Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2928 (23.4.1927)
- Date
- 1927-04-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen .♦ 85 gfos2y | Wien: Znm Abholeo in der Expedition, 11., Tabotstr 1-8 ider in einerVerschleißatello Trafik) monatl.& Schilling Straßenverkauf in Wien dorch die Kolporteure der Pirna Goldschmied, 1., Wollzeile 11 Mit kostversand für Wien und Oesterreich monatlich 6 Schilling Tscheche Slowakei*. Mon.K22. Jugoslawien: Men. Din. 60 Polen: Mon. 3 Zloty Deutschland: Mon. Gm. 4. Pr an kr eich, Belgien: Mon. Pros. 85 ffeefceehluuffeii sei Piste «th#h«brsb rerbehnlten. Rr. 9928 Wi it, Samstag, 28. AvkU 1927 <21. Man 3887). 8. Jahrgang onjcnjcitung MÖ&ELIMUJ 7.WÜHL •V. S<HICIFMOhl<»A$IE N?. 5 TEUfON 5J-9-35 BEQUEME TEILZAHLUNG! Im redaktionellen Le» enthaltene entgeltliche MitteUnngen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Heute Samstag* den 28. April 1927, 8 Uhr abends, im Zentralkeller, II., Taborstrafie 8 Große jüdische Wählerveriammlung Redner: A. M. Ehrlich. Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes. L Reininger. Juden, erscheint in Hassen! Heute Samstag, den 28. April 1927, um halb 4 Uhr nachmittags, in der Restauration „Zum Radfahrer“, II., Ausstellungsstraße 20 dHllllilVlIIj fllBMIflllllO WI IsMlBlafiaiiMSSUe R ’;:cr: t)r. Löwenherz, Jehuda Schmidt, Dir. Leon Wechsler. Jaden, kommt alle! Heute Samstag, den. 28. April 1927, um halb 4 Uhr nachmittags, im Restaurant Fross-Büssing, XX., Wallensteinstraße 72 Redner: ' .' Dr. Friedmann, Oberbaurat Ing. Stricker, Dir. Leon Wechsler. Juden, erscheint in Massen! Heute Samstag, den 23. April 1927, um halb 9 Uhr abends, in der V o 1 k s k ü ch e, XX., Kluckygasse Große Jüdische WählerversammSung Redner: Dr. Israel Taubes, I. Hellenberg, Leo Sendrowicz. Zer fofciftifdje Senoffenfchaftsftaat. Sie neue Mole Arbettsordnnng ln Stollen. Rom, 22. April. Der große Rat der Faschisten hat! gestern die Grundzüge der vor einem halben Jahr im Prinzip festgelegten Arbeitsordnung angenommen. Die Reform baut sich auf den Grundsätzen der allgemeinen Arbeitspflicht, der KollektrvtzerZräge und der Staatskontrolle über Arbeit und Arbeitsorganisation auf. Sie definiert die Nation als einen Organismus, der eine moralische und politische Einheit darstellt, innerhalb deren jede berufliche oder gewerkschaftliche Organisation frei ist. Der Maat ordnet durch das Arbeitsamt alle Avbeitskontroversen, anerkennt alle beruflichen Korporationen als staatliche Organe und macht zum Schutze der Privatinitiative jeden Unternehmer für die Einrichtung der Produktion verantwortlich. i Der Arbeitnehmer wird aktiver Mitarbeiter des Unternehmens. Der Sonntag wird als obligatorischer Ruhetag festgesetzt, der jährliche bezahlte Urlaub garantiert. Der Staat übernimmt die Sorge für Arbeitsversicherung, , Arbeitshygiene, Erziehung und Unterricht. I Dieses umfangreiche soziale Reformwerk wird vor! allem dadurch charakterisiert, daß nunmehr! jede politische oder soziale Partei auch von Gesetzes 'wegen autzeö8Oraft;ckritB'DeV faschistische- . Skäät hat sie bereits feit Jahren ausgeschaltet und gibt ihnen nunmehr den Todesstoß. Unklar bleibt das Schicksal des Parlaments und sein Wirkungskreis. Es ist eine völlige Neuordnung eines Staates; wie sie sich bewähren wird, ist die große Lebensfrage Italiens: Ministerpräsident Mussolini schlüg in der Sitzung des großen Rates nachstehende Entschließung vor, die angenommen wurde: In dem Augenblick der Verkündigung d e r Ch ar ta d e r A rb e i t, die das grundlegende Dokument der faschistischen Revolution ist, da sie ja die Pflichten und Rechte sämtlicher revolutionären Kräfte festsetzt, hält es der große Rat für angezeigt, die Aufmerksamkeit des gesamten italienischen Volkes und aller derjenigen, die sich in der Welt mit den sozialen Problemen beschäftigen, auf die Qharta zu lenken, denn durch diesen Akt des Willens und Glaubens erbringt das Regime der Schtvarzhemden den Nachweis, daß die Produktionskräfte miteinander in Einklang gebracht werden können und daß sie nur imter dieser Bedingung fruchtbar sind. Das faschistische Regime beweist im übrigen, daß es außerhalb und über und im Gegensatz zu den verderblichen und absurder: sozialistischen Demagogien, die nunmehr überall gescheitert, diskrvdidiert und ohnmächtig sind, darnach strebt, das sittliche und materielle Niveau der zahlreichsten Klaffen der nationalen Gesellschaft zu heben, die bewußt rechtlichund tatsächlich in den Rahmen des faschistischen Staates eingetreten sind. Der Generalsekretär der faschistischen Partei teilte mit, daß die Zahl der in die Parteileitung sowie in die Listen der unmittelbar dem Sekretariat unterstellten Vereinigungen eingetragenen Faschisten sich auf 2,163.821 erhöht habe, wozu man noch die bedeutende Zahl der in den Gewerkschaftsverband Eingetragenen rechnen muffe. Im Laufe der Debatte über die Charta der Arbeit erklärte Mussolini die Charta sei ein grundlegendes Dokument, das von diesem Augenblick an gelte. Muffolini teilte schließlich mit, daß der große Rial Ende.Mai> neuerlich werde einbevufen werden. <";• As Urteil m Attenlatsvrozetz Mussolinis. Hohe Strafen. R o m, 22. April. Nach 10 Uhr abends wurde das Urteil vom Ausnahmegericht verkündet. Es wurden verurteilt: Zamboni, Capello und Ursella (letzterer in contumaciam zu 30 Jahren, Duci zu 12 Jahren und 1 Monat, Nicolo und Luigi Calligaro zu 10 Jahren, 10 Monaten und 20 Tagen, Riva zu 7 Jahren und Angela. Calligaro (wegen Schmähung) zu 4 Monaten Zuchthaus. Celotti wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Die beider letzten wurden sofort enthaftet. Juden, kommt a?le! Heute Samstag, den 23. April 1927, 8 Uhr abends, \m Festsaal der Bezirksvertretung, IX., Währinger* « Straße 48 | Große jüdische j Massenversammlung ] Redner: Bezirksrat Dr. Georg Weiner, Dr. Leo Goldhammer, Dr. Desider Friedmann, Leo Menczer. Juden, erscheint in Massen! Heute Samstag, den 23. April 1927, 4 Uhr nachmittags, II., Lilienbrunngasse 1 Redner: Dn Otto Abeies, Dr. Eugen Felix, J. Hellenberg, Oberbaurat Ing. Stricker. Juden, erscheint in Massen! Set Werreichisch'lschechische! Handelsvertrag. Ausnahme der Verhandlungen erst Ende Mal r Prag, 22. April. Die Aufnahme der tschechoslowakisch-österreichischen Handelsvertragsverhandlungen hat eine neue längere Vertagung erfahren. Die gestern gemeldeten Dispositionen werden, wie das „Prager Tagblatt" meldet, geändert werden. Minister'.lrat Dr. F r i e dman wird sich nämlich zirka acht Tage in Budapest aufhalten, außerdem begibt sich der österreichische Delegationsleiter Sektionsch«" Schüller zur Weltwirtschaftskonferenz nach Genf, so daß die Besprechungen der beiden Delegationen k a u m v o r Ende Mai ausgenommen werden dürsten. Nichtsdestoweniger ist noch vorher eine kurze Fühlungnahme zwischen den Leitern der beiden . Delegationen in Aussicht genommen, in der die Richtlinien aufgestellt werden sollen, damit die Delegationen bis zu > ihrem Zusammentritt ihr Material ausarbeiten können.! Nach den Aeußerungen des österreichischen DelegationS» leiters herrscht bei den Oesterreichern das Bestreben vor, die Verhandlungen bis Ende Juni zum Abschluß zu bringen. Litwinow. Führer der russtfchen Ielegallon zur Wlrtschastrlonserenz. London, 22. April. Nach hiesigen BöAerbundikreisen aus Gens vorliegenden vertraulichen Informationen hat sich Litwinow an der Spitze einer großen russis ch e n Sachverständigendel e.ga tionalsTeilnehmer an der Wirtschaftskonferenz angsmeldet. Gleichzeitig soll die schweizerische Regierung verständigt worden sein, daß Litwinow seine Reise nach Genf in Bern unterbrechen werde, um in feierlicher Form die diplomatischen Beziehungen mit der Schweiz wieder aufzunehmen und die Bezahlung der Entschädigung für die Tochter des ermordeten Sowjetgesandten Worowfli zu regeln. Juden! 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