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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-27 · Heft 2932 (27.4.1927) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2932 (27.4.1927)
Date
1927-04-27
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Leite 2 Wien, Mittwoch Ne nächsten Aufgaben. ->, Wien, 27. April. Einen Ehrentag der Leopoldstadt nennt die „Arbeiter-Zeitung" den 24. April, und sie verzeichnet das große Aufsehen, das „dieser glänzende Triumph" erregt hat. Es sei ein geschichtliches Todesurteil an der jüdisclinationalen Partei vollstreckt rvorden, die in Wien nicket nrchr existiere. Das ist eine lächerliche, weil Unwahre Uebertreibrmg. Die Jüdischnationalen, die ja in neun Wiener Bezirken gar nicht kandidierten, sind trotzdem noch immer stärker als die Kommunisten, imd aus dem Jubelartikel des Zentralorgans ist deutlich zu erkennet', wie schwer es war, die Jüdischnationalen niederznringen. Es ist, sagt das Blatt, mit einer Begeisterung ganz im Stil der guten alten Heldenzeit um die Seelen der Menschen, um jeden Mann und um jede Frau gerungen worden. Wir haben ja während des Wahlkampfes sehen können, tvic das geinacht wurde, wie die Bersammkrngen gesprengt imd die infamen Flugblätter verbreitet wurden, die die Zionisten zu Geschäftsteilhabern des Pogrom- Mehl stempeln wollten. Cs ist wirklich mn die Seelen der Frauen und Männer gegangen, deren Verzweiflung in bitteren Tagen die Jüdischnationalen gelöst haben, um die Seelen der Kaufleute ünd Gewerbetreibenden, die so oft ihre Beschwerden gegen die sozialdemokratische Verwaltung jenem Dr. Plaschkes vorgetragen haben, den sie am Sonntag auf Geheiß der Werktätigen niederstimmen mußten. Wir haben eine ernste und schwere Aufgabe vor uns. Wir haben den Kampf in Ehren geführt und verloren. Wir haben an 60 Prozent unseres Stimmenbestandes eingebüßt, und die Judenschaft hat keine Vertretung mehr. Wir müssen also zeigen, daß cs kein Todesurteil .war und daß wir noch genug Kraft besitzen, den geschichtlichen Prozeß der Aufklärung der jüdischen Massen fortzuführen. Vergegenwärtigen wir uns, daß die Nachricht von diesem Wahlausgang auch zu den Juden des Auslandes und zu > den Juden in Erez Israel dringen muß und daß unsere Brüder in der ganzen Welt Werder: wisset: wollen,.ob denn tvirklich der jüdischnationale Freiheitsgedanke in. der mitteleuropäischen Metropole so niedergedrückt worden ist, wie das sozialdemokratische Organ jubelnd verkündet. Wir täuschen uns nicht über die Schwere des Augenblicks hinweg, aber wir wollen keine Panikstimmung auf* kommen lassen. Die Mängel, unter denen wir zu leiden hätten, sind' uns bekannt, und wir zögern nicht, sie blößzulegen. Wir müssen aber unsere Reihen wieder ordnen ,und zusammenschließen, wir müssen die Arbeit, die' un^ sere Pflicht ist, wieder aufnehmen. Wir müssen das jüdische Volk in Wien organisieren, .Straße für Straße, ' Bezttck für Bezirk. Wir haben, wie uns das Wahlresultat zeigt, zehntausend treue Anhänger in Wien. Jeder dieser Zchntausend ist eine Zelle, an die andere neu angeschlos-- sen werden können. Wir müssen jüdischj-polittsche, jüdisch^virtschaftliche Vereinigungen bilden, sie mit unserer Gedankenwelt erfüllen, sie auf die Lage des ganzen jüdischen Volkes Hinweisen, ihnen seine Zukunftshoffnungen klarmachen. Wir müssen Zionisten werben, nationalen Zionismus betreiben, um die Seelen der Menschen, um jeden Mann und.um jede Frau werben, wie das die „Arbeiter-.. Zeitung" ihren Hausjuden nachrühmt. Wenn das nicht getan wird, dann besteht die Gefahr, daß sich in den Köpfen die liebe:/ -gung festsetzt, es sei wirklich ein Todesurteil vollstreckt »vorder:. Dann besteht die größte Gefahr für jegliche zionistische Tätigkett, für unsere aktive und materielle-Mitarbett an dem Ausbau Palästinas, Gefahr für die jüdischnationale Fraktion in der Kultusgemeinds> die von ihrer Wählerschaft abgosprengt würde. Wir Müssen die Situation erkennen, in der wir unS befinden, und je rückhaltloser wir uns selbst tue Wahrheit vor Augen führen, um so besser tvird es für uns sein. ’ Wir haben unseren Besitzstand im Gemeinderat und in den Bezirksräten verloren und nur einen Sitz behalten. Wir haben dem Gelneinderat Dr. Plaschkes 'und den mit ihm/unterlegenen neun Mandataren für ihre Pflicht-, treup und für ihre Gewissenhaftigkeit zu danken. Sie habenviele hunderte jüdische Existenzen geschützt und gestützt, sie haben ihr Ehrenamt als tmic Sachwalter ausgeübt. Aber sie sind für die nächsten Jahre ausgeschaltet, und die jMschen Menschen, die gewohnt waren, zn. diesen jüdischen Funktionären ihre Leiden und Sorgen zu tragen, die bei Personen ihres Stammes und Blutes Schutz vor den Diurnisten und Bureaukraten suchten und fanden, sind nun schutzlos/ geworden Sie werden schon erfahren,. tvic sehr die. sozialdemokratische Partei „keinen Unterschied in der Konfession bei der Interessenvertretung des..werktätigen Volkes kennt". Mer diese Schichten, müssen sehr bald wahrnehmen, daß die jüdischnaLionale Partei . sich .nicht mundtot machen lassen will. Das sind einige Teilchen der Aufgabe, die zu lösen ist ünd die alle Kräfte erfordert. Wir hüben keine gewählte Vertretung, und das Judentum in Wien hat heute nur mehr eine einzige Institutiondie seine Sache führt und die auch kein geschichtliches Todesurteil anerkennen will. Das ist dieses Blatt, die „Wiener Morgenzeitung". Dieses Organ ist unabhängig von Wahlen, es ging und geht seinen geraden Weg der Pflicht. Die „Wiener Morgenzeikung" weiß, daß ihre Aufgabe nunmehr noch größer, umfangreicher und schwieriger geworden: ist. Sie wird sie aber erfüllen, tind sie. verlangt dafür von den Juden, daß sie Mithelfer:, dieses Organ zu erhalten. Die Hausjüden waren für die antijüdtfthe Sozialdemokratie, die Judeftpresse roar für Richl. Für die Juden kämpfte, nur die,Mener Morgenzeittyrg". Wiener Morgenzettmrg Die jüdische Partei im WMamvk. Wir haben schon berichtet, daß für-die Liste?r jüdischen P a r t e t in Wier: etwa zehntausend mmcn abgegeben wurden. Die Resultate aus den . .nzcliren Sprengeln und Bezirken sind bisher noch immer nicht mit vollster Genauigkeit bekanntgegeben rvorden. Die jüdische Parte: hatte eine Wahlkreisverbandsliste sowie eine NattonÄkatsliste für der: 2., 20. und 21. Bezirk cingereicht. Sir kandidierte in den GeiNeiNderat für den 1., 2., 9. lmb 20. Bezirk, für die Bczirksvertretungcn im 1., 2., 3., 6., 7., 8V 9., 18., 19. und 20. Bezirk. Aber es rvevder: nur ans dein 1., 2., 9., 10. und 20. Bc>- zirk Ziffern mitgeteilt. Es sind jedoch auch ir: Verschieb denen anderen Bezirke,: jüdische Stimmen abgegeben worden, die als „zersplittert" von der Wahlbehörde abgetan und nicht spezifiziert werden. Nach den amtlichen Meldungen wurden 7234, nach beit sozialdemokratischciir Veröffentlichungen 9344 Stimmen, und zwar 4604 weibliche und 4740 männliche Stimmen für die.jüdische Liste abgegeben. Zu dem Wahlergebnis für den Gemeinderat ist zu bemerken, daß die jüdische Partei in den Bezirken . 3,10,11, 12, 13, 15, 18, 19 und 21 kaum in den Wahlkampf eingetreten > ist. Vor: autoritativer Stelle tvird uns dies dahin erklärt, daß man in dieser: Bezirken der Sozialdemokratie den Kampf gegen die Riehl-Liste hatte erleichtern wollen. Auch in Bezirken mit stärkerer jüdischer Eimvohnerschaft, in denen die jüdische Partei kandidierte, wurde dieser Kampf gedämpft geführt. Es konnte nicht die Opferwilligkeit, die, Nerve»:- und Arbeitskraft des bewußten Judentums dieser Bezirke in einen: Maße der Wahlagitation dienstbar gemacht tverden, das viel-« leicht eine größere Stimmcnanzahl ergeben hätte, für das Gesamtresultat aber doch nicht ausschlaggebend getvesen tväre. Nur insofern^ in diesen Bezirken die jüdischen Wähler gesammelt werden sollten, denen das offene Bekenntnis zum Zionismus über alle Erwägungen wirtschaftlicher und gefühlsmäßiger Art steht, wurde ihner: die Möglichkeit gegäen, ihrer Ueberzeugung Ausdruck zu verleihen. Für das betvußte Judentum, das antireaktionär, bis ins Mark ist, gab es zwei Fronten: Die gegen die allgemeine Reaktion in Oesterr eich — hier konnte und durste der Einheitsliste durch ein Ueberspannen der Agitation ir: den schwächer von Juden bevölkerten Blicken nicht Schützenhilfe geleistet werden. In den Judenb^irken dagegen galt für sie zuerst sich gegen die Reaktion im eigenen Volk, die sich unter einem sehr Verlockerchen Aushängeschild den Wählern empfahl, Front, zu machen. Hier war die Devise der 48er Demokraten die der bewußten Juden: „Den Jelaeic zu werfen, wirf deinen Jelaeic!" . ' " In diesem Zweifrontenkampf konnte mit der großer: Masse der jMschen Bevölkerung der Kontakt nur.durch die „W:ener Morgenzeitun^ aufrechterhalten weiden. Den anderen polittscherr Parteien stand die ganze Tagespresse, den Sozialdemokraten standen arrßer ihrer:: Parteiblatt, dem „Abend", und einem neugegründeter: illustrierten Blättchcm noch die während des Wahlkampfes von ihnen angekauften Elbemühlblätter zur Verfügung. Der Apparat der zionistischen Parte: ist nicht eine auf die Führung politischer Wahlkämpfe eingestellte Organisation. Eine solche müßte erst geschaffen werden. . Sie auch wirklich schlagfertig zu machen, dazu gehören gewaltige Mtttel, gehört vor.allem der Wille zur Organisation. Eine wahlwerbende Partei ohne gut fundierte Parteipresse ist schlechthin undenkbar. Gewiß, hat diesmal der uns aufgenötigte Zweifrontenkampf eine taktisch ganz ungeheuerlich schwierige Lage geschaffen. Wahlschlachten werden aber nicht immer unter, denselben strategischen . Voraussetzungen geschlagen. Sie wechseln, sind aber unberechenbar. Vorbereiten läßt.sich über die eigene Position ist der: Zeiten ' zwschen den Wahlen durch straffe Organisation Ansammlung : von Geldmitteln und Stärkung der eigenen Presse. .Im Feuer des Wahlkampfes selbst sind Improvisationen Notbehelfe, deren Versagen niemand wundernehmer: kann. Stimmungen und Verstimmungen. Das Schlußergebnis drr Natiormlvatswahl ist von der Hauptwahlbehörde amtlich noch nicht verifiziert, doch dürfte an der bereits gemeldeter: Zusammensetzung des. neuen Nationalrates: E i n h e i t s l i st e 85, Sozialdemokraten 71 und Landbund 9 Mandate, keine Aenderung mehr vorgenommen tverden. Das Stimmenver-- hältmis der in: neuen Hause vertretenen Parteien stellt sich nach den vorläufigen Zählungen wie folgt dar: Einheitsliste 1,728.175, Sozialdemokraten 1,509.511 und Lcmdbund 223.091 Stimmen. Auf die kleineren Parteien entfielen insgesamt 176. 519 Stimmen, aber nicht ein einziges Mandat. Ir: den ch r i st l i ch s o z i a l e n Kreiser: ist rnan über den Ausgang der Wahlen: sehr verstimmt, da das Hauptziel, im Wivrrcst Rathaus Bresche zu legen, nicht erreicht wurde und die Erhaltung der Großdeutschen die Christlichsozialen mindestens 9 Mandate gekostet hat. Die Christlichsozialen werden kaum stärker als 73 Mann hoch, gegen früher 82 ins neue Haus einziehen. Dazu kommt noch, daß selbst, wenn man den Landbund zur künftigen Regierungsmehrheit hinzuzählt, der R e g i e r u n g s - block von der Zrveidrlttelmchrheit jetzt weiter entfernt ist als früher. Es ist darum ganz leicht erklärlich, daß die Verärgerung in gewissen christlichsozialen Kreisen in dem Wunsche nach baldi gen Neuw ah len zum Ausdruck kommt, bei denen zum mindesten sine für die 27. April 1927 Nr. 2932 ch r i ft l i ch s o z i«l e Partei günstigere Zusammensetzung des Nationalratcs erzielt werden könnte. Bis zum Zusammentritt des Nationalratcs, der am 17. Mai erfolgen dürfte, wird man wohl über den Wahlausgang ruhiger denken. - Für den Mißerfolg der Christlichsozitrleir macht man in erster Linie den Wiener Flügel der Partei, der unter Führung Dr. Seipels und Kunschaks steht, verantwortlich. Möglicherweise werden. sich auch daraus Konsequenzen eregcbcn. Es ist bezeichnend, daß eine Wiener Zeihrng, der gitte Beziehungen zum ehemaligen Landeshauptmann der Sttier-nrark Dr. R i n t e l e n nachgesagt werden, eine zienllich abenteuerlich klingende Information. aus angeblich führenden politischen Kreisen auftrscht. Danach rvürde Dr. Seipel bald infolge seiner Kränklichkeit zurücktreten; mr: seine Nachfolgeschaft rverdc ei» Kampf zwischen Dr. Kienböck und dem Vorarlberger LandeHenptmann Dr. Ender entbrennen. Schließlich würde aber doch die schwarz-rote Koalition mit Dr. Gürtler als Kanzler kommen. Das hätte aber dann eine weitere Krise im Gefolge, da der Bundespräsi« dcnt Dr. H a i n i s ch sich weigern werde, Gürtlers Wahl zu bestätigen, weil dieser anläßlich einer Ordensverlerhuntz an den' Grazer Handelslammerpräsidenten eine sehr despektierliche Aeußerung gemacht hat, die den Sitzteil des Bundespräsidenten mit dem verliehenen Orden in eine» sehr naher: Zusammenhang bringt. Der BundcsPräsident Dr. Hainisch werde im Falle der Wahl Gürtlers zur» - Kanzler zurücktreten. ' Die Meldung zeigt nur, daß es Christlichsoziale gibt, die dem Wahlausgang auch eine -heitere Seite abq"winnen. 2er Weltverdand Poale 3fan gratuliert- Bwl Locker hat für den Weltverband Poal« Z i o r: an die österreichische Sozialdemokratie depeschiert: . .»Narnens der klafsenbowitßten jüdischen Arbeiterschaft. der» ganzen Welt begrüßen wir he reichst das öfterreichische Proletariat zum glänzenden Wahlausgang und. zur Festigung des roten Wien.". ' ' Die Poale Zion hat irr. ihr Prograrnin als einen der wichtigsten Punkte den Kampf für das Recht der jüdischen Minoritäten in der: errrzelneu Staaterr - ansgenontmen; die österreichische Sozialdemokratie will eine „jüdische Nation" überhaupt nicht kennen, negiert die Existenz einer Judenfrage. Die Poale Zion ist eine z i v n i st i s ch e Parte, und wirkt inrrerhaP des K o n g r e ß z i o na s m it s; .die österreichische Sozialdemokratie hat bisher dem Pa'ästina-Aufbm! gegenüber eine Mehnende, ja seiirdliche Haltung eirrgenom- . mm. Die. Poale Zion wirkt für die hebräische Sprache, als der Sprache des arbeitenden jüdischen Volkes in Palästina; die komp-eterrten Führer der österreichische: So/n demokralle haben das Hebräische als „r c a k tl o n ä r en W a l l a st" bezeichnet Uiid aller: bewnsttiüdrschm Lehr-, Erziehüngs^ und FÜrsorgeinstitutm in Wien hat die so'ia^dciuokratische Sladtregierung die Erfüllung der'primitivsten Forderungen verweigert. Von der antisemitischen AuZweisungs- und HeimatrechtspraxrS gar nicht zu reden. Unter solchen Umständen war es bestimmt nicht arrgebracht, sich der antiziönistischen „Vruderpartei" . mit einem Glückwunschtelegramm aufzudrängen. Würdiger, aufrichtiger,- zionistischer wäre cs g-'wesen, wenn der -jüdische Genosse Berl Locker den Anlaß wahvgenommen hätte, bei dem „deutschen" . Genossen Otto B a u e r die berechtigten Forderungen der jüdischen Bevölkerung Oesterreichs cmzumelden. Eine andere, sozialistische Fraktion der zionistischen Weltbewegung, die „H i t.a ch d u t.h", welche vor den Wahlen aus den hier angefi'chrten Gründen die Notwendigkeit einer eigenen jüdischen Vertretung jn Oesterreich anerkannt hat und in einer Proklamation für die jüdische Partei eingetreten ist, hat würdiger, zionistischer gehandelt 2er witzige „Abend". Das Zmtralorgan der österreichischen Sozialderuokratic übt seinen Witz an den Judetr, die Sortntag ihr jüdsisches Bewußtsein, ihre spezifisch jüdische Not mtt dem Stimmzettel zum Ausdruck gebracht haben; da gibt es .' z. B. unter den Bilderir vom Wahlkampf, die ein Jubel- schrnöckchen irralt, die witzige. Szene vor einem Wahllokal: „Sagm's, bitt^ schön, karu: ma' da christlichsozial wählen?" , — „Christlichsozial?" — fragt einer zurück. Und eine Frau sagt: „Nein, das körrnen's rricht . . . Da kann rnan nur sozialdemokratisch wählen oder jüdisch firr die Eirrheitsljste." Für die bescheidenen Ansprüche des „Herrn", der ■ solcherlei Geist bei: Arbeitern in seinem Blatt Vorsitzen läßt, mag das Bildchei: genüge»: und es paßt zu dem geistreichen Spiel mit dem. Namen „Jesaias Aberbach", das bald wieder anheben wird. Aber in Wien erscheint r:och ein ar:deres „fveiwjillig" - sozialderrwkratisches Organ, und das tut auch witzig, nicht im übrigen Parteigenre, sorü>ern mehr aus dem. eigener: 'Wesen, heraus — dem schrnierigsten, das es gibt. Jn dem „Abend", dex vor kurzem vor: einern Gerichtsurteil wegen seiner Manieren an der: Pranger gestellt wurde und das - bis heute noch nicht erzählt hat, findet sich urtter dem blöden Titel „Der Mann mit dem .abgehackten Mandat unk sein Kollege" daö folgende Zwiegespkäch: Dr. Riehl: „Diese Saujudm . . .". Dr. Plaschkes: Sehr richtig!" So sieht der aberrdliche sozialistische Geist aus. Di.» Verbindung zwischen Riehl ur:d Plaschkes kann nur dem niedrigsten Instinkt eines bösartiger: Charakters entspringsn. Aber der „Abend" hat ja während des garrze»: Wahlkampfes sich nicht davon abbringen lassen, das Riehl- Niveau aufzugebe»:. Von dort-bezieht er feinen Witz.

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