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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-31 · Heft 2906 (31.3.1927) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2906 (31.3.1927)
Date
1927-03-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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| Prel» 20 ff | Redaktion, Administration: Wien, IL, Taborstr. 1 Telephon 44*0-38, 43-3-19 Ab 6 Ohr abends: Telephon 31-209, 31-0-80 Druckerei: VII., Lerchenfelderstraßo 1 (,lnva‘‘) Preise - Wien tnd Oesterreich durch Post oder Verschleißstellen monatl. 5 Schilling. Bezugsbedingungen für das Ausland im Innern des Blattes. Miene? orgmzettung Wie», Souuersta», 31. Me» 1927 (27. Weadar 5687). BESUCHET mn Wiener Rathauskellerl Die Gemütlichkeit der guten alten Zeit. Wer kommt, wird wie» der Stammgast i Volkstümliche Preise! Mittags-Menüs ä S 1•60 Direktion: OTTO KASERER 9. Softtgong Sm redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Jüdische Wähler I Versammlungen! Heute Donnerstag, den 31. Marz 1927 8 Uhr abends: Cafe Fetzer, II, Praterstraße 8. Redner: David Nebenzahl und Dr.* Josef Löwenherz. Vorsitzender: Siegmund Haber. 8 Uhr abends: Volksküche, XX., Kluckygasse 7. Redner: Öberbaurat Ing. Robert Stricker und Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes. Vorsitzender: Herr Klumak. Sonntag, den 3. April 1927 9 Uhr vormittags: Wiener Bürger-Cafe, II., Praterstraße 11, Redner : A. M. Ehrlich, Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes. Kin furchtbares BergiverlsungM. 500—600 Bergarüelter durch eine EMilon verschüttet. Harrisburg (Pcnnsylvanien), 30. März. Wie gemeldet wird, sollen 500 bis 600 Bergarbeiter bei einer Explosion in den Ehrenfeldbergwerken der Pennsylvania Coal and Coke Cy verschüttet worden sein. Kine Konferenz der zioniftischen Mionskomiteemitglteder in Polen. Warschau, 30. März.- Diese Woche fand hier unter dem Borsitz Dr. Schamarjahu L e w i n s eine Besprechung der in Polen wohnhaften Mitglieder des zionistischen Aktionskomitees statt. Zur Beratung stand die Frage der Konsolidierung und Vereinheitlichung aller Zlveige der zionistischen Tätigkeit in Polen. Es wurde beschlossen, an die Exekutive mit dem Ersuchen heranzutreten, diese für die zionistische Arrbeit wichtige Frage auf die Tagesordnung ihrer nächsten Sitzung Zu setzen und zur Durchführuiig der Vereinheitlichung einen offiziellen Vertreter nach Polen zu entsenden. MystrriSse politische Zeichen an Berliner Mulen». Berlin, 30. März. Die Abendblätter berichten, daß seit einiger Zeit an Berliner Häusern, besonders im Westen, z i n k e n a r t i g e Zeichen wahrgenominen werden, die mit grüner oder roter Farbe angebracht sind. Es stellte sich heraus, daß diese Zeichen an Häusern angebracht wurden, in denen Polizeibeamte oder R e i ch s b a wn e r le u te oder Kommunisten wohnen. Die politische Polizei richtete an das Kommando dyr Gnippen die Aufforderung, alle Personen, die bei der Anbringung derartiger Zeichen gesehen werd n. sestzunehmen. Die. Blätter schreiben je nach ihrer Parteistimmung verschiedenartig über die Anbringung der Zeichen, daß sie von linksgerichteten, bezw. rechtsgerichteten Kreisen angebracht worden wären. Zum Beispiel verlqptet in linksgerichteten Kreisen, daß die Anbringung der Zeichen von Mitgliedern der Rechtsorgane erfolge und im Zusammenhang mit dem am 7. und 8. Mai stattfindenden S t a h l h e l m t a g stehe. Die Rückwirkungen der 8hina-Revolution. gndie« bedroht? — Aufsehenerregende Mitteilungen des indische« SberftkommandierenSsn. Delhi, 30. März. Anläßlich der Debatte über den indischen Heeresetat hat der Oberstkontman'oierendc der indischen Armee, Sir William B i r d w o o d, in der gesetzgebenden Versammlung a u f s e h c n c r r e o c u b c Mitteilungen über die Rückwirkung der Ereigmsse in China aus die st r a t e g i s ch c Lage Indiens gemacht. Sir Birdwood wies darauf hin, daß Indien durch den wachsenden Einfluß Rußlands auf China nicht nur von der N o r d w c st g r e n z e her über A f g hanistan, sondern auch von der N o r d o st g r e n z e her bedroht sei. Die Verminderung der indischen HeeresbestLnde um vier Divisic-nen sei daher nicht nur eine Gefahr für England, sondern auch für Indien selbst, das jetzt der Sturmflut des Bolschewismus von zwei Seiten her ausgesetzt sei. Durch die Ableitung der Regrerungssordrrmigen seitens des Parlaments ist für England in Indien eine peinliche Situation entstanden. Die - diplomatischen Verhältnisse in Indien haben zur Zeit eine Form angenommen, die England nötigen werden, das Nachgeben der indischen Volksvertreter in der Armeefrage durch weitgehende politische Konzessionen zu erkaufen. Die indische Regierung hat 7 inzwischen die Garnisonen und die Polizeitruppen an der Grenze zwischen China und Birma erheblich verstärkt. Offiziell wird als Gruiid dafür angegeben, daß der Uebertritt chinesischer Räuberbanden und beschäftigungsloser Söldner auf indischen Boden verhindert werden soll. Die indische Presse erblickt in diesen T r u p p e n k o u z c n t r a t i o n e n' Zusammenhänge mit den Vorgängen in tzamau und spricht offen die Vermutung aus, daß England unter Umständen entschlossen ist, von Indien her militärisch in die chinesischen Ereignisse einzugreifen. Zwei Bataillone indischer Pundschab- Infanterie sind aus Hongkong zurückgezogen und durch englische Truppen ersetzt worden, weil sie sich unter dem Einfluß der Agitation gegen die Verwendung indischer Truppen in C Ina geweigert haben, gegen die chinesischen Revolutionäre zu kämpfen. AenSernng in der britische» Wna-Politik. London, 30. Mc.rz. Die vr.ti.che Pres,e er'lmrt? übereinstimmend, daß auf Grund >der letzten Kabinettsitzung eine Aenderung in der britisch e n China-Politik e i n g c t r e t c n ist, die cruf die Nachrichten betreffend die Teilnahme der Kantontruppen an den Greueltaten in Nanking zurüctzuführen sei. Der dem Außenamte durch den englischen Konsul in Schanghai zugegangene Bericht erwähne Mißhandlungen englischer Frauen; dieser Bericht würde, wenn er zur Veröffentlichung gelange, im Publikum große Erregung Hervorrufen. Die liberalen Blätter meinen, daß die Evakuierung der britischen Staatsangehörigen aus dein ganzen Jangtse-Tale die Kantonpartei schließlich zur Vernunft bringen werde, da hiedurch Kanton und andere Städte an den Rand des Bankerotts gebracht würden.. Die Arbeiterpartei nimmt den Standpunkt ein, daß die Greneltat-en weitaus übertrieben worden seien und zitiert zum Beweis dessen die Berichte des Pariser „Temps". Neuerlicher ©eneralfttelf in SchmiM!. Schanghai, 80. Mürz. (Reuter.) Der Allgemeine Arbeitsverband hat neuerlich einen Generalstreik beschlossen. Das Datum des Streikbeginnes ist noch nicht bestimmt. Beschießung eines ameriklmischen Zerstörers. London, 30. März. Der bei W n j ung verankerte amerikanische Zerstörer „Ford" wurde in der vergangen-.':! Nacht von Chinesen beschösse n. Er erwiderte das Feuer mit Artillerie und Maschinengewehren und brachte -das Feuer der Angreifer zum Schweigen. Bei Nanking wurden zwei englische Flußdampf er von Chinesen unter Gewehrfeuer genommen. Von der -Besatzung des Dampfers wurde niemand verletzt. Samstag werden in Schanghai zweiarne^ rikanische Kreuzer erwartet. Fugoslawiens Staudpunkt in der Ulltersvch««srsrsse. Belgrad, 30. März. Die jugoslawische Regierung steht, wie die „Tel.-Comft." von autoritativer Stelle erfährt, auf dem Standpunkt, daß sie die Durchführung einer militärischen Investigation auf ihrem Gebiete nur einer internet i o na l e n oder interalliierten Körperschaf t, also dem Völkerbund oder der B o ts Hafte rk onfe.r e n z, zugestehen könne' und auch dies nur unter der Voraussetzung, daß die Untersuchung apch auf albanisches Gebiet ausgedehnt wird, wo die militärischen Vorbereitunge n, den letzten Nachrichten zufolge, ihren Fortgang nehmen. Die von Italien im Interesse direkter Verhandlungen über den gegenwärtigen Konflikt geforderte Ratifizierung der Konventionen von Nettuno und des Vertrag e s von T i r a n o werde von der gesamten jugoslawischen Oefsentlichkeit einmütig abgelehnt. Mette Verhandlungen zwischen Belgrad und Romr Belgrad, 30. März. Offiziös wird verlautbart, man nehme allgemein an, daß die. Lösung des Konfliktes mit Italien durch direkte Verhandlungen erfolgen werde, nachdem die Vorschläge betreffend eine Enquete als abgetan betrachtet werden. 2er mexikanisch-amerikauMe Konflikt »eigelegt. Rücktritt des mexikanischen Wirtschaftsministers. Mexiko, 30. März. Der Wirtfchaftsminister M or o u c 8, der die neuen Oelgesetze besonders befürwortet hat, ist Zurückgetreten. Dies wird als ein Zeichen angesehen, daß die Oelgesetze keine Rückwirkung Hecken sollen und daß dadurch der Konflikt mit den Bereinigten Staaten beigclegt werden wird. BerlSugerung de« deutschen Repudiikfchutz- Gesetze«. Berlin, 30. März. Die Gültigkeit des am 31. Juli d. I. ablaufenden Gesetzes zum Schutze der Republik soll, wie die „Vostische'Zeitung" berichtet, verlängert werden. Die Reichsregierung wird dem Reichstag noch vor den Sommerferien eine entsprechende Gesetzesvorlage unterbreiten.' Nach den Mitteilungen, die das Blatt erhalten haben will, sei nicht daran zu zweifeln, daß die Gesamtheit des Neichskabinetts damit einverstanden sei, die wesentlichsten Bestimmungen des Gesetzes, die sich auf den früheren Kaiser und auf Geheimorganisationen gegen die Republik beziehen, in Kraft zu lasten. gusammeuftob der rumSnischen ßrdrebzuges mit einem Lastzug. 2 Tote, 8 Schwerverletzte. Bukarest, 80. März. Heute mittags ereignete sich in der Eisenbahnstation H a s k a l a u, unweit von Großwardein, ein schwerer Eisenbahnzusammenstoß. Der E x - Preßzug Budapest-—Bukarest stieß mit einem Lastzug zusammen. Der Anprall war so heftig, daß mehrere Waggons zertrümmert wurden. Nach den bisher eingetroffene« Nachrichten sind zwei Passagiere tot, zwei wurden schwer verletzt.

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