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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-11 · Heft 2946 (11.5.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2946 (11.5.1927)
Date
1927-05-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Prel« 20 g j Rodaktion, Administration: Wien, IT., Taborstr. 1 Telephon 44-0-38, 43-3-13 Ab 6 Ohr abends: Telephon 31-0-86 Drnokerei: VII., Lerchenfelderstraße 1 (,lnva“) Preise *• Wien und 0 Österreich iarch Post oder Yerschleiß- ,teilen monatl. 6 Schilling. Bezugsbedingungen für das Anstand im Innern des Glattes. ’ tmmmmmmmmmmmmmmm Rr. 2946 Wiener MorgeMttung fr, «HUIFMOHtGAJtE «2 TELEFON 55Q3V ** ' BEQUEME TElUAHLUNei MÖBELHAUi 7.WUHL. fr, «HUIFMOHtGAJtE «L TELEFON StAIV W Me«, Mittwoch, 11. »oi 1927 (9. Slot 56S7). 9. Jahrgang kine Konferenz britischer Kolonialnnd Mandatsgebiete. Zu London zusammengetreten. dm redaktionellen Teil enthaltene entseltsiche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Der Kampf gegen Poimare. Die geWrliche Budgetberatung. Paris, 10. Heude nachmittags tritt die Kammer nach den Osterferien wieder zusammen und dürfte ihre Tagung zwischen dem 1.!u>n!bt dran 15. Juli beenden. „Petit Papisten" erklärt, daß in gewissen Kreisen ipie Möglichkeit! erwogen werde, das gegenwärtige Ministerium zü stsürzlen, worauf Poin care neuerlich, und diesmal mit einem nach links verschobenen Kabinett, zur Regierung berufen werden würde. Bon autoritativer Seite wird itun mit Bestimmtheit festgestellt, daß fPoincare, falls er im Laufe der Budgetverhandlung in die Minderheit geraten sollte, unter keiner Form ein tteü-eis Kabinett bilden, sondern sich gänzlich zurückziehen würde. Die Budgetberatung aber werde überhaupt nicht in dieser Session auf die Tagesordnung der Kammer gestellt fern. Die Regierung wünsche gegenwärtig vor allem die Zolltarifreform Und die Militärgesehe durchberaten zu lassen. " Die polnische Rote an Deutschland. Berlin, 10. Mai. Die „Kreuzzeitung" meldet aus Warschau: Nachdem am Samstag der Preise amtlich mi'tgeteilt worden soar, es würde keine Note, bezüglich der Horgt-Rede libergeben, werden, scheint später auf den Außenminister Zalefki in anderem Sinne eingewirkt worden zu sein. Jedenfalls wird heute eine neue amtliche Mitteilung veröffentlicht, wonach die Uebergab« der Note in Berlin sich nur. deswegen verzögert Hätte, weil Reichsaußenminister Dr. Stresemann abwesend war. - , i ' Y " Der Monarchismus der deutschen Konservativen. In Berlin hat letzten Samstag eine Sitzung der deutsch-konservativen Partei (der auch Graf Westarp anaehört) stattgefunden. In der Versammlung hielt der Völkische Jürgen von Ramin, derselbe, der kürzlich den Hitler abgeschüttelt hatte, einen Bortrag Wer die llebereinstimmung der Grundanschauungen beider Parteien. Der deutschnationale Reichstagsabgeordnete^Ev erst ng führte aus: „Bald wird man nun vielleicht erklären: Ihr sollt hie Monarchie wieder haben, aber nach englischem Muster. Eine solche Monarchie würden wir bekämpfen. Denn wir würden das Jüdische hindurchschimmern sehen, das die Monarchie zu Zwecken des auserwählten Volkes ausnützen wollte." Und dann schloß er mir dem Glaubensbekenntnis, wie er es selbst bezeichnete: „Wir glauben an Gottes.Gerechtigkeit, wir glauben an des Königs Wiederkehr, und wir glauben an die Wiederauferstehung des Vaterlandes 1 Unseren Freunden im Lande aber rufen wir zu: Machet auf, es nahet gen den Tag!'" In der von der Versammlung gefaßten Entschließung Ivird die Wiedereinsetzung sämtlicher Fürsten mit folgenden Worten verlangt: „In der Gesinnungskrisis dieser Zeiten bekennen wir ans zu einer Lösung der Staatssormfrage, die unsere angestammten Fürsten in ihre von Gottes und Rechts wegen ihnen unverjährbar züstehenden Rechte wieder einsetzt." Dann weiter: „Das Ziel deutscher Politik, das durch takttsche Rücksichten nicht beirrt werden darf, ist: Befreiung von der Fremdherrschaft, von der französischen wie von der in den Dawes-Belastung en offenkundig gewordenen eines asiatischen Bolle s." ' Löndon, 10. Mai. Im Foreign Office ist heute unter dem provisorischen Vorsitz des Ministerpräsidenten die Konferenz der britischen Kolonial- und Mandatsgebiete zusammengetreten. An ihr nehmen 24 Länder, darunter auch Palästina teil. Die Konferenz, die als erster Versuch ihrer Art anzusprechen ist, soll Fragen, die aus dem Verhältnis der Länder zu der britischen Regierung entstanden sind, klären und einen Modus bestimmen, der eine innigere und raschere Zusammenarbeit beider Teile gewährleistet. Sollte diese Konferenz praktische Ergebnisse zeitigen, dann soll sie, ähnlich wie die Reichsko-nferenz bet Dominions, zu einer festen, periodisch wiederkehrenden Einrichtung werden. Die meritorischen Verhandlungen der Konferenz, für deren Tagung eine Woche in Aussicht genommen ist, beginnen morgen. Las FremdengMimbritischen Sberhaas. Londorf. 6. Mai.;(I. T. A.) Im Oberhaus wurde heute das Gesetz zur Einschränkung der FremdeneLnwaNd erü'Ug in zweiter Lesung vorgenommen., In dem Bericht wurde erwähnt, daß in vielen noch unruhigen Teilen Europas'für viele ein Drang besteht, nach England zu kommen, wo aber Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit ihre Gegenwart uner- , wünscht erscheinen lassen. Lord Haldane sprach sich für die Ablehnung der Bill aus, die, wie er sagte, schließlich erwünschte Elemente ebenso fernhält wie unerwünschte. Die Bill nehme England den Vorzug, auch weiterhin ein Asyl für diejenigen zu sein, die politischer und religiöser Verfolgung entronnen sind. Die Bill wurde bei namentlicher Abstimmung mit 58 gegen 20 Stimmen angenommen. Re Welwirtschaftskonserenz. Sollsragen. - Ae Srganlsatlou der Produktion. Genf, 10. Mai. In der landwirtschaftlichen Kommission der Weltwirts chaftÄonferenz kam heute der österreichische Delegierte Colloredo- Mannsfeld zu Wort, der u. a. Mer die schwierige Lage der wenig rentablen österreichischen Landwirtschaft sprach. Die bevorstehende Erhöhung des Zollschutzes für die österreichische Landwirtschaft begründete Redner damit» daß Oesterreich nicht eine freihänderische Insel im Meere des Protektionismus bleiben könne; der Zollschutz sei eine der österreichischen Landwirtschaft aufgezwungene Maßnahme. In der landwirtschaftlichen und in der Jndustriekommission treten die Meinungsverschiedenheiten Mer die Organisation der Produktion ziemlich stark hervor. Das Vorstandsmitglied des Reichsvevbandes der deutschen Industrie, Abgeordneter Dämmers, redete in Billigung der Vorschläge des internationalen Gewerkschaftsverbandsvertreters Jouhoux einer allgemeinen Erhöhung der Löhne und Hebung der Kaufkraft das Wort und trat für einen europäischen Generalplan vornehmlich in bezug auf Rationalisierungund Kartellierung ein. Der Vorsitzende des ruffifchen Metallarbeiterverbandes L e b s e stellte der Forderung nach Rationalisierung unter Ablehnung der Vorschläge Jouhoux' die Gegenforderung Hach Nationalisierung des Produktionswese ns der Industrie und Landwirtschaft gegenüber. Im gleichen Sinne sprach der Führer der rusiischen Delegation O s i n s k i, der gegen die Organisation der landwirtschaftlichen Produktion auf g.-ucsienschafillch-r Basis auftrat. Der deutsche Del-gi-rte Professor Dr S e ö r: n g sieht die Ursache der landwirtschaftlichen Weltkrise zum großen Teil in rer gesenkten Konkurrenzfähigkeit der europäischen Industrie, verstärkt durch die Kosten der Tilgung der Kriegsschäden, die bald eine politische Regelung finden müßten; ferner müßten die. Schutzzölle allgemein herabgesetzt werden. Große Aufmerksam-. ' keit fand sodann die Rede des österreichischen Delegierten Schüller Mer Kartellsragen. (Wir bringen die Rede im volDwrrtschastlichen Teil unseres Blattes. Die. Red.)! Nachmittags wurden in der JndustriekommiffiaN die Müssprache Mer die sozialen Bedingungen der Industrie», arbeiterschaft fortgeführt, wobei der französische Arbeiter- Vertreter Io u h a n x betonte, daß die Arbeiterschaft von der Konferenz eine Festigung der durch die Arbeiterschutzgesetzgebung geschaffenen Arbeitsbedingungen.erwarte. T^r englische Gewerkschaftsvertreter P e ck trat für die Erhöhung der Arbeitslöhne in der Industrie ein, well nur dadurch die Arbeiterschaft kaufkräftig, gemacht werden könne. Dt« Debatte über die Ratinonalisierung wird morgen fortgesetzt. In der dritten Unterkonunission der Handelskommission fand nachmittags eine längere Debatte Mer die Frage des Dumping und der sogenannten Antrdumprng-Gesetzgebung statt. Beim Eintritt in die Debatte erklärte dev italienische Delegierte Caravale eme Definitton des Begriffes vor allem für notwendig. Der deutsche Delegierte Eggers und der Engländer Hill gaben darauf zwei verschiedene Deftnittonen. Da Wer die genaue Bedeutung des Wortes dumping keine Einigung erzielt werden konnte, wurde ein Redaktionskomitee eingesetzt, das bis Donnerstag einen Bericht Wer den Sinn von „dumping" vorlegen soll. Für «nd gegen Masaryk. Parteibeschlüsse für die Präsidentenwahl. Prag, 10. Mai. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, hat die slowenische Volkspartei, Me 'der Regierungsmehrheitangehört, den Beschluß gefaßt, gegen die Wiederwahl des Präsidenten Masaryk zu stimmen. Ueber den näheren Inhalt 'des Beschlusses wird nichts bekanntgegeben. Dagegen haben die tschechischen Sozialdemokraten einstimmig beschlossen, für Masaryk zu stimm em Oeslorrekhlsche Koran Halessod-Kommlsslon. Heute Mittwoch, den 15. Mal 1027, 8 Uhr abends, tlndet ein lm großen Saale’des „Bayrischen Hof“, Wien, 2. Bez., Taborstraße 39 (Eingang Obere Augartenstraße), statt, bei dem Herr Dr« Nahum Goldmann (Berlin), der jetzt aus Palästina zurückgekehrt ist, über »Die gegenwärtige Lage in Palästina“ sprechen wird. Alle Keren Hajessod-Zeichner werden auf diesem Wege zu dieser Versammlung eingeladen. ludern sKflttüUrdcdhi I

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