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Wiener Morgenzeitung · 1927-03-20 · Heft 2895 (20.3.1927) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
9 (1927)
Issue
Heft 2895 (20.3.1927)
Date
1927-03-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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,t i . 28SÜ Me«, Sotmtttg lüStmm www&tn%9mm& 20. März 1987 Bette 6 «■■■■■■■■■ ■■■■■■■■■■■!■■■■■■■■■■■■■■■■■•■■—■■■«■«■■■■■■■ ■■■■■■■■■■«■■■■■•■■■ ■ erUttiilldif V«9»«»«« erhüldltH 7 i ■ Der erste diesjährige Transport der weltberühmten amerikanischen i Manischewiiz-Matzos | mawroferatö j Matzos-Grleß und Farvel { ‘■jyaiNs m tjtü ■ ist eingetroffen. — Wir laden unsere verehrten Kunden h&flichst ein, uns ihre Bestellungen aufzugeben, ß liefern nur «Iflesfiftlarlfte ffrBsdl« Warc< Jedes Pfund ist mit einem j Hechscher vom Jahre 1927 ■ versehen. — Versorgt Buch mit den anerkannt besten Matzos der Welt Wir ■ Manischewitz Mn4zos-Vertrleb. ZENTRALE: S Wien, ll. NordüAhnstraße 38 Tel. 75-8-32 DEPOT: Ignatz Frost, Wien, 11., Haidgasse 9 « Tel. 46-8 80 g I»N»»»»>»»»WW»»»WW»W»»WWWWW»»»»»»»««»S«aL? B wechselnd eine Maschine die Mazzoth erzeugt, tvührend die andere gereinigt wird. Die Maschinen verfertigen je nach der Einstellung runde, eckige, dünne oder dicke Maz- »th. Diese werden von den Ofenarbeitern mit Stangen ununterbrochenauf den über einer starken Flamme rotieenden Ofen gelegt,' so zwar,- daß - die rohen Mazzoth jintereinander auf der eiheh Seite' hinaüfgelegt werden und auf der anderen Seite des Ofens fertig und knusperig ohne Unterlaß von den Packern in Empfang genommen um gewogen und eingepackt zu werden. Die ganze Erzeugung steht 'unter ritueller Aufsicht des Rabbinates der Kultusgemeinde .Wien und ein sogenannter Obermaschgiach. und drei Maschgichim sorgen dafür, daß die rituellen Vorschriften streng eingehalten werden. Endlich, nach langem Weg durch die weiten Räume, befindet man sich im Mazzoth-Lagerraum, wo die Versanddispositionen von dem noch sehr rührigen Seniorchef des Hauses Strum getroffen werden. In hunderte Richtungen werden die Mazzothpakete dirigiert . . . Wien iCl reichlich mit Strum-Mazzoth versorgt. La-^' Nrirekllcher Tornado in Arkansar. 25 Tote. New Port, 19. März. Der Staat Arkansas, wo erst vorgestern ein furchtbarer Wirbelsturm 8 Todesopfer gefordert hat, wurde in der vergangenen Nacht abermals von einem Soritobo heimgesucht. In der Stadt Green forest wunden 25 Personen getötet. Dp'- Sachschaden soll neuerlich sehr groß sein. Sie 'Aorgmige an den Wiener Hochschulen. Eine Studentenversammlung auf der Rampe der Universität. Gestern miitt-ags fand auf der großen Froi-tveppe vor der Universität' eine KrunL^ibiimig der den'is-chm Srudentonschast statt. Ein P o'l'i zeit o rdon hatte die Gch-allee von «dem. Trottoir vor der Uiniversität ahgchpsrrt. In der AuHa war für verstärkten Pedelldionst gesorgt worden. Bor etwa 400 Zuhörern, die zum großen Teil in Favbsn erschienen waren, htiÄ-t der Leiter des Kreises 8 der deutschen Stti-den'wntschaft eine Aichprache, in der er erklärte, don den<schen StmdvMsn seien an der Hochschule für Mcitthanidvl ihre Räume geraubt worden. Der Rektor ha>be wohl daS Recht, iiber' diese Räume zu verfügen, hingegen könne er nicht ZlvistigiÄl-ten mi>t cöner Person, mit dam Umver-siität-shörer K ö r 6 c r, aus dem Rücken der deutschen SMdenbe,n<schgft austragen. Hieraus wanidte sich der Redner gegen'das kürzlich zwecks 8l>ufrechterhaltuu«g der Ruhe und Ordniung gübiDate Komitee der a rbe i>tsw ikligen Studenten. dem die cheitt^n Studenten nicht 'beilreten könn>ten. KSrder ahgeM^ Er aml Freitag stattgchumdsnen Sitzuavz der Kreisleitung der doui Ischen Studentenschaft hat der UniversitätShörer Robert Korber ans die Funktionen, mit denen er von der Kvoisleibung der Hochschulle für WÄtlha>nd>el betvant worden war, verzichtet, da sich auch unter km deutlichen Studenten eine ansehnliche Gruppe, die gegen sein Vorgehen Stellung nahm, gediltdot hat. Durch seinen Rücktritt hat er vermieden, daß der Antrag gestellt wurde, ihn feiner Funktionen zu entheben. Mit diesem Körlber hatte sich gestern auch der Oberlandesgevichtsrat Dr. Benesch beim Bezirksgericht 1 zu befasion. Die Studentin Frisch hatte geigen Korber die Klage eingedrächt, in welcher bchaup-tek wird, daß .KSrber anläßlich eines Tumults an der Universität die Klägerin beim rechtem Arm gepackt, ihr die Hand äusgerenkt und das Kleid zerrisson habe, ferner soll er sie „Saujüdin" geheißen und ihr gesagt habeu, sie habe keimn Anspruch aas dem Titel „Frau". Er hat sich auch unterstandM, die Dame zu duzen. In der Verhandlung leugnete der tapfere HakenkrouzhÄd alles ab. Er habe die StudmMn lediglich belfchützen wollen. Die Zangen bestätigten jedoch beit Inhalt der Klage. Die Verhandlung wurde vertagt, da der Richter in 'kn Disziplinarakt der Univevsität Etnlblick nehmen will. Ser Einbruch in der Wohnung Vrosaverens. Wie gemeldet, wurde am 4. d. M. die leerstehende Wohnung de.S ermordeten Opernsängers Trajan G r o save S - ens in -der Lerchenfelderstraße erbrochen. Während noch in Wien nach den Tatern geforscht wurde, meldeie der Gendarmerieposten in Weitra, daß in der Ortschaft Aal fang ein Paar lebe, das mit dem-Einbruch in Verbindung zu stehen scheine, und zwar -der Löjährige Albert Bremer und die 30jährige Marie Hasenzag l, beDe wiederholt wegen Einbruchs vorbestraft. Sie hatten sich durch größere Geldausgaben bemerkbar gemacht, weshalb die Gendarmerie die Bilder 'der Beiden nach Wien sandte. Hier wurde festgestellt, Daß das Bild Bremers mit dem von den Parteien - anr' SinbruchStage bemerkten Bettler identisch sei. Die Gendarmerie in Weitra nahm die Verhaftung des verdächtigen P-ares vor. Bei der Hausdurchsuchung fand.man verschiedene Wäschestücke, Anzüge und Schuhe, die unzweisx-lhaft von ein^m Wiener Einbruch herrühren muffen. Die Gegenstände wurden zur AgnoSzierung nach Wie» geschickt. . Stein Visum nach Poringai- - Wie die „Politische Correspondenz" erfährt, hot der Ministerrat beschlossen, dem Vorschläge der portugiesischen Regierung, den Visumzwang zwischen Oesterreich und dem europäischen Gebiete Portugals für die beiderseitigen Staatsangehörigen mit 1. Mai d. I. aufzuheben, zuzustimm c m. Lrfterrelchische Liga Kr Menschenrechte. Die österreichische Liga für Menschenrechte, die in engster Verbindung mit den Ligen in Frankreich und Deutschband steht, veranstaltet m o r g e n eine allgemein zugängliche Versammlung, um für den Schutz der Menschenrechte einzutreten und gegen den Terror zu protestieren. Die Versammlung findet im großen Saal des Hotel Post (1. Ber., Fleischmarkt 24) statt '-1 ttm 71i.hr ade'' - . ‘ V,; - Sie Beervignng Hillie Morgensterns. -'-Ümer überaus starker Beteiligung fan'L am Mittwoch, den 16. März, uan 3 Uhr nachnnttags, in Linz das Begräbnis der so jung verstorbenen Frau Hilde Morgenstern statt. Nicht nur die jüdische, auch ein Großteil der nichtjüüischen Be- ' völkerung erwies der 'Verblichenen die letzte Ehre, denn Frau Morgenstern war etne stadtbekannte Persönlichkeit und genoß wegen ihrer glänzenden menschlichen Eigenschaften die allgemeine Wertschätzung. Der Platz vor dem jüdischen Friedhöfe konnte die Teilnehmer nicht fassend Ein Quartett sang „Schiwisst". Nach der Rede des Rabbiners sprach am offenen Grabe - namens der Zionisten von Linz Herr Dr. Menzel. Er fand in seiner kurzen Ansprache würdige Worte, um den unersetzlichen Verlust, den unsere Sache durch den Tod der Frau Morgenstern erlitten hat, zu schildern. Das Zionistische Landeskomitee und die Präsidien des Keren Kajemeth und des Keren Hcvjeffod waren durch Herrn Dr. Chaim Tartakower vertreten. Nach dem Begräbnis begab er sich i-m Verein mit Linzer Zionisten rn die Wohnung des. schwer betroffenen Gatten, Herrn Dr. Gustav Morgenstern, um ihm das Beileid der Organisation auszudrücken. Die Linzer Zionisten sind darangegangen, das Andenken der Verstorbenen durch eine 'Stiftung in Erez Israel im Zusammenhänge mit dem Keren Kajemeth, für den Hilde Morgenstern mit besonderer Hingabe wirkte, zu verewigen. Jießherem-Fabrtt. Airs dem Asudah-Ghetto von Mukacevo. — Die Verwendung der amerikanischen Hilfsgelder. Aus Mukacevo wich uns geschrieben: Das Judenviertel, unserer Stadt wird allmählich zum Gespötte. Kaum betritt eine in der ganzen Welt noch so geachtete Persönlichkeit das Gebiet unserer Stadt, wird sie, wenn sie nicht zum schwärzesten Flügel der Agudah gehört, aus dem finstersten Winkel des Ghettos angespien und angeheult. Diesem Schicksal konnte auch 6er Präsident der Misrachb-Weltorganisation und Vizepräsident des amerikanischen Zentral Relief Committee, Rabbiner Meter Berlin, nicht entgehen. Kaum erschienen die seine Am kunft üttlürfbigenben Plakate, wurde die Judengasse mit einer Flut von Cherent- und Jssur-Zetteln überschwemmt, in welchen unter anderem erzählt wurde, daß alle Volks-" krankheiten vom Zionismus stammen und daß Meier Berlin der Führer der orthodoxen Zionisten — ein Missionär sei, der auf nichts anderes ausgehe, als die jüdische. Jugend zur Taufe zu führert. Nebenbei werden auch Colonel Wedgewood, Oberrabbiner Kuk von Jerusalem und oitbete angesehene Führer des Judentunts besudelt. Diese Mäzchen mit dem Jssur und Cherem haben allerdings nicht verfangen, da die Fabrik, in welcher diese Dokumente böswilliger Dummheit hergestellt werden, bereits bekannt ist. Der Bortrag des Rabbiners Berlin war überaus gut besucht und verlief ohne Störung. Aber schließlich ist es doch schon an der Zeit, auch in diesen Schlupfwinkel der Geschäftsfinsterlinge endlich einmal hineinzuleuchvett und sie gründlich mr :^nt. Im „Jüdischen Volksblatt" von Mukacevo befaßt sich S.mson Sauber mit diesen Vorfällen und weist darauf hin, daß dieselbe Gesellschaft, wie aus dem Gemeindeprotokoll vom 21. Mai 1924, Zahl 176 hervorgeht, de» Betrag von 24.000 tschech Kronenj, die ausdrücklich zu dem Zwecke aus Amerika überwiesen wurde, um die dortige Talmud-Thora und Jeschiwä zu unterstützen, zur Grürrdung einer orthodoxen Zentralkanzlei in Karpathorußland bestimmt hat. Simson Sauber weist ferner nach, daß über die Verwendung des Betrages, der dem Hersch Ber Klein und Saul P e r l st e i n ausgefolgt wurde, nichts mehr erfahren 'werden konnte. Diese Behauptung hatte Herr Sauber in einem gegen ihn vom Präsidenten der Zentralkanzlei für die Slowakei Rabbiner Weber angestrengten Presseprozeß mit Dokumenten belege» knönen. Gibt es den» da wirklich gar kein Mittel, diesen Lertten ihr Handwerk zu legen? ' Ser Scttletfönlg von Zarin. In Italien, das noch vor nicht zu langer Zeit mit der Türkei und Spanien erfolgreich um den Betteleirekord kämpfen konnte, ist das Betteln heute theoretisch abgeschafft. Das Bettelnist, wie das Fluchen, verboten, und toer mit einer mehr oder minder demütig ausgestreckten Hand in flagranti erwischt wird, kommt pünktlich ins nächste Armenhaus oder auch auf die Polizeiwache, falls er gar zu unverschämt ist. Das ist in der Theorie so. In der Praxis wird natürlich unentwegt darauflos gebettelt. Weniger in Rom, unter dem strengen Auge der Zentralgewalt, wenig auch in Mailand, wo die ehrgeizige Polizei zumindest so forsch sein will, wie die der Hauptstadt. In Palermo und Neapel hingegen betteln Frauen, Kinder, Greise, Männer mit irgendeinem Schaudefekt genau so wie einst. Der Hang zum Betteln ist im Süden offenbar so unausrottbar, wie der zum Lotteriespielen. Und auch im äußersten Norden Italiens. In diesen beiden Gebieten ist der Hang, zur Gewohnheit am stärksten entwickelt, und der Bettler gehört in Neapel ebenso zum Straßenbild wie im feudalen Turin. Dort, in der Heimatsresi-denz der Savoier, in dieser Stadt aus Palästen, wurde eine höchst romantische Bettlerexistenz aufgedeckt. Schon im Vorfahre wurde ein Bettler' gefaßt,, der in seiner behaglichen Wohnung ein niedliches Lager von Lirascheinen und Soldi — Kupfer allein für 30.000 Lire — aufgestapelt hatte. Das ist noch nicht sehr außergewöhnlich, nun aber hat die Polizei einen Mann ergriffen, einen Greis, kaum in Fetzcn gekleidet, halbnackt, schmutzig, als er mit unerhörter Dreistigkeit und Grobheit in einem Laden um eine „milde" Gabe bat. Nicola Calzia hat nie auf der Straße gebettelt, sondern immer nur in Läden oder an Wohnungstüren. Das „nie" will ettvas sagen, denn Signor Calzia ist heute 87 Jahre alt und übt seinen jetzigen Beruf seit bald 50 Jahren atrs. Früher war er ein angesehener Kaufmann, dessen Salami und Käse einen gewlffen Ruf hatten. Eines schönen Tages verkaufte er aber sein prosperierendes Geschäft an einen Neffen, der es heute noch aufs beste ttäti* Naßatelier HEILIG & EL, l., Kärntnerstraße 9 Abonnemeiitf-Pvospehie Telephon 78-1-86 MONATJCH S SO*— MONATLICH; 00*— 1 Frühjahrsanzug 1 Modehose 1 Frlihjahrsanzug 1 Frühiahrsrock 1 Sommeranzug, 1. Frühjahrsj-ock . 1 Sommeranzug 1 Winterpaletot 1 Herbstrpck.1 Herbsfanzug. . ,1.Modehose ABONNEMENT-DAUER ZWEI JÄH RE Telephon 78-1-86 C* MONATLICH S 80*- 1 FrUlijabrsanzug 2 Hosen 1 Sommeranzug 1 Winterpaletot 1 Smokinganzug 1 Modehose 1 Sportanzug 1 Ueberrock Kleider bleiben, Eigentum des Abonnenten. — BUaeln, Reparaturen kostenlos Inklusive Abholung und Zustellung. — Garantier! beste englische Stoffe und erstklassige NaBarbelf. "

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