Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2945 (10.5.1927)
- Date
- 1927-05-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2981905-2982033--29989-3018169- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
| Preis 20 ff | Redaktion, Administration: Wien, II., Tabörstr. 1 Telephon 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr abends: Telephon 31-0-86 Druckerei: Vir., Lerchenfetderstraße 1 („hm") Preise r Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißsteilen monatl. 5 Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. Wiener — ■HUCKST DM W i so e-r Ratfcauakellsrt Di© Gemütlichkeit der guten alten Zeit. Wer' kommt, wird wieder Stammgast 1 Volkstümliohe Preise! Mittags -'Menös ä S 1 * 50 Direktion: OTTO KASERER Nr. 294S Wie«, Lienrtag. 10. Mai 1927 (8. 31ar 8687). 9. gahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. OMterrrichlsclw Keren Haiessnd-UammlssloB Mittwoch, den 11. Mai 1927, 8 Uhr abends, findet ein Massenmeeting im großen Saale des „Bayrischen Hof“, Wien, 11., Taborstraße 89 (Eingang Obere Augartenstraße), statt, bei dem Herr Dr. NAHUM GOLDMANN (Berlin) der jetzt aus Palästina zurückgekehrt ist, über die gegenwärtige Lage in Palästina sprechen wird. Alle Keren Hajessod-Zeichner werden auf diesem Wege zu dieser Versammlung eingeladen. Juden, erscheinet zahlreich! 800.000 Hektar Land unter Wasser. Die Verheerungen re« ijiMi. — fioMfiant vor rer Mmmis. Newyork, 9. Mai. Die Mberschwemmnngskatastroph-e im MississiPPlgebiet ist. noch immer im Amehmen begriffen.. Bisher sind in den Staaten Arkansas, Louisiana und Missonri etwa 800.000 Hektar Ländereien unter Wasser gesetzt worden, davon 322.000 Hektar in Blüte stehende Baumwollfelder. Die meteorologische Zentralanstalt hat heute eine Mitteilung herausgegeben, in der sie die Einwohner von Louisiana benachrichtigt, daß sie sich auf die Räumung ihrer Wohnungen vorbereiten müsse, dazcchlreiche Deiche im Norden von New Orleans durch das Hochwasser gefährdet seien. Die unmittelbar bedrohten Gebiete weisen 13 Gemeinden mit mehr als 200.000 Einwohnern auf. Militär und Freiwillige arbeiten unausgesetzt an der Verstärkung der Dämme, doch sind die anrollenden Wassermassen so gewaltig, daß man das Äergste befürchten muß. Tornado ln Kansas. Newyork, 9. Mai. Ein überaus starker Wirüelsturm hat Kansas heimgesucht. Hutchinson wurde sehr schwer davon betroffen, Tausende von Häusern wurden zerstört oder beschädigt. Bisher wurden 21 Tote und über 100 Verletzte gezählt. -Auch aus mehreren westlichen Staaten der Union werden orkanartige Stürme und Wolkenbrüche gemeldet, bei denen zahlreiche Personen ums ^eben gekommen sind. Biele Menschen sind obdachlos geworden. LrdWe lm Mlnlanv. Kehl, 9. Mai. Hier und im Hanauer 2and wurden gestern kurz nach Mitternacht zwei leichte Erdstöße verspürt, die von einem starken unterirdischen Rollen begleitet waren. Der angerichtete - Schade ist nicht beträchtlich. AuMeisuag der weißen Rassen an« Konstantiuopel Paris, 9. Mai. Der „Matin" erfährt äus Konstancknopel, daß alle dort angesiedelten „weißen" Russen, also Kommunistengegner, bis 1. August das türkische Staatsgebiet verlassen müssen. Diese Verordnung soll auf Ersuchen der Räteregierung herausgegeben worden sein. In den >Emigrantenkreisen wird die Richtigkeit dieser Meldung be- Sie nrne Haaptftadt Anftralien». London, 9. Mai. Der Herzog von York,' der zweite Sohn des englischen Königs, hat die neue Hauptstadt Australiens Canberra feierlich eingcweiht. Er öffnete mit einem goldenen Schlüssel das nene Parlamentsgebäude und enthüllte ein Denkmal des Königs. Um die australische Mittagszeit (3 Uhr morgens mitteleuropäische Zettl hielt er die Thronrede. t Ser Ruf nach Handelsfreiheit. Sin französischer Resolntwnseniwnrf ans der Weltwirtschastrkonserenz. Genk, 9. Mai. Heute haben die drei Kommissionen der Weltwlrtschaftskonserenz, die für Handel (Vorsitzender der frühere holländische Handelsminister Colijn), für Industrie (Vorsitzender der tschechoslowakische Delegierte Professor Dr. H o d a c) und für Landwirtschaft (Vorsitzender der jugoslawische Delegierte Frangesch) ihre Arbeiten ausgenommen und die Vizepräsidenten und Berichterstatter gewählt. Die Handelskommission hat drei Unterausschüsse gebildet, welche über die Fragen der Handelsfreiheit, der Zolltarife und Handelsverträge sowie des Dumping- und Subventionswesens zu beraten haben. In der HandelsLommission legte der französische Delegierte S e r r u y s einen Konventionsentwurf vor, in dem erklärt' wird, daß die tza n d e l ss r e i h e i t eine der wesentlichsten Grundlagen des Friedens und der allgemeinen Wohlfahrt sei und daß der Konventionsmwurf des Völkerbundes, der die Aushebung der Ein- und Ausfuhrbeschränkungen zum Ziele hat, von der internationalen Wirtschastskonferenz unverzüglich erörtert werden sollte. Serruys schlug weiter die A u f h e b u n g der Kontrolle d er Kapit alsa ussuhr vor, die eines der stärksten Hindernisse des internationalen Handels sei. Die Roh stofj ver j^o rgun g soll keinerlei Beschränkungen oder besonderen ^Begünstigungen unterworfen sein und die Handelsfreiheit nicht durch eine Devisenkontrolle beschränkt werden. In einer zweiten Resolution wird die. Vereinheitlichung der Warenbezeichnungen gefordert, um den Abschluß von Handelsverträgen zu erleichtern. In der Debatte betonten die russischen Delegierten Obolenski und Khinchuk, daß Sowjetrußlawd un-» geachtet seiner Mitarbeit an den Genfer Beratungen sein Handelsmonopol unverändert aufrecht erhalten mutz. Ferner sprachen Sir Artur Balsour, der österreichische Delegierte Riedl, der die Zolltariffrage in den VoÄergrund rückte, und der deutsche Delegierte T r e n d e l e n b u r g, der eine Untersuchung über die Ursachen des Protektionismus vorschlug. In der I n d u st r i e k o m m i s s i o n wurde der italienische Großindustrielle P i r e l l i zum Berichterstatter gewählt; er b^eichnete als Hauptdiskuffionsthema die Fragen der Steigerung der Produktion, der Senkung der Produktionskosten und 'der Rationalisierung. In dieser Kommission hielt die österreichische Delegierte, Frau Freundlich, eine große, sehr beifällig aufgenommene Rede, in der sie auseinandersetzte, daß die Rationalisierung vor allem zu einer Verständigung zwischen Konsumenten und Produzenten führen müsse, um die allzu vielen Zwischenstationen auszuschalten. In der «pg-emernen Aussprache der Kommission für : Landwirtschaft trat der deutsche Delegierte Dr. Hermes; für Ausdehnung des Genossenschaftswesens vom Produzenten Ms zNm Konsumenten sowie für die Intensivierung der^ landwirtschaftlichen Produktion durch ■ Zerschlagung des Großgrunübcsttzes ein, der nach seinen Berechnungen weniger Ertrag abwerfe als der Keine mrd mittlere Besitz. Sodann brachte dev De-i; legierte des internationalen GenoffenschasLsverbandes Pris-,' sott zwei Resolutionen ein, die eine Kur.Förderung der landwirtschaftlichen Prcduktions- Und Konsumgenossenschaften!! die zweite zur Schaffung geMemsanter Genossenschaften von Produzenben und Konsumenten. Mklmds Aützenvandelsmonopol. Moskau, 9.. Mai. .Der Handelskonuniffär der Sv-: wjeümion Mikojan erklärte in einer Rede auf der Wa^ renbörsen-Konserenz, die nächste Mvfgaüe sei die Attswer-i tung des Außenhandels-Moniopiols für ÜfSief Verstärkung des Zustromes vhn aws-län di schein Kapital nach der Sowjetunion Und. eine größere Einfuhr für die Sowsetbetriebe, in erster Reihe für Maschmeichau- Weben dem jüngsten, vollständig realisierten deutschen Kredit von 310 Mlümien Mark geuvffen die Sowjet-, haickelsorganisationen Kredite in der DschechvslVwä-, fei Nrck» O'e st erreich zu ebenso günstigen Bedingungen-!Jn England schloffen iemsichtvolle Geschäftsleute, die di« Notwendigkeit von Wirtschaftsbeziehungen mit der!Sowjet-i! mrion erkannten, eine Reihe von Krcditgeschäften mit den Sowjetorgmrisationen ab, die alle übernommenen Verpflicht düngen auf bas prompteste erfüllen. Mmmmmmmmmmmmmmmmmmrnmm ■ Keine neue Note an 6hina. Eine Ekklörusig Eyamverlnlns. London, 9. Mai. (Reuter.) Im Unterhaus gab Staatssekretär des Aeußern, Chamberlain, emo Erklärung über China ab, tu der er ausführte, daß, da infolge der in den Reihen des Kuomintang erfolgten Spaltung die Hankaner Regierung seit der unbefriedigenden Arrttoort Tschens an die Mächte ihre Macht völlig verloren habe mrd da die ft.r die Ausschreitungerv in Nanking Verantwortlichen Kommunisten von den chinssischen Nationalisten selbst streng bestraft worden seien, dro britische Regierung beschlossen habe, twtz der Provokation di« britische Niederlassung in Hankan nicht Wieder zu besetzen. Sie hatte die gegenwärtige Anwendung von Sanktionen Wegen der AnSschreltnirgen in Nanking und wegen dev Nichtbeobachtung des Hankaner Abkommens für nicht opportun, wenn auch für völlig gerechtfertigt. Chamberlain glaubt, daß analoge Gründe die anderen interessierten Regierurrgen zn demselben Schlüsse gebracht hätten. Unter diesen Umständen schlage die Regierung vor, keine neue Note an Dschen zn richten Polnrare na Srippe erttaatt. Paris, 9. Mai. Es wird mit geteilt, baß Poirvcare leicht an Grippe «krankt und gezwungen, ist, das Bett zu hüten. Der Erkrankung wich kein« ernste Bedeutung beigemess"n Nrawaüe der tschechische» Fasriftea. Prag, S. Mat. Eins gefterm in Be raun abgehaltene demokratische Versammlung, tu der Dr. Boueek aus Prag spreche»! sollte, wurde von jugendlichen Faseisten ge- »valtsam gesprengt. Dr. Boucek wurde tätlich mißhandelt« * Gendarmerie und Polizei schritten ein wid verhaftete,! 85 Persimen. Ser Transozeanslug Pari«—Rew Vor! geglückt. Paris, 9. Mai. Der von den Fliegern Nucktzessdrj' und C o l i unternommene Transozeanflug Paris—Newyork ist geglückt. Die Flieger, die gestern um 5. Wü 21' Minuten früh aufgestiegen Waren, haben verhältnismäßig rasch den Ozean überquert, lieber ihren Flng über das Meer waren keine Nachrichtens zu erhalten, da die Flieger keine Funkoinvichtung au BmÄ hatten. Honte nm 2 Uhr nachmittags »bürde das Flngzenjg jedoch schon'über Halifax gesichtet, von wo es in der Mh-. tung über Newyork Weiterflog. Ws die Metzer in Biost»>n signalisiert »raren, stiegen fünf Prwatflugzeuge ans, um ilMen entgegenzufliegen. Um 4 Uhr nachmittags trafen die Ozean-' flieger in Bereitung dieser fünf Flugzeuge über der Stadt Boston rin. In Nttvhork sind einige Flugzeuge der amerika-, nischen Regierung avsgestiegen, nm die franzSfijcher; Flieger anh, ihrer letzten Etappe muh Newyork zn begleiten. In einem .Telegramm nach Paris tvurde gemeldet, daß dis! Flieger, gegxn! ä Uhr in NÄvyork angekommen seien; die Nachrühb! erwies sich jedoch als unrichtig. Rach den letzten Meldungen > ist das Wetter schlecht. Sine Fraueapartei i« gugoslawieru Belgrad, 9. Mai. Hier wurde eine feministische!! Fravenpartei gegründet. In' ihrem Aufruf heißt es, daß ' die Frauen in Südflawien kein Wahlrecht haben ünd politisch unterdrückt tvürdeu, weshalb sie sich zu einer Partei organisieren Essen, um die Ideen des Femiuism'is zu vertvirksi^"" Ungar« hAt am vlsM fest. Budapest, 9. Mai. Außeniilüiister Balko erklärte bei der Verkchrskouferenz, daß die WschaffavU des Bismrrs ***w*/Ji***t*m i1