Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-04-26 · Heft 2931 (26.4.1927) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2931 (26.4.1927)
Date
1927-04-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982019--29839-3018005
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

j Preis 20 g | Redaktion, Administration; Wien, II«, Taborstr« 1 Telephon 44-0-88, 48-8-19 Ab 6 Ohr abends: Telephon 31-0-86 Drucke »-p' VII., Lerchenf' der raße 1 (Jnva Preise * Wienand Oesterreich daroh Post oder Verschleißsteilen monatl. 5 Schilling. Bezugsbedingungen für das A a sl a n d im Innern des 'lattes. Wiener orgenfeilung BESUCHET och Wiener Eathauskellerl Die Gemütlichkeit der guten alten Zeit. Wer kommt, wird wie* der Stammgast! WMW.-Wm.WM. Volkstümliche Preise k Mittags - Menüs ä S 1*60 Direktion: OTTO KASERER Nr. «931 Wien. >ien»t<m. 28. Avril 1027 (24. Man 5687). 8. Faiiraana Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch, ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Verschärfung des Albanien« (onflDtes? Sie Selantten $nmfuld)< uns fnglanSi Seim jugo- (tomilflen vuteminlfta. Belgrad, 25. h eil. Der ftanzö/ifche uitb englische Gesandte sind mit dem neuen Außenminister Dr. Marinkovie wegeir der offenkundigen 'Verschärfung des itali"nischftLgoflattüfchen Konfliktes in Fühlung getreten. Wie in hiesigen politischen Kreisen verlautet, hält man direkte Verhandlungen zwischen Rom und Belgrad in'owngc für unmS-glich, als ) r)t Italien seinen Stand unkt au'gibt, daß über den Tirana-Pakt überhaupt nicht gesprochen werden dürfe. Ser Gislgaskrieg. Genf, 25. April. Der vorbereitende Ausschuß für die iAbrüstungskonferenz beschäftigte sich heute mit der Frage des chemischen Krieges, dem letzt'n Punkte der Tagesordnung. — Zu dem von Belgien, Polen, Jugostawim- Rumänien und ler T ch cholowa ei e'nge^rach e n' e i A trag, demzufolge die Verwendung chemischer Kn'gsmit'el in Kriegszeiten.verboten sowie die Ein- ,und Ausfuhr u d Herstellung chemischer. Substan'en zu Kriegs,'wecken untersagt wird ergriff auch »er d u ch Vertr' er Gras Br t u storf f, das Wort; er vertrat aber den Standpunkt. daß das Verbot der Anwendung, von Giftgasen im.Kriege, wie es d'r Antrag vorsieht, nicht genüge, sondern, daß man schm in Friedenszeiten auf alle Vorbereitungen auf diesem Gebiete verzichte. ‘ Graf Bernstorff beantragte eine entsprechende Ergänzung, der.die Antragstel'er zustimmten. Die MiuderheUMulm in Pole«. Die VerwaitmrgL>,prache. Warschau, 83. April. Das Unterrichtsministerium hat an alle Schulbezirke ein Zirkular gerichtet, laut welchem in bezug auf die Unterrichtssprache den Minderheitsschulen weitgehende Privilegien eiugräumt werden. Auf Grund der neuen Verordnung des Unterrichtsministeriums können von nun ab die ukrainische, weißrussischen, deutschen und jüdischen Schulen sich ihrer Nationalfprache nicht nur als Unterrichtssprache, sondern auch als Verwalt ungssp rache im Verkehr mit den polnischen Behörden bedienen. Erwachende svreuge« eine Panemopavermmmluag. Budapest, 26. April. Gestern sollte im Festsaal der Handels- und Gewerbekämmer die konstitui-rcudc Versammlung der ungarischen Paneuropa-Jugend stattfinden. Zu der Versammlung, in der Fürst Egon Karl Hohenlohe den Vorsitz führte, war s auch eine Anzahl von nationalistischen Studenten erschienen, die die Beratungen durch großen Lärm störten und schlüßlich die Abhaltung der konstituierenden Versammlung unmöglich machten. Die Radaumacher waren unter , Führung des. Universitätslehrers Karl Hosnetz, der schon vor einigen Wocheiidie D emo n st ra tion gegen die sranzösische Gesandtschaft in Budapest veranstaltet hatte. Die Demonstranten bewarfen die Einbernfer der Versammlung mit faulen Eiern und machten einen derartigen Lärm, daß die Redner nicht sprechen konnten. Die Polizei wurde tvohl von dem Skandal verständigt, erschien aber erst im Saal, nachdem es den Demonstranten gelungen war, die B.ranstalter der Versammlung auseinanderzntreiben. Der neue Rationalrat. 85 Siohrttsliftler. 71 Sozialdemokraten, 8 Landbiiadler. Nach d-en bis gestern abends vorliegenden Verlautbarungen der Kreis- und Verban.dswahlbehördcn wird der mn Sonntag gewählte Nationalrat nach Parterengcuppen folgendermaßen zusammengesetzt sein. Es erhielten: Im ersten Ermittlungsverfahren >ie Einheitsliste 79, die sozialdemokratische Partei 67 und der Landbund 6 Mandate. Im zweiten Ermittlungsverfahren wurden der Einheitsliste 6, den Sozialdemokraten 4 und dem Land-bund 3 Mandate zugeteilt. Somit wird das neue Haus 86 Abgeordnete der Einheitsliste, 71 Sozialdemokraten und 9 Landbündler zählen. Von den Gewählten der Einheitsliste sind 12 Großdeutsche und 73 Christlichsoziale, vorausgesetzt, daß der im vierten Wahlkreis dnrcbgefallene Grofzdeutische Dr. W a b e r auch das eine Reststimmenmandat des Wiener WahlkveiAierbandes erhält. Die Gewinn- und Verlustbilanz der Nationalratswahl stellt sich wie folgt dar: Die C h r i st l i ch s o z i a l e n, die im alten Hause 82 Mandate zählten, werden jetzt nur mehr 73 Mandate haben. Sie verlieren also 9 Mandate. Die G r o ß d e u t s ch e n, welche bisher nur 10 Mandate besaßen, gewinnen zwei über ihren bis-herig-en Mandatsbesitz. Die Sozialdemokraten erobern drei neue Mandate und vermehren ihren Besitzstand von 68 auf 71, Der L an d-b n n d,.g etvinnt vier Mandate. Gr erhält jetzt statt fünf neun Sitze im Nationalrat. Der Gewinn der Sozialdemokraten, des Landlmndes und der Großdentschen geht zur Gänze auf Kosten der Christlichsozialen. Sic müssen die Zeche der antisemitischen Einheitsfront bezahlen. In den Masoritätsverhältnissen tritt eine geringfügige Aenderung ein. Zählt man den Landbund zur Parlamentsmehrheit, so verfügt die Regierung über 94 Mandate denen eine 71 Köpfe starke Opposition gegenübersteht. Die Spannung von Opposition und Mehrheit beläuft sich demnach auf 22 Mandate. Da sich aber der Landbund in der Regel die Politik der freien Hand Vorbehalt, beträgt die D i s f e r e n z zwischen den Mandaten der Regievungskoalition und der außerhalb der Mehrheit stehenden Parteien nur ganze fünf Mandate. Mit einer so schwachen Mehrheit kann man zwar regieren, aber da für die. Regierung die Gefahr besieht, daß in gewissen kulturpolitischen Fragen auch die zwölf Großdeutschen mit den Sozialdemokraten und dem Landbund stimmen, verwandelt sich, wenn nicht durch einen ausdrücklichen Pakt alle kulturpolitischen Angelegenheiten ausgaschaltet werden, die Mehrheit in eine Minderheit. Dr. Seipel wird daher wohl oder übel versuchen müssen, den Landbund fester an den Mehrheitsblock anzuschließen. Ob dies vielleicht durch Neberlassung des Ackerbanportefeuilles möglich sein und ob gerade Dr. Seipel der Führer d-s Kabinetts se^' wird, das sich, gestützt auf { . eine schwankende und schwache Mehrheit, dem Hause vorstellen wird, sei noch dahingestellt. In den Reihen der Christlichsozialen verübelt man es Dr. Seipel, daß er den Großdeutschen, einer absterbenden Partei, auf GriHid der Einheitsliste und auf Kosten der christlichsozialen Partei nicht nur den alten Mandatsbesitz garantiert, sondern darüber hinans noch einen Zutoachs verschafft hat. Mitte Mai wird sich der neugewühlte Nationalrat zu seiner Konstituierung versammeln und die Neuwahl der Bundesregierung vornehmen.' Bis dahin wird auch schon Klarheit bestehen, ob der Rücktritt des Kabinetts bloß eine Formalität sein wivd oder ob das Kabinett Seipel rekonstruiert werden oder gar einer neuen Negierung Platz machen muß. Im folgenden seien noch einige ergänzende Meldungen über die Wahlen des Sonntags angeführt. Im Wahlkreisvcrband Wien - erhalten von den 45 Mandaten die Sozialdemokraten 29 (+ 2), die Christlichsozialen 14 (— 2) und die Großdeutschen 2 Mandate. Ein Mandat, das Dr. Wabers, hängt noch in der Luft. Es wird möglicherweise von den Christlichsozialen beansprucht werden. Fm Wahlkreisverband Steiermark-Kärnten- Burgenland erhält die Einheitsliste'. 17 Mandate (bisher 16 Christlichsoziale und 4 Großdeutsche), die Sozialdemokraten behalten ihre 17 Mandate, die Landbündler bekommen 8 (-f- 5). Im st e i r i s ch e n Landtag werden 24 Einheitslistler, 21 Sozialdemokraten, 9 Landbündler und 2 Ude- Leute sitzen. Die Landesregierung wird aus 4 MitigÄedcrn. der Einheitsliste 4 Sozialdemokraten und einem Landbündler gebildet iverden. In den 21 Wiener Bezirksvertretnngen tritt bezüglich der Bezirksvorstehermandate keine Aenderung 'ein. Die Bezirke Innere Stadt, Wieden, M a r i a h i l f, Neubau und I o s e f st a d t, die schon bisher einen christlichsozialen Bezirksvorsteher hatten, behalten ihn weiter. Fn den übrigen 16 Bezirken v e rbleiben die sozialdemokratischen Vorst e h e r. Die in der Einheitsliste vertretenen Parteien verlieren 13 BezirksratsMandate. Die jüdische Partei hatte im Fahre 1923 in ganz Wien zehn B c z i r k s r ä t e, sie besitzt jetzt nur mehr einen Bezirksrat in der Leopoldstadt, den Kaufmann N a ch m a n Rappaport. Die Demokraten behalten ihren bisherigen Bezirksrat in der Inneren Stadt, Dr. F r e u d e r. Wisdrm«k«ahme der Merreichifch« tschechischen Verhandlungen. AM 28. MI. Prag. 25. April. (Tsch. P. B) Nach einem ^Abkommen zwischen den Regierungen der tschechoflowakischen Republik und der Republik Oesterreich werden die handelspolitischen Verhandlungen zwischen d-en beiden Staaten vom 28. April l. I. an in Wien fortgesetzt werden. Der Leiter der tschechoslowakischen Delegation ist der Chef der volkswirtschast'ichm Se'tion im Außenministerium Dr. Friedmann. Er weilt zwecks Fertigstellung des Handelsvertrages mit Ungarn in Budapest und wird sich nach Beendigung dieser Vechandllngen nach Wien begeben. Die übrigen Mitglieder der Delegation werden Donnerstag v-on Prag nach Wien abreiseu. Zunächst wird mit der Durchberatung der von Heiden Seiten gestellten Forderungen der I dustrie begonnen werden, und zwar wird diese Berhandungen der dort wei 'nde Vertreter des Ministeriums für Law Wirtschaft, Ministerialrat Dr. Martilik. als tschechoslowakischer Vertreter führen. Mitglieder'der tschechoslowakischen Delegation sind' ferner für das Handelsministerium Ministerialrat Dr. Dejl und Dr. Janda. für das Finanzmin'sterium Sektionsrat Dok-* tor Holub und für das Außenministerium Ministerialsekretär Dr. Skorkovsky. 8ln Schund- und Schmntznesetz in der« Tschechoslowakei. Aus Prag wird berichtet: Die Gesetzesvorlage gegen unzüchtige Werke und Schmutzliteratur ist vom Justizministerium umgearbeitet und von den Vertretern der in Betracht, kommenden Ministerien durchberaten worden. Es besteht die Absicht, den Wortlaut des Entwurfes den Fachkorporationen zu übermitteln und ihr Urteil einzholen. «»«I Crepe de Chine, Crepe Georgette sowie alle modernen Seidenstoffe in großer Auswahl und infolge kleiner Regien sehr preiswert nur bei der 6, « 9h* 2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.