Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2902 (27.3.1927)
- Date
- 1927-03-27
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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2002 Sonntag Wiener Morgerrzeitruig 27. März «87 Herrn Dirr'ior Anselm üfljornö und Herrn David Lessing, sowie die einstimmige Neuwahl des Herrn Doktor Ernst Friedjung als Mitglied des Vorstandes. Die 752 Darlehcusnehmer «ach Bernsen: Acrzt« 10, Rechtsanwälte 2, Ingenieure 2, Musiker 2, Akademischer Maler 1, Zahntechniker 2, Goldschmiede und Uhrmacher 11, Mechaniker 2, Schlosser 1, Spengler 5, Buchbinder 6, Kürschner 12, Graveur 1, Kappenmacher 1, Baugläser 2, Tapezierer 1, Hubmacher 2,, Bürstenbinder 7, Tischler 3, Friseure 5, Schneider 26, Schuster 0, Modisterei 16, Schuhoberteilherrichtcr 1, KmrsbgeweMiche Handarbeiten 11, Ajourier- und Plissieranstalten 3, Dameirmodttsalon 10, Blusenerzengung 1, Strickwarenevzeugung 11, WAcheerzengung M, Miedererzcilgung 2, Sport- und Berufsklcidererzeirgiing 3, Steppdcckemrgei/ung 2, Korlbwarenerzcugung 3, M c ta linw re ne rz oug 11 > ig 2, Knuditenerzewgnng 2, Likörerzengu ng 1, H ose n träge re ^'eügi ing 1, Schw ei ßblät te rerzcugung 1, Ghemikaliener-eugu-ng 3, Genrischiwarcnhandel W, DelikatestengeschÄfte 10, Tuch, und Textiiwarenhandol 02, Galante rietva re nhairdel 13, Modewavenhandel 11, Schneldevzugehörc 13, Strick- und Wirkvareichaudel 10, Kuv^tva re «Handel 2, Leder- und Lederware «Handel 8, Lederstanzerei 2, Schnhwarenhandel 27, Schusterzugchöre 1, Tapeziererzugehöre 1, Borsten- und Rotzhaarehandel Ick, Nauhwarenhandel 3, Elsen- und Altinetalle>handel 13, Stahlwarenhandel 3, Wäsche- und Wollwarenhandel 18, Jnwelerchaudcl 11, Haus- und Küchengeräte 12, KleiderkorrfeMon 10, Znckerwarenhandel 8, Olbst- und Gemüse- Handel 4, Fischhandel 3, Flerschgeschaste 11, Bäckerei 3, Selchwarenhandel 2, Eier-, Milchrrud Blltterhandel 0, Geflügel- Handel 7, Gasthaus 5, Kasfeehausunteruehmen 2, Penstonsilnternehmen 2, Spirituoscnhandel 0, Flascheuhandcl 1, Pavfümeriehandel 6, Kerzen- und Seifenhandel 3, Buchhandel 0, Nitualienhandel 1, Papier- und Papierwarenhandel 13, Bildechandel 4, Brennmaterial 9, KorÄvareuhandel 4, Bettfodernhandel 1, Schrmrckfedern 2, Spitzenhandsl 1, Kuopistvarenhandel 1, Säckehcmdel 6, Buch- und Zeitungsvorlag 4, Korresporidenziüureau 1, Tabak-Trasik und Rauchrequiisiten 1t>, Müllerei 1, Schotter- /keferung 1, Fuhrwerksunteviiehmeu. 1, A>bzahlungZgeschäste 38, Ngeutur- und Kommissionsgeschäfte 16, Trödlerei 6, Hausierer 0, Marktscchrcr 1, Tuchwbfällä 16, LederaVfälle 1, Partiowaron- Hamdel 2, Speditionsunternehmen 3, Frachtenrek-lamationsmrrea» 1, Werdohandel 2. Na MUliardevbetrog aa der Tabakregie. Die Generaldirektion der Tabak regle hat vor mehrerelt Argen. gegen die in der Generaldirektion Angestellte Offizialin Mariamrc Kittel eine Betrngsanzeige erstattet, die folgenden Hintergrund hat: Die Kittel konnte infolge ihrer Stellung stets erfahren, wann die Generaldirektion größere Tabaklieferungen bestellen werde. Dies teilte sie denr pensionierten Oberinspektor Negierimgsrat Rossi mit, der sich dann an die in Betracht koimneirderr Täbakfirmen wandte Und ihnen erklärte, eine größere Lieferung an die Tabakvegie vermitteln zu können. Hiefür verlangte er hohe Provisionen. Wenn dann die Generaldirektion bei den Firmen bestellte, wurden die Preise um die hohe Provision verteuert, fo daß die Tabakregie auf diese Weise um viele Milliarden geschädigt wurde. Kittel Und Rossi wurden dein Landesgericht eingeliefert, Rossi jedoch bald wieder auf freien Klß gesetzt. iDie Kittel bleibt werter in Haft. > Wi e u , 27. März. DM Welten. Eine über Mitteleuropa hereingebrochene Westströmung Hat vereinzelte Niederschläge mit sich gebracht, die nach der Vorhersage auch weiterhin anhalten werden. Die Temperatur dürste sich wenig verändern. Die Wissenschaft m Judentums an dev Wiener Universität. Das Rektorat der Wiener Universität hat, nachdem die vom Leiter des Maimonides-Jnstituts, Rabbiner Doktor A. Kaminka, während des verflossenen Wintersemesters m einem großen Hörsaal der philosophischen Fakultät gehaltenen öffentlichen Vorträge ein starkes Interesse gesunden haben, dem Institut die Genehinigung zur Ätbhattung regelmäßiger Kurse an der Universität aus den verschiedenen Gebieten der jüdischen Wissenschaft (Biblische Studien, Talmud, mittelalterliche Religionsphilosophir, nruhebrälsche Literatur) erteilt. Es werden dementsprechend schon im bevorstehenden Sommersemester von Herrn Doltor Kaminka zwei Kurse wöchentlich abgehalten werden. Drerrstjubiläuur. Herr Eugen Schwarz, Btbliotheksbeamter der ismelitisch-theotogischen Lehranstalt in Wien, feierte vor kurzem sein Wjähriges Dienstjubiläum. Aus diesem An.aß empfing der wegen seiner musterhaften Pflichterfüllung allseits beliebte Jubilar zahlreiche herzliche Glückwünsche und Ehrungen von seiten der Dozenten und Hörer der Lehranstalt und vieler angesehener Persönlichkeiten. Personalnaästicht. Frau Olga K rupnik ist heute zmn Einkauf nach Paris abgereist. Zwer 17jährige SchMer vermißt. Zwei 17jährige Schüler des technologischen Gowerbemuseums, Ferdinand Wetnhappel und Alexander Zoufalh, sind seit gestern aus den elterlichen Wohnungen verschwunden. Die eingeleiteten Erhebungen ergaben, daß beide gestern um 7 NM früh die Wohnung verlassen haben, um an einem Schrlausslug ihrer 'Klasse teikzu? nehmen, daß sie aber an deui Ausflug sich nicht beteiligt haben. Man vermutet, daß die beiden versuchen, trotz geringer Baruiittel und ohne Dokumente nach Jtalieu. zu marschieren. Es ist aber auch mögliche daß beide wegen schlechten Fortganges in der Schule sich ein Leid ankun wollen, zumal Zousalh einen Revolver aus der elterlichen Wohnung mitgenommen hat. Volksschule gegen Ghmnasinm. Aus Schwedt an der Oder wird gemeldet, daß dort gestern früh ein S ch u l st r e i k eingesetzt hat. Die Stadtverordneten haben vor einer Woche das Gymnasium in die Räume der Mädchenvolksschule zu verlegen beschlossen, weil die jetzigen Räume des Gymnasiums für den Schulbetcieb nicht ausreichen. Da das Gebäude der Volksschule aber neuzeitlicher und besser ist, als die jetzigen Gymnasium- .nuine, so sind die 'Eltern der VolksMUlerinnen .mit dem Tausch nicht einverstanden, weil Le für die GeMudAih ihrer Kinder sürchteu. Die Eltern haben deshalb ihre Kinder vom Schulbesrrch serncieballen. Etnm 460 Kinder sind vom Streik betrvssen. Unsere mm äddilidi reiche an eleganüiaslHK frcsco-, Ctiarmelalneu. Covercoat-Mänteln, reizenden Complets, Sportu. Sirandhoslümen, mviera-lolletten u. Nadimli tagsldeldern aus hochwertloen Cdelmaterlaiien Hilden das Entzücken jeder Trau, Jedem errelcftkar durch «rupnlks weltpekannte PllHnkett VII.KAISERSTR.H1115 Ae SVeflomafionsfftlK läuft ab! Reklamationen können noch heute, «Sonntag, teil 27. März 1927, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und morgeu» Montag, den 28. März 1927, in der Zett von 9 Uhr ftKH bis 5 Uhr nachmittags durch das Mische Reklamalimubmemt, Wie», 2. Bez, Taiorftrabe 1—3, M-zzani«, rechjs, Imrckgeführt werden. Juten, sichert euch das Wahlrecht! Die Hochzeit des Neophiten. Vor etwa vier Jahren, als die von den Offiz,iersdetachemcnts des weißen Terrors in Ungarn in der Umgebung von Budapest, Orgovany, Jzsak, Fülöpszallas und anderen Ortschaften inszenierten Judenpogrome in der ganzen Knlturivclt Entrüstung hcrvorriefett, erregte die damals von der Wiener Morgenzeitung" gemeldete Mitteilung von dem Uebertritt eines jungen Bauernsohnes namens Gabor ans Fülöpszallas znr Judentum nicht geringes Aussehen. Noch mehr erstaunt war man, als der Neophi te in die Jeschiwa von Waitzen eintrat und den Namen Abraham Gudmpn annahm. Vorige Woche feierte Gudman in einem der orthodoxen Bethäuser seine Hochzeit mit der Tochter eines strenggläubigen Inkassanten, der 18jährigen Etel Schwarz. An der Feierlichkeit nahmen auch seine Niutter und vier Vri'ider, die inr.Wristentum gbblieben sind, teil. Während des Mahles sagte Gudman einem jüdischen Jornalisten: Als ich seinerzeit zum Judentuur ützertrat, schrieb ein ungarisches jüdisches Blatt, daß ich früher Antisemit und Erivachender Ungar gewesen sei. Das stimmt nicht. Ich war Christ und das bedeutet noch lange keinen Antisemitisms. Der AnU> semitismus ist ein Blödsinn und ei:: Verbrechen zugleich. Wer blöd und Verbrecher war ich niemals, ebensowenig wie meine Familie. Meine Mutter und meine Brüder waren von dem erhabenen Ernst des jüdischen Zeremoniells und der Traurede vis zu Tränen aerichrt, und obgleich sie in ein vollständig orthodoxes Milieu geraten waren, das merne vier Brüder, die Eisenbahner sind, bisher nicht kannten, zeigten sie nicht das geringste Befremden oder Unbehagen, und doch lebe ich ganz im Sinne der uralten jüdischen Religion und bin von dem Tage, da ich einerinneren Erregung folgend in das Judentum eintrat, dvn dessen fchicksalsmächtigcn Aufgaben vollkommen erful t. Mein Weg ist vorgeschrieven. In diesen zwei Büchern und er wies auf eine Bibel und einen Talmud--Folianten lsin - ist er mir vorgezeichnet. Die Gefahren der Straße. In einer Pariser Straße ereignete sich dieser Tage ein seltsamer Unfall. Ein Schäferhund, der von einem offenen Fenster im vierten Swck einem Kampf zwischen Hunden zusah, geriet in solche Aufregung, daß er aus dem Fenster sprang. Das Tier siel auf den Kopf einer Frau, die zu Boden geworfen wurde und einen Schädel bruch erlitt. Die Frau mußte ins Spital gebracht werden und schwebt in Lebensgefahr. Der Hund dagegen blieb unversehrt und lief davon, um an dem Kanchf teilzune hrnem Konkurs vor der Geschäftserösfmmg. Ju Prag hat sich, der in der Geschäftswelt wohl seltene Fall ereignet, daß ein Unternehmen in Konkurs geht, bevor es überhaupt zu bestehen begonnen hat. 66 Gläubiger erheben Forderungen von 1.26 Millionen Kronen gegen ein Untemehmen, das der Besitzer zwar gründe« wollte, dessen Gründung sich aber als unmöglich erwies. Der Franzose Riffault wollte in einem «errett Prager Hotels im Stadtzentrmn ein französisches Re-- staurant eröffnen. Er begann, ohne eine Erledigung feines Konzessionsgefuches abzuwakten,"oas Lokal einzuriibten, das Personalmit einem Direktor an 'der Spitze wüvde engagrerr uno Künstler auf mehrere Monate verpflichtet. Da- Konzessionsansuchen wurde jedoch abgewiesen und das Unternehmen ging vor seiner Eröffnung in Konkurs. Riffault erklärt sich außerstande, seine Gläubiger zu befriedigen. 160 Kilometer auf allen Vieren. Zum Austrag einer verrückten Wette hat sich etzr ehemaliger Offizier der kanadischen Armee auf den Weg. von Dublin nach Belfast begeben. Er will die 160 Kilometer lange Strecke auf allen Vieren zurücklegenp er hat . der Strecke in dieser ungewöhnlichen Marschwerse bewaltrgt. Um die Leistung noch drastischier zu machen, wird er von einer Ziege begleitet, die einen klerncn Wagen zieht; auf diesem befindet sich ein Zelt, in dem die Lebensmittel verstaut sind. Jedensalls hat Reisende den Zweck erreicht, die AufmeÄsanrkeit der Leute auf sich zu lenken. Vierstöckige Straßen. i D^AE^anische Ingenieur Dr. T. Kemmrd Ttzoim« w3 ln cincr kurzem erschienenen Veröffentlichung mit der Lösung des immer schwieriger werdenden Newhovker Verkchrsproblems und gelangt zu dein Ergebnis, daß der Bau von Untergrundbahnen dem Bedarf nicht mehr genügen kann und, wenn weitere Stockwerve unter der Erde hinzugefügt werden, viel zu teuer wird. Er schlagt statt dessen die Errichtung von vierstöckigen Straßen auf den Hauptdetkehrslinien vor und behauptet, daß drei Straßenstockwerke über dem Erdboden nicht teurer in der Errichtung unv im Betrieb sind, als ein Stockwerk unter der Erde. Die erste Straßenetaae soll nach seinem Plan für Lastwagen, die zweite für Straßenbahnen, die für ^den Auto- und Omnibusverkchr und die oberste für Fußgänger reserviert werden. Der Mörder gibt ein Interview. In Neivhork erschoß ein gewisser Ernest Di ehr im Hause seines ehemaligen Schwiegervaters seine geschiedene Frau itnd ihren Geliebten, bestieg sein Auto und fuhr oavon. Wenige Stunden später hielt vor einem 'der ersten Hotels emes eleganten Seebades ein Kraftwagen, denr ein Krr^ entstieg. Er ließ sich ein Zimmer geben Am nächsten Morgen rief er den Leiter einer Zeiinna an, ohne seinen Namen zu nennen, und bat darum, daß man ihm einen Reporter schicken möchte, dem er interessante Mit» teilungen machen wolle. Ein Reporter kam, wurde freundlich empfangen. Dann setzte Richc dem Zeitungsmann la aller Ruhe die Motive auseinander, die ihn zu der Tat veranlaßt hatten, schilderte den Hergang, während der Reporter zuybrte, innerlich schwankend, ob er es mit einem Schmindier oder einem JrMnnigen zu tun habe. Ms Rlchr.seine Erzählung geendet hatte, zog er einen der. Vorgenen Reolver hervor und erschoß sich vor te« Augen des entsetzten 'Berichterstatters/ Magen- und DarmkekÜen werden durch elne et«-», fache Denecin-Trinßßur ersolgreich..beßümpftz ckW