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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-30 · Heft 2935 (30.4.1927) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2935 (30.4.1927)
Date
1927-04-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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t Nr. 2835 Wien, GamStag Wiener Morgenzeitung -M. April 1827 KM MMW« VOIKSWIRTSCHAFT M erste Wiener Großbank-Bilanz. Mderösterreichifche Kskomptegeserfchaft. Gestern fand die BklaWitzung des Bermaltungsrates der Niederästerreichischc-n Estomptcgesellschast statt. Die Bilanz für das Jahr 1926 ergibt eisten Reingewinn von 5,822.223.01 Schilling, der nach den Vorschlägen der Verwaltung in folgender Weife verwendet wird: eine Million Schilling zur Dotierung eines neugeschaffenen außerordentlichen Reservefonds, 4,687.500 Schilling zur Verteilung mt die Aktionäre (1.50 Schilling pro Aktie, das sind 18.5 Prozent), während der Rest von 155.160.12 Schilling auf neue Rechnung vorgetragen wird. Alls den Ziffern der Bilanz ist bemerkenswert die Steigerung der Post Kassa und Wechsel um rund 472.000 bzw! 7,130.000 auf 16.2 bzw. 35.6 Millionen Schilling. Das Konfortialkonto beläuft sich auf 39.2 Millionen Schilling und weist eine Steigerung von 1.9 Millionen Schilling auf,' die Steigerung erklärt sich aus der Uebernahme größerer Äktienposten der Bereinigten Brauereien Schwechat, St. Marx, Simmering, Dreher, Mautner, Meichl A. G. Die Debitoren haben (um 14.8 auf 293.9 Millionen, die Kreditoren um 15.2 auf 298.1 Millionen Schilling zugenommen. Sehr bedeutend ist die Steigerung der Post Kassenscheine und Einlagsbücher, die 24.4 Millionen Schilling umfassen und gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung um 8.6 Millionen ausweisem Aus dem Gewimrunnd Verlustkonto ist hcrvorzuhebcn die Abnahme des Zinsenerträgnisscs um 1.9 auf 5.6 Millionen und der Rückgang der Personalanslagen um .346.000 Schilling auf 4.1 Millionen Schilling. Setzt man die S te u e rbcl astun g von rund 3,746.000 Schllling in ein Verhältnis zu den Bruttoeinnahmen von 15.6 Millionen Schilling, so beträgt das Steuererfordernis 23.87 Prozent vom Reingewinn. Das ist eine Steuerbelastung, die im Vergleich zu der Steucrbelastung großer Finanzinsiitute in Deutschland als ungeheuer bezeichnet werden muß. Wenn gleichwohl für das abgetan sene Geschäftsjahr eine gleich hohe Dividende von 12.5 Prozent pro Aktie ausgeschüttct werden kann, so ist das, wie Vizepräsident Kraßny anläßlich eines gestern abgehaltenen Presstiempfangcs erklärte, einerseits der traditioneillen konservatiticu Geschäftsführung des Jnstitttts, andererseits der Erweiterung ihres Jnteressenkreiscs zu'verdanken.. In. dieser Hinsicht ist besonders darauf zu verweisen, daß ein Großteil der . Kunden der zusamWengelrvochestien Zentralbank der deutfcheik Sparkassen, die vor.der Gründung der Zentralbank einst die Klientel der Filiale der NiederÜstcrreichischen Eskompteg escllschast, der Wechselstube Schnabel, gewesen ist, wieder zu dieser zurückgekchrt ist, woraus. sich eben die ober: erloähnte Steigerung der Post Kassenscheine und Einlagsbücher erklärt. Das Institut gibt übrigens Kassenscheine und Einsagsbüchcr ausschließlich auf Schillinge aus, ein Beweis des Vertrauens,' das in den Kreisen der BevölkenitziU zum, Schilling besteht.. - ' Es stellt sich heilte heraus, daß die vorjährige durch den Zentralbank- und Postsparkasseskandäl hcrvorgemfene Krise in ihren Auswirkungen viel schärfer gewesen ist, als man. damals in offiziellen Negierungskreisen wahr haben wollte. Sämtliche Wiener Banken Warenhaus diesem Grimde gezwungen, größere Kaflenvestände / zil halten, als dies der eingeschränkten Geschäftstätigkeit üngemcsseil gewesen wäre; die iit den weitesten Kreisen der Industrie und deS Handels durch die Skandale hervorgerufene Beuuruhlgung rief eine weitgehende geschäftliche Zurückhaltung, hervor. Man mußte jeden Augenblick gewärtigen/ baß das Ausland seine in Oesterreich - veranlagtem Gelder rückberufen könnte; um nun solcher- Kreditkündigung gewachselr zu sein, mußte das Instituts entsprechend Vorsorge treffen. Daher sind unter den Kreditoren weniger ausländische Kredits enthalten als im Jahve 1925, so daß also eine Zunahme der österreichischen Kreditoren zu verzeichnen ist. Die Steigerung der Debitoren angesichts der geschäftlichen. Zurückhaltung . des. vorigen Jahres ist wohl anffallend, erklärt sich aber daraus, daß, obwohl beispielsweise die Alpine Momt a ng esellschaftdurch Verkauf der Bismarckhütte einen großen. Teil der Bankschuld zurückgezahlt hat, das Institut durch die erwähnte Ausdehnung seines Interessenlreifes fstr..die Unterbringung flüssiger Gelder Verwendung gefunden hat. Die -Niederösterreichische Eskoinptegesellschaft sst heilte an der Finanzierung der für die Approvisionie-' tung von Wien so ivichtigen V i e h- und Fl ei s ch - lnarktkassa beteiligt, sie hat sich dem für die Lebensmittelindustrie soivichtigen Wetzl er-Konzern angezliedert und gemeinsam mit der Alpine Montangesellschast zur Ausbeutung der diesbezüglichen Patente die „Ahydor". Xsttenveredlungsgesellschaft m. b. H. in Wien gegründet. Die Aussichteil für das lausende Geschäftsjahr wurden vom Präsidenten Kraßny als . günstig bezeichnet, da die letzten Bankstandale wohl schon als endgültig erledigt betrachtet werden müssen. Die Zunrchme des Vertrauens des Auslandes rn eine von inflationistischen Ueberraschungen Befreite wirtschaftliche Entwicklung Oesterreichs erhellt am deutlichsten ans dem Abschluß der Anleihe für die Tiroler Wasserkräste in Amerika, bei welcher Gelegenheit sich zugleich gezeigt hat, daß dem durch die Ausgestaltung der Wasserwerke in Oesterreich erzeugten Strom sich schr verheißungsvolle Verwendungsmöglichkeiten eröfftlen. Die zweite Tiwag-Anleihe mußte in Amerika begeben werden, da vor drei Jahren anläßlich der Auslegung der ersten Tiwag-Anleihe die Verpflichtung übernommen wurde, diese Anleihe bei derselben amerikanikanischcn Bank zu begeben. Es bestanden damals Bedenken, ob die Tiwag, die zunächst den Strom für die Bundesbahnen Innsbruck und Tirol zu liefern hatte, genügend Mnehmer haben würde, falls ihre Wasserkraftwerke weiter ausgestaltet werden sollten. Es zeigte sich nun, 'daß gerade »Deutschland ein starker Abnehmer für öMrrichMm Strom ist, und es sind bfre Bayernwerke/ direkt au die Tiwag herangetreten und verpflichteten sich, für den Fall des Allsbaus der Tiwag ihr für die Dauer von 25 Jahren den' gesamten Strom abznnehmen. Dadurch ist die Tiwag gesichert, daß sie in diesen ZeitranNi! die Obligationen-, schuld amortisieren und die Zinsen voll in Gold bezahlen werde. Der Vertrag mit den Bayern lautet nämlich auf Reichsmark in Gold, so daß dann das Werk schuldenfrefi den Aktionären zur Verfügung stehen wird. Präsident Kvaßnp berichtete ferner über die bekannten Transaktionen mit Harri man, betreffend die Bildung eines Zentraleuropäischen Jnvestementtrust, der, zunächst mit einem Kapital voll vier Millionen Dollar konstituiert, sich zur Aufgabe gesetzt hat, gute österreichische und tschechoslowakische Papiere zur dauernden. Anlage zu eriverben. Auf die Aktion des Jnvestmenttrusts ist die in der letzten Zeit eingetretene große Steigerung der schechoflowakischen Papiere zurückzuführen und es ist beabsichtigt,'den Mion'skreis des' Trusts später auch auf dije anderen Nationalstaaten auszudchnen. In gewisser Hin-' Wirkt sicher. — ln allen Fallen träger Darmtätlgkeff. In allen Apotheken sicht ist dies dadurch vorbereitet, daß das Institut sich auf Anregung von Harrimän an der Bank de Varsovie .(Bankbandllrwy) beteiligt hat. Dazu bemerkte Präsident Bad Tatzmannsdorf. Erstklassige, streng orth. Küche wieder in eigener Regie, neu eingerichtet, wird in den Lokalen der vorm. „Deutsche Eiche“ am 1. Mai eröffnet. Vorzügliche Getränke. Bürgerliche Preise. A. Stern, Restaurateur. IIMimilllHIIMIIllHBlllliaUIICIII FÜR ALLE m n [a Versich erung s-A bschiüsse bie te t ■ besonders günstige Bedingungen: Gemeinde Wien Städtische Versicherungsanstalt Direktion: Wien, /., Tuchlauben 8, Tel. 67-5-40 FILIALEN. U. GESCHÄFTSSTELLEN IN AL¬ LEN GRÖSSEREN ORTEN DER REPUBLIK r». ■ n iBaSRBBG Kraßny: Die Auffassung des internationalen Kapitals hat sich bezüglich Polens gänzlich geändert. Polen geht einer günstigen Entwicklung entgegen. Es hat von dem englischen Kohlenstreik ungemHn profitiert, und aus seinen früheren wirtschaftlichen Schwierige leiten gelernt, vorsichtig vorzugehen. Das koMmt auch in der Stabilität des Zloty, der nun nach Abschluß der amerlikaMchen Anleihe auch formell stabilisiert weiten wird, zum Ausdruck. Nach allem, was Man sieht uiid Hort,, geschieht in Polen alles, um geordnete wirtschaftliche Verhältnisse herbchzusühreu. Besonders günstig ist in djeser Hinsicht die Tatsache, das; in misirstebenden polnischen Krisen sich die Erkenntnis durchgesetzt hat,' dH es. gut wäre. Mit jenen trjirtschastlichen Faktoren in Osterveiich znsaMmenzuarbeiten, die vermöge ihrer allen Verbindimgen mit Polen das Vertrauen der polnischen FinLnH- und Wirtschasiskreise genießen. Daraus entsprang die Anregung Harrimans, än dre Niederösterckichische Eskon^plegesellschaft sich geineinsam mit der Banca EöimDerciäl-e Jkrliana an der Bank de Varsovie zu beteiligen, UM diesem einst größten polnischen -Institut seine frühere. StellKM wiederzugewinnen. < -i :.V'. 1 **.■ *.• ••••. > Ueber die Bilanzsitzung versendet dje Niederoster^ reichische Eskomptegesellschast folgendes ^Kommunique: ' Die in der Sitzung des Verwaltungsrates der Niederösterreichischen EskomptegeMschaft vorgelegte- Bilanz Dp das Jahr 1926 ergibt einen Gewinn von Schilling 5,822.223.01. Der BerwalLungsrat hat beschlossen, der aM 16. Mai 1927 stattfindenden Generalversammlung vorzuschlagen, 'zunächst einen neuen außerordentlichen R-e s e r v e f o n d s mit Schilling 1)000.000.— zu dotieren, eine. Dividende von 12,5 Prozent, d. i. Schilling 1.50 pro Aktie (ebenso wie im Vorjahre), zur Verteilung zu bringen mnd Schilling 155.1W.12 auf neue Rechnung vorzntragett. i-§!L: Me jatzmische Bankenkrise. .DMV VI London, 29. April. Die „Times" melden aus Tokio, daß' die T a t w a n V a n k noch Vor Mlanf des Moratorjnms wieder eröffnet werden ° wird. Die Gesamtvorschüße der Bank von Japan feien von 2036 Millionen auf 1600 Millionen Den gesunken, die Notenausgabe von 2651 Mllionen auf 2120 Millionen Den zurückgcgangen. Das spanische Kabinett hat einen Gesetzentwurf eingebracht, der NotstandSvorschÄsse vorsisht. Die japanische Regierung garantiert hiedurch bis zu 600 Milllionen Den. Cs wird nunmehr eine Kommfsion eingesetzt, die aus Mitgliedern des Finanzministerjums und der Bank von Japan besteht und alle Transaktionen über-, ivachen soll, die mit diesen Maßnahmen zusammenhängen. e Bedeutende SeschSstsersolge der zentralsparkaffe der Gemeinde Wien. . Der Stand der Eirckagen ln. der Zerltmlsparkasse her Geyreinds Wien steigt vom Jahre 1922 an ununterbrochen. Wähwnd am 1. Jänner 1922 der Einlagcmstand NM" 68.062 Schilling! betrug, erreichte er am 31. März diefts Jahres die respektable Hohe von 246,891.250 'SchAling. In den ersten zwei. Monaten dieses ^Jahres allem er-, höhte sich der Einlagenstanid um fast a ch t u n d.z.-w a n z i g- >o i n h a l b Millionen Schilling-. - Die Zahl der Kreditkontl stieg in. 'den. Jahren 1923 bis 1926 von 567 Hypothekarkrcditkonti-au-f 4253 und von 161 Eskontewechsel auf 3700. Die Zahl der Kreditvereinsmitglieder stieg während dieser Zeit von. 916 ans 3622. Dieses iinposante Anwachsen des Einlagenstandes in der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien ist der beste Beiveis für das feste Vertrauen der Wiener Bevölkerung zu ihrer Sparkasse. Die Zentralsparkasse bietet aber auch, da die' G e m e i n d e W i e n mit i h r e m gesamte n Vermögen für alle Einlagen, in der Zentral s p a r k a s s e haftet, eine absolute Sicherheit, fo daß das Sparen tein Risiko mehr bedeutet, sondern eine volkswirtschaftlich nützliche Tat ist. Jns iüdisthe Maus das jüdisäke ‘Blatt . Bevuhkgung mif den Devisenmärkten. Auf -den Devisen« Märkten haben die großen Bewegungen in'Liravo-rluufig'apf. gehört.' Ma i land' eröfsnew bei geringem Geschäft aus dem Stände -6 gegen Zürich und wich sodann bei gleichfalls geringe» Umsätzen auf 27.60. Bukarest hat sich in Zürich bei 3.29 behauptet und wurde im Wiener Clearing' um 10 Groschen höher notiert. Aus der Wiener Börsekammer. In der Äestrig«n> unter dem Vorsitze des Bizsprästdenten Felix S t r a n s k y . .rbgehattenen Plenarsitzung der Wiener Bürsetammer wurde über Antrag des Notierungskomitees beschlossen, das Gesuch der DeneS B.

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