Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2910 (4.4.1927)
- Date
- 1927-04-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| Polen :2ft groszy | Wien: Zum Abholen indei Expedition, II., Taborstr 1-8 oder in einer Verschleißstelle (Trafik) monatl.& Schilling Straßenrerkanf in Wien durch die Kolportenre der Firma Goldschmied, 1., Wollzeile 11 Mit Postvorsand kür Wien und Oestorreich monatlich 5 Schilling Tscheche Slowakei: Mon. K 22 Jugoslawien: Mon. Din. 60 Polen: Mon. 6 Zloty Deutschland: Mon. Qm. 4. Fr an kr eich, Belgien: Mon. Frcs. 85 N»ch»»n i «n <fen oei Preis* orhnhanjren rerbehstten. Ir. »918 Wiener Morgmreilimg Me». Mssia». 4. Wril 1997 <r. Aisan SS87). iPrel» 80 g| Englan d:Mon.4Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei B ul g a r i e n: Mon. 100 Lewa. S c hw e i z und das Übrige Ausland monatlich Pres. 5 Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 48-8-19 Ab 6 Ohr abends* Telephon Nr. 81-0-86 u. 81-209 Vll., Lerchentelderstraße 1 (Druckerei »Inva") Oesterreichisches Postsparkassenkonto Nr. 150 693 9. Sofitflonfl Sie Protestnote an Kanton. Kein Ultimaivm. — 8«Mn» »iS such allein Vorgehen. Im redaktionelleil Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesstzteS E gekennzeichnet. » JUdische Wühler-1 Versammlungen! Heute Montag, den 4. April 1927 8 Uhr abends: Volksbibliothek „Zion“, II., Glockengüsse 30. Redner: Bezirksrat Plaschkes, David Nebenzahl, Dr. Leopold Plaschkes. 3 Uhr abends: Volksküche, II., Krummbaumgasse 8. Referenten: Dr. Dagobert Rybaczewski, Dr. Israel Taubes,, Dr. Heinrich Glanz. 8 Uhr abends: „Ifa“-kmo, 11., Taborstraße I—3. Redner: Sigmund Haber, Dr. Israel Waldmann, Dr. Josef Löwenherz. MeAstLF, den 5. April 1927 8 Uhr abends r Fross-Büssing-Saal (Rest. Krippel), XX., Wallenstünstraße 72. R-dner : Klumak, Dr. Josef Löwenherz, Dr. Israel Waldmann. Sie Wahlen in EalOms. Salz b u r g, 3. 2lpril. Heute fanden in der Landeshauptstadt die .Gemein d e rat s- und Landtags- Wahlen, im übrigen Lande -die Wahlen für den L a n d t a g statt. Bis zur Stunde liegenfür beide Wahlkätegorien nur Teilresultate vor, und zwar aus 73 Wahlorten (ausgenommen die Stadt Salzburg), in welchen auf die Sozialdemokraten -7016, auf die Großdeutschen und Nationalsozialisten 1274, auf die Christlichsozialen 20.776, aus den Landbund,4934 und auf die wirtschaftliche Ständevepeinigung' 49 'Stimmen entfielen. An den G e m e i n d e r a t s w a h l e n in Salzburg beteiligten sich schätzungsweise 75 b i s 78 P r o z e n t der Wähler. Es entfallen nach den vorläufigen Berechnungen auf die Sozialdemokraten 8080 Stimmen, auf die Großderrischen und Nationalsozialisten 5869, die Christlichsozia-!en 6952 und die wirtschaftliche Ständcvereinigung 1460. s>lach einer von der christlichsozialen Nachrichtenstelle ausgegecenen Mitteilung dürften bei den Landtagsio ah len von 26 Mandaten den Christlichsozialen 13, den Sozialdemokraten 9 Mandate, den Großdeuischen mit den Nationalsozialisten 3 und dem Landbund 1 Mandat zusallen. Die Christlichfozialen haben daher wie im aiten Landtag, in dem. sie von 28 Mandaien 14 hatten, die Hälfte der Mandate auf sich vereinigt. Bon den G emeindoratsmandaten der Stadt Salzburg . erhalten: D e Sozialdemokraten 15 (bisher 13)> die Christlichsozialen. 13 (bi-her 15), Groß deutsche. Us.d Nationalsozialisten 10 (bisher 12), Ständebund Ude. 2 (0). Die bürgerlichen Parteien haben die Zweidrittelmehrheit behauptet. Verhaftung einer KommunifteWhre» in Lodz. Warschau, 4. Ap-rii. (Ls-ch. P.-B.) In Lodz wurde ehwi: der dekannt>cist>LN Kommunistensühver nam-eus C ich o w s k i dechcvs-^t. Der Verhaftete war im Jahre 1918 Chef d>er liiauii-fchen Sowjetregieru-Nig. die vorü't-evzehend am Ruder war, unib 1920 Komm-issär der Soiojeiregierung in ^<-nt von den Bo^chewlken besetzten polnischen GrActe. Der polnischen Potizei Mitarvz eg, Cichowski nach mehrjähriger Verfolgung in einer V-erklÄ,du^ auSzu-forschen und zu vechaften. London, 8. April. Zufolge einer offiziösen Meldung haben gleichzeitig mit dem von London unternommenen Schritt die Gesandten Englands, I a p a n-s^ und Amerikas in Peking einen eigenen Entwurf der nach Kanton zu entsendenden Protestnote ausgearbeitet. Das Londoner Kabinett trat daher zn einer dringlichen Sitzung zusammen, weil der Pekinger Entwurf sich mit dem Londoner Plan nicht deckt. London wir daher an dem Pekinger Entwurf gewisse Aenderungen vornehmen und ihn nach Tokio und Washington entsenden. An zuständiger englischer Stelle wird mit aller Entschiedenheit erklärt, daß es sich nicht um ein Ultimatum an d'e Kantonregierung handle. Falls die Verhandlungen mit Tokio und Washington, fehlschlagen sollten, ist England entschlossen, wie Lord B i r k e n h e a d gestern in einer Rede erklärt hat,, c»llein zu handeln. Der Kabinettsrot habe sich mit diesem Plane beschäftigt und die Entsendung weitererBerstarkuMn nach.EhlU-a.WA^oMt^MWZnh>,N.m.?.ri.ba''f ü r' ei n e: Blockad e einsritt, denkt man in. England daran, die Verteidigungslinie, die gegenwärtig durch Schanghai führt, weitem vorzuschieben und einen breitew Landgürtel., um den Stadtkomplex zu legen.; ■;; ■ 'i:We englischen Fordernngm. vÜrttl) Schluß des Kabinettsrates, an. dem zum ersten Male auch der C h e s d e r b r i t i s ch c n L u s t s l o t t e, sowie andere Mitglieder d e r^ N e i chs verteid i g u n g s k o m m i s s i o n tcilnahmen, 'werden' folgende vier. Punk.e der an die. Kantonregierung zu. stellenden Forderungen belannlgegeben: 1. Verhaftung und' Bestrafung aller, die an. den in Nanking-befangenen Verbrechen .beteiligt waren. . Zwischenfall bei einem Belach der IranzWchru PrSstveoteu P a r i s, 4. April. Der Präsident der Republik D o um e r g ü e besuchte gestern, offiziell die'' Städte Donar und Lille. Er wunderte dabei zu Fuß durch eines der malerischen Viertel der Stadt Lille, in Begleitung eines zahlreichen Gefolges. Dabei ere'gnete sich ein Z w is ch c nf a ll. Ein Arbeitslos e r stürzte, sich auf den Präsidenten mit dem Rufe: „Nieder:"mit dem Krieg!" Der Mann wurde se st g.e n o m m e n.. Eine . Waffe wurde bei ihm nicht gesunden. Brr nokdamrrUaulsche Kohlrnftrrtt- .' N ewd o r k, 3.April. Genaue Schätzungen, über die Auswirkungen des Kohlenstreiks.sind noch' nicht möglich. Auf beiden Seiten ist man entschlossen, den. Kampf durchzuführen. Fünf kleine Gruben im Staate Ohio mit einer Belegschaft von insgesamt,300 Mann zahlen di' bisherigen Lohntarife weiter. In beiden Gruben der Pittsburg Terminal Coal Corporation sind Streikposten aufgestellt worden. Sine tMea?ata!»at>G& N e wy o r k. 3. Lpr-il. Wie aus Bittsbnrg gemeldet ' rotvö, ereignete sich in etnrr Grube bei Pokesbürg eine Schlagwetterkatastrophe, der, obwohl 400 Bexgarbeiter eingefahren waren, nur 6 von diese» zum Opfer sielen. Lae Befinden des rnmfinlschrn Königs. B u k a r e st, 3. April. (Orient-Radio.) Nach dem ausgegebenen Bulletin hat der König d'e Nacht besser v e r b r a ch t. Die Temperatur war am Abend 38.6, heute 37.2, 'Atmung 24, Puls 90. 81« Todessturz von der Aar. Aus W i c n e r - N e u st a d t wird uns berichtet: Gestern nachmittags ist auf der Rax der 19jährige Schlossergehilse Walter S t o j e r aus Reichenau beim Blumen« 2. Finanzielle Entschädigung für das Leben der Getöteten und für die anderen Personen zugefügten Verletzungen sowie für den Schaden an fremdem Eigentum. 3. Entschuldigung von seiten der Kantonbehörden einschließlich der Offiziere, welche die Truppen befehligten. 4. Ehrenbezeigung vor den- Nationalflaggen -der Mächte durch die Kantontruppen. Der Unstand, daß C h a m b e r l a i n während des Weekends in London geblieben ist, scheint darauf hinzudeuten, daß die englische Regierung mit dem Eintreffen endgültiger Erklärungen der amerikanischen und japanischen Regierung rechnet und die gemeinsame Note sofort nach Hankau geschickt werden soll. Der französische Gesandte in Peking hat den Verhandlungen dortselbst nur als Beobachter beigewohnt. Plündern«!!?» im javanischen Mettel. Schanghai, 3. April. Das Reutersche Bu.r-eau meldet aus Hankau: Infolge eines Streites im japanischen . Nicderlassun.gsgeöiet zwischen japanischen Marinesoldaten ’ und chinesischen Kulis hat eine Menge das jap a n r s ch e N i e d e r l a s s u ri g s g e b i e t überfallen und die. Geschäfte geplündert. Auch Passanten wurden', a n gegriffen. Eine. Abteilung japanischer Marinesoldaten, die gelandet wurde, mußte aus einem Maschinengewehr Schüsse auf die Menge abgeben, wobei zwei Chinesen verwundet wurden. Hieraus zerstreuten sich die Ruhestörer. MsstzWg MangraWeksr L o n d o n, 3. April. (Reuter.) „Daily Expreß"' mel- ■ det aus Schanghai, daß in Hankau der Beschluß gefaßt worden sei, Tsch angkaischek als Oberkommandanten der K a n t o n tr up pe n ab zu setzen. pflücken in der sogenannten Eng 80Metertief abgestürzt und tot liegen geblieben.. Die Leiche wurde in die Reichenau er Totenkammer gebracht. 61« Sünler-Irama. Zor dem eigenen Sohne erwürgt. In einer Notstandswohnung in der Kagraner Kaserne fand gestern ein notorischer Gewalttäter und Trunkenbold, der wegen Exzesses und anderen Delikten nicht •: weniger als 42mal vorbcstraft war, ein gewaltsames Ende. Der Erdarbeiter Karl Maier, der mit seiner Frau und seinem Sohne Johann in Simmering wohnte, betrank sich fast täglich und mißhandelte dann stets seine Frau Bor zehn Tagen kam er wieder angeheitert nach Hause und benahm sich gegen seine Gattin so brutal, daß. diese in ihrer Verzweiflung versuchte, sich die P ü l s a d e r z u d u r ch s ch n e i d e n.* Ihr Gatte sah ihr bei diesem Vorhaben seelenruhig zu und sovderte sie sogar auf, nur fest ins Fleisch zu schneiden. Der Sohn verband die Frau, verließ mit ihr die elterliche Wohnung und suchte einen Bekannten, namens Franz Nowotny, auf, der in'der ehemaligen Kagraner Kaserne als Untermieter wohnt. Trotz der: engen Vechältnisse gewährte dieser der Frau und ihrem Sohne. Unterkunft. Gestern erschien plötzlich Karl Maier im angeheiterten Zustand in der Kaserne. -Mit den Worten: „Jetzt werden wir abrechnen", stürzte er sich auf Nowotny. Dieser erblickte in der Hand seines Angreifers ein offenes Taschenmesser, packte Maier am Hals und drückte kräftig die Gurgel zusammen. Frau Maicr war zum nächsten Wachzimmer gelaufen. Der junge Maier versuchte, seinem Vater das Messer zu entwinden. Ms er es endlich fassen konnte, ließ Nowotny, der bisher den, Hals des Alten umklammert gehalten hatte, los. Der Arbeiter fiel zu Boden. Mit blaurotverfärbtem Gesicht wurde der Betrunkene von dem durch seine Frau avisierten Polizeibeamten vorgefunden. Der Wachmann nahm sofort Wiederbelebungsversuche vor, die jedoch erfolglos blieben. Der JnspektionSarzt der Rettüngsgesellschaft konnte nur mehr den Eintritt des Todes feststellen. Die Leiche wird obduz'ert, Nowotny unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung dem Landesgericht eingeliefert werden.