Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2931 (26.4.1927)
- Date
- 1927-04-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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-jt -V.K^MWU.L''... a‘ Sekt« 6 Men, Dienstag Wiener Morgenzettmrg SS. «prll 1SS7 Nr. SSSl Schauspielerinnen, kamen in Budapest an, wo ihnen der Direktor des KvnigstheaterS jedoch mitteilte, daß der Budapester Gemeinderat die Bewilligung zu dem Gastspiel verweigert hat. Das Königstheater bot der Berliner Schauspielerin eine Envschädigung an. Käthe Dorsch besteht jedoch darauf, im Sinne des Vertrages das Gastspiel, für daS ein Honorar von 11.000 Mark vereinbart wurde, aLzuhalten. Da Aussichten auf eine Einigung nicht bestehen, wird die Angelegenheit demnächst das ^'tdapester Gericht beschäftigen. Serichtsfaal. Sin vorgeschobener Prozebgegner. Me Bad SchalleAbacher Hotel - und Bau -A.-G. hatte mit ihren vormaligen Pächtern Franz Reichelt und Marie Wed! Differenzen, aus denen sich bei der Verrechnung ein Guthaben von zirka 26.000 Schilling für die Pächter ergab. Diese traten die Forderung an eine Frau Hermine Weber ab, welche die Schallerbach-A.«G. von der Zesiion schriftlich verständigte und die Klage durch den Rechtsanwalt Dr. Lopater auf Zahlung dieses Betrages einbmchte. Die Bad Schallevbach-A.«G. wendete ein, daß ihre neue Gläubigerin nur vorgeschoben sei, um .den Klägern d ie Rolle von Zeugen zu verschaffen. Ueberdies wurde festgestelll, das; Frau Wsber eine arbeitslose Hilfsarbeiterin iei, die unmöglich über einen derartigen Betrag verfügen könne. Me Zesiion sei demnach ein S ch e i n g e s ch ä f t, um eine vermögenslose Gegnerin der beklagten Gesellschaft gegenüüevzustellen. Das Erstgericht wies die Klage der Frau Weber ab, weil eS sich dieser Anschauung anschloß, daß der Frau Weber wegen dieses Scheingeschästes die atktive Klagslegitimation nicht zuLomme. Das Kreisgericht in Wels als Berufungsgericht hob das er st richterliche Urteil auf. In der Begründung wurde ausgeführt, daß die Einrede der Scheinzesiion nicht erhoben werden könne, weil die beklagte Parte: dadurch nicht in ihrem Rechte geschädigt wurde. Der Oberste Gerichtshof gab der Revision, die gegen dieses Urteil erhoben wurde, Folge und stellte das erstrichterllche Urteil wieder her. In der Begründung wurde ausgeführt, daß jeder Beklagte ein eminentes Interesse daran habe, seinem richtigen Gläubiger im Prozesse gegenüberzustehen, insbesondere dann, wenn die vorgeschobene Prozeßpartei wegen Vermögenslosigkeit den Rechtsstreit ohne Kostenr t f t f o führen könne. „Christlrches JinanzrerungSbureau." Rudolf A g o st o n, früher Inhaber eines Bankgeschäftes, derzeit Inhaber eines Institutes „Christliches Finanzierungs-- bureau", war gestern beim StrafbezirWgertchte I wegen Betruges angeklagt. Der in Eisenstadt im Burgenland wohnhafte Gastwirr Franz Lehn er wollte bei Agoston ein Darlehen von 2600 Schilling aufnehmen. Herr Ago-; ston erklärte ihm, dieses Darlehen gegen Sicherstellung j bald verschaffen zu können, und verlangte für Borg spesen einen Betrag'von 60 Schilling, den! Herr Lehner auch sofort erlegte. Das Darlehen sollte ' Seebad Grado bei Triest TW3 PENSION GOLDBERGER Streng rituell» ütütehe / ßigener ehochet nut Sktiole» von drei orthodox»* Rabbinern / Mäßige Strebe Igeßffnel von Mat bls September / Unter Raftieht de* SKambrtrger ‘Vereines für ntuetle Speisehäaser. Besitzer A. Goldberger feine Dokumente »äeder zu weigerte ihm die Ausfolaun gründun \ das; er zunächst welches ihm die erwähnte mit sieben Prozent verzinst werden. Bon einer Provision und weiteren Spesen war nach Angabe LehnerS keine Rede. Einige Tage später erhielt Lehner von der ln der Zedlitzgasse etablierten GewerbegenossenschaftSkasse, den, vormaligen Vaterländischen Kreditinstitut für Handel und Gewerbe, ein Schreiben mit der Aufforderung, der Genossenschaft mit einem Beitrage von.sechs Schilling als Mitglied beizutreten und der Genossenschaft das Recht einzuräumen, auf seine Realität einen Betrag von 5000 Schilling aufzunehmen, worauf er (Lehner) dann in kürzester Zeit das gewünschte Darlehen von 2600 Schilling erhalten werde. Lehner lehnte diese Beringungen ab und begab sich zu Agoston, um erlangen. Herr Agoston derber Dokumente mit der Beür das projektierte Darlehen, Genossenschaft im Aufträge des Fin-n.fterungsbureaüs ohne weiteres gewähren wolle, ihm (91*0*11«) eine Provision von 5 Prozent zahlen müsse. Als »err Lelmer erk'ärte. daß von einer Provision niemals die Rede war, wies ihm Agoston einen Zettel mit feiner Unterschrift vor, wonach er sich zur Zahlung der erwähnten Provision verpflichtet habe. Herr Lehner behauptete, daß diese Eintragung bezüglich der Provision ohne sein Wissen erfolgt sei, und erstattete die Anzeige. Bor Gericht stelfte Agoston jedes betrügerische Vorgehen in Abrede und erklärte, daß er mit Lehner. wie mit allen anderen Darlehens-'erbern, ausdrücklich eine Provision für seine Person vereinbart h,8e. Der als Zeuge vernommene ehemalige Anoesteflte des Agoston, Josef Felix Reich, erklärte: .,Es ist selbstverständlich, daß der Zeuge irrt, denn die Provision ifl ja bei solchen Geschäften die Hauptsache." Nach durchgeMrtem Beweisveriahrcn fällte der Richter Oberlandesgerichtsrat Doktor Sieber einen Freispruch mit der Begründung, daß die Vereinbarung einer Vrovision, die wahrscheinlich erfolgt sein dürfte, keinen strafbaren Tatbestand beinhalte. Nur große Betriebe sind „KaffeeMuser". Der Inhaberin einer mit einem Kaffeelokale verbundenen Konditorei, Josefine T n c e k, wurde das für Kaffeohäusep bestimmte höhere Warenumsak-AbsindungSpausckale vorgeschrieben. Ihr dagegen eingebrachter Rekurs, in welchem! sie daraus hiirvies, daß ihr kleines Lokal ni*t als „.Kaffeehaus" angesehen werden könne, wurde von der? inanzlanbeSdirektton mit der Begründung abgewlesen, daß es nicht aus die Größe deS Lokals, sondern nur darauf ankonime, daß in demselben zubereiteter Kaffee verabfolgt werde. Gegen diese Entscheidung brachte Jolefine Tucek die Beschwerde an den Berwaltunosaerichtshof ein. Dieser gab der Br/schwerde Folge und hob die angefochtene Entschftdung als ungesetzlich auf. In der Begründung wird ausgeführt, daß die unter dem Begriffe „Kaffeehaus" zusamiuengefaßten Nnlerneymunaen nur größere Betriebe betreffen, während Betriebe von minderer B deutung als „Kaffeeschänken" zu bezeichnen feie VOLKSWIRTSCHAFT Bühne und Kunst. »Sierko." Deutsches Bolkstheater. — Gastspiel Moissi. Das republikanische Trauerspiel heißt bei Schiller „Die Verschwörung des Fiesko zu Genua". Da man aber hier nur einen (übrigens gefälligen) Auszug des Stückes bringt, bedienten wir uns, konform, der Abbreviatur als Ueberschrift. Für Wien eine neue Moissi-Rolle, und sie ist ihm durchaus gelungen. Sein Fiesko ist ein hochkultivierter Aristokrat. Bon den Erkennungszeichen, die Schiller seinem Fiesko mitgegoben hat — „stolz mit Anstand, freundlich mit Majestät, höfisch-geschmeidig und ebenso tückisch" — ist das letztere Moissis Gestaltung nicht anzumerken. Kein tückischer, aber kluger, sich sell'st und die keineswegs überschätzten Mitverschwörer beherrschender Putschist. Die Darlegungen über die beste Staatsform sind mit außerordentlicher Kunst poitiert, der lyrische Gruß an Genua ist nicht mit voller Ausnützung der Moissi bekanntlich zur Verfügung stehenden Kantilene vorgetragen, weil sich solche Arie schlecht in das Gesamtbild seines Fiesko fügte. Für diese künstlerische Zurückhaltung gebührt ihm besondere Anerkennung. Und wie er den furchtbaren Schmerz, der ihn nach der Ermordung der geliebten Gattin überrieselt, zum Panzer des Diktators evstarren läßt, ist tatsächlich meisterhaft. Rasch, merkwürdig rasch stößt ihn dann Berrina ins Meer, und es blieb bei diesem verkürzen „Fiesko" Zeit genug, nach dem letzten Fallen des Vorhanges Moissi hervorzujubeln. — Man freut sich diesmal endlich wieder, Herrn S ch m ö l e aus ganzem Herzen zustimmen zu können. Sein Mohr fesselt von der ersten Szene, ohne daß er die üblichen Drollerien, exotischen Sprünge und „Urtöne" zum Verständnis des schwarzen Galgenstricks nötig hat: sein Muley Hassan ist auch so eine Charaktergestalt. Dem gütigen Herrn Kutschers wird es so unendlich schwer, in die Haut des stahlharten Hüters der Republik zu fahren. Er hat wirklich nicht das Zeug dazu, mit dem Mantel auch den Herzog fallen Kl lassen und Fiesko grausam ins Meer zu stürzen. Herr Schreiber und Herr Brandt sind keine glaubwürdigen Vertreter des Geschlechtes derer von Doria. Willkommen zwei neue Damen: Sonja A m b a ch und Margueritte I e k e l s, und Cäcilia Lvovsky als Leonore — ein glückliches Spiel des Zufalls — ist ganz so, wie es Friedrich von Schiller für Freskos GemaHRn ivünscht: blaß und schmächtig, fein und empfindsam, sehr anziehend, aber wenig blendend, schwärmerische Melancholie im Antlitz. O. A. Muflk. Au einem als Festkonzert angekündigten Abend des ,/To nlk ünst ler-O r ch este rs" dirigierte Richard Strauß sein „festliches Praeludmm", welches in der festlichen C-Dur- Tonart stolz einherschreitet und von einem hymnischen Trompetenchor aus der Höhe gekrönt wird. Auf diese Festklänge folgte die Behaglichkeit in der „Sinfonia domeftioa", deren Doppelfuge den lustigsten häuslichen Krieg schildert. Auf dem Programme standen weiters die erste Leonoren-Ouverture und Bachs E-Dur-Konzert, in welchem die junge, begabte, aber gar zu befangene Geigerin Elisabeth Bischofs schlecht und recht daS Solo zusammenbrachte. Ein Kompositionsabend P. A. Pisk zeigte die von rechts' nach links verlaufende EntwicklungÄurve des Jung-W:ener Komponisten. In seinem älteren Streichquartett fällt die enorme Lyrik auf, namentlich in dem feierlich-ernsten Adagio- Gesang und im Epilog, der Motvv-MemimSzenzen humorvoll verflicht. Eine Solosonate, effektvoll aus dem Geiste der Bvatsche geboren, wurde von Marcell Dick mit Bravour vorgetragen. In einet von Paul Emerich samos gespielten neuen Klaviersuite, die sich in der Konzentration ihrer linearen Motivik und in der dadurch bedingten Härte des Klanges radikal gebärdet, bekennt sich Pisk neuerlich zu feinsinniger Lyrik, die den Stimmungsgehalt.der kontrastierenden Sätzchen wohl auSzubalanoieren vermag und gelegentlich im .,Jntermezzo" Einblick in das verschlossene Innere eines empfindsamen Eigenbrötlers gewährt. ftb. A«s de« Aeatern. Burgtheater. Morgen, 1^8 Uhr, „Das Genie und sein Bruder". (Abonnement 3. Gruppe.) Akademietheater. Morgen, H8 Uhr, „Gypri - enne". (Abonnement 6. Gruppe.) OPern the a t er. Morgen, 7 Uhr, .Margarethe (Faust)" mit Margit An ge rer als Gast. Theater in der Josef st ad t. Die kalifornische Tänzerin Katharane Edson veranstaltet Samstag, den 90. d. M., nachmittags Uhr, ihre erste Wiener Tanzmallnec. Roland bühne. Louise Kartousch beendet ihr Gastspiel in „D o r i n c und der Zufall" am SamStag, den 30. d. M. Intendant Strickrodt und die Mener Volksoper. Vom Anwalt des Intendanten Kurt S t r i ck r o.d t erhalten wir folgende Mitteilung: „Alle in den letzten Tagen in den Tagesblättern über Herrn Intendanten Stvickrodt und dessen BerhaMungen wegen Pachtung der Wiener Bolksoper veröffentlichten Nachrichten entsprechen nicht den Tatsachen. Herr Intendant Strickrovt weilt sett ungefähr 10 Tagen in Wien und fydm die vorläufigen Besprechungen mit sämtlichen in Betrach! kommenden Faktoren zu günstigen Ergc-ünissen geführt. Im Laufe dieser Woche dürfte Herr Intendant Strickrodt die Verhandlungen mit positivem Resultate zum Abschlüsse bringen. Die finanziellen Mttel zur Uebernahme der Wiener BoWoper stehen Herrn Intendanten Strickrodt zur Verfügung, und entbehren die in der letzten Zeit über die Provenienz dieser Geldmittel mitgeteilten Meldungen jeder Begründung." Wenn man in Budapest ein Gastspiel gibt. In Budapest hätte ein zehntägiges Gastspiel der Berliner Schauspielerin Käthe D o-r s ch im Kömgslheater beginnen sollen. Käthe Dorsch und ibre Truppe, bestehend aus 18 Berliner Schauspielern und Dar Wahlergebnis and die Wiener Börse. Die kapitalistisch gesinnte Börse, von d.r ein großer Teil trotz der jüdischen Abstammung schon vorher lein Hehl daraus gemacht hatte, daß er sich an der Einheitsliste und deren Zierde, dem Pogromisten Riehl, nicht stoßen werde, hat sich mit dem Wahlergebnis leicht abgefnwden. War es schon auffallend gewesen, daß die Börse unmittelbar vor dem 24. April ins Fahrwass.r der Hausse geraten war, so mochte es einigermaßen überraschen, daß die Kontinuität der festen Börsetendenz durch das Wahlergebnis, das einen großen Erfolg der Sozialdemokraten bedeutet, nicht im geringsten unterbrochen wurde. Schon vorbörslich konnte es teim'm Zweiftl unterliegen, daß die Stimmung weiterhin freundlich geblieben sei und daß die Niederlage der Einheitsliste einen Fortschritt der Aufwertung der Effektenkurse nicht hemmen werde. Der kapitalistische Sinn der Börseleute hatte es schon früher heraus gefunden, daß, wie immer das Wahlergebnis ausfallen würde, die wirtschaftliche Situation Oesterreichs keineÄvegs so geartet ist, daß sie Experimente, die auf eine grundstüWnde Aenderung der wirtschaftlichen Struktur hlnausgehen, zulassen könnte. Ihren Optimismus schöpfte sie vor allem daraus, daß die gegnerischen Parteien in Bund und Gemeinde sich tvährend der Wahlpropaganda in der Ausstellung vonJnvestitionsprogrammen zu überbieten suchten, woraus die S^lußfolgerung abgeleitet wurde, daß, welche Regieruu.; innrer ans Ruder gelangen würde, ihre Hauptaufgabe die Förderung der Wirtschaft sein müßte. Bor allem aber glaubte die Börse die Sucht der sozialdemokratischen Partei, bürgerliche un.d halbbüvgerliche Existenzen mit Hilfe der diesen Schichten in Aussicht gestellten Unterstützungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Krediterleichterung für das Getverbe oder die an gewisse Bedingungen geknüpfte Auswertung der Gemeindeanleihen, an sich zrr fesseln, als ein Zeichen dafür ansehen zu dürfen, daß sie den schroffen Klassenkampfstandpunkt beiseite zu schieben geueigt sei, um sich die Parole der Einheitsliste „Wirtschaftlicher Wiederaufbau" zueigen zu machen. Ob dl? Hoffnung der Börse in Tatsachen fundiert ist, kann man freilich sehr stark bezlveifeln. Eine für das Geschäft so seinfühlige Organisation wie die Börse, mußte allevdings zeitweilig von Skrupeln befallen uwrden, ob die sozialdemokratische Partei nicht | vielleicht nach einem Sirge wieder zu ihren allen Neigungen, alles, was bürgerlich ist od.r scheint, m> Grund und Boden zu stampfen, zurückkehren würde. Das Wahlergebnis wurde aber von der Börse in dem Sinne gedeutet, daß das Kräfteverhältnis keineslvegs eine derartige Verschiebung erfahren hat, als daß solche Bestrebungen der Sozialdemokraten nicht auf eine wirksame Abwehr stoßen sollte. Gerade der Umstand, daß die Sozialdemokraten ihre Herrschaft in der Gemeinde voll behaupten konnten — das wuvde ln Börsenkreisen betont zwingt sie nun, die Versprechungen, die ste vor den Wahlen gemacht haben, einzuHalten und der Wirtschaft j.ne Aufträge zukommen zu lassen, die sie in ihrem Jnveftitionsprogramm verheißen hatten. Das bedeutet aber nichts anderes, als daß die der E l e k t r i z i t ä t s Kabel- und Baumaterialtenindustrie zugedachten Aufträge tatsächlich erdeilt werden müssen. Dieser Kreis, in der an der Wiener Börse notierten österreichischen Papiere, hat denn auch gestern die feste Tendenz behauptet. Für di« Gesamtteudeliz war jedoch besonders der Umstand maßgebend, daß die Wiener Effektenbörse nach wie vor ein Markt ist, nicht bloß für lokale Werte, sondern auch für eine Reihe nationalstaatlicher Papiere, so daß sie nicht bloß die Vorgänge in der engbegrenzten tzeimatstvelt widersplegeln, sondern auch davon Notiz nehinen muß, was sich ,/draußen b der Welt" abspielt. Ist nun das Wirtschaftsbarometer in Europa im allgemeine» und hi d a Nationalstaaten im besonderen günstiger geworden, so muß eine solche Börse in freundlicher Stimmung verkehren, selbst wenn die lokalen Vorgänge als nicht besonders erfrenlich erscheinen mögen. Seit Beginn dieses Jahres zeigen ober die ivirtschastlichen und finanziellen Verhältnisse in Europa eim Entspannung; überall regen sich die lebendigen Kräfte des wirtschaftlichen Wiederaufbaues, überall ist eine Verbilligung des Geldes eingetvettn, so daß zuletzt sogar die durch die Ereignisse in China eine zeitlang zu besond.'rer Vorsicht veranlaßte Bank von England die Herabsetzung der Bankrate nicht mehr hinaus schiebe» konnte. Insbesondere aber wird schon seit einiger Zeit als Symptom einer sich a»? dem Kontinent, besonders aber in Deutschland und ii' :f Tschechoslowakei, vovbereil' «den Konjunkmrumschwunges die Besserung in der Textilindustrie,