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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-09 · Heft 2944 (9.5.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2944 (9.5.1927)
Date
1927-05-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Polen r 35 groszy | fien: Ztutn Abholen in der Spedition, H., Taborstr. 1-8 fl et in dnerVerschleißstelle frafik) monatl.5 Schilling emverkanf in Wien die Kolporteure der Goldschmied, IM Wollzeile 11 Ixt Postversand für Wien pd Oesterreich monatlich 5 Schilling 'schecho-Slow akei; [on.K 22. Jugoslawien: [on. Din. 60. P o I e n :Mon. i Zloty. Deutschland: [on. Gm.4.Frankr eich, 'elgien: Mon. Pres. 85 Pie!»* fchOhmngon yoibehal ton. Rk. 2944 Wiener Sie», Montag, 9. Mai 1927 (7. Nar 9687). Preis WO ff En ginn d: Mon.4SohüKng ItaHfon: Monatl. 20 lAte Rumänien! Sfon. ITDDei Bul gari en:Mon»IÜOJjewa. S c-hw e i x and das übrige Ausland monatlich Kn». 5 Redaktion, Administration; Wien, II., Taborgtivl Telephon: 44-0-88, 48-849 Ab 6 Ohr abends: Telephon Nr. 31-0-86 VH., Lerchenfelderstraße 1 (Druckerei Blnva*) Oesterreichisches Postspar-, kassenkonto Nr. 150.698' 9. Jahrgang Ae Tagung des zionistischen Aktions-Komitees in London. t« rehaktienellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangefetztes E gekennzeichnet. Ser Stahlljelmtag in Berlin. Heute zwlWuWe. — Serlnge BettWuug. Berlin, 9. Mai. Die Dagiung des Stahlhelnr-Bun- <es ist ziemlich ruhig verlaufen. Es kam fast nirgends zu größeren Züsanrmmstößen. Berlin blieb vollständig ileichtzDltig Und die Oeffentlichkeit nahm von der irit großer Mache in Szene gesetzten Konferenz keinerlei stotiz. Hätten nicht Kommunisten sich an einzelnen Stellen je» Stahlhelmleutm entgegengestellt, so wären auch nicht ife kleineren Zusammenstöße erfolgt, bei denen die Politer >eingreifen Und über 200 Verhaft ungen wegen Vichtplgeleistnng vornehmen mußte. - Das riesige Aufgebot der Polizei zur Aufvechterhaljtvstg der Ordnung erwies sich als überflüssig, zumal fte Zahl der Teilnehmer infolge der durch die Ablehnung ier BevülkeruW bewirkteir Unmöglichkeit, Quartiere zU schüfen, sich auf höchstens 50.000 Menschen belief, wähterä» ma»r eine Viertelmillion erwartet hatte. Die Dewon- Iratron im Lustgarten begann Unl 9 Uhr früh, ohne alle süßeren Zeichen. Fast nirgends war in dem sonst nationaliesinnten Viertel eine Fahne Ku> sehen, dafür aber waren demonstrativ republikanische Flaggen aUsge-> längt. Bei der Versammlung war kein Vertreter der Negierung anwesend und selbst die rechtsstichewren Parbmentarier waren Nur durch zwei völkische Abgeordnete vertreten. Viel bemerkt wurde die Anwesenheit kreier kaiserlicher Prinzen, Und zwar der Prirr°> Eitel Friedrich Md August Wilhelm, sowie Herzogs von Cvbürg-Gotha. , : Der größte Teil der Teilnehnrer ist abends^ wieder Von -Berlin abgereist, ohne haß es irgjendw«! zU! Zwithensällen gekommen wäre. Drei Haovtprobleme. — London, 7. Mar. (I. T. A.) Donnerstag abends wurde hier die Tagung des Aktionskomitees der Zionistischen Weltorganisation in Anwesenheit der Mitglieder der Exekutive des Finanz- und Wivtschastsrates sowie von 49 Mitgliedern des Aktionskomitees eröffnet. Leo M o tz k i n, der Präsident des Mionskomitees, leitete die Verhandlungen. Dr. Weizmann, der Präsident der Weltorganisation, war verhindert, der Eröffnungssitzung beizuwohnen. M otzkin gedachte der verstorbenen prominenten Mitglieder der Organisation, insbesondere Achad Haams und des erst vor wenigen Tagen dahingegangenen Schatzmeisters be§ amerikanischen Keren Hajeffod, Hermann C o n h e i m. Die Mitglieder hörten die Gedenkrede stehend an. Motzkin hieN sodann eine Ansprache, in der er dem Bedauern darüber Ausdruck gab, daß diese Mronskomiteesitzung nicht in Palästina abgehakten wird. Die Tagung, -fuhr Motzkin fort, wird sich, mit drei Hauptproblemen zu beschäftigen haben.: Wirtschaftskrise, Zusammenarbeit mit den Richtzionistm und 15. Zionistenkongreß. Die zweite Ansprache hielt Ncchmn S okolow, der Präsident der Weltexekutive. Er -berichtete, daß sich die politische Lagedes Zionismus überall in der Welt, insbesondere in England und in Frankreich, gebessert habe. ,Schwierigkeiten bestünden nur in Pa-lästin<^ und' dort sind sie rein wird- Ae Lage in Palästina. schaftlicher Natur. Die Lage ist wöhl ernst, aber er sei nicht geneigt, sie als kritisch zu betrachten. Dennoch bedürfe es Heroischer Anstrengungen, um die Grundlagen in Palästina für den weiteren Aufbau zu befestigen., ' Colonel Kisch, der Leiter der Exekutive in Palästina, verlas einen Bericht über die allgemeine Lage in diesem Lande. Er gab seiner Ansicht dahin Ausdruck, daß der Höhepunkt der Krise bereits überschritten sei, und daß man, sobald die notwendigen Schritte ergriffen sein werden, vertrauensvoll in die Zukunft wird blicken können. Dr. Artur Hantke, der Direktor des Keren Hajessod, erstattete Bericht über die Tätigkeit des jetzt in Palästina domizilierenden Hauptbmeans des Keren Hajeffod. Seitdem das Hauptbureau in Palästina arbeitet, hat fS$j das Gesamteinkommen um 60 Prozent erhöht, nämlich von 2,220.000 Pfund aus 3,600.000 Pfund. M. M. U s s i s ch k i n, >der Präsident des Keren Käse? meth, berichtete über die Tätigkeit des Jüdischen Natvmalfonds. Das Einkommen dieses Fonds im lausenden Jahre betrug 1,300.000 Pfund. Er klagte darüber, daß der National fonids angesichts des Hervortretens der anderen FopW vernachlässigt werde. Eine starke und unerschütterttche Sache gibt es in Palästina, ' sind die 200.000 Dunäm jüdischen Bodens. Die Bankenkrise in Japan. Tokio, 8. Mar. Beide Kammern haben den Gesetz-- vtwurf über die finanzielle Hilfeleistung mit imer Wänderrmg angenommen, wonach die Regiet u n gs h i l f e nicht nur jenen Danken gewährt wird, die hre Schalter wieder geöffnet haben, sondern auch jenen danken, die noch geschloffen sind, vorausgesetzt, daß ihre sage die Hoffnung auf ein günstiges Ergebnis ermöglicht. tu diesem Zwecke wurde eine spezielle Untersuch u n g s ko m m i s s i o n eingesetzt. Die rangerfrage. Paris, 8. Mai. Die spanische Regierung sat nach eür'er Meldung des »Petit Parisien" aus Madrid ias kürzlich überreichte französische Memorantum zur Tnngerfrage überprüft. Die spanische Antbort soll demnächst abgehen. Mae neue Partei in ver rschechoftowakei Prag, 9. Mai. Der gewesene Kriegsminister Striierny, der bekanntlich vor kurzen aus der nattonalfoziaristithrn Partei ausgeschlossen wurde, hat gestern in einer öfstnticheni Versammlung eine neueParteigründung angekün- »igt. Striberny machte heftige Ausfälle gegen die tschechischieutsche Koalitionsregierung und erging sich bann in heftigen Angriffen gegerr W» Deutschen und Juden. Die von chm Gründung Begriffene neue Partei wo che «inen Ästigen Kampg segens Bene« und Klofae führen. > Ae Gemeinderatswahlen in Lberfchlefieu. Warschau, 9. Mai. Die gestrigen Gemeinderatswahien tn OSerschlesien sind fast ohne Zwischen fäll ö verlaufen. t)k Resultate sind zur Stunde noch Nicht bekannt. IHn neues Asenbahnattentat in Polen. Warschau, 8. Mai. In der vergailgenen Nacht wurde rus den Schnellzug Warschau—Lemberg neuerlich eilt Attentat lerübt. Fn der Nähe von Lublin wäre,; die Schienen auf- ^risftn und die schadhafte Stelle mit Steinen verdeckt. Der Lokomotivführer bemerkte rechtzeitig das Hindernis und konnte Kar Zug einige Mw« vorher zum Halten bringen. Re SlowMche« Menschenfresser. Brünn, 8. Mai. Die polizeiliche Untersuchung der Mordtaten der Zigeunerbande Filko steht vor dem Abschluß. Die Polizei hat insgesamt 24 M o r d e der Moldauer Menschenfresser festgestellt. Der letztentdeckte Fall betrifft einen Stammesangehörigen, einen Zigeuner aus Torna, den Fillo und seine Leute im Herbst 1926 ermordet und ausgegessen haben. Im Zusmnmerchang mit diesem Mord find in Torna drei Zigeuner verhaftet worden, di« seinerzeit die Tat gemeinsam mit FilloS Bande begangen und das Opfer, einen ihrer Verwandten, in einen Wald gelockt hatten, wo er niedergenracht wurde. 8kn vierfacher MSdcheumSrder. Rom, 8. Mai. Die Polizei hat «inen Mann verhaftet, derf vier Mädchen vergewaltigt und dakm ermordet hat, Die Leichen der Mädchen hat der ^Verbrecher an der Peripherie der Stadt verborgen. Der Wer, ein gewisser G iriolimoni, leugnete, wurde aber von allen Personen, die ihn bei der Entführung der Mädchen gesehen hatten, aus das. bestimmteste wiedererkannt. Ar Flug Paris—New Park. Le Bourget, 9. Mal. Die Flieger Nunge^ffer und Coli sind um 5 Uhr 21 Min. zum Flug nach New Pork aufgestiegen. Ein Dienstslugzeug des Erbauers des Nungeffer-Äpparates begleitete diesen bis Honfleur, worauf Nungesser seinen Weg änderte und Richtung auf Southampton nahm. Das Flugzeug wurde «ach «irrer LondonerMeld u n g gegen 7 Uhr aberrds über S ü d e n g l a n d gesichtet. Seither fwd über den Flug keine zuverlässigen Nachrichten eingetroffen, bq, das Flugzeug keinerlei Funkeinrichtung air Bord hat. Nungesser kann nach einer gowiffen Flugzeit das Rädergestell des Apparates loslösen und dadurch das Gewicht um 115 Kilogramm evleichtew. Soll eine Notlandung auf dem Meere evfordsrlich werden, so bietet die Führergondel die Möglichkeit, sich wie ein Boot über Waffer zu halten, vorarlsgesetzt, daß.die Landung aus dem Waffer glückt. Die beiden Flieger hüben jeder einen besonderen Fallschirm, der sich schon näch vier Meter Fall öffnet. 1 CHn jugoslawischer Rundvug. Belgrad, 8. Mai, Die berden jugoslawische« FDeger Kapitän Sondermaye-r und Leutnant Bajd-M sind Heute um halb 6 Uhr äbends nach Vollendung ihres Fluges Paris — Bombay—Belgrad, den sie ftr zwölf Etappen zurückgelegt haben, auf dem Flugfeld in Semlin gelandet und wurden von einer MenschenmengK, die sich auf 50.000 Personen belief, begeistert begrüßt. Verhaftung einer ßinbrecherüanöe. W Gilbritch- MI» 50000 Schilling Schnkrm. Knapp vor Beginn der Sommerfaifon, die diel^ Wiener Wohnungen leer stchen läßt, hat das SWerWZbnreau eine Einbrecherbande dingfest! gemacht, die in den letzten Wochen nicht weniger als 35 Einbrüche mit einer Schadensfunnne von rund 60.000 Schilling verübt hÄ. Die Leute spionierten in allen nröglichen Bezirken verlassene Wohnungen aus, sprengten die Türen mit emem Stemmeisen und trugen unbehindert fort, was ihnen rn die Härrde kam. Es dauerte wochenlang, bis die Polizei den Einbrechern auf die Spur kam. MchreLe KmmrNakbeamtenpartien arbeiteten Tag und Nacht. Man verhaftete schließlich zwei MttMder der Baude, den Hrffsarbelter Franz Ecker und den Dachdecker LeopoW Aeavtne r, doch weigerten sich die beideN entschicden, ihreKomplizen zu verraten. >Auch der ZuMngsbruder L^pold Zentners, Friedrich, dem allerhand Wnbrüche nachgewiesen wurden, hielt an d^r Gmmersolidarität fest. W saß «nt dm beiden anderen schweigsam im Pobtze^ gefangenhaus und verfolgte mit großer GlM'giWgM die Arbeit des kriminälistischen Apparates. SchlieWch tvurde festgestcklt, daß die Häupter W Bande der Schuhoberteilherrichter Felix Hy ka, DenA gafft 4, und der LLzährige landesverw-iesene Mche-ttgehilft Franz Sch We h waren. Sie und einige «Mre junge Einbrecher wurden verhaftet, leugneten kautze, mußten sich aber schließlich unter der Last der BeweDmittel doch zu Geständnissen bequemen. Die Beute Van 50.000 Schilling ans den 36 Einbrüchen ist fast MM Gänze in Spiel und Trunk aufgegangtz«. Sämtliche Einbrecher wurden dem Landesgerichte Mgeliefert, 14 Hehler auf' freiem Fuße der StaatsMvall' schast anqezoigt.

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