Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2907 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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\ Prel» 20 g | Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon 44-0-88, 48-3-19 Ab 6 Ohr abends: Telephon 31-909, 81-0-86 Druckerei: VII.. Lerchenfelderstraße 1 („lnTa“) Wien und Oesterreich daroh Post oder Verschleißsteilen monatL 6 Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. Wiener Morgenzeilung UEMfFKTI OakFRIl WU-IMIM- MM OSWALD HAAS VIEH BL, WaHeinM I [itift hmnixti. Mn. Im Mn« m. inltali lg WS nl lisMim »r. M7 Me», ffreitqg, 1. «vril 1987 (28. Wendnr 5687). 9. Jahrgang 3m rtbnftioneflcn TrU enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. LAT Plowails Feinwurstwaren in alles Verkaufsstellen erhältlich Spezialitäten: SachÄ?' Krakauer, Polnische usw. JUdlsche Wählerl Versammlungen! Samstag, den 2. April 1927 8 Uhr abends: Volksküche, ll., Krummbaumgasse 8. Referenten: Max Schiffmann, E. M. Zweig, David NebenzahL , Sonntag, den 3. April 1927 10 Uhr vormittags : Cafe Astor, II., Praterstraße. Referenten: Dr. Rybatschefski, Dr. Goldhammer, Dr. Georg Weiner. 10 Uhr vormittags: Restaurant zur „Sängerhalle*, II., Präger 181, Ausstellungsstraße, neben dem Polizeikomm. Prater. Referenten : Jehuda Schmidt, Dr. Lowe*1 herz, Dr. Israel Taubes. 9 Uhr vormittags: Wiener Bürger-Cife, II., Praterstraße 11. Redner: A. M. Ehrlich, Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes. Amerika gegen de« emoM^en Antiiemltismus. eine zorderms des Senators Klnz. New K o r k, 31. März. Senator K i n g (Demokrat) verlangte den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit allen Ländern, die die jüd!scheu Staatsangehörigen vor den Folgen der antisemitischen Agitation unzureichend schützen. Er motiviert seinen Antrag damit, daß er aus seiner letzthin unternommenen Europareise die Lage der Juden, insbesondere in Osteuropa, sehr drückend gesunden habe. Irr Un'all de» Buiarester Erpreß.«-er. Der lelmnkene Weichenwärter. Bukarest, 31. März. Ueber den gestern in der Mhe von Großwardein erfolgten ZusamEnstoß zwischen oem Budapest-Bukarester Expreßzug und einem Lastzug, wobei der Lokomotivführer des Expreßzuges .und der Heizer des Lastzuges get öt e 1, sowie sieben Persoi nett schwer verletzt ivurden, wird nun bekannt, daß der Unfall auf die falsche Weichen fiel I u n g eines betrunkenen Weichenwärters znrückzusühren ist; dieser wurde sofort in Haft genommen. gnlanunenM zweier PersMnM liel Mia. Bukarest, 31. Niärz. In der Nähe von Braila stießen gestern, nachmittags-zwei Personenzüge zusammen. Drei Passagiere' erlitten, feiere Berletzungen. Ernste Lage ln Mn. Neuerliche A«ischrrit«agrn gegeu dle Fremde«. — England »erhandelt mit de» Mchte» über ein gemtinfome» Borgehen. London, 31. März. Die englische Admiralität veröffentlicht ein Kommunique, worin es heißt, infolge der Zusammenstöße zwischen den nord- und südchi-nLischen Marinestreitkräften habe der Kommandant der südchinesischen Flotte, Admiral Hang, gefordert, daß die ausländischen Schiffe die Mündung des JangtseNang nicht während der Nacht befahren. Die ausländischen Marinekommandanten hätten ihm dies für die Handelsschiffe zugesagt, sich aber hinsichtlich der Kriegsschiffe volle Handlungsfreiheit Vorbehalten. Die Nationalisten haben das englische Konsulat in Nanking neuerdings geplündert und die auf dem Jangtsekiang zwischen Hankau und Schanghai verkehrenden englischen Dampfer weiterhin unter Maschinengewehrfeuer genommen. Ans den übrigen Meldungen geht hervor, daß die Lage in de.n großen chinesischen Städten südlich des Jangtsekiang von Stunde zu Stunde ernster wird und daß neue Angriffe gegen die Ausländer zu befürchten seien. Die nationalistischen Truppen haben auf dem die Stadt Nanking beherrschenden Hügel mehrere Ge- PaMlnafragen im englischen Unierhanr. London, 29. März. (I. T. A.) Colonel Wedgwood fragte im Unterhaus, ob der Bau einer Eisenbahnlinie von Port Fuad mit Anschluß an das paläs.iuensische Hanptnetz erwogen w:rbe. Koloni.nminist^r Amery erwiderte, ein solcher Plan stche noch nicht zur Diskussion. Herr B e ck e t t fragte, welche Qnasisikationen für die Ausübung des Wahlrechtes in Palästina notwendig seien. Minister Am^ry erwiderte: Jede männliche Person gcni.'ßt in Palästina aktives und passives Wahlrecht, die 1. die palästinensische Staatsangehörigkeit besitzt und ein Alter von 2b Jahren erreicht hat; 2. deren Unfähigkeit nicht rechtlich fcstgestellt ist; 3. die in Palästina nicht zu einer Gefängnisstrafe von einem oder mehrten Jahren verurteilt worden ist; 4. die vor dem letzten 31. Dezember Steuern für das vergangene Jahr aus unbewegliches Eigentum im Mi.chestbetrage von 59 Piastern geleistet hat. Colonel Wedgwood fragte, ob dr Minister wisse, daß sowohl Juden wie Araber in Palästina es wünschen, daß in den Schulen englisch gelehrt wird, und ob für eine genügende- Zahl qualifizierter Lehrkräfte für Englisch gesorgt ist. Amery erwiderte: Es ist die ständige Sorge der Palästina-Regierung, den englischen Unterricht in den Regftrungsschulen, und zwar an Elementarwie an Mittelschulen, zu Verb esfern. Es we.den Stipmd'.ft.n von der Negierung zur Ausbildung an die amerikanische Hochschule zu Beirut und auch ün englisch e U ni b c t f t t ä t e n gesandt. Gegenwärlig sind acht solcher Sttpmdisten an Universitäten, die alle verpflichtet sind, nach Vollendung d r Univerfiläts'studien für eine Reihe von Jahren im Erziehungsdepartemcnt tätig zu sein. Gegenwärtig unterrichten in Palästina 37 Eng Kuder und Amerikaner die englische Sprache. Kapital für Püläftina. Newyork, 28. März. (I. T. A.) Herr Nathan L a nrport hat eine Summe von 100.060 Dollar zwecks Errichtung einer Lamport Free Loan Foundation in Palästina gestiftet und sich.Vorbehalten, diesen Betrag nach Bedarf zu erhöhen. Herr Samuel Charles Lamport, Mitglied der Exekutive der Zionistischen Organisation Amerikas, wurde ermächtigt, die Gründung der Fourrdation zu vollziehen. Er ist nach Palästina abgereist. Große ÄaSülalian'im »an Sir Mett WMMec ln tzM.lnn. 3 e t * f«I c m, 29. SMüy. (3-!£. 3U Der hles wcll«,cke Sir Robert Waley-Cohen, der PrLjideitt des LonboiLr 181/f schütze in Stellung gebracht und sie auf die vor der Stadt verankerten ausländischen Kriegsschiffe gerichtet. Ferner haben sie in allen von ihnen besetzten Städten die englischen und amerikanischen Hoheitszeichen beseitigt. Das Reutersche Bureau erfährt: Die britische Regierung prüft ernstlich, welche Maßnahmen von den Mächten wegen der Ereignisse in Nanking getroffen werden sollen. Nach britischer Auffassung handelt es sich um Vorfälle, über die man nicht ohne weiteres hinweggehen kann. Da die Opfer dort allen Nationen angehört haben, ist die britische Regierung der Ansicht, daß die Maßnahmen von den Mächten gemeinsam ergrifft werden müßten. Die Verhandlungen mit anderen Mächten sind gegenwärtig im Zuge. bstsendrnig sravMcher Anmu. Paris, 31. März. Im Kabinettsrat berichtete heute Briand über die Ereignisse in China. Die Regierung betrachtet die Lage ernster als bisher und hat die Entsendung französischer Truppen nachChina beschlossen, während biFh.-r dort nur anamitischeKoloniqltruppen in Verwendung standen. '_!Lfl»»1. JSai'ÜJ- JJBBWHBHBBBBSggBBBg Wirtschaftsrates für Palästina, hat hier in mehreren Unternehmungen beträchtliche Kapitalien investiert. U. a. hat er gemeinschaftlich mit der „Pica" in der Mhe von Ehedem ein Landareal im Umfang von 20.000 Dunam zwecks Kultivierung durch jüdische Arbeiter etzvorhen.». Ne SttnwM Sitomnw. Nizza, 29. März. (J.T. A.) Herr Nathan StTakA der gegenwärtig hier weilt, hat von dem Dichtpr CH. R. Bialik einen Bericht über die Verteilung der Summte von 20.000 Dollar erhalten, die Nathan Straus für schnelle Hilfe an Bedürftige in Tel Awiw gespendet hat. Die Summe kam folgenden Kategorien zugute: Handwerkern und ungelernten Arbeitern mit einer Gesamtzahl von 3250 Seelen; bedürftigen Angehörigen des Mittelstandes mit insgesamt 5250 Seelen; ferner notleidenden Frauen, Witwen und Müttern von Rabbinern, Schriftstellern und Künstlern. Beworben hatten sich 40 Institutionen und 600 FaWilien für insgesamt 18.009 Personen. La» Werreichischr Vernsskonsnlat in Fernsalem. Die amtliche „Wiener Zeitung" verlaukbart folgende mit 31. März in Kraft tretende Veränderungen im auslvärtigen Dienst: In Jerusalem ist ein österreichisches Berufskonsulat errichtet worden, mit dessen Leitung der bisher bei der Gesandtschaft in Warschau verwendet gewesene Generalkonsnl II. Klasse Malter Haas betraut worden ist. An Stelle des Generalkonsuls Haas wurde der Legatwnsrat II. Klasse Alois Vollgruber, der bisher der Gesandtschaft in Bukarest zu geteilt war, nach Warschau eirtsendct. Der Leiter des Konsn'ates in Laibach Generalkonsul Felix Strauß wurde der Gesandtschaft in Bukarest zur Dienstleistung zugewiesen. Mit der Leitung des Konsulats in Laibach wurde Generalkonsul 2. Klasse Dr. Hermann betraut, der bisher im Bundeskanzleramte tätig war. Milde Urteile für Fememörder. Gießen, 31. März. (Wolfs.) Heute vormittag wurde im F.incmordprozeß das Urteil gefällt. Der Angeklagte von Salomon wurde wegen Körperverletzung unter Einbeziehung seiner Zuchthausstrafe von fünf Jahren »vegen Beteiligung an der Ermordung Rathenaus zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 6 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Der Angeklagte Schwing erhielt wegen Beihilfe zum versuchten Todschlag eine Gefängnisstrafe voneinemJahrund sechsMonaten, aus die acht Monate Untersuchungshaft angerechnet werden. Der Angeklagte Heinz wurde wegen Mangels von Beweisen freigespro ch e n.