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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-25 · Heft 2930 (25.4.1927) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2930 (25.4.1927)
Date
1927-04-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2030 Wien, Montag Wiens» Morgeuzettung 24. April 102? Seit« 8 Me europäische Radiomoche. amm dev europ. Stationen vom 25. ApviS Ms 1. JKai Montag. töttUn, Well» 484 u. 566. 16: „Nömerbauten ln Deutschland/ ' 17: Konzert. BO: „Anarchie in Silian" von Bronnen. Pveßburg, Welle 300. 18: Konzert. 20: Ue-bertragung aus Prag. Vrünn, Welle 441.2. 18.15: Konzert. 19: Konzert. 20: Mi-Hchch« Komponisten. Frankfurt, Welle 428.6. 17: Münchener Kammeroper. 20.10: Kammermusik, pöninöberg, Welle 303. 16-30: Kongert. 18.10: Vortrag. 20: „Der Bettefftudent." florrdon, Welle 361.4. 17: Tanz. 19: Konzert. 20.46: Neue Tänze. 21.30: Eymphoniekonzert. sOambr'kg, Welle 394.7. 17: Konzert. 21.30: Dovkslieder. Bvag, Welle 348.9 * 11: .wou'cit. 17: Nachmittaqskonzert. 18: Deutschs Sendung. 2030: Konzert. 22.10: Hörspiel. Warschau, Welle 1150. 18.00: Jazz. 20.30: Konzert. Dien-tag. Berlin, Welle 484 u. 566. 16.30: Konzert. 20.30: Orchesierkvnzert, Dirigent Professor Schal». Preßbrirg, Welle 300. 18: Hontfit;. Ab 19: Uebertr. a. Prag. Brünn, Welte 441.2. 12.16: Konzert. 17.46: Deutsche Sendung. 19: Hörspiel. 20: Konzert. Frankfurt, Wette 428.6. 16.30: FlStennmsik. 19.30: Orgelkonzert. Königsberg. Welle 803. _ 16.80: Konzert. 20: „Der Wettlauf mit dem Schatten von Scholz. London, Welle 361.4. 14: Musi! 19.10: Tanzmusik. 20.16: Mozart-Sonaten. 20: Militärkonzert. Hamburg. Welle 394.7. 16.15: Konzert. 20: Lieder, und Arie nabend. Prag, Welle 348.9. 11: Schallplatten. 12.18: Konzert. 16.39: NachmittagÄon» zert. 18.35: Deutsche Sendung. 20-40: Bunter Abend. Warschau. Welle 1150. 17.15: Konzert. 20.30: Kammerkonzert. Mittwoch. Berlin, Welle 484 u. 566. 13.30: Glockenspiel. 16.30: NachmittagSkonz?rt. 21: Heiterer Abend. Prchburg, Welle 300. 18: Konzern 20: Uebertr. auS Brünn. Brünn, Welle 441.2. 17.45: Deutsche Sendung. 19: Bvahms-Kongert. 19.30: Orchesterkonzert. Frankfurt, Welle 428.6. y m 16.30: Neue amerikanische Tänze. 20.15: Romcmtrsche Mus.k. 21.15: „Die versunkene Glocke" von Hauptmamr. Königsberg, Welle 309. 16.80: Alte Musik. 21: Konzert. London, Welle 361.4. 14: Musik. 16: Konzert. 21.16: Hörspiel. Hamburg, Welle 894.7. 12.30: Konzert. 16.15: Tanztce. 18: Werbekonzert. 20: ,Melnstaüt>!omödien." Prag, Welle 348.9. -.11:. Schallplatten. 12.15: Musik. 16.30: Kammermusik. 18.35: Deutsche Sendung. 20.40: Orchesterkonzert. 22.15: Hörspiel. Warschau, Welle 1150. 16.45: Jugendsendung. 17.15: Konzert: 20.30: Leichte Musik. Donnerstag. Berlin, Welle 494 u. 566. 16.30: Konzert. 21.16: Kammermusik. Prchburg: Welle 800. 17.30: Konzert. 19.30: ,Zoris Godunotv." 20: Hörspiel. Brün«, Welle 441,8. 12.15: Konzert. 17.45: Deutsche Sendung. 19.15: Kmrzert. 20: Hörspiel. Frankfurt, Welle 428,8. 16.30: Konzert. 20.15: ,-Lunburry" von Oskar Wilde. Königsberg, Welle 30g. 11.80: Konzert. 16: Konzert. 19.35: Ungarische Musik. London, Welle 361.4. 17: Konzert. 16.15: Kinderlieber. 30.45: Konzert. 22.40: Orchestovkonzert. Hamburg, Welle 304.7. 12.30: Konzert. 14.05: Konzert. 17: Konzert. 20.15: Plattdeutsches Theater. Prag, Welle 348.9. 11: Schallplatten. 16.30: Nachmit-raaÄonüert. 18.35: Deutsche Sendung. 19.15: Franz. Kurs. 20.40: Konzert. Warschau. Welle 1150. 17.80: Literalurübersicht. 18: Tanzmusik. 1k: Englisch. 20.30; Konzert. Freitag. Berlin. Welle 484 u. 866. 15.30: Frauenstunde. 17: Konzert. 16.10: „Li-Dai-Pe", Oper von Frankenstein. Prchburg, Welle 300. 17.45: Salonmusik. 19: Uebertr. auS Brünn, Welle 441.2. 17.85: Deutsche Sendung. 19.16: „Der Uebe Papa" von Svoboda. Frankfurt, Welle 428.6. 10.80: Jugendallerlöt. 16,30: Frauenstunde. 17.45: Lese, stunde. 20.20« Heiterer Abend. Königsberg, Welle 303. 11.80: Konzert. 16.30: Konzert. 20.40: Volkstümlicher Opernabend. London, Welle 361.4. .19: Orchesterkonzert. 21: „Romeo und Julia" v. Gunnot. Hamburg, Welle 394.7. 14.05: Konzert. 16.16: Humor. 20: Symphoniekonzert. Prag, Welle 948.9. 11: Schallplatte«. 12.15: Konzert. 16.80: Konzert. 18.85: Deutsche Sendung. 19.30: Orchesterkonzert. 21.16: Hörspiel. Warschau, Welle 1150. 17.40: Kammerkonzert. 20.16: Symphoniekonzert. Samstag. Berlin, Welle 484 u. 560. 1«: Nn e.l.a.t.-n .musik. 20.30: Lustiges Wochenende. Prchburg, Welle 300. 17.40: Jugendprogramm. 18: Konzert. 19: Ucbrrtr. auS Prag. - Brünn, Welle 441.2. 12.16: Mittagskonzert. 17.46: Deutsche Sendung. 19: Operettenmusik. 20: Hörspiel. 20.30: Lustiger Abend. Frankfurt, Welle 428.6. 16.30: Jugendstunde. 16.30: Neue Operettenmusik. 19: Negerfeier. Königsberg, Welle 303. 11.80: Konzert. 16.30: Operettenmusik. 19.30: phonie v. Beethoven. 21: Heiteres Wochenende. 9. Sym- Londan, Welle 361.4. 16.30. MMtörlonzerr. 19; Konzert. 20.45: Leicht« Marsche Musik. Hamburg, Welle 394.7. 12.30: Konzen. 14.05: Korrzert. 16.15: Eellvkonzett. Ist „Gnsparone" v. Millöcker. Prag, Welle 848.9. .. 11: SBauplatten. 12.15: Konzert. 17.50: Hörspiel. 18. Sfj.ffl* Sendung. 18.30: Marionettentheater. 20.40: Konzert. 21: Operettenaufführung. Warschau, Welle 1150. 10.30: Konzert. 20.30: Konzert. Sonntag. Berlin, Welle 484 u. 566. 11.30: Konzert. 16: Bortrag. 16.30: Kamrnermuffr 18.30. Opernanfsührung. Prchburg, Welle 300. 18: Musikabend. 19: Uebertr. auS Prag. Brünn, Welle 441.2. 17.Ä>: Konzert. 19: .Uebertr. auS Prag. Frankfurt, Welle 428.6. 12. Konzert. 17: Nachmittagsunterhaltung. 19.30: Symphoniekonzert. 22.16: Stzmvhoute» London, Welle 381.4. 16.30: Militärmustk. 21.16: Konzert, abend: 23 Jazz Hamburg, Welle 394.7. ... 13.05: Konzert. 17: Nachmsitagslkonzert. 16.36: tlnterha«. tungsmusik. 20: Operettenaufführung. Prag, Welle 348.9. 12.15: Konzert. 16.30: Körpert. 18: Deutsche Sendung 19: Konzert. 20: Thcaterübertragung. Warschau, Welle 1150. 17.16: Nachmittagskonzert. 20.30: Kongert. 32 : Jazg. Oer Lolin des Moses Mautner Ein Wiener Roman von Leopold Hichler. Copyright 1927 by B. Löwit Verlag, Wien — Leipzig Die Führer lebten nicht schacht; nicht so dürftig, als sie es in den Versammlungen darstellten, aber auch nicht so üppig, als ihre Feinde erdichteten. Es war ein etwas mehr als standesgemäßer Mittelweg. — Aber den: naiven Gustav schien dieser Aufwand zu groß, Gleich am ersten Abend, als er mit den Führern und Genossen vom Kaffeehaus ins Gasthaus und vom Gasthaus in die Weinstube und von dort wieder zurück ins Kaffeehaus, wanderte — dachte er beklommen seiner schl na en Mittel und fragte schüchtern und leise tern und leise einen der Führer: „Du Kvloszvary? Braucht's Ihr immer so viel Geld?" — „Nein. Nur heut'." — „Warum grad' heut?" — „Weil der Erste ist." — „Der Erste?" — „Na ja. Wir haben doch noch den ganzen Gehalt." — „Was für einen Gehalt?" — „9ia, den Gehalt." — „Wer zahlt Euch denn einen Gehalt?" — „Fragst du kindisch, Mautner! Wer sott ihn denn zahlen? Die Partei natürlich." — „Die Partei? Für was zahlt die Partei einen Gehalt?" — „Na, erlaub' du mir? Arbeiten wir vielleicht nicht ge- 'nug? — Die Versammlungen! Die Referate?!" — Gustav schwieg. Er fand sich noch nicht zurecht und erst nach einer Weile erwiderte er: „Weißt du, Koloszvary: ich Hab' immer geglaubt, daß Ihr aus Ideal... daß Ihr das umsonst macht!" — „Und von was sotten wir denn leben? Du — du Ober-Chochem aus Wien?!" rief Genosse Koloszvary, dessen Ahnen — wie man merkt — nicht mit Arpad ins Land gezogen waren. „Glaubst Mi vielleicht," sagte er „glaubst du: in Wien haben sie keinen Gehalt — die Führer? Mehr als wir!" — „Ja, ja," sagte Gustav kleinlaut und ein wenig enttäuscht. „Aber weißt du, Koloszvary: das ist doch dann wie ein Geschäft, nämlich..." — „Mautner! Du weißt nicht, ivas du red'st!" und Genosse Koloszvary erhob sich und verließ den Tisch, an dem er mit Gustav giessen. Gustav lief ihm nach: „Koloszvary! Ich Habs ja nicht bos gemeint. Weißt du: ich Hab' nur..." — „Ich weiß es," sagte Koloszvary, schon ein wenig versöhnt und reichte ihm die Hand, denn er liebte Gustavs Offenheit. „Aber seht red' nicht mehr darüber. — Komm' mit mir ins Klubzimmer hinein Die deutschen Genossen haben drin eine Besprechung. — Beide Herren gingen nun in einen kleinen, abgeschlossenen Raum des Kaffeehauses, das Klubzimmer gerann', in welchem bereits einige Parteigenossen saßen und über das Wahlrecht berieten. — Gustav hörte zu. aber nach einer halben Stunde füllte er sich ein wenig gelangtvM, suchte nach einem schicklichen Vorwand und verließ das Klubzimmer. — Im Kaf ehans hatte indes eine Zigeunerkapelle zu spielen begonnen- Sie spielte eine eigenartige Weise, eine Melodie, die in das Herz drang. Gustav blieb vor dem „Prinias" stehen und laisichte. „Was ist das?" fragte er. Der Primas, ein alter M nrn. antwortete ungarisch, aber Gustav verstand ihn nicht. Er bat den Kellner: „Herr Stefan! Fragen Sie ihn, was das war?" Stefan fragte und berichtete: „Ein Kuruczen-Lied." — „Schön ist das! Wunderschön!" meinte Gustav. Der Primas wiederholte das Lied. Da lief Gustav zum K'ub'immer bin, riß die Türe auf: „Konrmts meine Herren! KoimntS heraus zu den Zigennerit!" — „Was ist denn?" fragten die Oienossen ärgerlich. „Was ist denn?" — „Die Zigeuner!" rief Gustav begeistert. „Die. Zigeuner! Ihr nrüßt's das anhären! Die spielen so schön! Ich Hab' so ettvas noch me gehört!" Er zerrte die welche nächst der Türe saßen, heraus. „No, no!" nreinten die Genossen kühl. „Ein' alten (16. Fortsetzung.) Czardas spielt er! Was' ist da weiter dabei. — Es ist ja schön, sehr schön!" fügten sie verbindlich hinzu und — gingen wieder ins Klubzimmer zurück. — Gustav blickte ihnen verständnislos nach und dachte: „Die sind Ungarir und gchen weg und hören nicht zu?! Ur|> ich bin ein Wiener und... nein, das versteh' ich nicht!" — — Indessen hatte der Primas das Lied beendet und Gustav rief: „Szeep! Szeep!" Eines der wenigen ungarischen Worte, die er kannte. — Dem alten Geiger war das erregte Wesen -Gustavs nicht entgangen. Er trat lächelnd näher, blickte in die Augen des jungen Menschen ustd fand darin, was der Künstler sehnsüchtig sucht und so selten findet: den Widerhatt, das Echo seiner Knust: „Da bist du verstanden worden; da hat jeinand mit dir gefühlt!" Und der alte Primas faßte die rechte Hand Gustavs und drückte sie fest, ohne ein Wort zu sagen. Gustav griff in seine Rocktasche, nahm einen Sitbergulden, reichte ihn dem Geiger und bat: „Noch einmal! Kerem! Noch einmal!" Aber der alte Zigeuner, der sein Leben hindurch gebettelt, für Alrnosen aufgespielt hatte,- schüttelte stolz seinen grauen Kopf und sprach: „Ooo! Nem!" und wies den Silbergulden zurück; aber verstanden hatte er, was der junge Mensch von ihm wotte und begann das Lied zum dritten Male. Gustav setzte sich zu einem kleinen Tischchen, stützte mit der linken Hand seinen Kopf, unjd lauschte dem Spiel des Alten. Es war still' im Kaffeehaus' geworden. Es schwiegen alle Gäste und blickten auf das ungleiche Paar. — Der Alte spielte mit einer Freude einer Innigkeit und — ciuer Würde, als gönne er i ein Burschen etwas aus dem reichen künstlerischen Ertrag seines Le.'-ens und wolle ihm etwas Wunderschönes für sein junges Leben mitgeüen- — Gustav;!aß still und dachte ans Elternhaus und ihm war, als streue der Alte in.Tönen den Segen aus, den ihm sein Vater verweigert hatte.- Die Beratung im Klubzimmer lvac beendet und Koloszvary näherte sich Gustav und rief ihn in die Wirklichkeit zurück: „Mautner! Wir gehen. Bleibst du dir?" — „Nein. Wohin gehts Ihr denn?" — „Die anderen gehen nach Haus. Mer ich möcht' noch zu Mädeln gehen. Willst du mitgehen?" Gustav überlegte und plötzlich ries er mit einer Entschlossenheit, daß Koloszvary erschrak: „O ja! Aber wohin?" — „Lass' dich nur von mir führen." — Es war ein Uhr nachts, als Gustav nach Hanse kaut und die nächste Nacht wurde es zwei Uhr und eS wäre recht schön und unterhaltlich gewesen, aber in diesem anrüsanten Babel schmor ihm das Gol> nud nach zehn Tagen waren alle Ersparnisse augezehrt. 'Jetzt erst ging er auI die Suche nach Arbeit. Es rvar z-i ,pä.. Tie Kunve von dem roten Wiener hatte sich indes in der Budisiiester Selcherinnung verbreitet und wo Gustav anklvpfte, sprach lnftit bedauernd: „Wir brauchen niemand."-Ein abweisender Bescheid schmerzt immer — und noch mehr, lvenn der M - > die Erfül mn <ser Bitte braucht, haben muß; denn Gustajv be'aß nur noch einige Kreuzer und lvüßte rcicht, wor. .. er »wegen leben sollte. — Bedrückt ging er durch einsame Gas?*- denn int Leid will der Mensch allein sein. In diesem planlosen Gehen geriet er in eine Seitengaffe. Glassplitter lagen auf dem Gehsteige. Gustav merkte eS nicht. Erst als er darauf trat, und die Splitter unter seinen Füßen krachten, blickte er verwundert auf. Er blieb stehen und sah ein großes YZeschäftshaus, eine GlaÄhcyrdluug. (Sortletzunll folgt)

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