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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-15 · Heft 2950 (15.5.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2950 (15.5.1927)
Date
1927-05-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 33 g | Redaktion, Administration: Wien, H., Taborstr. 1 Telephon 44-0-38, 43-3-19 Telephon ab 6 Uhr ebenda 38-5-89 Serie, ab Va9 Uhr abends 38-5-83. Druckerei: VII., Lerchenfeldorstraße 1 („lnva“) Wiener Preise r Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißstellen monatL 5 Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. #*» MÖBEIHAUJ J. WÜHL «« S' BEQUEME '?EIUAHIUN9 9ir. 2910 Wie», Sonntag, IS. Mni 1827 (IS. Rar 8887). 9. Fahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. ALLEINIGE ANZEIGEN - ANNAHME SCHALEN ANNONCEN EXPEDIT,0N HEINRICH WIEN, I.. WOLLZEILE 11. - TEL. 76 0 El, 76 0 81 MochMieder Zentrale: VII., Neubaugaffe SV Zur Bequemlichkeit ihrer Kunden hat sich Frau Bloch entschlossen, für ihre altbekannten, renommierten Erzeugnisse ab 10. März drei neue Verkaufsstellen, Und zwar: I., Kohlmarkt 4, Salon Puristen, I., Graben 15 und im Waren!) ans, D. 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Dynamit zu verschaffen und es zu . gebrauchen wissen. Der - Zettel war unterschrieben: Ein W e l t b ü r g e r. Sie Weltwirtschaftrkonsereni Die Arbeit der Unterkommlssionen. Gen f, 14. Mai. (Wolfs.) Auch heute gingen die Arbeitender verschiedenen Redaktionskomitecs und einiger Unterausschüsse der Weltwirtschaftskonferenz vornehmlich hinter geschlossenen Türen vor sich. Das Ergebnis des heutigen Vormittags ist die Annahme eines Resolutionsentwurses über die Freiheit des Handels durch den entsprechenden Unterausschuß. Der Unterausschuß für Han-delsfreiheit hat auch seinen übrigen Bericht fertiggestellt, der Montag in der Handelskommission beraten werden wird. Reue Schwimmrekorde der Sakoahner!« Frihi Löwv. Bei dem gestern im Dianabade veranstalteten Schwimmfest der Hakoah stellte die bekannte jüdische Schwimmerin Fritzi Löwy zwei neue ö st erreich!- s ch e B e st l e i st u n g e n auf. Sie schwamm 400 - Met e r - F r e i st i l in 6.26,4 M i n ü t $ n. Auch ihren bisherigen Rekord über 300 Meter unterbot die Hakoahnerin um eine Sekunde. Näheres in unserem Tagesbericht. Mit Bohrmaschine« und SauerstoffgeblSsen. Fortsetzung der Londoner Polizeirazzka in der rnsAsche» Handelsgesellschaft. London, 14. Mai. lieber die Durchsuchung edr russischen Handelsgesellschaft „Arcos" durch die englische Polizei werden sensationelle Einzelheiten bekannt. Da die Russen die Schlüssel zu einigen Tresors und Räumlichkeiten nicht gutwillig ausfolgen wollten, hat die Polizei einige Stahltüren mit Bohrmaschinen und Sauerstoffgebläsen öffnen lassen, während einige Kellerräume gewaltsam aufgebrochen wurden. Das Gebäude steht weiterhin unter schärf st er Polizeiaufsicht, eine große Menge Neugieriger umringt ununterbrochen das Gebäude. Wie nunmehr bekannt wird, fahndet die Polizei nach einem Dokument, das vor mehreren Monaten aus einem englischen Ncgierungsgebänds verschwunden ist. Dem Vemoehmen nach handelt es sich um ein die Marine betreffen srs Schriftstück, dessen Vorhandensein in dem russischen Gebäude von Detektivs festgestellt worden sei. Angeblich sollen auch mehrere Parlamentsmitglieder durch die Angelegenheit kompromittiert sein. Die Polizei gibt bekannt, daß sie in den gewaltsam erbrochenen Safes eine Reihe wichtiger Dokumente gefunden hat, doch wird nicht mitgeteilt, ob das Dokument, um welches es sich handelt, gefunden wurde. Die bisher veröffentlichten Berichte der Polizei übe, die Hausdurchsuchung bei den Russen lassen vermuten,, das es sich bei der Razzia um mehr als lediglich um die Wiedergewinnung des seit Monaten vermißten Dokuments handelt. So wird erklärt, daß Beweise für eine heimliche kommunistische Propaganda, die unter dem Deckmantel des Handels von der „Arcos* aus betrieben wurde, vorhanden sind. Die englischen Blättei erklären den Schritt der Polizei für gerechtfertigt, docs spricht der „Manchester Guardian" den Verdacht aus, das die konservative Regierung für die bevorstehenden Neuwahlen Material nach der Art deS Sinowjrw-Briefes brauche und versucht habe, dieses Material durch Hausdurchsuchungen bei der „Arcos" zu finden. Russische wlrtschasMche Revreffallen. Berlin, 14. Mai. Das „Berliner Tageblatt" meldel aus Moskau: Eine in Vorbereitung befindlich) Note kündigt wirtschaftliche RepressaIieii an, die vielleicht schon im einzelnen , in der Note genanni werden. Eine Kündigung des Wirtschaftsvertrages iß aber nicht beabsichtigt. In Moskau denke kein Mensch daran, „in die englische Falle zu gHen". *:i Vf/' Rk Jas englische London, 14. Mai. „Daily Telegraph" berichtet, daß die Regierung gestern beschlossen hat, der Beratung dvr G ewerkschaftsvorlage im .Unterhaus noch weitere 16 T a g e zu widmen, llnd zwar zwölf Tage zur Fortsetzung und Beendigung dier Kommissionsberatung, drei Tage für die Berichterstattung und einen Tag "für die dritte Lesung. Montag werde eine Guillotineentschließung der grernng eingebracht werden, die die Abkürzung der Debatte ermöglicht. Der Entschluß zu dieser in den letzten Jahren Nur selten ergriffenen Maßnahme ist darauf zurückßuführen, daß bisher in 18stülldiger Koinmrssionsberatung von der Vorlage, die ungefähr 12.000 Worte hat, nur sieben Worte erledigt worden finjbi, nämlich: „Es wird hiemit erklärt^ daß jeder Streik.." . ' Kommnniftenvertzastnngen in Japan. Tokio, 14. Mai. Die Polizei nahm in den letzten Tagen zahlreiche Russen und Japaner fest, die kommunistischer Umtriebe verdächtig sind. Einige wurden wieder frejgelassen. Gleichzeitig werden alle Häfen scharf überwacht. ES wird erklärt, daß die Maßnahmen hauptsächlich vorbeugenden Charakter haben und infolge der Besorgnisse der Polizei wegen einer Verstärkung dev Agitation ergriffen worden sind. Persien hebt die Kapitnlationen ans. Teheran, 13. Mai. Die persische Regierung hat den interessierten Machten zur Kenntnis gebracht, daß die exterritorialen Privilegien am 10. Mai 1928wiiv-j den aufgehoben werden. Oil Company gelegt werden sollte; müßte 'nicht dann düS Kölonialamt darauf achten, daß die Röhrenleitunz in Haifa und nicht in einen französischer! Hafen mündet? ' Minister Am e ry: Die Anglo-Persian Oil Company ist ein Handelskonzern, an dem die britische Regierung interessiert ist. Selbstverständlich würde die britische Regie« rung es vorziehen, tvenn die Mündung auf britischen, Territorium liegt. Wedgwood: Ist es nicht selbstverständlich, daß die britische Regierung hier in letzter Instanz entscheiden müßte? Auf diese Frage erfolgte keine Antwort. Die Petrolenmleitnng durch PaWlna London, 14. Mai. (I. T. A.) Im Unterhaus richtete Colonel W e d g w o o d an den Staatssekretär für die Kolonien die Frage, ob im Hinblick auf die von König F a i s u l in Khanikin abgegebene Erklärung, daß eine Petroleum-Röhrenleitung an einen Hafen des Mittelmeeres geführt werden würde, der Minister versichern könne, daß die Röhrenleitung ganz durch britisches Mandatsterritorium nach dem Hafen von Haifa geführt werden würde. Minister Am ery erwiderte: Soweit ich unterrichtet bin, ist die Prüfung der Angelegenheit und der ganze Plan noch nicht beendigt. Colonel Wedgwood: Darf ich fragen, ob nicht das Petroleum in Khanikin der britischen Negierung gehört und daß demnach die Röhrenleitung von der Anglo-Persian Jepntierter Ir. Hanrner polnischer Konsnl in Tel Alniw. Warschau, 14. Mai. Nach einer Besprechung zwischen dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Barteß dem Außenminister Zaleski und. dem jüdischen Deputierten Dr. Bernhard H a u s n e r wurde diesesr zum polnischen Konsul in Tel Awiw designiert; die Ernmnung wird in den nächsten Tagen publiziert werden. Nach der Ernennung wird Dr. Hausner' sein Abgeordnetenmandat niederlegen. Wie die jüdischen Blätter erfahren haben wollen, sollte Dr. Hausner ursprünglich polnischer Generalkonsul in Jerusalem werden;, infolge des Einspruches des Vatikans sei jedoch die Ernennung unterblieben. Mallen «nd Albanien. Ueber den Pakt von Tirana darf nicht gesprochen werden. Rom, 14. Mai. (Stefani.) Durch Notenaustausch.vom 26. April 1927 zwischen dem Chef der italienischen Regierung und dem albanischen Gesandten in Rom. haben die italienische und die albanische Regierung folgende .Erklärung vereinbart: Die Regierungen von Italien und Albanien.erklären, daß, wenn sie, sei es zivnmen oder einzeln, von einer oder mehreren Mächten eiugeladen werden sollten, Verhandlungen einzuleiten, die.die Auslegung oder Anwendung des P a k t e s v o n T i r a n a oder die Beteiligung eines Dritten an demselben oder aus jeden Fall die Beziehungen ztpischen Italiens und Albanien betreffen, keine der beiden Regierungen solchen Verhandlungen züstimmen würde, ohne daß diesbezüglich zwischen Italien uüd Albanien eine v o r- Ke r i'ge Be fra g n n g, ein v ö ll i ge s E i n v e r >n eßm e n und eine g l e i ch z e i t i g e T!e i l n a h m e der beiden Teile an «den .Verhandlungen stattsände, . > -• . /**&*£»

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