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Wiener Morgenzeitung · 1927-05-02 · Heft 2937 (2.5.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2937 (2.5.1927)
Date
1927-05-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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| Prel* 20 g | Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr« 1 Telephon 44-0-96, 48-3-19 Ab 6 Uhr abends: Telephon 31-0-86 Druckerei: Lerchenfelderstraße 1 („Inva“) Preise *• .viennnd Oesterreich durch Post oder Verschleißstellen monatl. 5 Schilling. Bezngsbedingnncen für das A n s 1 a n d im Innern des Blattes. Nr. 3937 Wiener orgeMliung Wie«, Montag, 2. Mai 1927 (SS. Risan 5687). o e MÖSELHAUi XWUHL |Y, KHIEIFMOhiGASIE Nt 3 TELEFON 359-3$ _ BEQUEME TEILZAHLUNG S. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Hakoah-Senfation in New Volk. 2:2 (2:0) gegen Glants. Die Wiener Hakoah errang gestern in New York gegen die dortige Fußballmannschaft Grants ei,teil großen Erfolg. Der jüdische Verein spielte gegen den starken Gegner vor 40.000 Zuschauern 2:2 unentschieden. Zur Pause führte Hakoah 2:0. Näheres im Sportteil. Tie Ueberschwemmunsskatastrophe im MiMvvigebiet. Wettere 30 Städte geMrdet. New Orleans, 1. Mai. Die Jngemeure erklären nach drücklich, daß die Angst der Bevölkerung keineswegs gerechtfertigt und daß es nur eine Frage von Stunden sei, daß die Wässer um zwei oder drei Fuß fallen werden. Inzwischen, ist die Hanptflut in der Nähe von Bicksburg airgelangt und überschwemmt weitere Teile von Arkansas, Mississippi und Nordlouisiana. Durch das Ungestüm der Wassermenge ist ein weiterer Damm bedroht, wodurch etwa 30 Städte mehr oder minder ü b e r s ch w e m m t rmd weitere fünf Dämme gefährdet würden. Neue Dammdrüche. London, 1. Mai. Das Neutersche Bureau meldet aus Nero Orleans: Der Damm des Mississippi ist an vier Stellen bei Natchez m Louisiana geborsten. Mehrere hundert Personen, die die Warnungssignale nicht U« achteten, sind in Lebens ge fahr. Das ' Niveau des Flusses ist bisher nicht gesunken. Falls es sich für nötig erweisen sollte, werden weitere Dammsprengungen vorgenommen werden. Der Damm des Arkansas ist in Arkansas in einer Ausdehnung von eineinhalb Kilometern geborsten. Fünf Distrikte sind überschwemmt. Der Schaden. Handelsfekretär H o o v e r bezeichnet in einer Rundfunkrede die Ueberschwemmung im Mississippital als die schlimmste in der Geschichte des Landes. 200.000 Personen seien ruiniert, 600.000 Acres überschwemmt. Der Schaden wird mit 200 Millionen Dollar beziffert. Grubenlataflrovhe in Amerika. 81 Bergleute verschüttet. F a i r m o n t (Westvirginien), 1. Mai. Infolge einer Explosion, die den Haupteingang zu einem Bergwerk in Everettsville zerstörte, sind 75 Bergleute verschüttet worden. Zwei auf der Halde beschäftigte Arbeiter wurden durch den Luftdruck getötet; 13 weitere wurden verletzt. Nach neueren Meldungen glaubt man, daß sogar 91 B e r g l e u t e v e r s ch ü t t e t morden sind. Die Rettungsmannschaften erkoren, die Verhältnisse im Innen: des BergiverkeS lägen so, daß niemand, der während der Katastrophe in der Grube war, sich habe retten köunen. Einstellung der Rettungsardetten. F a i r m o n t, 2. Mai. Infolge Ausbreitens des GrubenbrandeS mußten die Rettungsarbeiten zur Bergung der 91 verschütteten Bergleute eingestellt werden. Die Bergleute gelten als verloren. Blutige AraßendemunktrsNsnen weaen einer mibgNlüten Lran-sjeanffuges. Rio de Ianei ro, 30. April. Die Aeußerungen verschiedener Zeitungen, die das Mißlingen deSTranSozeanfluges der brasilianischen Flieger der. Ungeschicklichkeit der Besatzung zus^rleven, haben zu Straßen tu m ulten geführt. Die Menge griff die Redaktionsgel'äude der bet effendey Zeitungen an/ ES sielen zahlreiche Schüsse. Starke Mttiünaen Polizei und Kavallerie mußten eingesetzt werden. Das Militär gao scharfe Schüsse ab, wobei mehrere Personen der angrciseuden Volksmenge verwundet wurden. Ein russisch-japanischer Krieg? gapau will kharbin besetze«. Paris, 1. Mai. Der „Matin" glaubt aniündigen zu können, daß ebenso im Fori/gn Office wie am Quai D'Orsay Personen, die die Absicht äußern, sich nach China zu begeben, der Rat erteilt werde, nicht die transsibirische Bahn zu benützen, da sich in Chavbin etwas ereignet hätte. Das Blatt will Anzeichen dafür haben, daß England »md Japan sich dahin verständigt hätten, in China energisch gegen den Bolschewismus einzuschreiten. Der japanische Ministerpräsident Tanaka habe mm den Gsdanien, Charbin an der ostchüre fischen Eisenbalm zu besetzen, -die von den Sowjets kontrolliert werde. Da London nun in Tokio habe wissen lassen, daß es nichts dagegen ei nznw enden habe, würde sich wohl die japanische Armee nicht lange bitten lassen, in Charbin einzurncken. Das würde zn einem Konflikt zwischen Japan und Rußland führen. Der ,Matin" will erfahren haben, daß gegen dieses Unternehmen sich Widerstand in Washington zeig«, wo die Aussicht auf eine japanische Ex pan» sionsPolitik mit Mßtranen verfolgt werde. BeschieWg eines amerikanischen Schiffes. Schanghai, 2. Mai. Das amerikanische Schiff „Präsident Lincoln" wurde von der Eingeborenenstadt aus mit Gewehren beschossen Verluste sind nicht zu verzeichnen. General ManglaWeki Reilemns. London, 2. Mai. General Tschangkai s ch ek hat in Nanking seine Regierung eingesetzt, die aus einem Köln i t e e v o il 15 Mitgliedern besteht. Der Kommissär für auswärtige Angelegenheiten dt Schanghai hat dem Doyen des Konsulatkorps einen Protest überreichen lassen, worin er verlangt, daß die Barrkkade«, sofort entfernt werden mögen. Wiederaufnahme der Berhandlausen zwischen Rom und Belgrad. L o u b o ii, 2. Mai. Der Korrespondent der „Morning Post" in Rom meldet, daß noch im Laufe dieser Woche die BcrHandlungen zwischen Nom und Belgra d wieder ausgenommen: werden sollen, daß aber dabei die Frage des Vertrages von Tirano unter keinen Umstanden zur Sprache gebracht werden würde. Ein Bericht das „Daily Telegraph" auS Tirana führt die dortigen militärischen Vorkehrungen auf die inneren Verhältnisse zurück. Olävohl die Stellung des Präsidenten Achmed Zogu immer noch als gesichert angesehen werden müsse, hätte doch seine innere und äußere Politik bei der -Mehrheit der Bevölkerung keinen Beifall gefunden, und aus diesem» Grunde erklärten sich seine militärischen Maßnahmen. Wildwest w Polen. Der Lemberg-Krakauer Schnellzug von Räubern Werfällen Warschau, 1. Mai. Wie „Glos Prawdh" aus Przemhsl meldet, wurde vorgestern abends gegen 8 Uhr der Schnellzug Lemberg—Krakau in der Nähe von Ja ros lau von einer Räuberbande aus Revolvern und Gewehren stark beschossen. Im Speisewagen wurden sämtliche Fensterscheiben zertrümmert. Offenbar war geplant, den Zug zum Halten zu bringen und ihn dann auszuplündern. Der Anschlag ist mißlunge n, da der Lokomotivführer die Fahrt beschleunigt sortsetzte. Verletzt wurde nlein and." Die Täter dürsten frühere Bauernknechte sein. Die Maifeier. Gestern wurde in ganz Oesterreich die SNalfeter in d-er üblichen Form abgehalten. Der Aufmarsch der Arbeiter zu der Kundgebung vor dem Wiener Rathaus war sehr groß, wobll allerdings die überaus zahlreicheMenge kleiner Kinder besonders ausf-iel. Bor dcm Rathaus hielt Bürgermeister Se'itz eine Rede, in der er die Maifeier zugleich als Feier der Wahl bezeichnete. Dr. Bauer führte aus, die Sozkaldemokraten, die bereits Herren im Nathause stiien, rüskn nun zum Kampf um die Macht im Parlament. Abgeordneter Deutsch,- der vor der Universität sprach, bezeichnete die Hochschulen als Hort der Reaktion, der noch besiegt werden müßte. Auch in den Landeshauptstädten fanden große Maifeiern statt, die überall ruhig verliefen. Die Maidemonstrationen in Paris, L o n d o n, B udape st, P rag, H a n kau und Schanghai sind ebenfalls ruhig 'verlaufen. In Peking war Me Maises verboten. In Berlin kam es zu bersch lederten Zusammenstoßen zwischen den Demonstranten und der Polizei, die mehrere Derhastungenvornehm men mußte. Blutige Hochzeitsserer eines Cin« brechers. Ein Totschlag in Sttakriug. -Samstag hatte der 34jahvige Anstvsicher GirSk o -f f s ky, ein wegen R-aushändÄ und Einbrüchen wiederholt vorbestraftes Individuum, Hochzeit gehalten, die er in seiner Weise mit einer größeren Gesellschaft in verschiedenen Wirtshäusern feierte. Noch um Mitternacht begab sich die bereits stark alkoholisierte HochzeitSgesellschaft in eine Henvigenschenke in der Ottakringerstratze, wo sie bis zur Sperrstunde ihre Räusche vervollständigten. Givikoffsky ging, als das Lokal gesperrt werden sollte, auf den Wirt los, da er ihn beschuldigte, seiner jungen Frau gegenüber allzu gelant gewesen zn sein. Er warf ihn mit einer derartigen Wucht zu Bodci», daß der Wirt eine schwere Verrenkung des Oberarmes erlitt. Auf dem Heimweg tobte Girilosfsky, wobei ihm si.iu Freund, der ebenfalls wiederholt abgestrafte 33jährige Anstveichergehilse ' Johann Weichselb erg er assistierte. Plötzlich kamen ihnen zwei! Brüder, der Hilfsarbeiter Steifen Kollmann und der Bundesbeamte Joses Kollmann entgegen, wobei Stefan zu Josef halblaut die Bemerkung machte, er möge den Betrunkenen aus dem Wege gehen. Dies hatte jedoch Girikoffsky, gehört, der nun „wegen der Beleidigung" mit einem Messer auf Stefan Kollmann zuging und ihm eine schwere Schnittwunde am Halse, die die Hauptschlagader durchtrennte, beibrachte. Josef Kollmann erlitt Stichwunden an der linken Schulter, und am Halse. Stefan Kollmann wurde in schwer verletztem Zustande aus die Unfallstation gebracht, wo er kurz nach der Uebergabo g estorben ist. D!>? beiden Betrunkenen gerieten nach der Tat selbst in ein Handgemenge und verletzten sich dabei gegenseitig, allerdings nicht erheblich. Sie wurden von der Polizei ausgeforscht und verhaftet.

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