Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 9 (1927)
- Issue
- Heft 2899 (24.3.1927)
- Date
- 1927-03-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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f Polen t 25 gtosty 1 Wien; Zum Abhol«« in de« Expedition, 11., Taboratr 1*8 oder in einerVflraehleißstelle (Trafik) monatl.B Schilling Straßen rer kauf tn Wien durch die Kolporteur« der Firma Ooldaehmied, 1., Wellseile 11 Mit Po8treraand fflr Wien und Oesterreich monatlich 5 Schilling Tacheeho Slow akeit Mon K83 Jngoslawien: Mon. Din. 60 Polen :Mon. 6 Zloty Dentaehland: Mon. Om. 4. Frankreich, B e I e i e nf Mon. Free. 85 flaahaafci an *•* ftala* arhohaagaa rarbabattaa. Ar. WS Wiener J ODE ANS KREUZ f Unser Roman: Seite 61 orgenMuna | Pr eis VtO fl| Engl an d:Mon.4Schilling Italien: Monatl. 20 Lire Rumänien: Mon. 170Lei Bul gar ien:Mon.100 Lewa. S c hw e i * und das Übrige Ausland monatlich Free. 6 Redaktion, Administration: Wien, 11., Taborstr. 1 Telephon: 44-0-38, 43-3-19 Ab 6 Uhr abends Telephon Nr. 31-0-66 n. 31-209 Vll., LerchenfoldeMtraße 1 (Druckerei „Inra") Wien. Sonnenlos. 24. Mri 1927 (20. Weador 1687). Oeaterreichisches Posteparkassenkonto Nr 150 693 9. Zahroong I« rehaHionellen Teil enthaltene entgeltliche MttteUnngen find durch ein vorangeseyteS E gekennzeichnet. Entsendung einer llntersuümngsfommlffioti nach Ingoiiamle». Sie LlAldlerung der itailenlsch-jiigoffawWen Spannung. Clin wichtiger Pariser »eschiud. Paris, 23. Ältärz. Briand empfing heute den italienischen Botschafter Baron Avezzana, den jugoflawischen Gesandten Spalaikovie und den englischen Botschafter Lord Crewe zu einer Aussprache über die italienisch-jugoslawische Spannung. ES wurde im Einvrrnelnnen mit Deutschland beschlossen, eine UntersuchungSkommisivn nach Jugoslawien zu entsenden. Die Frage, ob eine interalliierte oder eine internationale, also Deutschland einschließende Kommission gebildet werden soll, wurde noch offen gelassen. Aufgabe der ftammtffUm wird eS sein, auSzuforschen, ob Belgrader Beamte die Bildung irregulärer "Banden zur Bekämpfung der gegenwÄrtlgen Regierung “in Tirana begünstigt haben. Selgrad berettet die formelle Einladung vor. Belgrad, 23. März. Nach Mitteilungen von diplomatischer Sette berettet das Belgrader Außenamt formelle,. Einladungen, an fremde Regierungen zwecks einer inkerüaLionälen Untersuchung in Angelegerchett der angeblichen jugoslawischen Rüstungen vor. Keine Demission des Außenministers. Belgrad, 23. Mä.z Das heule nachmit.agS in der Skupschtina im Umlauf befindliche Gerücht über eine Demission des Außenministers Perie wird offiziell dementiert. Das Gerücht hatte besagt, daß sich gegen den Enquetevorschlag des Ministers Perie in politischen Kreisen Widerstände -geltend gemacht hätten Das jugoslawische MMSrdudget. Belg rav, 23. Ätärz. In der Nachmit.agSfihung der Skupschtina entwickelte Kriegsminister General H a d z i c st in Expose, worin er u. a. ausführte, das Militärbudget Jugoslawiens betrage 2.348,000.000 Dinar gegenüber einem ursprünglichen Voransch'ag von 3.260,COO.COO Dinar. Das Budget betrage demnach 36 Prozent des Geiamtbudgets, während, wie der Kriegsminister betonte, das italienische Militärbudget 28 Prozent des Gesamtbudgets aarSinache. khamberlain über den Konflikt. Soitüon, 23. März. Im Unterhaus befragte der Abgeordnete der Labou? Party, Ponsonby, die Regierung über die augenblickliche Lage zwischen Italien und Jugosiawien. Chamberlain erwiderte, daß er von dem britischen Gesandten in Belgrad einen Bericht über die von Jugoslawien getroffenen militärischen Maßnahmen erhalten ha"".«. Aus diesem Bericht gehe hervor, daß die militärischen Maßnahmen der Belgrckder Regierung im Zuge einer 'Reorganisation der Armee getroffen worden seien. 'Chamberlain 'fügte hinzu, er glaube nicht, daß es notwe'.rdig sei, ben Völkerbund * ilcgimg ber Krise anzu rufen. Kommunistische Propaganda kn Aegtzpten. Kairo, 23. Mürz. Aegypten ist derzeit das Ziel eurer groß angeleg en k o m m u n i st i s ch e n P r o p a g a n a die darauf ansgeht, Ciig'an>s politische Schwierigkei'en im Lande zu vermehren. Kommunistische Propa,.andalikratur wir'. auf allen möglichen Wegen in das Land geschmuggelt. Die Hafenbehördcn von Alexandria haben kürzlich auf einem französischen Dampfer eine große Senkung kommunistischckr Dru ä schrl ^-n 'beschla.mmM, die als Reklameliteratur deklariert mit Werbeschriften 'sranzösischer Firmen bedeckt. waren Unter den radikalen ägyptischen Nationa isten ist eine sichtbare Strömung für eine Verbindung mi^ Rußland eingetreten. Studenten sowie di« Jittellektuellen im Port Said eine Reihe von Persönlichkeiten verhaften allgemeinen betätigen sich intensiv an der kommunistischs i Agitation. Die Negierung hat in Kairo, Ale.andrien u.id lassen, die an der national-revolutionären Bewemmg fflftreub bet-iligt sind. Die Kautonese« stellen die Ruhe wieder her. Schanghai in der -and der Südttnpprn. — Vereinzelte Kömpse. — Brrtimgung der ansianaischen Schnhtrnppen. Schanghai, 33. März. (Reuter.) Die Lage in Schanghai ist infolge der Ankunft der nationalistischen Truppen ruhiger geworden. Diese stellen die Ordnung wieder her, obwohl einige Abtellur"- der Nordtruppen noch Widerstand leisten. Einige chinesische Kaufläden in der Dorstadt Tschapai sind wieder geöffnet. Der Kommandant der kantoneflscheu Streitkräfte in Schanghai wendet fich in einer öffentliche« Erklärung gegen di« ausländischen 'Imperialisten und betont, Schanghai werde nicht hloß ein fester Stützpunkt des chinesischen Nationalismus, sondern auch der W e l t r e v o l u t i o n werden. Im weiteren Verlauf der Erklärung heißt es, das Volk müsse "vischen den ang r i ffs l u st i gen Imperialisten und einfachen Fremden einen Unterschied machen. Es dürfe di« Fremden weder beleidigen, noch ihr Eigentum zerstören. rer Generalstreik dauert fort und hat durch den Anschluß der Zollbeamten eine neue VetstärklM evWwn. Insgesamt, stehen jetzt 160.000 Arbeiter im Ansstand. Der internationale Handel ist vollständig lahm gelegt. Abends lebten nach mehrstündiger Ruhepause vereinzelte Kämpfe im Chinesenviertel wieder auf, hervorgerufen durch zersprengte Soldaten der Nordarmee. Die von ihnen versuchten Plünderungen wurden von den Kantonescn mit der Waffe in der Hand zurückgeschlagen, wobei viele Ruhestörer getötet wurden. Mehrere hundert Chinesen versuchten heute nachmittags mit Gewalt in die internationale« Konzessionen einzudringen, SBctnfieuen int ungarischen Parlament- Budapest, 33. März. In der Nachm'.ttagSsitzung des Abgeordnetenhauses kam eS zu großen Lärmszenen. Der sozialdemokratische Abgeordnete 'K a b «k brach!« einJnterpelkatkon ein, rn der er "die dringe.Tde Behandlung 'deo Arbeitslosenversicherung forderte. Vo!kswohlfahrtSministcr BasS konnte im herrschenden Lärm nicht zu Worte kommen. Der so.'iasdemokrali'che Ab «ordnete P r o pper rief dem Minister zu: „Sie werden diese Interpellation nie beantworten, weil Sie ein Knecht deS jüdischen Großkapital s sin')!" Minister Bass na'-m darauf seinen Platz ein, ohne die Interpellation zu beantworten. Sodann interpellierte der christlichsoziale Abgeordnete Koczan in der Angelegenheit des christlichsozialen Arbeiters Mezei, der in der Ganz-Danubius-Fabrik von sozialdemokratischen Arbeitern verprügelt ivurde. Die Sozialdemokraten unterbra-chen "ben l^cbncr wiederholt mit stürmischen 'Zwi'chenr"en. Als der'Vorsitzende der Reihe nach fast allen sozial emokralischen Abgeordrreten mehrere Ordnungsrufe erteilt hatte, erhoben sich die Sozialdemokraten von ihren ^Bänken und verließen zum Zeichen ihres Protestes dm Saal. Ein Wischer Wahlblock in gernsalem. Jerusalem, 21. März. (I. T. A.) Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen zu den Munizipalverwaltungen in Palästina hat sich in Jerusalem die Wählerschaft aller jüdischen Parteien mit Einschluß der AgudaS Jisroel zu einem Wahlblock zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluß erwies sich zwecks Sicherung einer der Stärke der jüdischen Wählerschaft entsprechenden Vertretung als notwendig; bekanntlich wurden die Juden bei der Zusammensetzung der Wahlprüfungskommisston, die judenreln ist, und bei der Festsetzung der Zahl der Vertreter jeder Konfession stark benachteiligt, was eine Protestbewegung unter den Juden hevvorrief. wurden jedoch von zwei Kompagnien englischer Garde und einer Mteiluwg amerikanischer Marinesoldaten mit Kolbenstößen zurückgetrieben. Mehrere Amerikaner und zahlreiche Chinesen wurden verletzt. Alle Ausländer sind in die Niederlassungen gebracht worden. In der internationalen Konzession haben sich holländische, portugiesische, amerikanische, japanische, spanische und italienische Kontingente mit den englischen Streibkräften vereinigt, die an gewissen Punkten die von ihnen bereits besetzte Zone über die internationale Zone hinaus ausgedehnt haben. Japanische und englische Marineinfanterie ist auf dem chinesischen Ufer des Flusses gelandet und hat Wachen in die fremden Besitzungen detachiert. Gestern haben italienische Matrosen in Abwehr eines An-griffes einige Chinesen getötet. Französische Abteilungen schützen die Grenzen der französischen Zone und die fremden Besitzungen in der Nachbarschaft. 3000 entwaffnete Soldaten der zusammengebrochenen Nordarmee, die in die internationale Konzession geflüchtet waren, wurden heute an Bord eines eng Fff ch e n Krie g ss ch iffes gebracht und' ‘ nach' Tsingtau transportiert. ein MffenMftnndr Paris, 83. März. Wir die „Information-- ans Peking meldet, haben die Nordisten beschlossen, Emissäre zu den K antone'sen zu entsenden, um über'einen Waffenstillstand und einen Vertrag zu. öc rl) anbei w. SW«»» tut» girnnlrelch nehmen die BezieWngen mit de» Kantonelen auf. Schanghai, 23. März. (Reuter.) Der britische und der französische Generalkonsul in Schanghai haben heute vormittags mit dem Führerder Kantontruppen Paitschingschi die Verbindung ausgenommen. Er versicherte ihnen, daß es seine Absicht sei, die Ordnung aufrcchtzuerhalten. Der AerNn-Wiener 9-flng beschaffne. Halle a. v. a a'l e, 23. März. 'In der Nahe von Wittenberg wurde gestern abends auf den Berlin- Wiener D-Zug geschossen. Die Kugel durch-, schlug ein Fenster des Speisewagens, doch wurde niemand verletzt. Die Nachforschungen nach dem Täter waren bisher ergebnislos. eine furchtbare Aulokataftrophe. 14 Tote, 16 Schwerverletzte. Aus BreSLau wird gemeldet: In der Nähe des Westschen Kurorte- Kudowa in der Grafschaft Glatz ereignete sich gefievn vormittagein kirchtibcrrcS Kvaftwagenungliück. Ein mtt 68 Personen. in der Hawpljsoche Spinnereiarbeitern» besetztes Lastenautomodil begann infoilge Kettenibruches an einer steilen Kurve rückwärts zu louifen. Mehrere der Fwsasien des Krastwagons konnten in diesem AugenAick noch aibtzivingM. Das Tempo des Wagens wurde schließlich so rasend, daß es am Ende der Kurve über eine Brücke in den Flluß stürzte und 38 Personen unter sich begrub. Sieben txwon waren sofort tot, 16 waren schwer, die übrigen leichter verletzt. Drei junge Mädchen wurden von dem Kmstwagvn zerdrückt, vier weitere ertranken. Die Zahl der Toten dürste sich wahrscheinitch noch erhöhen, da die meisten der Schwerverletzten in Lebensgefahr schweben. Aerzte, Sanitütskolonnen und Feuerwehr find aus Glatz an die Unfalkstelle abgegangen. Der Führer des Autos ist verschwunde-n..Man glaubt,, daß er in der ersten Aufregung über die mhe tschechoflowoki^" Grenze geMchtet ist. Seibflmord des Pflkgermeisterr von Kieke. W a r f ch a u, 23. März. Der Bürgermeister der St-adt Kieles, Lukasiewi.cz, hat in der verflossenen Nacht Selbstmord verübt. Die Ursache dieser Tat liegt in i finanziellen Schwierigkeiten. 4