Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1927-04-16 · Heft 2922 (16.4.1927) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2922 (16.4.1927)
Date
1927-04-16
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2981905-2982010--29746-3017903
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Men, Samstag Wiener Morgenzettrmg 16. April 1927 ütt, 2922 c:rit€ 8 oölen um 50 P rozent unb durch Schaffung einer 3 d) <t tz r e f c r v e. Was bk K o it iv c l l e der Po-ni schert Finanzen und der tfrebilaitiöHcit der Bank von Polen selten-s des Auslandes betreffe, so tr-erDe sich die Kontrolle einzig darans.beschrnnlen, dis Vertvendung der StabilisierungLanleihe für die mit den Bankiers im vorhinein festgesetzten Zwecke zu überwachen. Der Beobachter im'irbe anf-erdent als Bindeglied zwischen der polnischen Regierung und dieser oder jener ameril'anischen Gruppe dienen, falls über weitere Anleihen für Zwecke der Volkswirtsck> n r t wif'.tn'Mt werden sollten. bin »euer amerikanischer Stahltruft? Rach einer Newport er Meldung schenkt man in Wall- ,treet-Kreisen den verschiedenen Nachrichten über die Bildung eines netten Groß-Trnstes in der anwrikanischen Stahlindustrie, hinter dem der bekannte Bankier Eaton aus Cleveland als treibende Kraft stehen soll, besonder- Aichnerk-- samkeit. Bei dem Berschmelzungsprojekt soll die Republic Hrom and Steel Co., die über ein Aktienkapital vvn 55 Mill. Dollar verfügt, die führende Gesellschaft seijn. Dent tteuenTrust werden außerdem die T ru m b u l l S t c e t C o. (Mienkapital 16.5 Mill. Dollar), die Ottis Steel Co. (Mienkapital 16 Mill. Dollar) und die Central Allvy Steel Co. angehören. Dagegen itritb die NdltNigstoiuit Steel and Tube Co., die bekanntlich in Verbindung mit dem Zusammenschluß einiger unabhängiger Stahlwerke erwähnt wurde, nicht einbezogen tverden. Der neue Stahltrust soll eiu Kapital von 300 Mill. Dollar erhalten, so daß er in der Stahlindustrie der Vereinigten Staaten hinter der United States Steel Corporation und der Bethlehem Steel Corporation stehen würde. Beispiellose Absatzlrise in Argentinien. Ä Argentinien leidet unter ejner beispiellosen K'rstse, die sowohl den Importals den Exporthandel betrifft, ohne daß irgendwelche Anzeichen einer Besserung der Lage vorläufig vorhanden wären. Berits vor zwei Jahren waren Anzeichen einer Krise bemerkbar, verursacht durch Zurückgehen der Woll-, Fleisch- und Häutepreise, der Verminderung des Getreideexportes' und des zu forciertem Import- Handels. Diese für die Wirtschaftslage des Landes ausschlaggebenden Momente haben sich, insbesonders, was die Häute- und Fleischnotierungen betrifft, noch weiter verschlechtert und der Getrpideexport zeigte sowohl voriges Jahr, besonders aber irr dieser Saison, einen großen Ausfall. Die Getreide- und Maispreise sielen derart, daß z. B. der heute notierende PreD für Mais nicht die Produktionskosten des Bauern deckt. Wstizenvorräte sind noch aus dem Jahr 1925 unverschisst, so daß selbst die nun bevorstehende reiche und gute Ernte in . der allgemeinen Situation des Landes keinen Umschwung her- VVÄrntzen kann. Auch der Import hat während des laufenden Jahres abgenoMm'en. Trotzdem herrscht noch immer -in außerordentlicher Ueberimport, welcher nicht im Verhältnis zu den Bedürfnissen der Landes steht und zu einer ^ungesunden Konkurrenz führte. Außerdem macht sich so ziemlich aus allen Gebieten eine heimische Industrie Platz, welche mit sehr billigem Arbeitsmaterial dem Import großen Abbruch tat. Diese Verhältnisse übten natürlich sehr schädlichen Einfluß auf den Handel aus, die Kreditgeschäfte arteten aus und dies, unterstützt durch ein vollkommen veraltetes, unmögliches Handelsgesetz, gab den skrupellosen Elemente, unter welchen sich besonders die Türken und Russen auszeichnen, freies Spiel. Die Falliments erreichten dieses Jahr noch nie erreichte Höchstziffern, in den letzten Monaten sogar Ziffern von 15 bis 18 Ml-. Horte« Pesos (monatlich). Diese Zustände sind vor allem! den unmöglichen Konkursgesetzen zuzuschreiben. Dessenungeachtet sind die S t a a t s f i n a n z e n sehr tzünstig, der Kurs des argentinischen Pesos ist nur unbedeutenden Schwankungen unterworfen, die Staatspapiere zogen gerade in letzter Zeit mächtig an, Geld ist flüssig, jedoch sind die Banken in der Kreditgewährung äußerst vorsichtig geworden und es ist sehr schwer, neue Kredite zu erlangen. Der Zinsfuß bewegt sich zwischen 7 und 8 Prozent pro anno. Abschwächung der Lira. Obwohl in London und Berlin gestern Feiertag war und die Börsen geschlossen blieben, vollzog sich doch auf einzelnen Devisenplätzen, teils im offiziellen, teils im Privaten Handel eine nicht unbeträchtliche Rückbildung des Lirakurses. Infolge der Lireabgaben in Zürich und Devisen-' kaufen auf den italienischen Plätzen ergab sich eine Abschwächung der Lira um fast 2 Prozent. Die Lira notierte gegen die Schweizer Plätze 25.70, das Pfund wurde gegen Mailand mit 98 bis 98.50 taxiert. Steigende Zinssätze. Seit kurzem zeigen die Zinssätze auf dem offenen Geldmarkt in Wien eine steigende Tendenz, wobei stärkere Nachfrage zutage tritt. In den letzten Tagen blieb Geld auf offenem Markt knapp. Der Satz für erste Bankakzepte bewegte sich zwischen 5% und 5% Prozent, Daggeld zwischen Banken untereinander stellt sich auf 6K. Prozent, Reportgeld auf 61A bis VA Prozent. Effektenvrwatmrkehr. Gestern fand keine Börsenversammlung statt. Im Privatverkehr von Bankbureau zu Bankbureau war die Tendetiz fest und die Taxationen lauteten für die meisten Papier« höher. Zu Abschlüssen kam es nicht. Auch heute bleibt die Börse geschlossen. Spareinlage» in Oesterreich. In den neuesten „Mitteilutmen des Direktoriums der OesterreichHchen Nationalbank" liegt der Ausweis über die Spareinlagen bei den wichtigsten Instituten Oesterreichs im Monat Februar d. I. vor. Danach sind bei den acht großen Wiener Banken sowohl die Einlagen als die Kasserrscheine wieder um 3-226 Millionen gestiegen, und zwar die ersteren auf 116.67 Millioneir, die letzteren auf 188.54V Millionen Schilling. Bei den vier großen Mener Sparkassen , hat sich der Einlagenstand von 376.322 Millionen auf 390.849 Millionen, beim Dorotheum und der niederösterreichischen Laudeshpipothekenbank von 94.553 Millionen auf 95.077 Millionen gehoben. Dagegen sind die Einlagen bei den fünfmittleren und kleineren Wiener Banken von 7.494 Millionen auf 7:348 Millionen und bei den Provknzbanken und der ZtvnostenÄa Lanka von 21.994 Millionen auf 19.113 Millionen Schilling gesunken; die Ursache dieses Rückganges liegt bniipsachlich in der Auflösung der Kärntner Bank, deren Einlagenstand im Jänner d. I. noch 3.171 Millionen betragen hatte. Bei den neun großen Provinzsparkassen ist eine Steigerung d.r Einlagen von 135.059 Millionen auf 141.589 Millionen zu verzeichnen. Insgesamt ergibt sich eine Erhöhung der Einlagen von 937.423 Millionen auf 9W.2 Millionen, das ist um 21.777 Millionen Schilling mehr. Schntzrrerband für Versicherte und Besitzer von Anlagewerten. Das Exekutiv-Komitce dieses Verbandes, hat in seiner letzten Sitzung den auch auf dem Gebiete des AustvertungSproblemS hervorragenden Fachmann Univerfitätsprofefsor und Oberlandesgerichtsrat Dr. Ernst Swobada (Graz) und Koinmerzialrat Bernhard Buchwald in daS Exekutivkomitee kooptiert. Unmittelbar nach den Ofterfeiertagen wird der Verband zwecks Erweiterung seiner Aktionsbasis an die Bildung eines La ndeS-Orga n i sa tion skonr itees schreiten, dem sich bereits zahlreiche Persönlichkeiten in allen Bundesländern zur Verfügung gestellt haben. Die Zurückgebliebenheit Oesterreichs in bezug auf die Lösung der verschiedenen Fragen des AuftvertungSproblems erfordert legislatorische Maßnahmen, deren -weckentsprechende Vorbereitung den organisatorischen Zusammenschluß aller Interessenten wünschenswert macht. Die Kanzlei des Schntz-- verbandes befindet sich: 1. Bez., Annagasse 7 (Telephone 76-6-70 und 41-4-11). Noch citt „bodenständiges" Kreditinstitut. Aus Neunkirchen wird gemebdot: Die Neunkirchner Kreditbank für Handel und Gewerbe, ein christlichsoziales Institut zur Gewährung gewerblicher Kredite, das schon vor zwei Jahren mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, hat samt ihren Filialen in Payerbach, Gloggnitz und Wiener-Neustadt vor einigen Tagen wegen „finanzieller Verhandlungen" ihre Schalter geschlossen und es werden bis zum 16. April weder Einzahlungen entgegengenommen, noch Auszahlungen geleistet. Diese Zahlungseinstellung hat unter den Einlegern eine große Panik hervörgerusen, und fetzte ein starker Ansturm. der sich geschädigt fühlenden Einleger ein, doch fanden sie bis jetzt nur verschlossene Düren. Reue Lieferungsbestimmungen bei einigen Aktien. Ab Dienstag, den Ist. d. M., werden ausschließlich Schillittgaktien geliefert in Wiener Bankverein, Schluß 25 Stück, Steir. Eskompte, Schluß 50 Stück, und Elbemühl, Schluß 50 Stück, ausschließlich Zloiyaktien werden geliefert in Warschauer Diskontbank, Schluß 10 Stück, und ausschließlich Pcngöaktien in Budapester Bodenkrcdit, Schluß 10 Stück. Der Ausgleich der Brünncr Textilsirma Fuchs. Ju der letzten Glmibigcrvcrsammlung der Brünner Textilhandeisfabrik Fuchs wurde ein Ausschuß gebildet, dem Vertreter des Prager, des Wiener und des Reichenberger KreditoreUVereines angehören. Am 21. d. wird eine Sitzung abgehalten werdet:, die sich mit den Ausgleichsqnoten beschäftigen wird. Oefterreichische Ware» in Südafrika erwünscht. Oesterreich nimmt au dem wachsenden Import nach Südafrika nur verhältnismäßig geringen Anteil, stellte sich doch der Gcsamtinrpvrt an österreichischen Erzeugnissen für das Jahr 1924 nur auf zirka 106.000 Pfund. Dabei muß hervorgehoben werden, daß österreichische Waren in Südaftika .sehr, geschätzt und angesehen sind, so daß, da die Einfuhr österreichischer Artikel keinerlei besonderen Erschwerungen in zollpolitischer Hinsicht 'unterworfen ist, eine weitere Ausdehnung des Exportes der österreichischen Industrie nach Südafrika, und zwar hauptsächlich durch direkte Vertreter, leicht möglich und sogar erwünscht wäre. Die Aussichten der Geschäftslage für 1927 sind günstig, da nach reichlichen Negenfällen eine bessere Ernte zu erwarten ist, der .Viehstand in bester Entwicklung ist und daher auch mit Mitteln zur erhöhten Einfuhr gerechnet werden kann. jEjFz. Aerztlich empfohlen. — Ist von unerreichter Wirkungsweise 258 »n allen Apotheken [■PtF-T.'-''-’ HPvör't-'c;-. Der Creditoreuverein jjd« 1870 ist Jugoslawien. Die soeben erschienene Ausgabe der „Mitteilungen des Crcditoren-Vereines von 1870", die mit Rücksicht auf die im Zuge befindliche besondere Ausgestaltung der Vereinsorganisätion im jugoslawi'chcu Gebiete ' in der Hauptsache den Rechts- und Wirtjchaftsverhältnissen Jugoslawiens gewidmet ist, enthalt eilte Anzahl sehr instruktiver Artikel. Der außerordentlichen Bedeutung des 1 u g o f I a w i i che n Wirtschaftsgebietes entsprechend, muß natürlich der Entwicklung der Verhältnisse in diestin Lande ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, weshalb die Organisation'durch wesentliche'Ausgestaltung der Zagreber Expositur des Ereditoren-Vereines den kreditgebenden Kreisen des Handels und der Industrie einen sehr wertvollen Stützpunkt vorbereitet. Die Zagreber Geschäftsstelle des Creditoren-Vereines steht unter Leitung des Direktor Eduard Läufer, die Anwaltschaft der Zagreber Geschäftsstelle liegt in dön Händen des Universitäts-Dozenten D r. Möge n. Der Zagreber Expositur untersteht eine ausgedehnte Anzahl von Vertretungen in allen größeren Orten Jugoslawiens. Vermehrung des Goldschatzes der Bank von Fmukreich. Wie aus P a r r S gemeldet wird, gibt der Wochenansweis der Bank vmr Frankreich 2.000,469.482 Francs als Bestand jan Gold, Silber und Devisen bekannt, tvas ein« Steigemng von 26,696.895 Francs^ gegenüber der Vorwoche bedeutet. Besserung der französischen Handelsbilanz. Der Wert der Einfuhr nach Frankreich für daS ershe Vierteljahr 1927 belief' sich auf 13.272,944.000 Francs, was gegenüber dem gleichen Zeitraums des.Vorjahres eine Verminderutlg nur 1.539,032.000 Francs bedeutet. Der Wert der französischen Ausfuhr belief sich auf 13,999,403.000 Francs und weist gegenüber dem greichm Zeiträume des Vorjahres eine Erhöhung um 741,217.000 Francs auf. ' ' Millioncn-Konkurs einer südslawischen Kolonialwaren» harrdluitg. AuS Belgrad wird uns geschrioben: Das. Neu« satzer' Gericht hat über die große Kolonialwarenhandlung Dior o v i c, dir größte Firma per Branche in der Wojwodina, das Konkursverfahren verhängt. Die Passiven betragen 9 Millionen Dinar, denen an Aktiven nur 3 Millionen Dinar gegmüberstehen. Dollarauleihen italienischer Städte. Nach dem Abschluß der amerikanischen Anleihen für Mailand und Rom haben Neapel (über 15 Millioireu Dollar), Florenz (über 21/2 Millionen Dollar) und Genua Nulerheverhandlungen. mit amerikanischen Banken ausgenommen. Tschechoslowakische Silbermünzen. Aus Prag wird berichtet: In der Kremnitzer Münzaustalt werden gegcwvärtig versuchsweise S i l b c r - Z e h n k r 0 n e rr st ü ck e geprägt. Amerikas Reichtum. Die Spareinlagen der Vereinigten Staaten haben in letzter Zeit eine noch nie dagewesene Ausdehnung angenommen. Die Placierung neuer Kapitalien betrügt vom 1. Jänner bis . zum 31. März 2,050.549.000 Dollar, gegenüber 1,510.259.000 Dollar im ersten Quartal des Vorjahres. Die von den Industriellen aufgenommenen Kredite haben sich auf 300 Millionen vermehrt. Die den fremden Regierungen gewährten Kredite sind von 41 Millionen auf 188 Millronen Dollar gestiegen, die Kredite an verschiedene Städte von 250 Millionen auf 300 Millionen Dollar. Die Gesamteinlagen neuer Kapitalien dürften im Jahren 1927 acht Milliarden Dollar betragen. Wiener Viehmärlte. Pferde markt. Aufaetrieben wurden: Gobrauchspferde 59, Schlächterpfevde 34, aus . dem Schlachthaus 22. Es notierten: Kutschpferde 600—1200, leichte Zugpferde 300—1200, schwere Zugpferde 600—4400 Per Stück. Schlächtersifevde, Prima (Fohlen) 0.00—0.00, Sekunda 0.70 bis 0.55, Banüvieh 0.M bis 0.65, Wurstvieh 0.65-0.45 pro Kilo Lobendgewicht. Verkehr flau. aao „Jas Tal der Tränen." Ein neuer russischer Film. Als wir noch so glücklich waren, Jndianerbüchel zu lesen, zauberte uns die kindliche Phantasie herrliche, unberührte Wildnis vor. Mit Menschen, die noch sehr grausam, aber auch opferfähig, blutrünstig, aber treu, unziMsiert, aber -heroisch sein konnten. Die Geschichte, jn der diese Rothäute handelnde Personen ivaren, fesselte uns außerordentlich. Wir lebten mit den handelnden und leiden- Olvser wuncierbsre GoLlcino-bilm reixtälv Mongolei und ihre heidnischen Schönheiten im Rahmen einer spannenden Handlung. Ab 16. April: , Rotenturm-Kino I Volksbildungshaua V Heimat-Kino IX Palast-Kino VII! Ab 10. April: . Busch-Kino II Haydn-Kino VI Hindenburg-Kino XV MOMOPOLt MEWA-FtLM, WIEN, Vif. «M»! b ÄXTE den Personen und erkannten erst später, daß die Helden uud Märtyrer unserer Phantasie — für einen argen Kitsch mißbraucht wurden. ' Bei diesemneuen russischen JiliN läßt sich nun nicht übersehen, daß das Filurbuch ein arger Kitsch ist. Ab!er darauf kommt selbst der besonders kritisch Veranlagte erst nachher, denn auch der Abgebrühte ist von dem Erlebnis', eimr ungekamtten Welt in ihrer Ursprünglichkeit zu l^egegncu, bis zum letzten Meter des Filmbandes gefessselt. Man ist ins Altaigebirge unter die wildesten Kalmuken der heidnischen- Zeit versetzt. Mongolische Nomadenstüm'me in ihren Zelten, ans ihren rassigen Pferden, irr ihrjer Pelztracht, die bei beit Männern in der warmen Jahreszeit den Oberkörper freiläßt, mit Pfeil und Bogen, prachtvolle Gestalten: Menschen und Tierjagden, Hochzekts- und Beerdignngsgebräuche, Medizinmänner bei der Beschwörung von Erkrankten, Scharmützel, grausame Folterungen, Freiheitskämpfe — alles von bezwingender Echtheit. Dazu Naturaufnahmen von solcher Eigenart und Schönheit, daß niemand, solange er hier Publikum ist, Zeit und Llnlaß hat, über die gar gruselige Geschichte, die berichtet wirb, Überlegen zu lächeln oder sich — was gar nicht ausgeschlossen ist und nachher koulmen kann — weidlich zu ärgern. Die Regie Alexander Razumnjis ist Meisterhaft. Bon beit. Naturkünstlern, die in diesem Fikml agieren, kamt man nur mit Bewunderung sprechen. Eine. Fülle charakteristischer Gestalten, ausdntcksvolle Gesichter von Greisen, kraftvolle Jünglinge, Mädchen mit blitzenden Zähnen. Insbesondere Titow, den Darsteller des Helden der Mongolei, und Leontjev, der'den grausamen Chan unvergleichlich mimt, kaitn man nicht so bald vergessen. Und Landschaften kamen auf diese Leinwand, stille, wejile Steppen mit Mrherdeu, uud kahle, zerklüftete 83evfr träumende Teiche und schäumende Gebirgswässer — h mait doch den Kttrbelmann auf der romantischen?■ 1 in'die nulde Mongolei begleiten können!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.