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Wiener Morgenzeitung · 1927-04-05 · Heft 2911 (5.4.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2911 (5.4.1927)
Date
1927-04-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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j~ Preis 2Q g | Redaktion, Administration: Wien, H.,Tftborstr.l Telephon 44-0*88, 43-8-19 Ab 6 Uhr abends: Telephon 31-209, 31-0-86 Druckerei: VII.. Lerchenfelderatraße 1 („Inta") Preise: Wien und Oesterreich inroh Post oder Verschleißtteilen monatl. B Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. Wiener orgemelluna BESUCHET t>m Wiener Rathauskeilerl Die Gemütlichkeit der guten alten Zeit. Wer kommt, wi rd wieder S tammgast k SMISnIJm.W«. Volks tümliche Preise 1 Mittags - Menüs ä S 1*50 Direktion: OTTO KASERER Dir. Ml Me». tienstOff, i. April 1927 (I. Riss» 5687). 9. Fahrgan» : ' - kinigung zwischen Rom und Belgrad. Bor direktes Berhandlunzes. Belgrad, 4. AlpvK. In Belgrai.' N om w-erd-LN foit eini-gem Tagcm parallel Lausemde Präliminarver« hamL'Ltrmgen Krischen der jugois-loiwischen und der italienischen Regierung geführt, non die jüngst ausgetauchbe Kant.:« vcrs« wegen Abtani'.en zu >licpu'.l ieren. Wie i-n BeLgrader aint- Ächen Kreisen betont.wird, sind diese Prälim-Inarverharidlungern bereits »so weit vorgeschritten, daß noch Ende dieser Woche die Lh-simitiv-en - direkten Verhandlungen - Mischen dem «beiden Regierungen eiu'fgensnt-m-em werden Wmon. Die desin>i.ii:ven Verhaindlungen werden in R o m von Musso-lini persönlich und aus jugoslawischer Seite vom ju,go!slaw>isch«.n Gesandten in -Rom, Raiitsch, geführt. Ra« kitsch hat von der j-ugoGawischem 91eg,ievnn>g Vollmachten für die Fuhnumg der VerhaMungem erhalten. . W«ie im diplomatischen Kreisen verlamter, dürfte ein SarnSiag «vfdltzter Besuch des englischen Gesandten be«i«m Wußenlmimster und t&cöm. Minister.prä'isibentan die kcmkvole Durchführung der direkten Verhand'lünigeir 'e-rleichter'- habem. ' Ae üattmtg »er MmSAte.;, . ©ctllot, 4. Äpr'il. Wiehier ver-lautet, sftH die De« spvechumgem der Großmächte^ Wer /den iMemschijugosilawi« schen 5konMt Au eimenr gewissen ÄLsch'mtz gei-'iehem. Die Ent« sendnng einer UntersmchümMkomMission komm.: nicht m-chr in Kvage. J'mmrerhim soll während eines d-irelktem D!e-in»mlig3- <noZtauscheS Krischen Rom' und Belgrad eine inchernationake Komrnrission ibereitgcstellt. tverdori, am im Bedarfsfälle sofort eingreifon zu können. Ae direkte» Ber»a»Il«»»e» »Merk. Belgrad, 4. April. Im Auhenamt wird offiArell üeanntgegeben, Italien habe dex Aufnahme direkter Verhandlungen zugestimmt. Bethlen in Rom- R om, 4. April. (Stefani.) Der ungarische Ministcrpräisident Graf Bethlen ist hier eingetroffen und wurde auf dem Bahnhofe vom Unterstaatssokretär im Außenministerium G r a n d i empfangen. Jüdische Wähler 4eute Dienstag, den 5. April 1927 8 Uhr abends r Fross-Büssing-Saal (Rest. Krippei), XX., Wallensteinstraße .72. Redner: Klumak, Dr. Josef Löwenherz, Dr. Israel Waldmann. Morgen Mittwoch, den 6. April 1927 8 Uhr abends: Volksbibliothek „Zion“, II., Glockengasse 3o. Redner: Dr. Friedmann, Dr. Georg Weiser. 8 Uhr abends: Volksküche, II., Krumrabaumgasse 8., Redner« Dr. Israel Taubes, Oberbaurat: Ing. Robert Stricker. 1 •; Mittags wurde Bethlen vom Mnisderpräsidenten Mussolini empfangen. In der Besprechung wurden verschiedene aktuelle politische Fragen erörtert, die sowohl für Ungarn als Italien von Interesse find. Sie verlief entsprechend der tiefen Sympathie, die Ungarn und Italien verbindet, in der freundschaftlichsten Weise und ergab vollständige Uebereinstimmung in den Auffassungen der beiden Regierungen. Morgen, wird ein italienisch»un garischer Freundschafts-, Ausgleichs- und Schiedsgerichtsvertrag unterzeichnet werden. Am Nachmittag hat Mussolini den Besuch des Grasen Bethlen im Grand Hotel erwidert, wo eine neue Unterredung der beiden Staatsmänner stattsand. König Ferdinand von Rnmönirv. Bukarest, 4. April. (Odent-Nadio.) Noch dorn heute auSgegeibenen Bulletin, har tief .König inifoLgc. HMenS c-ine unruhige Nacht verbracht. Die ö r t Ti ch cm Kr a n k« hei t se r scher nu nge n haden sich ve rsch ä rft. Die Temperatur betrug gestern 39.1, .der Puls 110,. die Atmung 32. Hem'e tciwQ feie TL-mps.ratur'37, der Puls 102. und die Aimrung 24. . Aeve Tsdesvtteiie irr innmeit. Verhaftung eines oippösitronelleu Abgeordneten. Kow u o, 4. April. Der Volks sozialistische Abgeordnete Pasoujis wurde heute vor-miit-c^-ö von der politischen Po^OLi v e rhos t>ü t, tros-«.^-er sich amtf seine 'Eigeusck-^l alS Ubg?ordne-:«r ber-lcif. Im Laiuse des Vvvurirtegs fom« cine Atzung der Auitz-ewlcui'iniss>:en des Sejur statt, der auch Paj-aujis <i.n>gc!hört. Die ozialistisch-err Aibgeovdueten er» Tärtou die Devhastumg PaswuM' für ve r'fass ungSwidrig und verließen zum Protest die Sitzung. Die SegiaE^mekraten schlossen sich ihnear am. -'ach weiteren Me I »uifgen hat öaS Feldgericht in Koivu-o die Bürger Mol am ad uaÄ Hiapemas zum Tode und zwei weitevo Angeklagte zu leibe n 8 l än glich em Zuchthaus wegen versuchten Ilmsturzes der herrschenden Macht Vevurteili. Gin weiteres Urrevl auf Sokensllängi'iche Zuchthaiusstvafe wurde wogen Verbreitung von ProlilamatiM-en im der Avyvee verhängt. Krlegsaulelhefchwindel für ParteNnienffer». Dieder ein politischer Monstreprozetz in Prag. Prag, 4. April. (Teil. Comp.) Heute begann hier der erste grvtze Prozeß ln AngÄog-ercheit des schwindelhaften Umtausches von Kriegsanleihen; er hat politische Bedelldung durch die Persönlichkeit der Hau,ptangoklagten, des Direktors der Duchdr-rrckerei des natloimlsoziaiistlschen Hamptörgans „CE Slovo* Sa l da rmd des Handelsagenten G r o h, . dessen Gold der nakionatsogiaTlstischen Patter oft zur Verfügung gestanden ist. Die AEage lautet aus das Verbrochen des Betvuges. Der von der Urmnzproturatur geltend gemachte Schaden LetSiust sich <vus 26^ Millionen tschechische Kronen. Groh hat in der Sitzung >der Zentralparteiileitung sich bereit erklärt, xur Sanierung notiloidender Pvrtvivovschußkassen Krieg?« amleihe.'MM Umtausch gegen StaatSan'lethe zu verschaffen, eine gesetzwidrige Manlpullatlon, da nur die etgene Kriegsanleihe der Iüstitute .zum Umtausch vorgebegt werden' Vars. Grrch hat KricigSanlvihe, »üter anderem auch . von dsr. Mener Firma Armin Fischer betaust. Direktor Salda hat Amneldesormulare, die der ZeichnungSstelbe Übergeben wurden, unterschrieben. . Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorongcsetztes Egekennzeichnet. n WUsom Bille md Niederlage. —y, Wien, 5. April. Vor zehn Jahren ist Amerika irr bat Krieg eing et reim. Lange Zeit vorher hatte Wilson die Mittelmächte darauf ausncrksant geinacht, baß jeder Angriff eir.cö Unterseebootes auf ftu amerikanisches Schiff bat Kriegsfall beamten müßte. In Berlin schlug man die Warnung leichtsiiknig in die Winde. Der Hochmut der Militärkaste erlaubte - es nicht, die neu auftretend-e Gefahr ernster zu behandeln. Die Kriegserklärung Atnerikas war osfiziell mit der Torpedierung der „Lufitania" motiviert lverden. Sie hatte aber au chnoch in dem Versuch der deutschen Negierung ihren Grund, durch ihrert mexikattischen Gesandten, die Republik Mexiko in eiuen Krieg mit Amerika Hineintreiben zu lassen. Die deutsche Diplomatie mar uitg/eich klüger als die oberste Heeresleitung, deren Kopf Ludmdorff, die erste Drohnote Wilsons mit dm Worten.Msnahin: Amerika? Machen wa ooch noch! Aber die dmtschm Minister und Politiker bis tief hinein in die Rechte, die alle ganz genau die! Bedeutung der riesmhafteit Kräfte der Union erfaßtm, wagten keinen Widerstand gegen die Generale, sottdern verlegten sich attsi die Künste ihres Metiers. Sie hetzten ein neues Land hinein, fteilich mit dmr fatalen Ergebnis, daß ihre Depch schen, noch ehe sie nach Mexiko gelangten, bereits rN London und Washington dechiffriert, warm. So wurde die Provokation des mächtigsten Gegners durchgeführt und mit un-; verbrauchten Mitteln kam Amerika in.den großen Kladderadatsch. . < Die' vierzehn. Punkte, mit denen Wilson die Entscheidung seines Landes moralisch erklärte, waren ein bis dahin unerhörter Akt. Er stellte dm diversen allerhöchsten Kriegs- Kriegsherren den freien Willen der Völker entgegm. Er» toarf das Selbstbestimmungsrecht in die Debatte der Knumtett. .Diese überraschende und darum große Tat ddsi PräsidmtLN war das Ende des Krieges, mehr noch alA bas Eingreifen der amerikaniischen Rekruten. Das Pa-- Pier dieser Rede wirkte stärker als alle Tanks. Amerika brachte der Entente den Sieg. Aber bei den Friet'ensverhattdlungm unterlag Wilson. Er wollte eine» Bund aus steten Völkern schaffett, dessen Satzungm füv inrmer und eivig dm Krieg verbieten sollten. Wer die Siegstiedler in Paris waren stärker; und sie schufen einen Völkerbund, der sich uJ)i; entwickeln konnte, sie detnütigtön dio im Feld besiegten Völker und sie setztm sogar noch nachdem Waffenstillstand die Hungerblockade fort. Die Friedensverträge sind Kriegsdokuntente; aus diesen Verträgen sind neue Konflikte entstcntdm uttd die Brände schlagen noch immer auf. Die Minoritäten, ein in dieser Ausdehnung früher tue gekannter Begriff, leiden ärger als je und insbesondere die jüdische Minorität hat eilte arge Berschlech!erung ihrer Lage zu verzeichnen. Ihr hat der Friedensvertrag die Anerkennung ihrer Rechte auf Palästina gebracht, aber der Ausbau der ttationalen Emanzipation in der Diaspora ist nicht erzielt wordat. Und als der Kampf um den Minoritätmschutz eben in Paris geführt wurde, ging im Osten die. fitrchtbarste Pogronvoalze über das jüdische Leben, begantten in dem Amerika Wilsons die ersten Stöße gegen die Einwanderungsfreiheit. Wilson Med als todkranker Mann von Paris, der Stätte seiiter Niederlage. Er starb und mit ihm schwanden viele Hoffnungen, die sich geregt hatten, als Amerika in dm Krieg, ging. Auch-Amerika ist dem Gift unterlegen. Es hat'sich psychisch mit dem Haß infiziert, so sehr, daß es seither die Welt ihren Kämpfen uttd Krämpfen überläßt uttd sich nur utchr dann an den Krieg erinnert, wenn die Getdvorschüsse fällig werden. Europa ist zum Sk'avm gewordett, Amerika ist der Herr der Welt. Das war das Ziel der Ford und Schivab und Morgan und Carnegie, aber nicht das Ziel Wilsons. Es haben die Geistesgenossen der Patrioten gesiegt und eS ist der schäbigste Hohn, wenn der Söldling Henry Fords, Erich Ludendorff, an dm ,.World" zur Feier «des Datums zu schreibett wagt: „Das anterikanische Volk ist nicht in den Krieg eingetreten, sondern wurde durch Wilson auf Befehl der Juden, Freintauver und Jesuttett mittels einer Lügmpropagattda auf den Leim gelockt uitd wie ein Vieh zur Schlachtbank getrieben." ■r r...... „. flotte kaufen, HBVDr Hfl 9 Überzeugen Sie »Ich von der Auswahl und I ™ “■ EAM» w den konkurrenzlos billigen Preisen der RESTEN-VERKAnFSGESELLSGHAFT ä 1*mmmwmWm999W99M9»m » (PBQVINZ MOßTERVF^«*^m gfljBB fl

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