Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2905 (30.3.1927)
- Date
- 1927-03-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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| JPrel» ao g | Redaktion, Administration: Wien, II., Taborstr. 1 Telephon 44-0 38, 43-3-19 Ab 6 Uhr abends: Telephon 81-209, 81-0-86 Druckerei: VII., Lerchen feldcratraße 1 (»lnva") Preise Wien n J Oester- '"h durch Poit oder Ve, stellen monatl. 5 Lei. Bezugsbedingungen kür t. Ausland im Innern des Blattes. ittornenreitun jmhfriMwmHii'. MÖBELHAUJ 3.WÜHL •V. SCHLEIFMÖHLGAUE N" 5 TELEFON 559» BEQUEME TEIL7AM« mmmmammmmmmmmmagm Nk. «SOS W>»WWWVW»S>MW»nMi7MW»»^WW»>»W>»WM»»»>n»^W»WW«WMWM^ Men, Mittwoch, Sö Miirz 1027 <rs. Weadar 8007). 0. Jahrgang Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen sind durch ein vorangesctzteS E gekennzeichnet. Atelier für feinste Herrenkleider - Lage: * und ausländischer Stoffe WIEN VII, Mariahllferstraße 96, Mezzanin - fei. 37700 Gegründet 1905 - Teilzahlungen ohne Preisaufschlag E-,L- T N I Versammlungen Heute Mittwoch, den 30. März 1927 8 Uhr abends: Cafe Pragan, II., Nordbahnstraße Nr. 56 Redner: Ing. Eugen Buchbinder und David Nebenzahl. Vorsitzender: Inspektor Isidor Stern. . ' Morgen Donnerstag, den 31. Mürz 1927 8 Uhr abends: Cafe Fetzer, II, Praterstraße 8. Redner: David Nebenzahl und Dr. Josef Löwenherz. Vorsitzender: Siegmund Haber. 8 Uhr abends: Volksküche, XX., Kluckygasse 7. Redner: Oberbaurat Ing. Robert Stricker und Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes. Vorsitzender: Herr Klumak. Wegen fortgesetzten Etraßenrilnrpseu. Paris, W. März. Nach einer Agenturmeldung aus Schanghai hat der BesehlH.i'öer der Kantontruppen, General TschangIaischer, wegen der fortgesetzten Straßen kämpfe im Chinesenviertel von Schanghai das Standrecht verhängt. Man will lewe mllMIIA« SWe »nweiwe». Tokio, 29. März.' Die japan'sche Regierung 'faat beschlossen, militärische Streitlüste i China nicht zu Verwenden, sondern eine friedliche Vereinbarung auf diplomatischem Woge anzustreben. Selbstmord am eine Melel za vermelden. Schanghai, 29. März. Ein japanischer Leutnant namens Kameo Ara ki, der wahrend des kür l'ch n Angriffes auf das japanische Konsulat ln Nanking t «selbst untergebrachte Wache befehligt hatte . nd gestern hier eingetrosfen war, um dem japanischen Adnkiral Bericht zu statten, hat versucht, sich das Leben zu stöhnen. Er h:tte nicht den Befehl gegeb.n, auf die das K.nsu t angreifenden Chinesen zu schießen, weil er befürchtet hatte,, daß dies zur Niedermetzelung aller Konsularbeamten und ihrer Familien führen würde. «ln liberaler Wahlsieg in «ngland. London, 39. März. An Stelle des zurückgetretenen Ardeiterdelegierten Guest ist Strauß (liberal) zum Deputierten des Londoner Bezirkes Bermondsey gewählt worden. Strauß hatte den Bezirk in den Jahren 1918 bis 1933 vertreten. Er wurde mit zirka 120o Stimmen Mehrheit gewählt. Sein 'Sieg ist der zweite Erfolg der Liberalen in dieser Woche. Fugoslawlen Mit sich bedroht. Lnrch die albanischen Röstungen. — «ine Rote an die Grobmöchet. Belgrad, 29. März. Die Zeitungen stellen übereinstimmend fest, daß der jugoslawischen Regierung bisher keinerlei koutteten Vorschläge hinsichtlich Der Untersuchung an der jugoslatvisch-albanischen Grenze überreicht worden sind. „Brome" schreibt in diesem Zusammenhang, daß der von ausländischen Blättern gemeldete Vorschlag, auch einen italienischen Beobachter der Untersuchung auf jugoslawischem Gebiet bcizuziehen, schlechthin unglaublich und unannehmbar ist. Es sei klar, daß ein ltallrnischer Beobachter nur dann auf jugoslawisches Gebiet kommen dürfe, wenn auch ein jugoslawischer Beobachter der Untersuchung auf italienischem Boden berwwhuen kann. Der B ö l k e r b u n d sei jedenfalls mit verringerter Autorität aus diesem Konflikt hervorgegangen. „Politika" meldet, die jugoslawische Regierung' habe die Aufmerksamkeit der Großmächte auf die albanischen -Mobilisierungsmaßnahmen gelenkt. .Falls der mit italienischer Hilfe in Albanien vor sich gehenden Mobilisierung kein Ende bereitet werde, wäre Jugoslawien, da es sich bedroht fühle, genötigt, gewisse Vorsichtsma st na s>- m e n an der albanischen Grenze zu treffen. Der einzige Wische Ministerpräsident Italiens. Rom. 29. Mörz. Heule ist h'er der frühere PrvMerminlfter Lumi LnzZattj im> Alter von 85 Zähren g e st o r b e n. * Luigi Luzzatti wurde 1841 als Sohn einer begüterten jüdischer: Familie geboren und wurde nach ^glänzend absolviertem Jüsstudium - 4867 Professor des. Staatsrechtes an der Universität Padua. Im selben Jahre dürfte der erst Sechsundzwanzigjährige die italienische Negierung bei der Pariser Weltausstellung vertreten. Zwei Jahre später wurde er Generalsekretär im Handelsministerium. Im Jahre 1870 wurde er in das Parlament gewählt, doch wurde diese Wahl für^ungültig erklärt, da er noch nicht das gesetzliche Alter erreicht hatte. Ein Jahr darauf zog er dann in die Deputiertenkammer ein, in der er bald, namentlich Finanz- und Wirtschaftsfragen, großen Einfluß gewann, so daß er wiederholt zum Vorsitzende des Finanzausschusses gewählt lourde. Im Februar 1891 wurde er Schatzminister, ebenso 1896. Vom November 1903 bis März 1905 war .er zmn dritten Male Schatzminister im Kabinett Giolitti. 1907 wurde er Ministerpräsident und nach seinen: Rücktritt zum lebenslänglichen «Änator ernannt. * ■ Luigi Lnzzatti, eine g ästige Leuchte des ge.inigten Italien, hat stets' größte Verehrung in seinem Vaterlande genossen. In allen schwierigen Lagen war seine reiche Erfhrung und sein großes Wissen für Italien eine Quelle steten Vertrauens. Dieser große, allgemein verehrte Mann war Jude und ■ war es mit Stolz. Er erklärte vor nicht gar langer Zeit: „Ich wurde als Jude geboren und werde als Jude zu meinem Gott zurückkehrcn. Ich bin stolz auf mein Jude sein Auch a'Ä mir . merne Gegner vormarfen, daß ich als Minist.r. rü i .nt Italiens meine perst'n ich n Beziehungen rn> o .eun.- schaften zu St.iatsmä nun wie Balfour uni Ccem enceau zugunsten ler mrtersrückt.'n Juden Rußlands und Rumäniens ausgenützt habe, so war ich auch auf diesen Vorwurf stolz." In seinem letzten Lebensjahr beschädigte ersich, mit der Aöfassung eines Buäies, das eine Synthese feiner Ideen über das gesamte jüdische etliche und politische Problem enthalten sollte. Dieses Buch ist leider nicht vollendet worden. Die zionistische Idee und der Ausbau Palästinas war für den greisen Staatsmann Sache eifrigster Anteilnahme. Sie Anden Salonikis an die BSllerdnndiiso. Saloniki, 28.' März. - (I. T. A) Der Verein „Schomre Sabbach" (Hüter des Sabbat) wandte sich an die Bölkerbundliga in Athen mit der Bitte, bei den Behörden dahin zu intervenieren, daß das Zwangs-Sonntagsruhe-Gesetz, das tausende jüdische Familien mit dem wirtschaftlichen Ruin bedroht, abgeändert werde. Demnächst wird - der Vertreter der Internationalen Union der Bölkerbundligen, R u y s s e n, in Saloniki einlreffen. Er wird auch mit dem Verein „Schomre Sabbath" in Verbindung treten, um sich über die Angelegenheit der Zwangs-Sonntagsruhe zu informieren. Er wird die Frage der nächsten Tagung der Internationalen Union der Bölkerbundligen unterbreiten. emerUaulsche« Fvde«. N e w y o r k, 29. März. Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim Weizmann richtete, bevor er die Vereinigten Staaten verließ, in der amerikanischen Presse einen Abschiedsbrief an die Juden Amerikas. Er gibt seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Ergebnisse, seines letzten Besuches ihn mit voller Befriedigung erfüllen können. Eine Vereinigung itsec Juden zugunsten der Palästina-Arbeit werde, sofern nran diese Bestrebungen mit Geduld und gutem Willen fortsetzen wird, verwirklicht werden. Der Plan, eine unparteiische Sachverständigenkommission nach Palästina zu entsenden, um die Möglichkeiten einer gesunden Entwick uiig Palästinas zu erforschen, stanrmt von den Zionisten. Dr. Weizmann schließt nnt einem Appell an die Zionisten, auch weiter unermüdlich zu arbeiten, um den Opferwillen aller amerikanischen Zionisten ohne Unterschied ihrer sonstigen Stellung zu dokumentiere: Sir Herbert Samuel über seine MWeit als LbertommMr. ■ London, 29. März. Sir Herbert Samuel empfing in Manchester, wo er in einem.Massenmeeting der Liberalen eine große Rede hielt, eine zionistische Abordnung. Im Verlause der Aussprache wies er auf' die großen Schwierigkeiten verschiedener Art hin, denen er bei der Uebernahme seines Amtes in Palästina begegnete. Er könne jetzt zurückblickend aus innerer/Ueberzeugung feststellen, daß die von ihm befolgte Politik die einzig richtige war, die in Palästina geführt werden konnte und auch heute angewcndet wird. Als Oberkommissär war cs sein Hauptbcstreben, die unbegründeten Klagen, der -nichtj üd ischen Bevölkerung in Palästina, die hauptsächlich durch eine Anzahl unrichtiger Meldungen über die Ziele der . Zionisten und die Pläne der englischen Regierung entstanden,'zu zerstreuen. Das Weißbuch vom Jahre 1922 und sein großer Tätigkeitsbericht vom Jahre 1925 kennzeichnen unzweideutig die bezüglich Palästina befolgte Politik. Die Palästina-Arbeit — betonte Sir Herbert Samuel — ist eine Angelegenheit, die d a s g e s a nr t e Judentum der Welt betrifft. Selbst in Manchester, wo es den Juden gewiß gut gehe, ist es ihre Pflicht, die Aufbauarbeit mit ajllen Mitteln zu. unterstützen und aus der fortschreitenden Wiederbelebung des Landes und den großen und wichtigen Ergebnissen der jüdischen Arbeit in Erez Israel Mut und Ansporn für die iveitere Arbeit zu schöpfen. Ane furchtbare latastrophe. Brand ln einer javanischen Kohlengrube. getötet. 138 «elter Tokio, 28. März. (Reuter.) In einer Kohlengrube ist ein Brand auZgebrochen, bei dem 136 Bergarbeiter den Tod fanden. Sechzig Leichen wurden bereits geborgen.