Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2904 (29.3.1927)
- Date
- 1927-03-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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j pfci» ao g 1 Redaktion, Administration: Wie®, II., Taborstr. 1 Telephon 44-0-38, 48-3-19 Ab 6 Uhr abends: Telephon 31-209, 81-0-66 Druckerei: VII., Lerchenfelderstrnße („lnra“) Preise ' Wien und Oesterreich durch Post oder Verschleißstellen monatl. 5 Schilling. Betngsbedingnnsen kür das A n sl a n d im Innern des Blattes. Morgenfeitung BESUCHST den Wiener Rüthauflkeller! Die Gemütliohkeit der guten alten Zeit. Wer kommt, wird wieder Stammgast I HM.H-MM.eiM. Volkstümliche Preise! Mittags - Menüs ä S 1*50 Direktion: OTTO KASERER Dir. 2904 Wie», Dienstag. 29. MS« 1927 (28. Weadar 5687). 9. Jahrgang Im redaktionelle« Teil enthaltene entgeltliche Mitteilungen find durch ein vorangesetztes E gekennzeichnet. Jüdische Wühler-fersommlnHüt Beate Dienstag, den 29. März 1927, 8 Uhr abends Theatersaal des Centralkellers, Wien, II., Taborstrafie 8a. — Redner: Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes und David Nebenzahl. Ruhe in Schanghai. Der Generalstreik beendet. — Kein Angriff ans die Zremdenvlettei. W a s h i n g t o rt, 28. Marz. (Tel. Comp.) Das Marinedeparbcment hat ein Radiotelcgramm des Admirals Williams erhalten, wonach die Lage in Schanghai ruhig sei. Er habe deshalb die Einschiffung der gestern gelandeten Marin osoldaten angeordnet. Wie eine private Nachrichtenagentur meldet, ist der Generalstreik in Schanghai beendet morden; der Eisenbahnverkehr -wischen Schanghai und Nanking ist wieder hevgestellt. Die Kantontruppen haben bisher den Anordnungen .ihres Oberkommandierenden Tschang- K ai - Schek, seinen Angriff auf die internationale >o nzeffi on zu unternehmen, Folge geleistet. Bor dem 15. zioniftenkongretz. London. 38. Märg. (iJ. T. A.) Die Exekiu-tive dar MonKistHschvn Ougcm^ai.lion hat MMDcÄHaim rn«t dem PrÄsilx.Mcin deS KmMieß>gori«chts gemäß karr Beischlüssen lies 14. KongveffeS und des Gemiorass^ios baß WahIrHlloment für die Wahlen zum 15. Zlc»nitistLin5cinizveß cuuisgi tstalbb. Das Schrll«sM'l<k ist den zilmuistlschem Onga.nillswjirvne'N', fefttwie don FirxM-onim 6e« neiits zuMganMir. Am 6. Ap>M toirlcr lvtze schan LievichtiÄ. in LomLau cimv EbeEdeNüviche Sitzavnig der MmiÜstilschsn ExekuitÄr« un>Dc Vorsitz tteS Präisillaniben MckiZmann zius-amman. Aus Jerusä-lanr sind die Hevven Direktor Ha-ntka, Sprinzak und Dizengoss nach London ab^rrelist. Sie worden auch an dar Aik'i'.'.on'I» komil>i»:«isitzu!N»g, döe i,m Mw: in Berlin staidMden^vll, tcrl- ‘ -ehman. Sie Araber und die Mandatsregierung. Jerusalem, 28. März. Sir John Shukburgh, der im Aufträge des Kolonialministeriums die wirtschaftliche Lage des Landes zu überprüfen hat, erklärte, wie „Sut el Aschab" meldet, daß er die Delegation der arabischen Hrehrtive unter Führung von Musa Kasim Pascha nicht empfangen werde. Er nahm lediglich Ln ihm überreichtes Memorandum entgegen. Die Wahle« In den Fernsnttmrr Stndttai. Jerusalem, 25. März. (I. T. 2t) Im Ge^e .satz zu der Judenschaft Jerusalems, die sich aus Anlaß der Munizipalwahim zu einen: einheitlichen Block vereinigt hat, ist die arabische Wählerschaft in drei einander bekämpfende Parteien gesparten. Drei arabische Kandidateulisten wurden vovgesch^agen: Eine von der Parte' des bisherigen Bürgenneisters von Jerusa'em, Ragheb Bey Nashashibi, die eine Zusammenarbeit mit den Juden anstrebt; eine von Mussa Kiazim Pascha Hus'eini inr Namen der von der Husseini-Familie geführten palästinensisch-arabischen Exekutive witb eine von einer unabhängigen arabischen Gruppe. J Die vereinigte jüdische Liste weist die folgenden. vier Stadtverordm en?a.dida'en aus: Den Arbditei^ührer Ben Zwi, den bisherigen Stadtrat Chaim Salom o n, den sephardischen Juden Jcchak Eliaschers und den sephardischen Agudisten Eliahu Sch'maa. StreU «m die Abrüstung. Deatschlavd will die Abrüftnngrkonserenz sprengen. Genf, 28. März. Das Komitee zur Vorbereitung der Abrüstungskonferenz debattiert bereits einige Tage über verschiedene Probleme der Abrüstung, ohne zu irgendeinem greifbaren Resultat zu gelangen. Hätte kam die Frage der Beschränkung der militärischen MektivHestände aufs Tapet und sie wandelte das behutsame Aneinandervorbmreden zu einem offenen Zusammenstotz um. Gemäß dem Abrüstungsvorschlag Englands, den Lord Ce eil unterbreitet hatte, sollen die ausgeS ödeten Militärreserven in gewissem Umfang der Beschränkung untevworfen werden. In der Debatte über, diesen Punkt machte der belgische Delegierte de Brouckere einige ironische Bemerkungen über den mehr als problematischen Wert der deutschen Abrüstung. Daraus erhob sich der deutsche Delegierte Graf B e r n st o r f f und erklärte: „Ich habe mit besonderem Interesse von den Äußerungen de Brouckeres Kenntnis genommen, wonach die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht nicht möglich ist, und hoffe, daß diese Auffassung wieder zum Allgemeingut der europäischen Regierungen werde. Vergessen wir nämlich nicht, daß in Versailles Deutschland die Verpflichtung aufevsegtwurde, keine Reserven mehr zu schassen, nn-d daß ihm eine kleine FvettvMigenarmee aufgezwungen wurde. Die deutsche Delegation besteht daher daraus, daß die ausgebildeten Reserven in die Konvention einbezogen werden." Graf Vernstvrff schloß mit den Worten: „Ohne eine Erfassung der aucigebWeten Reserven wird die Bestrebung zur Beschränkung der Rüstungen als gescheitert betrachtet werden muffen. Im späteren Verlaus seiner Ausführungen reflektierte Graf Bernstorfs direkt auf die Darlegungen de Brouckeres, indem er erklärte, daß er auf seinem Standpunkt beharre, den er bereits in der ersten Tagung des Komitees zum Ausdruck gebracht habe, wonach nämlich Deutschland auf schlechte Weise entwaffnet worden sei, indem ihm ein System aufgezwungen wurde, das mit dem Maximum der Ausgaben ein Mnimum von militärisch-wertvollen Streitkrästen erfasse. Es sei unmöglich, diese Dinge mit Stillschweigen zu übergehen, da der Friedensvertrag von Versailles und der Völkcrbundpatt die Grundlagen für die Beratungen des Komitees bildeten. Deutschland sei heute vollkommen entwaffnet, und es wäre jetzt an der Zeit, daß diejenigen, die noch Waffen haben, endlich mit der Abrüstung anfangen. Die deutsche Armee sei nach dem Versailler Vertrag deshalb als Söldnerarmee errichtet worden, weil man ihr die Rejerven nehmen wollte. Die Darlegungen des deutschen Delegierten schufen eine überaus peinliche Stimmung, die sich noch verschärfte, als der polnische Delegierte Sokal sich gegen jede Einschränkung der ausgeb ildcten Reserven eÄlärte, was er damit begründete, daß der Völkerbund nicht viel tun könne, sobald einmal Feindseligkeiien zwischen Staaten ausge-' brachen seien. Um der unangenehmen Situation rasch ein Ende zu bereiten, beantragte» Lord Cceil Schluß der Debatte, uns... die Beratung wurde auf morgen vertagt. . Die Spionage. SBratifleStt, 28. März. <T«l. Comp.). Ein S«> schauer slowakisches Blatt berichtet, daß die Polizei eine umfangreiche Spionageorganisation zugunsten Ungarns aufgedeckt habe. 6 Personen, darunter Dschechoslowaken und ungarischen Staatsangehörige sind verhaftet worden. Sie sollen sich militärische Pläne von großer Wichtigkeit verschafft haben. Weitere Verhaftungen seien zu erwarten. Die Polizeidirektion van Kaschau bestätigt diese Meldung. ein Prozeß des deutschen Außenminister«. Ei« Kapitol Politik und Geschäft. P lauen. 28. März. Vor cim«m ihkÄsiiMn Schö!fsc>NL»uckchl beMlm fjeuttt toiic gtoaiuie im, 'dem Prozesse zeM>n ide-n RechSa-MMvLt Dr. £X>to Müller vMgen B.wV'.MNN Lies NÄchScaußenkwinvirsters D«. Stre.sem-niv-n^ e<r Dc. Müller in Buieiftin <m den Voustce:L foex Deutschen Volk-spevritvi lbeha>u!püÄ haßde, Strvchc«no>nin Hobe Güschöf!.LfteLi>nkü>ow VovEc vevschMsf».^ Im Novemibor vorügsn JcchveS hacke vor cimvmr hiesigen SchSsfemtzericht bfot euste VerhanMiung siMhgkfu-nSvn. Drefe mwde rvach vievstuEtyor Dauer vsmag^ da toez ArWrkliag'!« Dr. Müller weÄMlherl e Bewe'iL-a'N'IiräM g»ssV:N,t ha«tt«. Der RÄchScmbmvmtimiffiier hat sich ostö NelbonÄLysr her KLage csw« SeMvffvn. In der houilkMn, Borlhomd1.uny fühvie Dr. MülVrr zur Anklage uintivr omdewsm aus, lden -Kern stM«or Vorwünfe Mvon Dr. Ddrieisenm-nm is«he er 'm dem Vortouvfvor Lüge. TeSwogon aibvr halbe Dr. Slüresemann keiirem Strafantrag, g-eflelüit. In setnem Bri«'fiw'echs>e,l mi't id>e«r Douilffchen Volkspavtpi halbe er auSdrüMch evAart. Litwliu sei Sivelsama'N'nis GeliiDeLner und kter Minamoivr ftffottT' Geschäft« und setruer PoMk geWiStenr. Sdves'smicmin habe seiavo paosanivi'chvn Dezdchumgeu za» setuvm Prwiaiswumld'e, dem dam^igem RaichstvüiEsichaftSim»'«nt:ist«r Dr. Scholtz, cm-SWnützen versucht^, um timn DoqMl für s>ek«n>em Freund Litwt-n und die' Evaporaoor- Geselllscha ft aus eli'nem «llegaken Wege hVoauSzuhMm; kiaS sai Korruption 4n ihöchsöem Maße. Während tust A.rSfühvmtie«n Dr. Müllers kam eg häufig W scharfen A«uSeiinandersetzumtz«'« zwischen dm (>M«^eÄiigon MechtzSaMvMv' Die Güter de» Friedrich Habrburg. Seine Klage Me« oen polnffch-ou Staat aügewresen. Aus Teschen wird uns berichtet: In mchrtägiger Verhandlung hatte das hiesige Kreisgericht über die Klage zu entscheiden, die der chemalige Erzherzog Friedrich, als österreichischer Oberkommandierender im Weltkrieg genugsam bekannt, gegen den polnischen Staat auf Rückgabe seiner im Gebiete Polens gelegenen ausgedehnten Güter angestrengt hatte, die der Staat bekannjtlich laut Versailler.Vertrag konfisziert hatte. Friedrich Habsburg berief sich in seiner Klage auf lchensrechtliche Bestimmungen, die trotz des Versailler Friedens in Kraft seien; er forderte mit dieser Begründung seinen gesamten Besitz im Ausmaße von 29.332 Hektar. Das nunmchr schriftlich bekanntgegebene Urteil des Teschener Gerichtes weift die Klagegründe zur Gänze ab und spricht dem Friedrich Habsburg nur Besitz im Ausmaß don 673 Joch (also 2.1 Prozent des früheren Besitzes) zu; es bestätigt, daß der übrige Besitz (97.1 Pro» zent) rechtskräftig dem polnischen Staat zufällt. riebftühle im sranzöfischen Finnnzminifterinm. 8(us Paris wird gerueDet: Inr Fmanzmimstermm wurde sestgestellt, daß'ans. dem Empfangsraume unmittelbar neben dem Arbeitszimmer des Finanzministers selbst zwei Sevres-Basen von großem Werte g e st o h l e n 'worden sind. Finanzmmister Po i n e a r e hat sofort eine genmie Untersuchlmg d:s Falles angeoMet, der ' um so erNärlicher ist, als ein Fortschaffm der zienilich . umfangreichen Basen unbchingt hätte aufsal^en müssen. Bisher hat die eingeleitete Untersuchung noch kein Ergebnis gehabt. ar r Bevor He f toffe kaufen, B Überzeugen Sie sich von der Auswahl und W den konkurrenzlos billijren Preisen der RESTEN - VERK A0FS6ESELLSCH AFT a SAM«»MW,KU.MMUU»UD»M»»nö 9 (PROVINZ MPSTERVBRS4-NP)