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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-08 · Heft 2914 (8.4.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2914 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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. Preis20 0 I I . Redaktion, Administration: Ms»- II., Taborstr, 1 Telephon 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr abend«: Telephon 31-209, 31-0-86 Drncke-'1 /II., Lerchenf> der* .aß© 1 (»lnvk . Preise Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißstellon monatl. 5 Schilling. Bezugsbedingungen für das A n s 1 a n d iw Innern des Blattes. i nrnseen > I» iulWm MDMV>DSWSMSVWSVWSWWW8N8?WWM»>»»»»MW»W>>>»>W »tat, Freitag, 8. Avril 1987 («. RifanSS«?). BESUCHET D.N Wisnsr Rathauskeller! Die (Jemütliohkeit der guten alten Zeit. Wer kommt, wird wieder Stammgast f tilifümil.-ldni.lSjHti. Volkstümliche Freisei Mittags - Menüs ä S 1*60 Direktion: OTTO KASERER 9. Jahrgang gm redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ei» vvrangesetztes E gekennzeichnet. E. & I Piowafl’s Feinwurstwaren iii allen Verkaulsstellen erhältlich Spezialitäten: SacSf1“ Krakauer, Polnische usw. Die ZmchfuchMS der Sowjet« gesandtschast in Peking. Mdrutz »er WlomMche» BezleWnge» Milche« Moskau ms Peüm? Schanghai, 7. April. Das gestern gemelkdete Einormgen nordchinesischer Soldaten in die russische Gesandtschaft von Peking, welches ein gefährliches Präjudiz für Verletzungen der Exterritorialität fremder Staatenvertretungen in China bilden kann, wird jetzt nachträglich dahin abzuschwächen versucht, daß es sich nicht um' eine Durchsuchung in der eigentlichen Gesandtschaft, sondern in einem zur Gesandtschaft gehörenden Gebäude handelt, das den Sitz des russischen'Militärattaches, die russische Bank und die russische Telegraphenagentur und die Bureaus der ostchinesischen Eisenbahn umfaßt. Um zu diesen Hause zu gelangen, mußten die chinesischen Behörden um die Ermächtigung ansuchen, ihren Weg durch das Gesandtschaftsviertel nehmen zu dürfen, was ihnen, der Doyen des-diplomatischen Korps, der niederländische - Gesandte O ü deYd yk erteilte. Diese Ermächtigung Ml' jedoch nur darin bestanden haben, Truppen und Polizei auf den Straßen des Gesandtschastsviertels 18(T Meter' weit; bis , zu dem Neben-' gebäudc der russischen Botschaft Vordringen zu lassen. Die nordchinosischen.Behörden erklären nun, daß die Untersuchung in der Gesandschaft eklatante Beiveise dafür erbracht habe, daß die Sowjets in Verschwörungen zum Sturz der gesetzlichen Ordnung m Nordchina verwickelt seien. Der Außenminister hat über Ersuchen T s ch a n g t s o l i n s einen Protest a n d e n russischen G e s ch ä f t Z t r ä g e r vorbereitet, worin es heißt, daß die Sowjetgesandtschast den Berschwörern Zuflucht gewähre und die Autorität der gesetzlichen Regierung zu untergraben versuche. Der Geschäftsträger hat seinerseits einen, scharfen Protest gegen das Vorgehen der chinesischen Polizei nn Außenministerium überreicht. In diplomatischen Kreisen wird der Abbruch der Beziehungen zwischen Peking und Moskau für wahrscheinlich gehalten. Auch.ist man. der Ansicht, daß die sich ausbreitende f r e m d e n f e in d l i ch e Bewegung, wenn schon nicht zu einem Aufstand, so doch zuulindest zu einem Gen e r a l st r e i k oder B o y k o 1 t. führen werde. Die Situation bleibt nach wie vor kritisch. Die allgemeine Meinung geht dahin, daß eine energische einheitliche Präventivaktion der Großmächte das einzige geeignete Mittel sein würde, Abhilfe zu schaffen und die Führer der Bewegung einzuschüchtern. Heute hat nun auch der Oberkommanidant der Südarmee, T s ch-a n g k a i s ch e k, die Räumlichkeiten des chinesischen kommunistischen Hauptquartiers in Schanghai umzingeln lassen, die provisorische Verwaltung in Schanghai, die von den Kommunisten kürzlich eingesetzt worden war, aufgehoben und die Ersetzung durch eine verfassungsmäßig ge-' wählte Verwaltung verlangt. Protest des diplomatischen mm P e k i n g. 7. Apri.. Das diplomatische Kochs protestierte gegen das mißbräychlirhe Vorgehen der chinesischen Behörden, die die Grenzen ihres Mandats zur Hansdurchsnchung in dm'zur Sow^etbotschaft gehörigen Ränmlichkeiten überschritten s'ättc>tt. Rlllktcitt des MdchlneWe» MlWemWeute». Peking, 7. Aprit. . Wellington-K oo hat Tschangtfolin seine Demission als Ministerpräsident der Regierung des nördlichen China angeboten. Dem Wer- Abbruch der ökerreWlch'tschecheflowMche« Verhandlungen. DeNkasrlofer zuftaud ab 18. AprU. k Prag, 7. April. Der tschechoslowakische Ministerrat hat heute neuerlich über die Stellungnahme zu den österreichischen Anträgen beraten und beschlossen, daß die Regierung nicht in der Lage sei, die österreichischen Anträge anzunehmen. Oesterreichischrrseits wurde erklärt, daß demnach mit dem rechtzeitigen Abschluß eines neuen Vertrag es n i ch t z u r e ch n e n s e i und der geltende Vertrag deshalb a m 15. d. Mab laufe. Es wurde vereinbart, die Verhandlungen nach dem Außerkrafttreten des bisherigen Vertrages sofort wieder aufzunehmen und möglichst rasch zu beendigen. * In dem handelspolitischen Verhältnis zwischen Oesterreich und der Tschechoslowakei tritt somit ein, ivenn auch hoffentlich nur k u r z e r v e r t r a g sloser Z.u st a n d ein, währenddessen bloß die friedensvertraglich -festgesetzte Meistbegünstigung Geltung hat. Der Abbruch der Handelsverträgsverhan-dlung'en liegt auf der Linie der Seipelschert Zollpolitik, die sich verschämt „Hebung der Autarkie" nennt und in Wirklichkeit den Protektionismus, welcher der Wirtschaft in der Nachkriegszeit den schwersten Schäden gebracht hat und jetzt allenthalben eine schwere volkswirtschaftliche Belastung bildet, gerade in Oesterreich zu verstärken sucht. Die Seipelsche Zollpolitik wird, wenn nicht die österreichische Regierung nach den Wahlen reichlich Wasser in. ihren wahlwirtschastlichen, besser gesägt, wahlumvirtschaftlichen Wein gießt, das bißchen österreichische Produktion, welches stoch besteht, am meisten aber den österreichischen Handel schädigen. Nach dem Abbruch der Ksterveichifch-tschechoflvwakifchen Hanidelsvertragsverhandlungen wird sich dies bald zeigen. Die Zollpolitik und überhaupt die ganze Wirtschaftspolitik der österreichischen Regierung ist'gerade für den mittleren jüdischen H a n d e l s st a n d eine schwere Belastung, und dessen sollten die jüdischen Wähler vor allem eingedenk sein. . nehmen nach dürfte der Hauptratgeber Tschangtsolins, : General Jänghüsing an die SkeM 'WeftinMvn-Koos Mten.'' Me Msraze MrdmW. London, 7. Aprit.- Auf. eine Anfrage Macbo-- nalds antwortete der Vertreter des Foreign Office, daß die englische Regierung noch keine offiz ielle Mitteilung über die Hausdurchsuchungen auf dem russischen Botschafterterritorium in Peking erhalten habe und daher noch nicht sagen könne, ob das diploma- . tische Korps seine. Zustimmung zum Einschreiten der chine-- sischen Polizei gegeben habe. Das englische Kabinett ist zu einer Sondersitzung zusammengetreten, um über die Läge in China zu beraten. Obgleich eine Verständigung zwischen den Ber.einigtest Staa- : ten,. I a pan und Großbritannien über die Protest- ' note an die Kantonregierung erzielt worden ist, ist der Tag der Ueberreichung der Note noch nicht festgesetzt worden. Es ist möglich, daß.noch eine andere Macht sich dem Protest anschließt. Die Verhandlungen mit Rom und Paris gehen weiter. Entsprechend dem Beschluß der britischen Behörden, die ganze Gegend am oberen Hangtse zu räumen,, sind' sämtliche britischen P a u z e r k r e u z e r fültztmstvarts von H a n- .kau zurückgezogen worden. , keine franjSsisch-rufsifche BerftSndignng über Die ÄchnUea. Paris, 7. April. Die im Ausland verbreiteten Nachrichten, daß bei den zwischen der Sowjetwgierung und der französischen Regierung zur Regelung der Schuldenfrage geführten Verhandlungen ein Einverständnis erzielt vwrden sei, werden von zuständiger französischer Stelle dementiert. Die Verhandlungen, die eifrig fortgesetzt würden, Mten noch in keinem Punkt, so gefördert werden können, daß man von einem Ausgleich zwischen der französischen und der russischen Auffassung sprechen könnte. Wahlabkommen Mischen Men und Arabern in gerniaiem. Je ruf« lew, 5. April. (I. T. A.) Zwischen der Judenschast Jerusalems und den beiden arabischen Parteien, der vom Bürgermeister Raghe<6 Bey Nashashibi geführten gemäßigten Partei und der von Musa Kazim Pascha geführten extremen Partei der arabischen Exekutive, wurde nach langwierigen Verhandlungen ein WahlaAommen geschlossen. Die Inden Jernsaleins werden für sechs Kandidaten der NajhashM-Partei und für zwei Ka'chidaten der Huseini-Pavtei stimmen. Beide Parteien haben Erklärungen abgegeben, daß sie nach den Wahlen den jüdischen Forderungen derpsiich'en werden. Grobe Skandalszenen imbnkgarischea .Parlament." S o f i a, 7. April. An dan Sobranje kam «S HeUie 'Kir großen Skanbalszenen. Die Oppvfichm swöte- . stierte stürmisch gegen das Vorgehen der Regierung, die sich schon dreimal geweigert hat, einen oppositionelle». Antrag auf eine Reformierung des bestehend-e n Wahlsystems auf die Tagesordnung zu setzen. Ein .sozialistischer Wgeordneter wurde von der Sitzung ausgeschlossttr. Statt sich zu entfernen, bestieg er aber die RednertrMne und fiel mit den Fausten über einen Abgeordneten der Regierungspartei her, der gerade eine Rede HÄtt. Das Rednerpult fiel um und es entwickelte sich eine alkgemeink! Schlägerei zwischen den Angchörigen der Regierungsparteien und der Opposition. In einem unbeschreiblichen Tumult etklärte der Präsident die Sitzung für geschlossen. ' ' . Sie paapaMche Konferenz. Vertreter der Zionistische» Organisation. New York, 6. April. (I. T. A.) Die .Regierung der Bereinigten Staaten vgn NorLamerika hat bekanntlich an die ' ZioniMche Organisation von Amerika eine offizielle Einladung gerichtet zur Entsendung eines Repräsentanten zur panpazisischen Konferenz, die vom Präsidenten C o o l i d g e nach' H o n o $ u i u (Hawaii) elniberusen wurde. In dom EinladungSbrieif, der an H^rrn Louis Lipsky, Präsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas gerichtet ist, wird festgestellt, daß „die Welt die Pläne der Zionistischen -Organisation in den Ansprüchen aus Palästina kennt. Was geleistet wurde und was geplant ist, wird die Konferenz in Honolulu interessieren, die vom 11. bis 16. April stattsinden wird und zu der einen Vertreter zu entsenden Sie hiedurch freuMichst eingeladen werden/' Die Konferenz wird die Probleme der Steigerung der Be» vSlkerung in unbevölkerten üiebieten, die technische ^Ausstatlung und Erziehung, behandeln. Vertreter aus England, Frankreich, Japan, Australien, Kanaoa, China, Chile, Mexiko, Holland, Portugal, Siam und aus andere., Ländern werden teilnehmen. HeTr Verschon Agronsky, Leiter des Pressebureaus der Palästina-Exekutive, wurde von Herrn Lipsky im Einverständnis mit Dr. Weizmann als Vertreter der Zionistischen Orgainsation von Amerika für diese Konferenz delegiert. Ser König von AnmSuien. Bukarest, 7. April. (Orient-Radio.) Der GesundheitS» ' zustand des Königs ist zufriedenstellend. Der ärztliche Bericht besagt, daß der König die Nacht verhäl'kniSmätzig gut ve braüst l-at. D!e Krankhelserschrinungen si«p underändert. Die Temperatur betrug abends 37.6, heute 36,4, der PnlS 83, die Atmung W.

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