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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-28 · Heft 2933 (28.4.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2933 (28.4.1927)
Date
1927-04-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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1 Preis 20 g Redaktion, Administration: Wien, II.,Taborstr. 1 Telephon 44-0-38, 48-3-10 Ab 6 Ohr abends: Telephon 31-0-86 Drnckerpi VII., Lerchenfe der traße 1 (»lova’, Preis«: Wien und, Oesterteieh darob Post oder Verschleißsteilen monatl. & Schilling;. Sezngsbediogttagen für das Ausland im Innern des Blattes. »r. »983 Wien. Sonnetttag. 28. April 1927 (29. Riss» 5687). BESUCHET em Wiener Hathauskeilerl Die Ssmütllohkei t der guten alten Zeit. Wer kommt, wird wie* der Stammgast! BMtLItil.-Vlillt.ßgHlf. Volkstümliche Preise! Mittags - Menüs ä S 14 50 Direktion: OTTO KASERER SSSmSSmmtmAmi."muH 9. Jahrgang 3m redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesehteS E gekennzeichnet. Krise des Panamerikanismus? Buenos ALreS, 26. April. Der „Ko oreß des internationalen amerikanischen Rechtes*, der auf Anregung der Bereinigten Staaten in Montevideo KNjammengttreten war, ist auseinandergegangen, ohne irgend welche Beschlüsse gefaßt zu haben. Die von argentinischer Seite «ngebrachten Resolutionen gegen jede Einmischung in die internen Angelegenheiten eines anderen amerikanischen Staates blieben vollkommen unerörtert. In den politischen Kreisen Südamerikas spricht man deswegen von einer Krise deS Panamerikanismus Neuerlicher Ueberfall auf einen mexikanischen tzisenbahnzug. 11 Ate. , -Berlin, 27. April. Das „Berliner Tageblatt" berichtet aus Mexiko über einen erneuten räuberischen Uebcrfall auf einen Wsenbahnzug im Staate Goanajuät o. Die Banditen überfielen bei Lassa las einen Eisenbahnzug, wobei zwölf Passagiere, ein Maschinist und ein Soldat der Begleitmannschaft getötet wurden. - - Sie Mntttme Rutzlandr e« »er Weitwirt- MstrkousettW. Genf, 27. April. Die Presseabteitung des Völkerbundsekretariats veröffentlicht eine auf die Frage der Teilnahme Rußlands - an der Weltwirtschaftskonferenz bezügliche Mitteilung, in der unter Hinweis auf die Erttärungen der Sowjetregierung vom 22. Dezember 1926 und dem 19. Jänner 1927 folgendes ausgeführt wird,: Es ist Sache der Sowjetunion, nunmehr darüber zu entscheiden, ob noch ein Hindernis'für die-Entsendung russischer Delegierter bestehe. Für den Völkerbund ist die Lage klar. Die EiMdüng zu der Konferenz ist auf einstjmnrigen Beschluß des Völkerbundrates erfolgt. Sie.bleibt unverändert bestehen. Wenn Delegierte der Sowjetunion nach Genf kommen, so werden sie dieselbe Aufnahme finden wie die Vertreter der anderen Staaten. Eine autzerordentliche Tagung »er Sejm? Warschau, 27. April. Gestern fand zwischen Pilsudski und Bartel eine Besprechung statt, in der, wie gerüchtweise verlautet, beschlossen wurde, den polnischen S, e j m Ende Mai zu einer a n ßerordentlich eit Tagun g einzuberusen. Konftttuierung des ötadtrates von Ferusalem. Jerusalem, 2ü. April. (I. T. A.) Der neugewählbe Stadtrat von Jerusalem Hielt heute soime erste Sitzung ab, deren Hauptgegenstand die Wahl des Bürgermeisters und der Vizebürgermeister war. Zürn Bürgermeister wurde der gemäßigte arabische Führer Nashas h i b i wiedergcwählt, zu Bizebürgermeistern wurden gewählt der jWsch« Stadtverordnete Ha y m Sa l a m o n und der christliche Araber F a r a * Anstellung der «rbektilo'enunterststtzung k« geemaiem. I e r u s a l e m, 27. April. (Zion. Korr.) Die Zionistische Palästina-Ex kuti ve hat beschlossen, die Auszahlung der aus den Mitteln des Keren Hajessoh gewährten Arbeitslosenunterstützung in Jerusalem ein zu stellen. Statt deren werden mit Hilfe der Keren-Hajessod-Kredite öffentliche Arbeiten im,Ausmaß von 300 Arbeitstagen täglich zur Ausführung gelangen, die 1000 Arbeitslosen je 1, 2 bis 3 Tage wöchentlich Beschäftigung geben werden. Vorgesehen sind Bauarbeiten am Gymnasium und Straßenarbeiten im Merkas Mischari, Talpioth und Bajtt Wagon und Häuserbauten in den Keren-Hcrjessod-Siedlungen Dilb (Kirjach Anawim) und Atharoth. Die Ausführung aller dieser Arbeiten übernimmt der Sole! Boneh. Stallenische Beruhigungen in London. Ser AibanienkoiiAtkt kau» durch direkte Verhandlungen gelöst werden. Paris, 27. April. Wie aus London gemeldet wild, hat der neuern'.tnnte italienische Botschafter Bordvnaro dem Staatssekretär Chamberlain aus-eror«.entlich b'ruhigende Erklärungen abgegeben. Man versichert in of.iftlleu englischen Kreisen, daß die Mitteilungen, b!c Bordonaro im Namen Mus'olinis ma htc. gewisse Besorgnisse auf englischer Seite vollkommen zerstreut haben. Der rtalienisch-jugos.awische Zwischjnfall löse sickallmählich durch die Bemühungen gegenseitigen guten Willens. Auf der italienischen Botschaft in London wird weiters erklärt, es wäre verseht, dem letzten römischen Commmri sue übertriebene B'deut'M'' b'i'umes en Die direkte Regelung hex Streitfrage habe nach dem ©omnutni uc ebmso Aus,ich. auf Erfolg wie vor ihm. Uebrigeus* habe der jugoslawische Vertreter in Ront R a k i c neuerdings eine A u s s p r a ch e.m i t M u ssolini gehabt. Ser türkW-ttalienMe vegenfatz. +i~J£SÄÄÄSi*s.»«li«» und Englands sprachen heute gLiüeÄtsam. beim türkischn Außenminister in Angora öyr, um sich^ über den jüngste . Besuch dreier j u go slawischer. Gen e rälc in go a erkundigen. (Die türfisch-i a ieni'chb n Ge gensätze sind sehr aus.^e^igt. wenn auch nich s) gefahrdrohend wie die jugoslawisch-ilalimischm. Die R-d.) Reue Se'auellen iu Mekopotamke». Jerusalem, 27. April. Neue Bohrungen sind von der Turkish Petroleum Company in P a l k h a n a, das ungefähr 200 Kilometer nördlich von Bagdad liegt, begonnen worden. Cs sind düs die ersten Bohrungen in diesem Gebiete. , - Hemd Ford« Sollargeschenk an einen Srwachenren. . Budapest, 27. April. Die gestern vom „Esti Kum* gebrachte Meldung von einem Dollarscheck H.nry Fords an einen der erwachenden Mörder wird heute in unterrichteten Kre'sen bestätigt. Der Empfänger ist Ladislaus Bannay, dcr seinerzeit wählend des Frankensälscherskandals das Attentat gegen Vazsonyi verübt hat. Daß Ford dieses Individuum, das sich seiner Judenmovde rühmt, unterstützt hat, enthüllt den amerikanischen Milliardär, Reklamehelden und Feigling noch mehr als seine von ihm stets abgeleugneten Pogromschriften. Die Kullxrgemeinde-Wahlen in Lemberg verschoben. Lemberg, 27. April. Die jüdischen Gemeind.wahlen, welche am 8. Mai stattfinden sollten, wurden über Verordnung des Kultusministeriums versch o ben./ Ein Delegierter des Ministeriums überbrachte dem Regievungskommissär der Lemb>.rger jüdischen Gemeinde Prof. Allerhand den Auftrag des Kultusministeriums, die Ausschreibung der Mahlen j.tzt nicht vorzunehmen. Der Ministerialdelegierte begründete die Verschiebung damit, daß die Regierung beabsichtigt, bereits in allernächster Zeit die sogenannte Pilsudsli-Verordnung über die jüdischen Gemeind wählen, die im früheren Kongreßpolen in Kmft ist, auch für Galizien in'Geltung zu setzen. Durch das Inkrafttreten! dieser Verordnung wird für die jüdischen Gemeinden Galiziens das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Proportionalwahlrecht eingesührt, während sie bisher nach dein noch aus der österreichischen Zei-t stammenden Kurien- und Zensusivahlrecht wählen. Sie Lage der Faden in Runiiin,e«. Bukarest, 26. April. ^J. T. A.) Eine in Jassy abgehaltene jüdische Konfererrz hat beschlossen, einen Appe l an di' Regierung zu richten und diese zu ersuchen, wirklich durchgreifende Maßnahmen zum Schutze . der jüdischen Bevölkerung zu unternehmen. Gleichzeitig I haben 800 jüdische Mitglieder der Averescu-Partei an den Premier Avereseu telegraphiert, daß sie bei Fortdauer der antijüdischen Exzesse sich gezwungen sehen werden, aus der Partei aus zu treten. ßto Buch des Ministers ©oga. Bukarest, 25. April. (I. T. Sl.) Unter dem Litet „Der überschäumende Most" erschien soeben ein Buch des Innenministers Octavian G o g a, in welchem feine in den letzten Jahren entstandenen Aufsätze über die nationale Frage gesammelt sind. Die meisten Aussätze sind der Studentenbewegung gewLmet, für die der Innenminister eintrat und deren AuAvüchise er als „Most, der überschäumt", entschuldigt. Die Jugend, äußert er, ist d as Fundamentdes jungen rumänischen Staates. „Meverul" meint, das Buch werde keineswegs Kw Beruhigung der rebellischen Studenten beitragen. Eine Fremdenverordnung. Bukarest, 22. April. (I.. T. A.) Die Bukarester Plätter veröffentlichen «ine Regierungsverordnung üLge den Aufenthalt der Fremden im Lande. Im Laufe eines Monats wird eine allgemeine Revision der Doku.meit'i' s.anrtlicher Ausländer stattfinden. Die Llusländ^ lverden verschiedene hohe Taxen zu! entrichten haben. Nach dieser Nebision wird sich feststellen lassen, welchen Ausländem die Aufenthaltsbewilligung verlängert werden könne. Bekanntlich tverden zu den „Fremden" taufende in Rumänien geborme oder hier seit vielen Jahren seßhafte Juden gerechnet, denen widerrechtlich die Aufnahnw in den Staatsverband venveigert wird. Ser Kid-der Wikinger. Vor dem Reichsgericht in Leipzig wird gegenwarttz tetft umfangreicher Prozeß gegen den Wiking-Bund wegxn geheimer Machenschaften gegen die Deutsche Republik verhandelt Das Ziel dieses Bundes war die Auftichtung der völkischen: Diktatur und eS gab allerlei undurchsichtige Verbindungen zur Reichswehr. Die Wikinger machten eine , nicht' uninteressant^ Unterscheidung Zwischen Vaterland und Staat und waren von allen Putschplänen genau unterrichtet. Ihr oberster Kriegsherr ist der vielberühmter Kapitän Ehrhardt, auf den die Mitglieder vereidigt wurdeir. Die Formel lautete: „Wir schwören— in loderndem Haß —> iw heiliger Liebe — in rernem Blut — auf das rettende Schwert —, und schwören — in Treue zu tragen — die Fahne — den Führer Ehrhardt — wir schwören —stürmen — der Stimme zu folgen — durch Tod und durch Trümmer — ob die Feigen stiehen — die Erde ende — nur die feindliche Kugel — fällt uns und den Eid." Das ist Zwar nicht schön, aber eiu schauerlicher Schmarren. Mnltllmslullde I» B«lln. Berlin,, 27. April. Wie die „Vössische Zeitung" erfährt, hat die politische Polizei heute vormittags ein« Hausdurchsuchung im Keller eines Hauses der Friedrichstraße vorgenommen und in einem dort befindlichen Militäreffek.tengeschäftzweiWagenladungen Platzpatronen und UebungSmunition beschlagnahmt. Die Polizei-soll vom ReichSwehrgruppenkommando - darauf aufmerksam gemacht worden sein. daß es sich mLglichevweis-e um Reichswehrmunition handle. Me StaWelmlevte werden nach Aaffea durWM. Berlin, 27. April. Zur Sicherstellung der Ruhe am StaWelmtag haben die Polizeibehörden beschlossen, die Stahlhelmleute bei chrem Eintreffen in Berlin auf Waffen zu unter.suchen. Die Leiter des Stahlhelmtages haben die Bürgschaft übernommen, daß sich die Stahlhelmleute restlos den polizeilichen Anordnungen fügen werden.

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