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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-14 · Heft 2920 (14.4.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2920 (14.4.1927)
Date
1927-04-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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[Preis ao g| Englan d:Mon.4Schilling Italien Monatl. 20 Lire ftom Union: Mon. 170Lei Bul garien:Mon.!00Lewa. S c hrr e i z and das übrige tasland monatlich Pres. & Redaktion, Administration: Men, N., Taborstr. 1 Telephon 44-0-38. 43-3-19 Ab 6 Ohr abends. Telephon Nr. 31-0-86 a. 81 209 VH., Lerchenfelderstraße 1 (Drnckerei „Inva“) Oeaterreichisches Postsparkassenkonto Nr 150 693 «r. 2929 Wiener orgtnfcitunß BESUCHET obn ' Wiener Rathauskeller! Die Gemütlichkeit der guten alten Zeit. Wer kommt, wird wieder Stammgast I WMM-Mn.ügM Volkstümliche Preisei Mittags - Menüs äS 160 Direktion: OTTO KASERER j Men. Donnerstao, 14. Avril 1927 (12. Man 8687). 9. Fahrasmr Amerika gegen den Wlkerdnnd Ablehnung jeder AbrSftnngskontrolle. Genf, 13. April. (Schweiz. Dep. Ag.) In der Debatte des Komitees zur Vorbereitung der internationalen Abrüstungskonferenz gab G i b s o n (Vereinigte Staaten) die kategorische Erklärung ab, daß sein Land jede Kontrolle oder Ueberwachung der Durchführung oder der Vertragsbestimmungen sowohl durch Organe des Völkerbundes als durch eine selbständige, vom Völkerbund unabhängige Organisation {trifte ablehne. Die Durchführung der Verpflichtungen müsse ausschließlich Treu und Glaubenüb er lassen werden. Wenn jedoch die im Völkerbund vertretenen Mächte unter sich eine Kontrolle der durch die zu schaffende Konvention eingegangenen Abrüstungsverpflichtung'n organisieren wollen, bliebe ihnen dies überlassen. Die Vereinigten Staaten würden einem solchen Vorgehen keine Schwierig-' keilen entgegensetzen. Die bisherige Ergebnislosigkeit der Verhandlungen in Genf wird in L o n d o n den französischen Forderungen zugeschrieben, obwohl man sich in amtlichen Kreisen sehr reserviert verhält. Die Verhandlungen hätten, so schreibt „Evening Standard", England über die französische Auffassung hinsichtlich der Abrüstung aufgeklärt. So lange die jetzige Mentalität Frankreichs bestehe, müsse jede A b r ü st u n g s k o n f e r e n z zur Ergebnislosigkeit verurteilt sein. Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. TfVßfö A ö t n i s c/> tv a-SiS c r i.t 1JOC) FAQ/NA dzm Juh 'cfis -PfatiL ratz 5ch /KIonFa'hU d. ulzmart Las Patzvifum wird abgeschafft. Zwischen Sesterreich und der Tschechoflowalei. Wie wir erfahren, hat der tschechoslowakische Gesandte Bavreeka dem Bundeskanzler Dr. SeipcI mitgeteilt, daß die tschechoslowakische Regierung, von dem Wunsche beseelt, möglichst bald zur Aufhebung des Sichtvermerk Zwanges zwischen Oesterreich und der Tschechoslowakei z« gelangen, bereit ist, entsprechend der vor kurzer Zeit österreichischerseits gemachten Anregung, mit der Bundesregierung in Verhandlungen Über ein diesbezügliches Abkommen zu treten. Diese Besprechungen dürften in allernächster Zeit beginne». Bei der tschechoslowakischen Regierung besteht die Absicht, im Parlamente eine Gefetzesvorlage, betreffend den Schutz des heimischen Arbeitsmarktes einzubringen, da — zum Unterschiede von anderen Staaten diese Frage in der Tschechoslowakei noch nicht auf dem Wege der Gesetzgebung, sondern bloß administrativ geregelt ist. Hs ist daher zu erwarten, daß die Äufhebüng des SichtvermerEzwastgesfür AWsnsM'M.'EschlHofMi^ fei im Zusammenhang mil der Verabschiedung der betreffenden Gesetzesvorlage erfolge« wird, was spätestens a m En de d f e f e s Iah r es der Fall sein dürste. Re ötadttatswahlen in Jerusalem. Ae iBMIffle Slefillltt One Mlgana gemault. — Sieg Her gemäßigten freiet. Jerusalem, 10. April. (I. T. A.) Am Sonntag fanden die Stadtratwahlen in Jerusalem statt. Sie erbrachten einen Sieg d e r g e m ä tz i g t e n a r a b i - s ch e n R i ch t u n g, die durch den Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bsy N a s h a s h i b i repräsentiert wird. Die Nashashibi-Liste erhielt etwa 75 Prozent der Stimmen; es wurden ihr 6 Sitze im Stadtrat zuerkannt. Bürgermeister Rüg h e b Be y ist unter den Gewähtten. Die Liste der radikalen Nationalisten, die von der Familie Hufs e i n i geführt werden, konnte , bloß 2 Sitze erringen, deren einer dein Sekretär der arabischen Exekutive, Jamal, zugefallen ist. Da sich die jüdischen Parteien zu einem Block zusammenschloffen, war für die. jüdische Liste ein-Wichlgang n i ch tu o t wend ig. Es erscheinen als gewählt: Isaak Ben Zwi, einer der Führer.der palästinensischen Arbeiterpartei, der Bizeüttrgermeister von Jerusalem C h a j i m Sol o m o n, Isaak Elias har und Elijah S hamaa. Der letzte ist ein Sepharde und repräsentiert auch die Agudas Jisroet. PaMlnalmgen!m billschen Unterhans." London, 12. April (I. L. A.) Colonel Wedgwood nchlete ln der letzten Unterhaussitzung an den Kolonialminister die Frage, wann in Palästina ein den modernen Anforderungen entsprechendes FabrikattonS- und Werkstättengefetz in Geltung sein würde. - Minister Amery erwiderte, eine Fabrikationsgesetzgebung sei in einem gewissen Sinne bereits in Geltung, die Fabrikationsanlagen werden von Beamten des ArbeitsdepartemeutS inspiziert. Jetzt wird ein Gesetz vorbereitet, daS ein« wirksamere Ueberwachung gesundheitsschädlicher Gewerbe, sowie eine Regelung der.Frauen- und Kinderarbeit v.r.ieht.- Auf eine weitere Anfrage Wedgwoods stellte Ämery eine Verbesserung der jetzt noch geltenden - o t t o manischen Stempelordnung in Aussicht; dies hättge von der Einführung der neuen Währung ab. Etraßenlampse in Schanghai. Lanzentrager gegen Ae «nntntesen. Schanghai, 13. April. Ein: Abteilung Mitg^idwr des allgemeinen Arbeiterperbaudes marschierte mit Lanzen bewaffnet durch die Straßen der Vorstadt Tscha per. Als sie vor dem Hauptquartier der Truppen Tschangkeischeks vorbeikamen, versuchten sie durch die gestern vorgenommenen Hausdurchsuchu gen bei ihren Parteinntg iedern gereizt,.. „. . . / ' . - Last GebSn-e anzugreist», Die Truppen erössneten das Feuer inch» warfen dm Lan.zenträger zurück, von denen 20 getötet wurden. Die Razzia gegen die extremen Elemente in Schanghai hrt einen Streik ausgelöst, an dem sich 100.000 Arbeiter beteiligen. Es kam zu Schießereien zwischen den Streikposten, Arbeilswilli-; gen und Truppen, bei denen mehrere Chinesen getötet und viele verwundet wurden. Die Stimmung gegen England hat sich in Schanghai verschärft, da die Chinesen die Engländer als die Anstifter der Razzien betrachten. Neuerliche Hausvurlysurhuugen. Schanghai, 13. April. Truppen des Generals Tschangkaischek haben nachmittags die Hausdur ch s u ch u n g e n in den Räumlichkeiten der k o m - munistischen Gewerkschaften fortgesetzt. J,a chinesischen Viertel von Schanghai ist es abends zu zahlreichen Zusammenstößen gekommen, Bei denen ungefähr 100 Kommunisten getötet und 250 verwundet worden sein sollen. Auslösung der Ardelterverdönde. Schanghai, 13. April. Der Kommandant der Ostdivision der nationalistischen Armee, General Peit i ü, u n g h s i, veröffentlicht , eine amtliche Proklamation, »"i\n die Ausl ös utt-g de r all gemein en Arbeiterocrbände angeordnet wird. Entsendung japMcher MlegssWe nach Port Arthur. Toki o. 13. Apri. Die v i e r j a p a n i s ch c n Zer st örer, die Befehl erhalten hatten, sich nach den chinesische Gewässern zu begeben, sind heute vormittag nach Port Arthur ab gegangen. Ursprünglich hieß es, daß sie für Schanghai bestimmt seien. Sine Sahn dnrch PaWIna nnd rranrjardanien- - I eru s alem, 13. Apris. Demnächst, 'wich.'mit dem ' Bau einer Bahn begonnen, die von Port Fuad gu«r durch Transjochan'.e.r über.El.Arisch. Bep^eba, Hebron,,Jerusalem, Amman, Kaf, Rutbäh und Kerbela nach Bagdad führen soll. Sie Dritte europäische MinDerhettenkonserenr. Genf, 13. April. Zu Ende des Sommers wird hier die dritte europäische Minderheitenkonferenz stattfindm, deren Vorbereitung einem besonderen Ausschuß übertragen lourde, der aus folgenden Mitgliedern besteht: Dr. J.M i lfan (Triest), slowenischer Abgeordneter im italienischenPar- ' lammt, Leo Motzkin (Paris), geschäftsführender Vorsitzender der Komitees der jüdischen Delegationen, Dvktov Papl Schiemann (Riga), deutscher Abgeordneter im lettländischen Parkammt,Dr. Maspons i'Änglassell (Barcelona), Äeza von Szüllö (Prag), ungarischer Abgeordneter im tschechischen, Parlament und 'Graf Stanislaw Si er a k o w s k i (Westpreußen), ehernsaliger polnischer Abgeordneter im preußischen Landtag. Das Sekretariat dieses .Ausschusses wurde «nach Wien verlegt. Ftolkenifche Veschnldkgnngen gegen 8ngo|lnwien. Rom, 13. April. Die Ageuzia Stefani meldet: „Giornale d'Jtalia" hat aus Belgrad Informationen erhalten, wonach die jugoslawische Regierung Befehl zu einer Mobilisierun g gegeben haben,soll. In den ersten Apriltagen sollten in Cattaro 8000 bis 12.000 Mann und in der Zone Kosso vo-Mitrovica längs der Norbostgrenze Albaniens 10.000 bis 15.000 Marin, bis zum 15. April bei Podgorica (Montenegro) längs der Novdgrenze Albaniens 12.000 bis 15.000 Mann und in der Zone von Monastir ein Truppenkontingent, dessen Stärke nicht feststellbar war, zusaminengezogen werdien. Am 8. April ist in Spalato ein jugoslawischer Dampfer eingetrosfen, der 60 vollständige Maschinengewehre löschte, die dann nach Sebenico gebracht wurden. (Anmerkung der Amtlichen Nachrichtenstelle: Eine Bestätigung dieser Mel. düng von anderer Seite liegt nicht vor.) Prilstdent Mafartzk in Palösttna. I L r u s a l e m, 12, April.. Präsident Masaryk fuhr Montag /von Jerusalem über Bethania zum Toten Meere und hierauf zum Jordanflusse, von wo er sich zur Erinnerung etwas Wasser mitnahm. Hierauf besuchte der Präsident Jericho. Am Nachmittag blieb er in Je^ rusalem und lud zwei französische Priester, Archäologen, zum Tee. Hmte fuhr Präsident Masaryk nach T e l A w i w, wo ihm von der gesamten Bevölkerung ein jube'nder Empfang bereitet wurde. Der Präsident legte am Grabe Ach ad Haams einen Kranz nieder. Morgm (Mittwoch) werden Afuleh, Daganiah, K afr Na hum und Bet h Alpha besucht. In der letztgenannten Kolonie wird der Präsident im Kreise der aus .deu Tschechosioivakei stammenden jüdischen Sieder aus Nu- ^ris uich Chefzibah »veilen. Für Donnerstag ist eine Besichtigung des Technikums in Haifa, in Aussicht genommen. Ferner stehen Besuche in der Mädchenfarm zu Nahalal und in Bi brach« auf dem Programm. Stärket den Jüdischen Wahlfonds!

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