Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2915 (9.4.1927)
- Date
- 1927-04-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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f Preta 20 g | Redaktion, Administration: Wien, IX., Tafoorstr. 1 Telephon 44-0-98, 43-8-19 Ab 6 Dhr abends: Telephon 31-209, 31-0-86 Druckern" : tll., Lerchenf«. denivaße 1 C.lnva'j Preise: Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißsteilen monatl. B Schilling. Bezugsbedingungen ihr das Auslan d im Innern des Blattes. Nr. MS Me», Sam,lag, 9. Avril 1827 (?. «ifan 5687).9. Jahrgang Wiener MorAMseilunZ UÖBELHÄUJ 7.WÜHL JV- Ä BEQUEME TEILZAHLUNG Ile anlikommunistische Bewegung in Wna. Hinrichtung mehrerer «nswiegier. — Rußlands Proiest. — Wuefifche Sntschnwigungen. Im redaktionellen Teil errthaltene etttgeltliche MtteUmrgen sind durch ein vorangcsehteS E gekennzeichnet. w.MawaIini^jK^? LRoteniu**m^tt*.27 Ci» Staatsstreich w Wle. Ser «riesrmiullter prollmlert die Slkdawr. London, 8. April. Die Blätter melden aus Buenos Aires, daß in Chile ein Staatsstreich durchgeführt worden sei. Der Kriegsmini stör habe sich zum Diktator pro» rlchmisrt Md den Präsidenten abgesetzt. Der neue StaatsprSsident vou Lettland. Riga, 8. April. Der lettlttndische,Landtag wählte heute mit 73 gegen 23 Stimmen bei einer Stimmenthaltung den früheren Vizepräsidenten des Nationalrates'und Kciegsminister Gustav Semgals zum Staatspräsidenten. König Ferdinand. t> u t o r e st, 8. April. Das heutige ärztliche Bulletin über das Befinden des Königs besagt, daß König Ferdinand die Nacht gut verbracht hat. Die Krankheitserfcheinungen sind im Rückgang begriffen. Temperatur gestern abends 37,3, hento frii'f)'36,4, Puls 80, At'" mg 22. . 0« Regiemnrgs rel en v r/cher. man '^aß der M lg sich au, dem Wege der Besserung besinnet, und daß keine Lebensgefahr mehr besteht. London, 8. April. Wie das Reutersche Bureau aus Schanghai erfährt, schreitet die. von General T s ch a n g k a i s ch e k eingeleitete antikom-munistische Bewegung vorwärts. Mehrere bewaffnete Aufwiegler, die sich weigerten, ihre Waffen abzuliefern, wurden von Soldaten der Südarmee erschossen. Gestern wurden in einer wichtigen Versammlung der Generale der Südarinee antikommunistifche Beschlüsse gefaßt, die g eheimgehalten werden sollen. Die chinesische Polizei hat gestern i n f ü n f s o wjetrussischen Handelshäusern in Tientsin Hausdurchsuchungen vor-genommen, da sie im Verdachte, stehen, bolschewistische Propaganda betrieben zu haben. Der heutige Tat ist in Schanghai irr voller Stiche verlaufen, wcchrend in der vergangenen Nacht eine japanische Truppenabteilung von Chinesen angegriffen worden war, was daS Eingreifen englischer Panzerwagen notwendig machte. Der Polizeipräfelt erklärte, daß das russische Konsulat mit einem Truppenkordon umzin g elt wurde, weil es - " - ein Rest -für die kommunistische BrohÄanda sei. Das russische Konsulat trage die Schuld an den beklagenswerten Zwischenfällen nach'der Einnahme Schanghais durch die Kantönesen. Der SMvjebgeschäststräger hat den chinesischen Blättern eine Abschrift der russischen Protestnote wegen der Hausdurchsuchung in der Soivjetgesandtschaft übermittelt. .In der Note wird die Unverletzbarkeit des Gosandtschaftsgebäudes betont sowie gegen die Polizei und d i e S o l d a t e n der Vorwurf erhoben/ die Insassen der Gesandtschaftsgebäudein roher Weise mißhandelt zu haben. Moskau hat sich, wie' die Note hmzufügt, mit der ganzen Angelegenheit befaßt, und die Sowjets würden handeln. Das Konsularkorps hat sich heute über die Beschwerde des sowjetrussischen' Generalkonsuls. wegen der polizeilichen Absperrung des russischen Konsnlavgebäudes geäußert. Die Beschwerde soll an die G e m e i n d e Verwaltung mit der Bitte um Aufklärung weitergeleiLet werden. . Der Außerckommissär der Provinz Ki an gfu, Kuotsichi, hat dem russischen Generalkonsul sein Bedauern über die Pekinger Ereignisse ausgesprochen. Er | werde morgen dem auswärtigen Kmnsülarkorps persönlich seinen Protest überbringen und darauf Hinweisen, daß das Konsulat der Sowjetunion bei der chinesischen Regierung beglaubigt sei. K u o t a i ch. i sprach ferner in seinem Namen und im Namen des Oberkommandierenden die Entrüstung Mer diese Vorgänge aus. Die. Lage ist überaus gespannt. Sie SelaMnes ow der Botschaft soften vor ei» Kriegsoericht Bedeut werde». Peking, 8. April. Mit Rücksicht auf die Durchsuchungen in den Gebäuden der sowjetrussischen Botschaft hat Ministerpräsident Wellington Kov, der von seinem Posten zürückgetreten war, beschlossen, seine Agenden fiir die nächste Zeit wieder auszunehmen. Er hatte heute nachmittags eine Audienz bei Tschangtsolin, dem er empfahl, die bei den Hausdurchsuchungen gemachten Gefangenen durch di« ordentlichen Gerichte aburteilen zu lassen, was jedoch Tschangtsolin ablehnte. Wie es heißt, soll dieser die Absicht haben, die Gefangenen vor die Kriegsgerichte z!u stellen. Ae Medergutmachungssorderung per MWSchte. S ch a n g h a i, 8. April. Dis Vertreter der Großmächte haben sich auf eine gemeinsame Formel geeinigt, wonach von der Kanton-Regierung Wicdergutmachungen loggen der Zwischenfälle in Nanking gefordert werden. ßine Sonderfitzung des englischen Kabinetts. London, 8. April. Das englische Kabinett hielt heute abermals eine Sondersitzung über dieLage in China ab. Ein auf der Insel Th an et stationiertes Luftgefchwadcr erhielt Befchl, sich zur Abreise nach China berett zu halten. Die Schanghai-Streitkräfte ivuäwn durch ein Bataillon des Middles-- sex-Reglments von Hongkong aus verstärkt. Die Strcitkräste der Nordchinesen haben nach einer MeLdung der „Central News" an der Grenze' der Honan-und der Ngan-Hwei-Provinz weitere militärische Erfolge erzielt, sv daß die Chinesen BerstärÜlNgen aus Schanghai heranzichen mußten. Weitere Gefechtstätigkeit wird von der Eisenbahnlinie Puban—Tientsin gemeDet,, uw die Südchinesen eine große Anzahl Gefangener verloren haben. Rußland »ad die Türkei. Angora, 8. April. Der russische Botschafter Sn» ritsch, der zu einem Urlaub von zwei Monaten nach Moskau abgereist war, wird in, Angora im Laufe dieser Woche bereits wieder zurückerwartet. Man schreibt seine eilige "Rückkehr den Komplikationen zu, die im nahen Orient infolge der italienisch-südslawischen Spannung bestchen sowie den Gerüchten über dm Abschluß eines geheimen Zusammengehens der Türkei und Südslawiens, die sich beide durch Italien bedroht fühlen. Ile zwangssonntagsnche in Pole«. Jüdische Vertreter vor der Sachv erstandigenkmMnission W MindecheitSftagen. Warschau, 8. April. In ihrer letzten Sitzung hat die Sachverständigenkommission für Mind-erheitsftagen sieben Vertreter der jüdischen Bevölkerung beigezogen, um von ihnen Auskünfte über die Zwangssonntagsruhe zu erhalten, die bekanntlich infolge der velügionsgesetzlichen Sabbatruhe' für die jüdische Bevölkerung eine wirtschaftliche Benachteiligung bedeutet. Als Vertreter der jüdischen Bevölkerung erschienen vor der Kommission!, an. deren Sitzung auch Delegierte des Justiz ministeriun^ sowie des Handelsministeriums teiynahmen, die Deputterten Hartglas und Wislicki, die Gemeinderäte Trockenheim, Alter, Lew, ferner die Herren R a sner und Malkin als Vertreter der Gewerbetreibenden bezw. Kleinhändler. Den erschienenen Herren wurden sieben Fragen vorgelegt, darunter, ob es zweckmäßig sei, die Verkaufsbezw. Betrieb sstünd.en am Samstag zu verlängern, ob die Geschäfte bezw. Betriebsstättcn anr Sonntag offen, zu halten seien und loie lange. Deputierter Wislicki sprach sich gegen eure Verlängerung der Geschäftsstunden am Samstag aus und stellte den Antrag, es mögen am Sonntag die G eschäfte von acht bis zehn Uhr vormittags und von zwölf bis drei U hr nachmittags geöffnet sehr dürsm. Die Vertreter der jüdischen Arbeiter, die Herrn Alter ustd Lew, sprachen sich für die Sonntagsarbeit aus, wobei sie lediglich Sicherung der 46-Stundeln- Arbeitswoche verlangten. Deputierter Hartglas wies darauf hin, daß es möglich sei, Geschäfte und Betrievsstätten am Sonntag offen zu halten und gleichzeitig die Arbeitsstundengrenze von 46 Stunden einzuhalten. Hierauf wurde , die Beratung geschloffen und wird noch fortgesetzt werden, worauf noch im Laufe dieser Woche die SachverstäMgenkommMon dem stellvertqetenden Ministerpräsidenten, Bartel Bericht über ihre bisherige Tätigkeit erstatten nick präzise Anträge stellen wird ■r r Bevor Sie Celde B Öberzei " den k< kaufen, Überzeugen Sie sich von der Auswahl und den konkurrenzlos billigen Preisen der RESTEN -TERK AUFSGESELLSCHAFT VS,, l*RAItl/Mail.P13KtmtA«»S! 9 (PROVINZ MUSTERV0RSAND) A