Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2935 (30.4.1927)
- Date
- 1927-04-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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In der heutigen Unterhaussitzung fragte Colonel Wedgwood, ob die Regierung beabsichtige, die ein Pfund betragen.de Einreisegebühr i>n Palästina zu ermäßigen oder den Ertrag dieser Gebühr für das Jmmigranienlager und die Quarantäne zu verwenden und so die Zionistische Organrsation zu entlasten. Minister Amery erwiderte, es fei nicht beabsichtigt, die Jmmigrationsgebühr, die ein Pfund für Einwanderer über 16 Jahren oder 20 Piaster für Immigranten bis zu diesem Alter beträgt, heraözusetzen. Was den zweiten Teil der Frage betrifft, so unterhalte die Zionistische Organisation Quartiere für Einwanderer, wo diese bis zu ihrer endgültigen Unterkunft verbleiben.. Die Regierung habe nicht die Absicht, die Kosten dieser Einrichtungen zu tragen. London, 26. April. „Times" veröfseiitlichen eine Uebevsicht ihres Pekinger -Berichterstatters Wer die Dokumente, die irr der Sowjetbotschaft in Peking beschlagnahmt wurden. Aus diesen Dokumenten, deren Echtheit feststeht, geht Herbor, daß die Sowjetregierrmg dem General Ferrgh Ä i) i a n g und den Südtruppen außerordentliche Mengen von Gewehren und Munition geliefert habe. Eine Reihe weiterer Dokumente enthält Weisungen, wonach in den auswärtigen Gesandtschaften chinesische Diener ofö Spione zu verwenden seien, mit dem Aufträge, alles zu berichten, was sie über die Besucher der Gesandtschaft erfahren, was sie sprechen, welche auswärtige Kuridschafter bei den Gesandtschaften verwendet und wo die vertraulichen Aktenstücke aufbewahrt wurden. Ms Ergebnis der Tätigkeit dieser Spione häuften sich bei der Sowjetzbotschaft ungeheure Mengen von Berichten an. Ein Mtenbündel enthält die Kopien aller Kabeltelegrammo, die die italienische Botschaft vom Beginn des Jahres 1926 an erhielt, ein anderes enthält die Namen der Gäste und ihre Gespräche bei den Frühstücken und Diners auf der japanischen Gesandtschaft, während verschiedene andere Berichte in derselben Weise die b r i t i s ch - Botschaft betreffen. Weiters befinden sich darunter Weisungen der Dritten Internationale, worin die Maßnahmen beschrieben werden, die zur Aufreizung der Volksmassen gegen die Fremden zu ergreifen seien. Sie Komintern bezeichnet Die Mnmente für Mischt. Moskau, 29. April. Das Sekretariat des Vollzugsausschusses der Komintern erklärt zu der Frage der in Peking beschlagnahmten angebliche sowjetrussischen Dokumente, baß sie alle gefälscht seien. Die Komintern halte es für unnötig» auf diese Fälschungen näher einznKchen. Die Dammfprenouug vor Rev Srleans. Verhaftung von Kommunisten in Half». Jerusalem, 28. April. (I. T. A.) Im Zusammenhang mit den von den Palästinensischen Kommunisten getroffenen EunHÄnnlgw^ttM'^'1. MrP'^vetmistdttelL Polizei tm Haifa mehrere H a u sdurAsuchnn ge n. Drei Hcvisaer Kommunist^ wurden verhaftet. Rußland nimmt an der «eitmirlschaftrkonferenr teil. Entsendung einer größeren Delegation «ich Genf. Berlin, 29. April. Nach einem Moskauer Telegramm des ,berliner Tageblatt" beschloß die Sowjetregierung unter dem Eindrücke der letzten Nachrichten aus Genf die Entsendung einer Delegation von vier Vertretern zur unbeschränkten Teilnahme an den Verhandlungen der Weltwirtschastskonferens. Die Delegation wird von Ossin'ki geführt werden; Mitglieder sind Sokolnikow, Chintschuk und Lepse. Außerdem werden fünf Sachverständige die Delegatton begleiten. stZum Sekretär der Abordnung wurde Stein ernannt. Mgeordneter Whszlikll Delegier'« Polens zur Weltwirtschaflrkonferenz. Warschau, 27. April. (I. T. A.) Der Abgeordnete Wyszlieki wurde von der Regierung offiziell eingeladen, als Sachverständiger der polnischen Abordnung, die sich nach Genf zur Teilnahme an der Weltwirtschaftskonftrenz begibt, zu fungieren. König Ferdinand. Bukarest, 29. April. König Ferdinand begibt fid) nächster Tage in das Schloß Baltschik bei Kon-- stanza am Schwarzen Meer, mn dort seine Rekonvaleszenz zu verbringen. Den Zeitungen zufolge ist der Gesundheitszustand des Klönigs durchaus günstig. Die Konferenz der Kleine« Sntente- Auf den 8. Juni verschöbe«. Bukarest, 29. April. Die Konferenz der kleinen Entente, die am 13. Mas .in Joachimsthal zusammentreten sollte, wurde auf Wunsch der jugoslawischen Regierung auf den 8.-Juni verschoben. Neuerliche lleberschwemmungeu des Miffiffiptzi New Orleans, 29. April. Heute früh, kurz vor MorgendämmerMtg, wurden bewaffnete Militärpatrouillen nach den Deichen am Mississippi entsandt. Um 9 Uhr vormittags waren alle Straßen gesäubert. Das abgeschlossene Gebiet wurde für jeglichen Verkehr versperrt; lediglich diejenigen Personen, die militärische Ausweise besitzen, wurden innerhalb des Truppenkordoirs eingelassen. Inzwischen näherten sich wieder die Flutwellen der Mündung des Arkansasflusses in den. Mississippi, irvdem sie Deich auf Deich überfluteten. Ein sch'inrmer Durchbruch ereignete sich in der Nähe der Stadt P a z o o, wo das durchbrechnrde Wasser 150.000 Acres Land überflutete. Das in darr Arkansas zurückflutende Wasser überschwemmte die Städte Seydell, Montrose und das Nachbargebiet. Auch verschiedene Eisenbahndämme wurden durchbrochen. Weitere Hunderte von Personen sind obdachlos. Punkt 12 Uhr mittags wurde zur Rettung der Stadt New Orleans der Todyras-Damm gesprengt. Durch diese Maßnahme werden 5000 Leute von ihrem Besitztum vertrieben. Bei der Räumung spielten sich ergreifende Szenen ab. Infolge der Sprengung des Dannnes wird ein Gebiet von 450.000 Acres neu überschwemmt, wodurch Sachwert« im Betrage von zwei Millionen 'Dollar vernichtet werde,:. H o o v e r, der von: Präsidenten Eoolidge zirm Diktator mit unbeschränkten Vollmachten zur Bekämpfung der Hochwasserkalastrophe ernannt wurde, hat in einer Depesche an das Rote Kreuz darauf hingewiesen, daß der geplante Militär räumt da« ansgegebene 0d8eL Hilfsfonds von fünf Millionen Dollar % zur Linderung selbst der allerdringendsten Notstände rrNM, ausreiche. Im Anschluß an den Aufruf des Präsidien^ ten Eoolidge hat das Rate Kreuz bisher bloei .Millionen!' Dollar fiir diesen Fonds sammeln können. Anschlag ans Hoover. L o n d o n, 29. April. Ms der amerikanische Handelsminister Hoover gestern am Motorboot die heute zu sprengenden M i ss i s s i p p i d ä m m e besichtigte, wurde das Motorboot von bewaffneten Farmern, die an den Dämmen lagerten und die Sprengung mit Waffengewalt verhindern wollten, beschossen. Drei Schüsse trafen das Boot. Der Minister blieb unverletzt. Vulkanausbrüche, Erdbeben und lleberschwemmungeu aus Reunion. Paris, 29. April. Das Kolonienministerium teilt mit, daß am 25. und 26. April anhaltendeRegengüsse an der Oftküste der Insel Reunion beträchtlichen Schaden an Straßen und Brücken angerichtet haben. Zwei Personen sind ums Leben gekommen. Außerdem meldet die Agence Havas aus St. Denis (Reunion) V u l k a n a u s b r ü ch e. Ein Fluß ist in etwa 30 Meter Breite durch den Ausbruch verschüttet worden. Gleichzeitig fanden Erdbeben statt. Eine Wasserhose hat in der Gegend von - St. Benois große Ueberschwemmungen angerichtet und ome Konservenfabrik, ein Kino und eine Brücke weggespült. In S a l a z sind Erdrutsche zu verzeichnen, so daß die Straße vollständig verschüttet ist und mehrere Häuser eingestürzt sind. Bnltanausbrnch auf Sumatra. Pa dang, 29. Slpril. Gestern mittags ereignete sich auf dem Vulkan Marapi ein heftiger Ausbruch. Eine Rauchsäule von 2000 Meter Höhe steigt aus dem Krater aus. via vor»« nigstoffe ausnahtns'os ru unerreicht billigen Preisen nur bei der RESTEN-VERK AOFSGESELLSCHAFT J V>1., PHdH»MAliBErElg»TWA»»g 3 (PROVINZ MUSTER V ARS AND)