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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-17 · Heft 2952 (17.5.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2952 (17.5.1927)
Date
1927-05-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Erzeuger. L ITOUCH, WIEN, VIII. JosefstädterstraBe Hr. 36 — Telephon 26-8-67 Kupenschraitk- Touristen- London- 15: Mai. Wie,Ihr.Korrespondent soeben erfährt, ist es n o ch.- rr i ch t -s i ch e r, o b d e:t 1 6. Z i on i st e n k o n g r e-tz t als a chl r ch i n- B a s e l a b g eh a l t e n w erd e n w s.r d. Es ist nicht ausgeschlossell, daß 0er diesjährige .Zionistenkongrest wieder in Karlsbad oder in A m st e r.dam staftfspdet. Dieendgültige Entscheidung Wecodep.Ldck der Tagung des Kyngresfes istin den nächsten Tagen?zu:geMrtigeM Die Weltwirtschastskonserenz Farblose Kompromitzrcsolutionen. - Gen-f, 16, Mai. Als einzige Kommission der-Weltwirtschaftskonfevenz hat.die.L -an dw i r t s ch« f t s k om- Mission in ihren 'verschiedenen. Unterausschüssen ihre Arbeiten beendet. Heute vormittags fand eine.Sitzung >des Bureaus statt, um Ae Entschließungen der chrei Ausschüsse über die Punkte:- allgemeine Fragen,. landwirtschaftliche Genossenschaften, landwirtschaftliche-Kreditezu einer einh eitlü ch e n Ent.s.ch l ie ß' un gzusammengusassen, die im' N-mnen:>des .Landwirdschaftsausschuss.es-der Welt- Wirtschaftskonferenz eingereicht werden sollen. . -Im'RedaktionSkomiitee': der' r.H andDlskom.mis - s:i o n bereitet , sich eine -M o m p:t o nt ist! ö s u n g vor, die weder ausdrücklich-sürden Freihandel, noch für den Schütz-.. zoll eintritt. Die Tendenzen der von der Handels- und von - der Landwirtschaftskommisston beschlossenen Resolutionen - gehen ziemli ch star k a üse in arnde r, und es ist in-' solgedessen damit zu.rechnen, daß die Arbeiten der KöordinationskommPon:üoch ziAnliche Zeit: in Anspruch nehmenwerden. - " ‘ - - ’ "’• Sntrevne der Mörder. Wrnwgel bei Horthy. B u d a p e st, 16. Mai. Wie- „A- Re g g e.l", meldet,. ist General' W r a n g e l Sonntag früh . in. Begleitung seiner Frau und seines Sekretärs in Budapest eingetroffen. Rach demselben Blatte'ist der General gestern beim Ministerpräsidenten Grafen Bethlen in Audienz erschienen, worauf er an einem Lunch beim Reichsverweser Horthy' teilnahm.'Abends hat Generäl' Wrangel Budapest wieder verlassen.' ' - ' ' Mesuttell seoen einen DenlklnMroWen. Nt o 's k a u, .13 . Mai. (I. T, A.) Das C h a r k o w er Gerichtsprach - das Todesurteil gegen: den berüchtigten Pogrombandenführer C H m el i uk aus, der als Unterführer in der Armee des Generals Denikin eine Reihevon Juden bewohnte Städte verwüsten und-die Einwohnevschaft hin-' schlachten. ließ. EiÜsetzenerregend ist unter den russischen Juden die Erinnerung an den vop Chmeliuk im Städtchen K r i w o o s e xo. veranstalteten Pogrom.- Schon im Jahre 1922 wurde Chmeliuk von einem revolutionären Tribunal zn-u Tode verurteilt, -es gelang ihm aber, zu suchten. Sin neuer Prozeß Sakro-VanzeM? Newyörk. 10. Mai.-,'(M.-'-Conch'.)' Es wird mitgeteilt. daß der Gouverneur des Staates Maflasuchetts beabsichtigt. eine besondere Kommission zu ernennen, um eine neue U n t e r suchu ng der Angelegenheit Saceo und B a il z e t t i einzuleiten. Die Präsidentschaft dieser' Kommission ist dem früheren Staatssekretär H ü g h e s airge-; boten wordeu \ in London. Ler PrWent und der AnbenmiüWr der sranzWchtn RehnblU beim Nnig von England. Lund o n» 16. Mai. Der Präsident dcr . sriinzöUchcn Ange-sichts. dieser Information' .setzle nch: mich sofort mit -dem Premierminist-er und mit denr Stäatssekräj. Republik D o u tu c r g u e und Autzenminister B r i a n d s haben Heute tfjrcit Besuch in London gemacht, dem in poli-! tischert Kreisen große Bedeutung.. beigernefsen. wird. Um f 1 Uhr Mttags trafen sic an. Bord des Kreuzers „Jnvicta", jj der von einenr cnglischeü KreuzergeschwÄ»er begleitet würde, ■ in 'D ober ein. Der Prinz von Wales und der französische Botschafter de Flvurion. begaben sich., zur. Begrüßung des; Präsiderrteu an Bord des Kreuzers, ' wo der Prinz den Staatspräsidenten im Namen des- Königs begrüßte. . In i Dover Überreichte Präsident Donmergne dem Sortderberichterstatter deS.Neuterschen Bureaus folgende Botschaft: „Der Präsident der-.frmtzösischen Republik ist sehr glücklich, Seme Majestät König Georg V. zu Vesuchey und dem.Lritischett Volke die Gefühle herzlicher Frettndschaft des, frcurzöfischen ' Volkes übermitteln zu-können." -,. > , .V . , - Sodann .fuhren der. Dririz.' pon.. Wal es und die Gäste Mit Sonderzug wach London, wo sieum 3 Uhr nachnlittags \ anf dein Viktoria-Bahnhof eintvasen. Dort wurde Präsi- ' dent Donmergne vom K.ö n rg und-den Mitgliedern der i Wniglichm Familie sowie von Premierminister Bü l d w i n? und Außenminister... C h a mb e r l ü i n begrüßt. Der i König stellte den: Gast n. a. die Chefs der Arinee und : Admiralität vor:-. Der Präsideirt fuhr hiexanf-mit dem. König \ in offenem Wagen nach dem Buckingham-Palast^ wy er von i der Königin empfangetrwnrdc. . IieZagdnach dem Geheimdolrrmen!. Die Areos-Assüre vor dm Merlrauö. — Sle HMdurchsuchuüg veenvet. * London, 16. Mai. Die Durchsuchungen im Gebä-uüo der rüsstsch-öst HänKelsgesellischäft "„Arcos-^dWetten snöch -in der Nacht von Sonnla-g aus .sNontag an und wurden erst heute um 6- Uhr abends beendet;- das vermißte Dokument, von dem so geheimnlsvöll.gesprochen-wird,'ist jedoch bisher, nicht gefunden wördon. Wie-die Blätter.-wissen. Wollen, hak die. Polizei, - die die Dokumente jetzt überprüft, Beweisstücke dafür gesunden, daß ' V -. . - . .- m den meisten Mrypäischsn -- : M ^rschwörunMN - 7bestehen; ferner feien :im. gaNAen Gebäude' verteilt'zahl-- reiche feste, stählerne S -a f e 's entdeckt worden, -die ähnlich konstruiert sind wie die der Bank vow.Engländ. . Wieviel von diesen 'Meldungen der' 'Phantasie ent-, springt,, läßt sich jetzt noch nicht übersehen. Der stellvertretende Vorsitzendeder.russischen.Handelsdelegatii-on hat eine Erklärung en -hie Presse versendet, m der-' er versichert, daß sich -n i em als -ei n b r-i tu s-'che s St an t s- 'dokument innerhalb' des . Sowjetgebäud e s befunden habe. Es scheint übrigens,' daß die Durchsuchung bei der Arcos nicht von allen Kabinettsmitglledern gebilligt wird, obwohl das KMnett natürlich den Jnnvnminster I o y n s o n H i ck s deckt. Es wird mehrfach darans hingewiefon, daß - -' -'--' ' ' die Haussuchung gegen den Willen des Auswärtigen Amteserfolgt ist;-sie.scheint nur eine Aktion der P olizei und der ^ex tre m ko nserv.a tiv en Mi tgl ie der -der Reagier ungAU sein, um einen Druck auf die Mitglieder-der -' Regierung auszuüben, die,, wie vor allem Außenminister ' C Hambe r l a i n, gegen.eine Äu f he bu n g des H a n-! de l sü.b e r e i n k o m m e n s m i t P u ßl a n d sind..- ' Unter diesen Umständen hat es der Innenminister l I o y ns o n H ick s nicht - leicht, -seine. Maßnahme vor dem Parlament zu vertreten. In der heutigen Sitzung'des Unterhauses-lagen drei Anfragen, an., die Regierung wegen der Affäre der Arcos vor.' Innenminister Johnson Hicks gab. eine kurze Erklärung - ab, und versprach für Donnerstag eine ausführliche, Darlegun-g. -In seiner -heutigen Erklärung heißt, es: . - Die Jnsormätion, die mir, wie ich dem Hause bereits mitgeteilt habe, letzten Mittwoch vom Kriegs m i n i - - st e r' überreicht wurde, hat mich überzeugt, daß ein gewisses geheimes amtliches Dokument im Besitz einer Person ist, die in dm von der Arcos-Gesettschaft GchAdeMMW tft, j; 11 ar d c s A e.u ßere n .in Verbindung und ermächtigte : mit ihrer. Kenntnis und Zustimmung die Polizzei, - eine - Vollmacht zu beantragen, um das Gebäude der Arcos-Ge- I stllschast.zu durchsuchen. Das Gebäude-wird von der Arcos- : Gesellschaft und der russischen Handelsgesellschaft'.zugleich 1 benützt, und im ganzen Gebäude herrscht freie Verbindung. \ Die Bollmächk ermächtigte daher zUr-DurchsuchUng des gan-! zen Gebäudes. Die Durchsuchung würde in strikter Ueber- ' einftimmung mit der Vollmacht durchgeführt.! Das in Frage stehende Dokument wurde nicht gefumden. '.Die Polizei hat gewisse Dok'ümente.in Besitz ' g e-n. o m m e n, die in Beziehung zu ^dieser Frage stehen können. Die' Untersuchung -dieser Papiere -.ist. weiterhin im i Gange. .; .■ . i " Der Jnnemmnifter fügte hinzu, er sei der Uebcrzeui gung, daß das eMähnte-Dokument sich im Arcos-Gebäüde - befinde oder befunden habe. Nachdem für die Arbeiherpar- ' tak Hend'e.rs o n und^ fürdie -Lihetalon -L lo yd '! G e ä r g e -gesprochen hatten,- wurde, die weitere'Erörterung der Frage aüf-D o nne rs t'-ä'gMrkagt. ' krodus der Arbeitervartei aus dem Unterbavr. L o n d o n,, 16..' Mai. - (Wolfs.):' In der Unterhausi sitzung, der Premierminister „ B a I d w i n den Arbeitsplan; vorlegte, der 1 6 T a g e für die' Erledigung der G e w e r k-! s.'ch.af ks v'o-rl'.a g e Vorsicht,., erklärte der Arbeiterführer E l y n e s nach einer hestigen Verurteilung der Aktion der j Regierung, die er - als «verächtlich und schamlos" .bezeich-! nete, die Opposition werde sich nicht an dieser Aktion be- - teiligen, in. dem sie an Verhandlungen Wer die Gewerkschaftsvorläge teilnehme: sie.werde vielmehr zum Protest : gegen die Knebelung- und ' Einschüchterungspolitik der -Regierung dqs'.Haus v.Lrlasfe-n. - -; - - Hierauf verließ , die gesamte Arbeiterpartei unter; ironischem Gelächter der RegierUn/gsanhänger den SitzüngSi saal,. Es bexlautet, daß die Arbeiterparteiborläufig die 'Ab- ] sW Hache, an : den Unterhaussitzungen nicht teilzunehmcrr, ' bevor, die Vorlage erledigt ist, Ünd erst zürückzukehren, wenn; die Ausschußdebatte über die 'Gewerksschastsb.orlage^ wieder ausgenommen' wird. - - - ' ' - Meder ein Attentat ans Mlnkop. , R iga, IS.HMa-:. Die neueste Methode der russischen'Monarchisten, mit ihren gleichfalls in.' Gmigmtion lebenden politischen Gegnern durch Ueberfälle und Insu-lic abzurechnen, schvint einer a-usgegebenen Parole zu folgen. Beka-nnt-Iich wurde Kevenskii, der sich gegenwärtig in Amerika aufhält, bereits : zweimal Mit Ohrfeigen traktiert. Nunmehr wurdeauch Mi l - j u k o w, . her jetzt in Riga Vortrag« hält, das Opfer eines , Ueberfalltzs - durch einen russischen Monarchisten. Miljük-ow hatte seinen .Internationalismus und' Nation" lßct:tett€n Vortrag noch nicht begonnen, als ein etwa LSjähriger Ruße aus die! RednertrMne zuging, scheinbar i-n der Absicht,^ ihm «inen Zettel \ zu ülberreichen. Im nächsten Augenblick jedoch versetzte der. junge! Russe-MMow-einen he.f'tigen^ Sch-läg ins Gesicht,' daß j ihm der Wsicker' zu Boden fiel.- DcäenNsich staüd 'MMkow nnd! holte zum Gegenschlag aus, doch wurde der Attentäter vo-m ' anwesenden Publikum von "der Tribüne heruntergezerrt und , furchtbar zugerichteü Er-wäre sicher -zu Tode geprügKt worden, : wenn die Polizei ihn.nicht abgesührt hatte. Der Attentäter ist Mtglied der Monarch i st i s ch e n Gruppe .des Fürsten L i e w e n. Der Vorsitzende der Bersämmlstng drückte unter allgemeinem Applaus Miljuk-ow das Bedauern Über, den unerhörten Ueberfall aus, womn-f M-ljukoav seine.si Aortrgg halten konnte. Die schmählichen Ueberfälle. der MoEchistm aus Hre. politischen Gegner — sagte Ml-juikoav. — beweisen, haß her russische Monarchismus bereits v ö l l i g V q n k r y t't. ' ge* ' worden' sei,, und.'ihre Kampsmelhoden '.seW-. nichtS -M Msbvüche der Wut uch. Ohnmacht. . ^. . \ .. i > -iJWiwH.ni|.

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