie verteilen sich in folgender Weise auf die verschieWen Staaten: Frankreich erhielt 48,3 Prozent, EnglcmdD3,6 Prozent, U. S. A. 8,3 Prozent, Italien 7,5 Prozent/ Belgien 5,6 Prozent, S. H. S. 3,9 Prozent und den Rest Japan, Rumänien, Portugal, Griechenland und Polen. Nach Verwendungszwecken zerfallen die Leistungen in 60 Prozent Sachlieserungen, 28,2 Prozent Abgaben von der Einfuhr nach England und Frankreich (auf Grund der Recovery Acts), 7,5 Prozent Besatzungskosten, der Rest sind verschiedene kleinere Zahlungen. Von den Sachlieserungen besteht der größte Teil aus Lieferung von Kols und Kohle (21,9 Prozent), es folgen chemische Düngemittel (6,8 Prozent), Transporte von Koks und Kohle (3,9 Prozent)/ Farbstoffe und pharmazeutische Produkte, Ni.tzholz usw. Englische Kreditofserte an Polen? Aus Lemberg wird uns gemeldet: Der 12. Mai ist vorttbergegange-n, ohne daß die allgemein erwartete offizielle Verlautbarung ü-ber den Abschluß der amerikanischen Anleihe veröffentlicht worden wäre. Trotz der offiziösen Ableugnungsversuche ist es Tatsache, daß Delegierte der polnischen Regierung in Paris weiten und noch immer mit dem Repräsentanten des amerihänischen Finanzkonsortimns Monnet über die Anleihebsdingungen verhandeln. Das polnische Finanzministerium hüllt sich über die Frage der Anleihe noch weiterhin in Schweigen, obwohl, namentlich in den Warschauer Blättern, fortgesetzt die widersprechendsten Meldungen über den Stand der AnleihcveHandlungen auftauchen. Bemerken-üvert ist nun in diesem Zufmnmenhange eine Meldung des Londoner Korrespondenten des Warschauer „Dzien polski", wonach die englischen -Finanz kreise 'der Frage einer polnischen Anleihe großes Interesse entgegenbringen, so daß die bekannten vier großen englischen Emissionsbanken bereits mit einem Kroditoffert bis zum Betrage von einer. Milliarde Zloty hervorgetretcn seien, und zwar zu Bedingungen, die viel günstiger sind als die amerikanischen. Danach wäre der im englischen Offert vorgesehene Zinsfuß 4i/2 Prozent, der Emisstonspreis 95, vielleicht sogar 96 Prozent, während man es für ausgeschlossen hält, daß in Amerika bessere Bedingungen erzielt werden könnten alsein Zinsfuß von 7 Prozent und ein Emissionspreis von 84. Die einzige Schwierigkeit einer Annahme des englischen Kreditofferts bestünde darin, daß die Engländer nach wie vor darauf beharren, daß die Kontrolle der Verwendung der Anleihen durch einen Delegierten des Fimmzkomitecs des „ Völkerbundes ausgeübt werde. Die Einstellung eines mit -dem Völkerbund in Verbindung stehenden Kontrollors oder Beraters bei der polnischen Notenbank widerspräche aber b-c-n Intentionen der polnischen Regierung,-da Polen dadurch von einer Institution abhängig gemacht werden würde, in -der Deutschland durch seinen Vertreter im Völkerbuu-drate eine bedeutende Rolle spiele. Die polnische Regierung würde auf die englischen Bedingungen vielleicht eingehen, wenn die Kontrollbedingungen vom Finanzkomitee des Völkerbundes unabhängig gestaltet würden. Ruhige Devisennrärtte. Die Devise Mailand verzelchnete gestern be: ruhigem Verkehr eine Besserung von 28.07 auf 28.10 gegen Zürich. Leu und Peseta haben sich ein ivenig abgeschwächt. Dollar gegen Reichsmark im Zusammenhang mit dem Nachlassen der Devisen-. Nachfrage in Berlin 4.20 bis 4.20.10. Wiener Biehn: ciMe. Nindermarkt. Auftrieb: 2631 Mastrinder und 570 Stück Beinlvieh. Ochsen 1.10—1.75, Stiere 1.10-1.60, Kühe. ,1.10-1.45, Beinlvieh 0.55-1.10 das Kilo Lebendgewicht. Verkehr lebhaft. Insolvenzen. Das Wiener Handelsgericht hat das Ausgleichsverfahren eröffnet gegen Joh. W e n z, Jnstallativnsbureau für Elektrotechnik, Gas und Wasserleitung, 13. Bez., Hadikgasse -98.-- Aktiven 22.800 S., Passiven 51.183 S-, Anbot -60 Prozent in 21 Monatsraten. — Das Wiener Handelsgericht hat das Konkursverfahren eröffnet gegen die „Blanko Mill", Papierivaren-ErzeugungZgcsellschaft in. v. H., 9.'Bez., RoßauerMttde 2.5. — Die im Jahre 1863 gegründete Herrenkleiderfabrik und Erportfirin a A. Mayer u. Co,, 2. Bez., Obere Augartenstrasse 32, hat gestern, um die Verhängung des gerichtlichen, Ausgleichsverfahrens angesucht. Passiven zirka 500.000 S., Aktiven etwa 300.000 S. ' Das Anbot beträgt 35 'Prozent, zahlbar in einem Jahr. * . Oesterreichisch-tschechoflowakische Jndustriellenbesprechungen. \Vttt Laufe dieser Woche sollen Beratungen Mischen Vertretern der tschechoslowaikischen und der österreichischen, Masch inen- und E'sen? ndustr: e statl-finden, um d'.e Interessen der beider'se-itigen Iydusirien im Zusammenhänge mit den Handelsvertragsverhanidlungen zu erörteni. — Der tschechoslowEsche Maschinen- und Metallhandel ist. wie aus Prag gemeldet rvird, infolge Kündigung des Handelsvertrages m'.t Oesterreich in^ eine schr schwierige Lage geraten. Vom Ernst der Lage zeigt der Umstand, daß die Einfuhr in den betreffenden Zollklassen seit dem 22. April um 68 Prozent gesunken ist und daß eitrige wichtige JnduftrieMeige geMungen sind, die notwendigsten Jnvestitiorren zur Rationa-lPerung ihrer Betriebe auf ungewisse Zeit zu vertagen. Zollhöhe und Warenwerte. Das Oesterreichische Nationalkomitee der Internationalen Handelskammer hat mit Hi-ffe des Zollburecms /er Wiener Hande-lstkammer eine Derrl'schrist, betitelt ,Zollhöhe und Warenwerte", versaßt, d'.e vornehmlich für die Weltwirtschaftskonferenz in Genf bestimmt und ihr wertvolle Unterlagen für die Verhandlungen zu bieten geeignet ist. Diese Arbeit liegt nun fertig vor und ist im Verlage A. Holder, Wien-Leipzig, erhältlich. Nicht tveniger als 4 0 2 Waren wurden nach 50 verschiedenen Zolltarifen hin. untersucht und über 6000 Einzeltarifierungen waren notwendig. Die industriellen Halb- und GaMabrikate nehmen den größten Raum ein. Aber auch die wichtigsten Erzeugnisse der Landwirtschaft wurden berücksichtigt. Die Verfasser der Denlschrift haben an den Schluß der Arbeit eine aulfschlußreiche U e b e r s i rh t s - karte gefetzt, die auf einen Blick die Höhe der verschiedenen Zolltarife veram'chaulicht und einen überzeugenden Beweis für di« Absperrung der Staaten voneinander bietet, überzeugender als langwierige Abhandlungen. Es wäre zu wünschen, daß sie in Genf Bc-achtung findet und daß sie in vergrößertem Maßstabe die Wände des Sitzungssaales der We-ltwi-rtschaflskonfcrenz ziere, i:m deu beratenden Herren den Angelpunkt ihrer Aufgabe recht deu-tlich vor Augen zu führen. Die französische Handelsbilanz weiter aktiv. Aus Paris wird gemeldet: In den ersten vier Monate:: des laufenden Jahres betrug die Einfuhr 17.570,900.000 Francs und weist gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres eine Verminderung um 2.166,822000 Francs auf. Die Ausfuhr erfuhr mit einer Ziffer von 16.25-1,242.000 Francs eine Vermehrung um 616,960.000 Francs. Mr die ersten vier Monate des la-uifenden Jahres ergibt sich somit ein Ausfuhrüberschuß von 683,342.000 Francs. Aenderung der Frachtsätze für polnische Trausitkohse. Bei den kürzlich in Prag zMchen Oesterreich, Polen und der Tschochoflomakei avgehaltenen Behandlungen wurde be- Mossen, den Vorzugstarif für die Beförderung polnischer Kohle nach Italien nur mehr bis 31. August zur Anwendung zu bringen. Bon diesen: Tag an sollen nur noch begrenzte Mengen, deren Ausinaß von Monat zu Monat fällt, zu dem ermäßigten Tarif verfrdchdeh werden. Die deutliche GetreideausfuhrMrre. Aus Berlin, 16. d. M., wird telegraphiert: Der Reichsrat hat heute das am SamStag vom Reichstag angenommene Gesetz über die Einfuhrscheine, wonach bis zum 31. Juli d. I. M der Ausfuhr von Roggen, Weizen, Spelt, Hafer und GeW Einfuhrscheine nicht erteilt werden, bestätigt. Demnach kann das Gesetz am Tage nach seiner Kundmachung in Kraft treten.

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