Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2936 (1.5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 2930 Mm, GonWag Wieirer Mors«sett»«s L Mck WM Götte 1 3*1*1 seine fi sSÜili W 8 § M\ jlllllt tdlÄi m Mäntel aus Covercoat, Waterproof u. gutem engl. Modestoff . . S 39.-. 29.-, 25.-, 19.80, 16.80 12.80 Seiden-Mäntel# aparte Fassons, mit Rose . . , . S 110 —, 85.—, 68.—, 48.—, 35.— 25.— Mäntel a. Kammgarn-Wipcord, Kasha, Modepepita, Royal-Rips und Meid, letztmoderne Fassons, gediegene Qualität . S 89.—, 79.—, 65.—, 65.— 4®«— Modell-Mäntel* die letzten Schöpfungen, a. prima Fresko, Kammgarn-Covercoat, feinstem orig, engl. Stoff, Charme laine, Kasha-Tolle mit kombin. L'edergürtel, ganz mit Cröpe de Chine gefüttert..... S 136 —, 129 -, 110 -, 95.— LS.- Lomplet» aus Kasha, Charme - laine -Ottoman, Mode-Royal, Covercoat, u. entzückenden Mode- Composee u. Rips-Popelin 8 95 -, 85 —, 79.-. 69.-. 59.-, 49.- 2®.- äoetvme aus Covercoat, gutem engl. Modestoff, Waterproof, Kasha-Composee, Wipcord S 98.—, 69 -, 78.-, 69 —, 59.-. 49.-, 35.- 24»— Mlelder aus schönem Modestoff, Cröpe de Chine, Rohseide, schön dessinierter Foulard- oder Modeseide, Ripspopelin oder Stoff mit Modeseide kombiniert S 45—, 36-, 29—, 22.—. 19.80,12.50 7.50 Gesellschaftskleider aus feinem CrSpe de Chine Cröpe Georgette od. CrSpe Mousseline, handbemalt od. bedr., orig, franz. geblümter Seide, Charmelaine und Kasha n. d. neuesten Pariser Mod, gea b. S 98—,85—,79—,68.—,55—,49 — 35.— Das moderne KostUmkleid; der neueste Krupnlk- Sohlager, aus Schafwollripspopelin, in den schönsten Modefarben, die Schoß mit reichen, modernen Plisses, Passe und Jäckchen, reich gestickt, die Weste aus feinem CrSpe de Chine, offen und geschlossen zu tragen, der Aermel mit Cröpe de Chine, Puffe reich gestickt ....... 8 3S»— aus Schafwoll-Charme laine-Royal . . ..S 45.— Tiefparterre SchlafrScke ans Waseb-äe-lnlne, Crftpo Marecain ..S 4.60, 3.90 Blusen ans Wasch-de-laine, Panama, Leinen, Popeline, Bipstelnen . S 1.90,1.50 Kleiden für Hans und Garten . ..S 3.90, 3,20, 2.50, 2,— Ripsleinenkleider, gan* neue Karen. Sttelfdesaine ein gelangt . . . .S 4.50 V I I? K A I S E R S T R- 1 -13 * kl« Oberster zionistischer Rot!n Sroßrnmönien. Aas Bukarest wird uns berichtet: Vorige Woche fanden Hier! Äußerst wichtige Beratungen der Delegierten d^r in den einzelnen Landesgebieten bestehenden zionistischen und jüdischnationalen Zentralorganisationen statt. An der auf Initiative des jüdischen Nationalverbandes von Siebenbürgen einberusenen Konferenz nahmen teil: Mr die-Zionisten Altrumäniens: Präsident ßldolf Bernhard, Obervabbiner Dr. Niemerover, Horia Earp, Dr. Mibaschan, Dr. Stern und Dr. Singer; Von der Bukowinaer Organisation wurden entsendet: Kammerdeputierter De. Meier Ebner, Dr. Manfred Reifer und Ing-, Zwilling; die bessarabische zionistische Organisation war durch die Herren Bankdirektor G. Torkanowski und Professor Wassermann vertreten, wahrend für den jüdischen Nationalverband von Siebenbürgen Dr. Geza S z ö n y i, Generalsekretär Dr. Nandor Weinberger und Rckakteur Doktor Ernst Marion erschiene»: waren. Sämtliche Referate schlossen mit der Forderung nach einer Bereinigung aller zionistischen Organisationen Großrumäniens. Im Sinne dieser Anträge wurde schließlich der Oberste Rat der zionistischen Organisationen in Großrumänien geschaffen, dessen Aufgabe es ist, die gesetzliche Grundlage für die geplante Bereinigung binnen kürzester Frist zu schaffen. Der Sitz des Obersten Rates ist Bukarest, woselbst auch das Sekretariat errichtet werden wird. Als nächste Aufgaben des Obersten Rates wurden festgesetzt: die Einberufung einer zionistischen Landeskonferenz in der kürzesten Zeit, die Vertretung der zionistischen Interessen gegenüber den inländischen Behörden und den übrige jüdischen Zentralstellen, ferner die Zentralisierung und Koordination der gesamten zionistischen Arbeit mit besonderer Rücksicht auf die Propaganda, die Kulturarbeit, die Jugenderziehung und die Palästina-Aufbaufonds. Die erste Plenarsitzung des Obersten NateS, in den jede Landesorganisation je zwei Mitglieder delegiert, wird binnen vier Wochen in Bukarest stattfinden. Zu gleicher Zeit fand in Bukarest auch eine Beratung der Vertreter der jüdischen politischen Organisationen statt, in welcher gleichfalls die Schaffung einer einhoitlßchen jüdisch-politischen. Organisation in Großrumänien behandelt lourde. An dieser Beratung nahmen außer den genannten Delogierten auch eine aus sechs Mtgliedern bestehende Delegation des Verbandes der rumänischen Juden unter Führung seines Vizepräsidenten Roller teil. Diese Beratung schloß nicht mit jener Einmütigkeit, welche die Konferenz der zionistischen Organisationen ausgezeichnet hat. ' Die Vertreter des Verbandes der rumänischen Juden vertraten den Standpunkt, daß der zu schaffende jüdisch-politische Landesverband ausschließlich denKampf gegen den Antisemitismus und den Schutz der 'bürgerliche:, Rechte der Juden in sein Programm aufnehme, während die Mehrheit der Vertreter der angeschlossenen Gebiete die Forderung stellten, daß in dem Programm der neuen Organisation der Volksminderheischarakter des Judentums festgelegt werde. Schließlich einigte man sich dahin, daß ein sogenanntes Minimalprogramm ausgearbeitet werde, dem jeder Jude im,' Lande ohne Unterschied seiner Parteistellung zustimnien können Ferner wurde beschlossen, in den nächsten Monaten die Vertreter der Landesjudenschaft zu einein Kongreß einzuberufen, in welchen: die endgültige Form und der Aufgabenkreis der politisch-jüdischen Organisationen bestimmt werden soll. In das vorbereitende Komitee wurde:: Vertreter des Verbandes der rumänischen Inden und der zionistischen Organisationen in gleicher Zahl gewählt. Sie Transamkeitm der Einwanderungsgeketze. Nach schweren Kämpfen mit de:: verschiedenen Instanzen der Eiirwanderungsbehörde gelang es dem Rechtsbureau der „HiaS", in einem typischen Fall der grausamen Einwanderungsgesetzgebung siegreich zu bleibe::. Im Jahre 1920 Ivnnderte ein syrischer J:»de namens Husnai nach Amerika ein. Ein Jahr später folgte ihm feine Frau. Husuai wurde inzwischen amerikanischer Bürger und ließ nun seine»: in Syrien zurückgelassenen! blinden Knaben Nachfolgen, Der Einwanderungskommissän in Ellis Island ließ den blinden Jungen nicht laiwen m:d verurteilte ihn zur Deportierung.- Begründet wurde diese Maßregel damit, daß berechtigte Zweifel Vorhände,: wären, daß das blinde Kind nicht das Kind des Ehepaares Husnai sei, weil es kaum anzuuehmen ist, daß Eltern so grausam sein könnten, ein bli:ü>es Kind in der alten Heimat allein zurückzulassen. Der Rechtsvertreter der Familie Husnai replizierte darauf, daß diese scheinbare Grausamkeit nur eine mitürliche Folge der Unmenschlichkeit der amerikairischen Einwanderungsgesetzgebung war. Hätten diq Eltern seinerzeit, als sie selbst eiuwanderien, ihr blindeö Kind mitgebvacht, so wäre es sicher mitsamt den Eltern zurückgeschickt tvorden. Jetzt, nachdem die Eltern bereits seit zwei Jahren amerikanische Bürger sind und für ihr Kind sorgen könne::, wäre es der höchste Grad von Grausamkeit, das hilflose Kind leinen fürsorglichen Eltern zu entreißen. Dia o&gcp« WujWy.uderungsbehörde in Washington hat sich schließKch dieser Anschauung fügen müssen, und der kleine blinde Gsra Husuiqi' kannte endlich der Fürsorge seiner Elter:: überantwortet werde-nt Friedrich der Große m>d das Mächte«. Angesichts der Agitation der deutschen Schachtgegner, von denen viele zu den Anbetern Friedrichs des Großen gehörenweist das „Israelitische Familienblatt" auf di« folgende, von Kohut in seiner „Geschichte der deutschen Juden" geschilderte Episode hin, die zeigt, wie Friedrich der Groß« seinerseits Äe menschliche Gewissensfreiheit aufgefaßt hat: i ' ( Mit einem Erlaß vom 20. Juli 1767 befahl der Alte Fritz, eine Frau aus Hu:idsfeld, die nicht geschächteteS Fleisch oÖ „koscher", eingeschmuggelt u:id an Jude:: verkauft hatte, das „Vornehmlich wider die gesetzliche Verfassung der jüdischen Religion gröblich anlausenden Frevels halber zu ihrer wohlverdienten Strafe und anderen zur Warnung mit viertvöchentlichem Gefängnis in hiesiger Frohnveste, halb bei Wasser und Brodt, zu bestrafen, nicht ioeniger in denen ersteren be>)den Woche:: ihres! Gefängnisses wöchentlich zweyirml an der Thür der Judenschule während den Gottesdienst mit einer Tafel auf der Brust und der Aufschrift: „Strafe wegen gewürnsüchtigeir Verkaufes unkoscheren Fleisches" anderen zum Abscheu auszustellen". Lord BÄfour sendet Balfouria, Grütze. Miß Dugdale, die Nichte Lord Balfours, ist in Begleüung des Unterhaus- Mitgliedes! Major Walter Elliot, Parlamentsselretärs für Schottland, in Palästina eingetroffen. Die Gäste besuchten die wach Lord Balfour benannte Kolonie Balfouria. Miß Dugdale überbrachte den Kolonisten die Grüße ihres O»:kels und spendete eine Summe für die Balfouria-Synagoge. Auszeichnung eines jüdischen Gelehrten. Der Hamburger Dermatologe Prof. Dr. Unna würde von der Dermatologiscyen Gesellschaft Newyork und voi: der Medizinischen Gesellschaft Tarnowskij in Petersburg zun: Ehrenmitglied ernannt. Mit welchen Mitteln die Judenmission arbeitet. Aus Lodz wird uns berichtet: Dieser Tage wurde die hiesige Juvenschaft in großen marktschreierische:: Plakaten zu einer Versammlung über religiöse Fragen in das Lokal des jüdisch-akademische n Vereines „Jordania" geladen. Text und Programm der angekündigten Versammlung verrieten sofort, daß es s:ch um eine Mio»: im Dienste der Judenmission handelt. Aufseher: erregt es bloß, daß der jüdische akademische Verband „Jordania" für diesen offenkundigen Seelenfang unter de»: Juden seinen Namen und sein Amtslokal zur Verfügung stellt. Es stellte sich jedoch heraus, daß zwei Delegierte der Judenmission, die sich natürlich nicht zu erkennen gaben, durch Vorspiegelung falscher Tatsachen das Lokal der „Jordania" hatten mieten wollen. Die VerernSleitung forderte, ohne überhaupt auf daS Meritum der Sache einzugehen, zunächst die Vorlage einer -polizeilichen Bewilligung der Bersammluim. Dieser Vorbedingung wurde nicht entsprochen, hingegen affichierte»: die Missionäre d:e Versammlung unter dem Namen der „Jordania". Die Versammlung ist selbstverstälEch nicht zustande gekommen und die „Jordania" hat überdies das Missiorwhaus in Lodld tragen Mißbrauch und Betrug geklagt. i